Meteorismus und Blähungen

Als Meteorismus oder Blähbauch wird eine übermäßige Ansammlung von Gas im Darm bezeichnet, während Blähungen (Flatulenz) eine verstärkte Gasentwicklung durch im Darm befindliche Bakterien und Hefe bedeuten.

Bei der Flatulenz stauen sich die Gase nicht im Darm an, sondern gehen als übel riechende Blähungen ab. Aerophagie bezeichnet das unbewusste Schlucken von Luft.


Wird der Blähbauch nicht durch eine organische Blockade hervorgerufen, ist die Ursache vermutlich ein Verdauungsproblem oder eine Aufnahmestörung der Verdauungsprodukte.

Kinder leiden unter Meteorismus, weil ihr Darm noch nicht vollständig entwickelt ist, und die Mikroflora des Darms noch nicht ausgebildet wurde.
Wenn die unverdaute Nahrung in den unteren Darmabschnitt gelangt, bilden sich Gase; diese Gase sammeln sich aufgrund der verzögerten Darmbewegung an und verursachen eine Weitung der Wände, was zu Schmerzen führt.

 

Ursachen für Meteorismus

1. Verschlucken von Luft (Aerophagie); Gründe dafür sind:

  • Neurose (Hauptursache)
  • Emotionaler Stress und Angst
  • Vermehrter Speichelfluss, beispielsweise durch Kaugummi
  • Unregelmäßige Essgewohnheiten
  • Hastiges Essen und Trinken

2. Verzehr von schwierig aufzunehmende Kohlenhydraten (Laktose, Fruktose)

  • Künstliche Ernährung
  • Glutenunverträglichkeit (Zöliakie)
  • Laktoseintoleranz
  • Unterfunktion der Bauchspeicheldrüse (übel riechende Darmgase wegen der flüchtigen Fettsäuren)
  • Beschleunigte Magen-Darm-Passage
  • Infektion mit Giardia lamblia
  • Erhöhte CO2-Bildung im Zwölffingerdarm

3. Verminderte Gasaufnahme und Wasserstoffverbrauch der Darmflora:

  • Portale Hypertonie (bei Leberzirrhose)
  • Rechte Herzkammerinsuffizienz
  • Darmträgheit (Darmparalyse)
  • Antibiotikabehandlung

4. Störungen der Muskeltätigkeit im Magen-Darm-Trakt (Peristaltik):

  • Reizdarmsyndrom (häufigste Störung)
  • Darmlähmung, Magenlähmung

Die Bauchschwellung, die bei Frauen einige Tage vor der Monatsblutung auftritt, ist kein Meteorismus.

 

Symptome bei Meteorismus

  • Völlegefühl
  • Die Kleidung scheint enger zu sitzen
  • Darmgeräusche
  • Spannung und/oder Schmerzen in der rechten oder linken Bauchregion
  • Häufiges Aufstoßen
  • Blähungen

 

Natürliche Heilmittel (Medikamenten vorzuziehen)

Folgende Heilpflanzen können zur Behandlung eingesetzt werden (nähere Auskünfte zu Toxizität und Kontraindikationen kann ein Experte für Heilpflanzen erteilen):

Innere Anwendung
Echte Kamille (Matricaria Chamomilla): wirkt verdauungsfördernd, entzündungshemmend, gallenflussfördernd, schützt die Leber, hat eine krampflösende (spasmolytische) und blähungstreibende (karminative) Wirkung, die Bildung und Ansammlung von Darmgasen wird eingeschränkt.
Da Kamille die Fähigkeit besitzt, die Magenschleimhaut zu schützen und zu reparieren, kann sie bei allen Erkrankungen der Verdauungsorgane wirksam eingesetzt werden.
Kamille wirkt verdauungsfördernd und unterstützt den Ausstoß der Gase aus dem Verdauungssystem. Kamillentee wird mit einem Löffel getrockneter Kamillenblüten pro Tasse Wasser zubereitet. 2- bis 3-mal täglich eine Tasse trinken.

