Hyperkeratose der Haut und in der Gynäkologie

Die Hyperkeratose ist eine Verdickung der äußersten Schicht der Oberhaut (Stratum corneum der Epidermis).
Die Epidermis enthält ein hartes Protein, genannt Keratin.
Diese Hautverdickung hat eine schützende Funktion bei normaler Reibung, Druck und anderen lokalen Reizeinwirkungen. Hyperkeratose verursacht Hühneraugen und Schwielen an Händen und Füßen.

Sie kann darüber hinaus weißliche Bereiche im Innern des Mundes hervorrufen.
Es können andere Formen von Hyperkeratose auftreten, als Schutzeffekt der Haut gegen:
1. chronische Entzündung (lang anhaltend),
2. Infektion,
3. Sonnenlicht,
4. irritierende Chemikalien.
Selten bildet sich eine Hyperkeratose auf nicht gereizter Haut. Diese Form von Hyperkeratose kann durch eine erbliche Erkrankung bedingt sein.
Sie kann sofort nach der Geburt auftreten und die Haut über ausgedehnte Körperbereiche erfassen.

 

Parakeratose

Die oberste Hautschicht wird Stratum corneum genannt und wird von abgestorbenen Zellen gebildet, die übereinander liegen.
Diese Zellen haben keinen Zellkern, enthalten hingegen viel Keratin.
Keratin ist ein Eiweiß, das die Feuchtigkeit der Haut bewahrt.
Die Retention von Flüssigkeit hält die Haut geschmeidig und fest und schützt zudem das darunterliegende Körpergewebe. Mit der Zeit fallen die abgestorbenen Hautzellen ab und werden durch neue Zellen ersetzt, die sich in den tieferen Schichten der Haut entwickeln.
Dieser kontinuierliche Zyklus der Erneuerung hält die Haut gesund.

Bei Menschen mit Parakeratose behalten die Zellen im Stratum corneum ihren Zellkern und sind nicht vollständige keratinisiert.
Als Konsequenz wird die Haut trocken und der Körper verliert Feuchtigkeit.
Im weiteren Verlauf bilden sich trockene Schuppen, die zu tiefen Rissen werden können.
Die Hautveränderungen bestehen aus geröteter, entzündeter und schmerzender Haut, die schwitzen kann.
Gewöhnlich schilfern sich die trockenen Schuppen leicht ab.

 


Es gibt viele Beispiele von Hyperkeratose, darunter:

Warzen. Die Warze ist eine kleine Hauterhebung, die durch eine Infektion mit dem humanen Papillomavirus (HPV) verursacht wird.
Plantarwarzen wachsen auf der Fußsohle.
Üblicherweise wird HPV durch direkten Kontakt übertragen.
Im Allgemeinen verbreiten sich diese Warzenneubildungen durch Berührung oder Händeschütteln mit jemandem, der bereits eine Warze hat.
Sie kann auch durch Berühren einer kontaminierten Fläche verbreitet werden.
Zum Beispiel durch Barfußgehen auf dem Boden eines Fitnessraums oder Schwimmbades oder wenn die Schuhe einer anderen Person benutzen werden.

Chronisches Ekzem. Das Ekzem (oder atopische Dermatitis) ist eine Entzündung der Haut. Diese Erkrankung kann durch eine Allergie, chemische Reizung und andere Faktoren ausgelöst werden.
Die Symptome des Ekzems sind Juckreiz auf der Haut, Rötung und kleine Bläschen.
Ist eine Entzündung schwer zu kontrollieren, kann ein chronisches Ekzem entstehen:
1. Hyperkeratose
2. Trockene und rissige Haut
3. Schuppung
4. Farbliche Veränderung der Haut
5. Lokaler Haarausfall

Lichen planus. Diese Krankheit kann als weißer, netzähnlicher Fleck auf der Mundschleimhaut erscheinen.
Sie kann als ein juckender, lilafarbener und schuppender Fleck an anderen Hautstellen auftreten.
Lichen planus kann von einer abnormen Reaktion des Immunsystems verursacht werden.

Aktinische Keratose. Diese Erkrankung verursacht Hautausschlag, der roten Flecken auf der Haut ähnelt und flach und rau wie Sandpapier ist.
Die Hautläsionen können eine Größe von nur wenigen Millimetern haben.
Die Flecken sind durch ultraviolette Strahlen bei exzessivem Aufenthalt in der Sonne verursacht.
Sie treten an Hautstellen auf, die der Sonne ausgesetzt waren.
Die Hyperkeratose ist, mit Ausnahme der aktinischen Keratose, die sich zu Hautkrebs entwickeln kann, keine ernste oder gefährliche Erkrankung.


Seborrhoische Keratose. Es handelt sich um kleine, nichttumoröse Hautwucherungen.
Sie können dunkel sein und von brauner oder schwarzer Färbung.
Die seborrhoische Keratose erscheint auf Gesicht, Rumpf, Armen und Beinen.
Die seborrhoische Hyperkeratose ist sehr häufig, aber ihre Ursache gibt immer noch Rätsel auf.