Basilikum (Ocimum basilicum): fördert die Verdauung und beugt Magenkrämpfen vor, sehr hilfreich bei Gastritis, Zwerchfellbruch (Hiatushernie), Blähungen usw.
Basilikumtee wird mit einer Handvoll frischer Blätter (ca. 15 g) pro Liter Wasser zubereitet. 3-mal täglich eine Tasse trinken, jeweils nach den Mahlzeiten.

Estragon (Artemisia dracunculus): wirkt verdauungsfördernd und wird bei Meteorismus und Blähungen eingesetzt, um die gasbedingten Magenkrämpfe und Koliken zu lindern.
Estragon in Form von Tee trinken, dazu 5 g getrocknete Blätter mit 250 ml Wasser überbrühen.

Oregano oder wilder Majoran (Origanum vulgare): wirkt blähungstreibend. Thymol und Carvacrol sind die Inhaltsstoffe, die die Blähungen bekämpfen. Der Tee wird mit einem Löffel Oreganoblüten pro Tasse Wasser zubereitet; 3-mal täglich eine Tasse, jeweils nach den Hauptmahlzeiten, trinken.

Heiligenkraut (Santolina): ähnliche Eigenschaften wie Kamille.

Anis (Pimpinella anisum) ist eines der blähungstreibendsten Mittel, es bewirkt den Ausstoß der im Darm angesammelten Gase, so dass eine Bauchblähung vermieden wird.
Einen halben TL getrockneter Samen mit einer Tasse heißem Wasser übergießen und 10 Minuten ziehen lassen. 2 Tassen pro Tag trinken.

Guaraná (Paullinia cupana): wird zur Behandlung von Blähungen eingesetzt.

Gelber Enzian (Gentiana lutea): mindert eine übermäßige Gasansammlung, die durch Verdauungsstörungen entsteht. 1,5 g Enzianpulver 4 Stunden lang in einer Tasse Wasser einweichen lassen. 2 Tassen täglich trinken.

Gewürznelken (Eugenia caryophyllata): 1-3 Tropfen Nelkenöl (in der Apotheke erhältlich) in ein Glas heißes Wasser geben.

Echter Koriander (Coriandrum sativum): neben seiner verdauungsfördernden Wirkung lässt sich Koriander gut als blähungstreibendes Mittel (Karminativum) einsetzen; er beugt Flatulenz und Aerophagie vor.  ½  TL Fenchel-Koriander-Mischung pro Tasse Wasser verwenden und nach den Mahlzeiten eine Tasse davon trinken.

Pfeffer (Piper nigrum): ist ein blähungstreibendes Mittel, eine Tagesdosis von 5 g täglich ist unbedenklich.

Echte Engelwurz (Angelica archangelica): nach den Mahlzeiten eine Tasse Engelwurztee trinken.

Fenchel (Foeniculum vulgare): ist verdauungsfördernd, hilft bei Blähungen und wirkt appetitanregend. Fencheltee wird mit 5 g Fenchel pro Tasse Wasser zubereitet.
Meteorismus,Blähbauch,Blähungen,Flatulenz,natürliche,Heilmittel,Gas,LuftIngwer (Zingiber officinale): wird traditionell zur Heilung von Darmstörungen eingesetzt, vor allem bei Verdauungsproblemen. Es scheint, dass sich durch die Anregung der Bauchspeicheldrüse die Bildung der Enzyme erhöht, die die Verdauung fördern und dem Auftreten etlicher Nebenwirkungen vorbeugen, die mit Malabsorption (schlechter Aufnahme) der Nahrung in Verbindung sehen.

Dank seiner antibakteriellen Wirkung und seiner Toleranz gegenüber Mikroorganismen, die für die Darmflora notwendig sind (Lactobacillus), wird die Reichhaltigkeit der Darmflora erhöht.
Auf diese Weise werden schädliche Mikroorganismen beseitigt, wie beispielsweise das Bakterium Escherichia coli, das die Hauptursache für Durchfall und Gastroenteritis darstellt.
Durch die Beseitigung der schädlichen Bakterien und Mikroorganismen wird der für Bauchschwellung und Meteorismus verantwortliche Fäulnisprozess im Darm vermieden.

Außerdem regt das im Ingwer enthaltene Gingerol die Tätigkeit der Darmmuskulatur an, was den Stuhlgang begünstigt. Für die Zubereitung von Ingwertee einen halben TL getrocknete Ingwerwurzel pro Tasse Wasser verwenden.

Echter Lorbeer (Laurus nobilis): verbessert die Sekretion und fördert die Darmmuskeltätigkeit, wirkt verdauungsfördernd, stärkt Magen und Leber, verhindert Sodbrennen, lindert Blähungen und Darmkrämpfe. Ein paar Lorbeerblätter mit einer Tasse heißem Wasser übergießen und 10 Minuten ziehen lassen.

Echter Lavendel (Lavandula officinalis): eine Magenreizung kann zu Krämpfen im Darm und im Magen führen.
Lavendelprodukte können die Gesundheit des Magens fördern.
Lavendel ist bewiesenermaßen ein galletreibendes Mittel und kommt als Choleretikum und Cholekinetikum zum Einsatz, das heißt der Gallenfluss aus der Leber und die Kontraktion der Gallenblase werden begünstigt; somit eignet sich Lavendel zur Behandlung von Verdauungsproblemen, die durch Sekretionsmangel bedingt sind,.

Dank seiner antibakteriellen Eigenschaften ist Lavendel in der Lage, die Vermehrung der Darmbakterien zu hemmen, die für verfaulten Stuhl verantwortlich sind; durch die Fäulnis werden Darmgase erzeugt, was wiederum zu einer Blähung des Bauches führt. Einen Löffel getrocknete Lavendelblüten mit einer Tasse Wasser überbrühen und 10 Minuten ziehen lassen. 3-mal täglich eine Tasse zwischen den Mahlzeiten trinken.
Bei Bauchbeschwerden hilft eine Tasse Lavendeltee direkt nach den Hauptmahlzeiten.

Zitrone (Citrus x limon): hilft bei Blähungen, die durch schlechte Verdauung entstehen. Zitronensaft mit Wasser verdünnt nach den Mahlzeiten trinken.

Apfel (Malus domestica): das im Apfel enthaltene Pektin reguliert die Darmtätigkeiten; es begünstigt den Ausstoß des Stuhls und beugt der Zersetzung der für die Blähungen verantwortlichen Abfallstoffe vor.
Apfelessig verhütet die Bildung von Darmgasen. 2 TL Apfelessig und 2 TL Honig in ein Glas Wasser geben und nach den Mahlzeiten trinken.

Melisse (Melissa officinalis): die beruhigende und krampflösende Wirkung der Melisse beschränkt sich nicht auf die äußeren Gliedmaße, auch die Krämpfe des Verdauungsapparates werden gelöst und Bauchschmerzen und Blähungen gelindert. Einen Löffel Melisse mit einer Tasse heißem Wasser übergießen und 15 Minuten ziehen lassen, 3- bis 4-mal täglich 1 Tasse zwischen den Mahlzeiten trinken.

Mango (Mangifera indica): hilft bei nervlich bedingten Magenproblemen, wie Erbrechen, Verdauungsstörung, Blähungen, chronischer Verstopfung, Krämpfen usw.
Mangosaft beruhigt den Magen und beugt diesen Reaktionen vor.

Gemeine Schafgarbe (Achillea millefolium): wirkt krampflösend bei Darmkrämpfen und wird wegen seiner verdauungsfördernden Wirkung bei Verdauungsstörungen eingesetzt.

Ackerkraut (Agrimonia eupatoria): dank der entzündungshemmenden Wirkung der Gerbstoffe, Flavonoide und Säuren kann Ackerkraut äußerst wirksam zur Behandlung von zahlreichen Magen-Darm-Beschwerden eingesetzt werden.

Petersilie (Petroselinum crispum): wird verdauungsfördernd, blähungstreibend, appetitanregend und kann bei Darmkrämpfen eingesetzt werden. Der Tee wird mit Persiliensamen zubereitet (1 TL pro Tasse Wasser).