Subunguale Hyperkeratose. Sie bildet sich im Nagelbett und in der verdickten Hornschicht der Oberhaut, die sich unter dem freien Nagelteil befindet. In diesem Bereich verdickt sich die Haut und kann zum Abheben des Nagels führen kann (Oncholyse).

Hühneraugen und Schwielen. Hühneraugen und Schwielen entwickeln sich in Bereichen der Haut, die Reibung und längerem Druck ausgesetzt sind (Reibungshyperkeratose).
In der Folge sammeln sich dicke Schichten von abgestorbenen Hautzellen und verhärten.

Gewöhnlich bilden sich Hühneraugen auf gereizten Zehen.
Das weiche Hühnerauge ist eine Hautverdickung zwischen den Zehen und wird auch „Krähenauge“ genannt.
Schwielen bilden sich auf Fußsohlen und Handflächen.

Für viele Menschen sind Hühneraugen und Schwielen lediglich ein ästhetisches Ärgernis.
In bestimmten Fällen können sie Schmerzen und Beschwerden verursachen.
Eine biomechanische Hyperkeratose entsteht, wenn die Hautverdickung durch zu hohen Druck über zu lange Zeit entsteht.
Die Hornhautbildung darf nicht mit einer Schleimbeutelentzündung des Fußballens verwechselt werden. Diese Störung besteht in einer Schwellung, die sich zwischen der Innenseite der Großzehe und dem Schuh aufgrund eines Hallux valgus bildet.

 

Risse an den Fersen,Hyperkeratose,Hühneraugen
Risse im Fersenbereich sind Fissuren, die sich an der Hinterseite der Ferse bilden und durch die Hyperkeratose verursacht sein können.

Die follikuläre Keratose oder Keratosis pilaris entsteht durch Keratinansammlung an der Öffnung des Haarbalges. Auf der Haut sieht man kleine Pickel.

Erbliche Erkrankungen. Verschiedene Erbkrankheiten sind mit Keratosis vergesellschaftet.
Sie verursachen eine diffuse Schuppung und Verdickung der Haut.
Die Symptome erscheinen bei Säuglingen und Kleinkindern.

 

Arten der Hyperkeratose

Hyperkeratose in der Gynäkologie
Wenn in einem Pap Test Zellen von trockener Haut erscheinen, weist das Ergebnis auf eine Hyperkeratose hin.
Es handelt sich um eine verdickte Zellschicht, die Hornhaut ähnelt und sich auf der Oberfläche des Gebärmutterhalses oder der Vulva befindet.
Während einer gynäkologischen Routineuntersuchung kann sich manchmal hinter einer zellulären Verdickung eine Schädigung verbergen.
Die Hyperkeratose kann den Arzt dabei behindern, eine angemessene Zellprobe für eine Laboranalyse zu entnehmen.

Oft sind die Ursachen für die Zellveränderungen am Uterus:
1. eine chronische Reizung,
2. eine vaginale Infektion,
3. die Verwendung eines Diaphragmas,
4. das humane Papillomavirus (HPV).
Um böse Überraschungen zu vermeiden, ist eine gründliche Kontrolle ratsam.

Pap-Test
Ärzte führen den Pap-Test durch, indem sie während einer gynäkologischen Untersuchung einen Abstrich aus dem Uterus und dem Gebärmutterhals entnehmen. Im Anschluss schicken sie dieses Material an ein Labor, das die Probe für eine mikroskopische Untersuchung vorbereitet.
Der Pap-Test wird dazu genutzt, eventuelle Anomalien des Gebärmutterhalses aufzudecken.
Wenn die Wiederholung des Pap-Tests nach sechs Monaten zeigt, dass die Hyperkeratose noch vorhanden ist, hat der Arzt zwei Möglichkeiten.
Er kann einen weiteren Pap-Test nach drei oder sechs Monaten anordnen oder eine Untersuchung veranlassen, die Kolposkopie genannt wird.
Es handelt sich dabei um ein Verfahren, durch das die Ursache für die Anomalie aus dem Pap-Test näher erklärt werden kann.

 

Was ist eine epidermolytische Hyperkeratose?

Die epidermolytische Hyperkeratose ist eine seit der Geburt bestehende Erkrankung.
Betroffene Säuglinge können schwerwiegende Blasenbildung und eine stark gerötete Haut aufweisen (Erythrodermie).

Da Kinder mit dieser Erkrankung keinen normalen Schutz durch die Haut besitzen, sind sie der Gefahr von Austrocknung ausgesetzt und entwickeln Infektionen der Haut oder des ganzen Körpers (Sepsis).
Wenn Patienten mit einer epidermolytischen Hyperkeratose altern, wird die Blasenbildung weniger häufig, die Erythrodermie wird geringer und die Haut verdickt (Hyperkeratose), besonders über den Gelenken, in Bereichen von Hautkontakten, am Hals und auf der Kopfhaut.
Diese verdickte Haut ist viel dunkler, als die übrige Haut.
Bakterien können auf der Haut wachsen und einen eigentümlichen Geruch verursachen.