Polei-Minze oder Flohkraut (Mentha pulegium): die Inhaltsstoffe Carvacrol, Thymol und Menthol unterstützen den Abgang der Darmgase.
Terpene haben eine krampflösende Wirkung, da auch Rosmarinsäure (Phenylacrylsäure) und Salicylsäure, sowie Carvacrol, Limonen und Cineol krampflösend wirken.
Deshalb ist die Polei-Minze sehr wirksam bei der Behandlung von verdauungsbedingten Bauchschmerzen, wenn Koliken, Meteorismus oder Blähungen auftreten.
Sie regt außerdem die Leberzellen zu vermehrter Sekretion von Galle an und wird verdauungsfördernd eingesetzt, wenn eine Funktionsstörung der Leber vorliegt.
Diese Pflanze enthält jedoch Pulegon und Isopulegon, zwei hoch giftige Wirkstoffe für die Leber, deshalb ist sie mit Vorsicht einzusetzen und die empfohlene Dosis darf keinesfalls überschritten werden.
Für eine regelmäßige Behandlung sind andere Heilpflanzen vorzuziehen, die ebenso wirksam sind, aber keine Gifte enthalten. Pfefferminztee kann beispielsweise häufig getrunken werden.
Für die Zubereitung 2 Löffel getrocknete Blätter oder 4 Löffel frische Blätter pro Liter Wasser verwenden.
Täglich zwei Tassen davon trinken, diese Menge nicht überschreiten.

Rosmarin (Rosmarinus officinalis): hilft bei Lebererkrankungen. Rosmarintee nach den Mahlzeiten unterstützt die Verdauung und beugt Verdauungsbeschwerden vor, wie Völlegefühl, Blähungen, Sodbrennen usw.

Salbei (Salvia): wirkt gegen Verdauungsbeschwerden, Durchfall und Erbrechen. 3-mal täglich eine Tasse trinken (15 g getrocknete Blätter auf 1 Liter Wasser).
Salbeitee hilft bei Sodbrennen, geschwollenem Bauch und wird auch bei Magenschleimhautentzündung (Gastritis) oder Zwerchfellbruch (Hiatushernie) angewendet.

Echter Thymian (Thymus vulgaris): unterstützt die Verdauung, beugt Magen- und Darmkrämpfen vor und verhindert die Bildung und Ansammlung von Gasen im Darm. Thymiantee wird mit Blüten und Blättern zubereitet (1 TL auf eine Tasse Wasser). 3-mal täglich eine Tasse davon, jeweils nach den Mahlzeiten, trinken.

Echter Baldrian (Valeriana officinalis): ist ein ideales Beruhigungsmittel zur Behandlung von Darmkrämpfen. Hilft Patienten mit abdominaler Schwellung, die Beschwerden besser zu ertragen und ruhig zu schlafen. Innerlich angewendet hat Baldrian entzündungshemmende und beruhigende Eigenschaften, so dass er zur Behandlung von Divertikulitis, Glutenunverträglichkeit und Morbus Crohn eingesetzt wird, wo er zur Entspannung der Darmmuskulatur führt und Krämpfe lindert. 1 Löffel getrockneter Baldrian mit einer Tasse Wasser übergießen.

 

Was soll man essen?

Blähungsneutrale Ernährung

  • Fleisch, Fisch, Geflügel
  • Gemüse (ausgenommen der unten genannten Sorten)
  • Getreide (außer Brot)
  • Eier und Zartbitterschokolade

Mäßig blähende Nahrungsmittel

  • Honigmelonen, Äpfel, Birnen, Zitrusfrüchte, Ananas
  • Brot, Kartoffeln
  • Bestimmte Weizenprodukte
  • Konditoreiprodukte
  • Walnüsse, Erdnüsse
  • Auberginen

Blähende Lebensmittel (zu vermeiden)

  • Frische Milch und Milchprodukte
  • Bestimmte Gemüsesorten: Kohl, Blumenkohl, Zwiebeln, Mangold
  • Obst (außer den oben genannten Sorten)
  • Hülsenfrüchte (Kichererbsen, Linsen und Bohnen)
  • Fetthaltige Lebensmittel
  • Wasser und Getränke
  • Champagner und Sekt
  • Schlagsahne, Creme, Mayonnaise, Obstmixgetränke.