Arten der epidermolytischen Hyperkeratose
Menschen mit einer „palmo-plantaren“ Form von epidermolytischer Hyperkeratose haben eine verdickte Haut auf den Handflächen, auf den Fußsohlen (palmoplantare Hyperkeratose) und auf anderen Körperzonen.
Menschen mit dem Typ „nicht palmo-plantar“ haben keine ausgedehnte palmoplantare Hyperkeratose, haben aber eine Hyperkeratose in anderen Körperbereichen.
Die epidermolytische Hyperkeratose ist Teil einer Gruppe von Erkrankungen, die Ichthyosis genannt wird. Diese genetische Erkrankung verursacht trockene, schuppende und sehr dicke Haut.
Bei der epidermolytischen Hyperkeratose ist die Haut jedoch nur verdickt, aber nicht schuppend, wie bei den anderen Formen der Ichthyose.

Orthokeratotische Hyperkeratose

Die orthokeratotische Hyperkeratose besteht in einer Verdickung des Stratum granulosum der Epidermis. Ein Beispiel dafür ist die seborrhoische Keratose.

 

Symptome der Hyperkeratose

Viele Formen der milden Hyperkeratose verlaufen schmerzlos.
Allerdings können Hühneraugen, Schwielen und Plantarwarzen große Beschwerden bereiten.

 

Diagnose der Hyperkeratose

Je nach spezifischer Symptomatik muss der Arzt wissen, ob der Patient:

  • familiär vorbelastet ist, was Hautprobleme betrifft,
  • in der Vergangenheit an einer Allergie litt,
  • sich häufig an der Sonne aufhält,
  • im Fall einer Hyperkeratose der Mundschleimhaut eine Zahnprothese oder kieferorthopädische Zahnspangen benutzt,
  • unbewusst auf Wange, Lippen, Zahnfleisch oder Zunge kaut,
  • Kautabak kaut.

Manchmal kann der Arzt anhand der klinischen Verlaufsform, den Symptomen und der Hautuntersuchung die Ursache einer Hyperkeratose diagnostizieren. Das ist oft bei Hühneraugen, Schwielen, Warzen und chronischen Ekzemen der Fall.
Wenn jemand an einem chronischen Ekzem aufgrund einer Allergie leidet, kann der Arzt zu einem Allergietest raten.
In einigen Fällen kann eine Biopsie durchgeführt werden, um die Diagnose zu bestätigen.

 

Therapie der Hyperkeratose

Die Behandlung der Hyperkeratose ist abhängig von ihrer Art und Ursache.

Hühneraugen und Schwielen. Schaumstoffpolster um den betroffenen Bereich anbringen, um den Schmerz zu verringern.
Stets gut angepasste Schuhe tragen und unnötiges Reiben vermeiden.
Nicht selbst eine Schwiele oder ein Hühnerauge entfernen. Sich in professionelle Beratung und Behandlung begeben.

Warzen. Der Arzt kann Warzen entfernen.
Warzen werden mit einer der folgenden Methode entfernt:

  • Vereisen mit flüssigem Stickstoff (Kryochirurgie),
  • Laserverdampfung,
  • chirurgische Entfernung.

Wenn durch die Behandlung die von dem Virus infizierte Hautschicht nicht mit erfasst wird, kann an dieser Stelle erneut eine Warze entstehen.
In diesem Falle könnte eine erneute Behandlung notwendig werden.
Warzen können durch natürliche Heilmittel, die ohne ärztliches Rezept erhältlich sind, behandelt werden.
Durch Selbstbehandlung dauert die Heilung einer Warze länger, als durch ärztliche Therapie.
Eine Selbstbehandlung kann aber nach einer ärztlichen Behandlung effektiv sein. Dies gilt insbesondere, wenn eine Warze groß oder tief ist.
Leidet der Patient an Diabetes oder Durchblutungsstörungen, sollte die Behandlung von einem Arzt durchgeführt werden.
Das verhindert Verletzungen und Infektionen.

Chronisches Ekzem. Gewöhnlich verschreibt der Arzt Kortikosteroide in Form von Salben oder Cremes.
Sehr wichtig ist es auch, die Haut feucht zu halten.

Lichen planus. Wie das chronische Ekzem wird auch Lichen planus ausschließlich mit lokal anzuwendenden Kortikosteroiden behandelt. Dadurch werden die Nebenwirkungen der Kortisontabletten vermieden.

Aktinische Keratose. Der Arzt kann kryochirurgisch vorgehen, um eine einzelne aktinische Keratose zu beseitigen. Mehrere Keratoseherde können durch Hautpeeling, Lasertherapie oder Dermabrasion behandelt werden.

Seborrhoische Keratose. Diese Hautveränderungen können durch Kryochirurgie oder mit dem Skalpell entfernt werden.

Erbliche Erkrankungen. Bei diesen Erkrankungen gibt es keine Heilung. Um großflächige Schuppungen der Haut zu behandeln, kann der Arzt spezielle Weichmacher für die Haut empfehlen.

 

Heilt eine Hyperkeratose aus? Prognose

Normalerweise ist die Hyperkeratose ein lokales Hautproblem mit guter Prognose.
Aktinische Keratose kann in ein Plattenepithelkarzinom der Haut übergehen.