Farbenblindheit der Augen

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Farbenblindheit bedeutet, Probleme beim Erkennen von Rot, Gelb, Blau oder bei einer Kombination dieser Farben zu haben.
Es ist selten, dass ein Mensch keine einzige Farbe sieht.


Farbenblinde nehmen keine Farben wahr. Das ist eine angeborene Erkrankung, die Männer häufiger betrifft als Frauen.

Eine Rot-Grün-Sehschwäche ist die häufigste Form der Farbenblindheit.

In seltenen Fällen kann eine Person ein Gen erben, das die Fähigkeit einschränkt, Blau- und Gelbtöne zu erkennen.
Dieser Mangel an gelber oder blauer Farbwahrnehmung betrifft Männer und Frauen gleichermaßen.

Polizeibeamte, Feuerwehrleute und Piloten gehören zu den Berufen, bei denen eine normale Farbwahrnehmung erforderlich ist.

Arten der Farbenblindheit

Bezeichnungen, die auf eine Farbschwäche hinweisen, sind:

  1. Protanopie für Rotblindheit,
  2. Protanomalie für Rotsehschwäche,
  3. Deuteranopie für Grünblindheit,
  4. Deuteranomalie für die Grünsehschwäche,
  5. Tritanopie für die Blaublindheit,
  6. Tritanomalie für die Blausehschwäche.

Protanopie, Deuteranopie und Tritanopie sind Arten von Dyschromatopsien. Das bedeutet, dass im Vergleich zu den drei Rezeptoren bei Menschen mit normaler Farbwahrnehmung nur zwei unterschiedliche Rezeptoren (Zapfen) für die drei Farben vorhanden sind.

Es gibt Menschen, die von vollständig Farbenblindheit, auch Achromatopsie oder Monochromasie genannt, betroffen sind.
Wer unter dieser Störung leidet, hat nur eine Art von Farbrezeptoren.

Protanomalie (die Häufigkeit beträgt bei Männern eins zu hundert):
Protanomalie bezeichnet die Schwierigkeit, Rot zu sehen.
Rot wird in einem anderen Ton wahrgenommen und tendiert zu Grün.
Alles erscheint heller als bei einem normalen Betrachter. Der Rotanteil, den ein normaler Betrachter in einem Veilchen oder bei Lavendelfarbe sieht, ist für jemanden mit Protanomalie schwächer, da der diese Farbe nicht erkennen kann und nur den Blauanteil wahrnimmt.
Die größte Schwierigkeit besteht beim Autofahren, weil ein Mensch mit dieser Art Farbenblindheit an einer Ampel bei dichtem Nebel, blendendem Sonnenlicht oder anderen blendenden Situationen nicht zwischen Gelb und Rot unterscheiden kann.


Deuteranomalie (die Häufigkeit beträgt bei Männern fünf zu hundert):
Ein Mensch mit einer Deuteranomalie hat eine verringerte Wahrnehmung für Grünanteile. Dieser Mensch hat Schwierigkeiten, kleine Farbunterschiede im Spektrum von Rot, Orange, Gelb oder Grün wahrzunehmen.
Für einen Farbenblinden mit einer Deuteranomalie tendieren diese Farben leicht zu Rot.
Ein sehr wichtiger Unterschied zwischen Menschen mit Deuteranomalie und Protanomalie ist, dass die ersteren nicht das Problem des Verlustes von „Helligkeit“ verspüren.

Protanopie (die Häufigkeit beträgt bei Männern eins zu hundert):
Protanope können keine rote Farbe wahrnehmen. Dieser Defekt kann so ausgeprägt sein, dass Rot mit Schwarz oder Dunkelgrau verwechselt wird. Eine rote Ampel kann daher als abgeschaltet interpretiert werden.
Die Betroffenen können lernen, die Farben Rot, Gelb und Grün hauptsächlich anhand ihrer Helligkeit zu unterscheiden und nicht aufgrund möglicher wahrgenommener Unterschiede des Farbtons.
Lila und Lavendelfarben sind in ihren verschiedenen Blautönen nicht zu unterscheiden, weil der Rotanteil so dunkel ist, dass er unsichtbar bleibt.
Zum Beispiel reflektieren rosa Blüten sowohl rotes Licht als auch blaues. Sie können Menschen mit Protanopie nur blau erscheinen.

Deuteranopie (ein Mann von hundert):
Menschen mit Deuteranopie leiden unter denselben Problemen der Farbtonunterscheidung wie Protanope, erkennen jedoch die Farbe Grün nicht.
Die auf die Wellenlänge von Grün sensiblen Zapfen fehlen vollständig und diese Art von Farbenblinden können nur zwei anstatt sieben Farben sehen.

Vererbung von Rot-Grün-Blindheit

Die häufigste Form der Farbenblindheit (Rot-Grün) wird durch ein rezessives Gen verursacht, das sich auf dem X-Chromosom befindet.
Die Mutter hat ein X-Chromosomen-Paar, der Vater ein XY-Chromosomen-Paar.
Genetisch steuert jede Mutter und jeder Vater Chromosomen bei, die das Geschlecht (männlich oder weiblich) des Kindes bestimmen.

  1. Vereint sich das X-Chromosom mit einem anderen X-Chromosom, bildet es ein XX-Chromosomen-Paar und das Kind ist ein Mädchen.
  2. Vereint sich das X-Chromosom mit einem Y, ist das Kind ein Junge.


Ist der Sohn farbenblind, ist die Ursache ein rezessives Gen, das sich NUR auf einem X-Chromosom befindet (wie bei der Hämophilie).
Um diesen Defekt zu haben, muss die Mutter Träger des Gens sein.
Der Vater mit dieser erblichen Rot-Grün-Farbschwäche vererbt das X-Gen auf seine Töchter, aber nicht auf die Söhne, weil ein Sohn das X-Chromosom nicht vom Vater erhält.
Die Tochter erbt das Gen, erbt jedoch selten auch die Erkrankung, weil das für die Farbenblindheit verantwortliche Gen rezessiv ist.
Das bedeutet, dass bei mindestens einem normalen X-Chromosom die Tochter nicht farbenblind ist.

Erbt eine Tochter das Merkmal, das an das X-Chromosom des Vaters und der Mutter gebunden ist, wird sie farbenblind und auch Trägerin sein.
Jedes Mal, wenn eine Mutter dieses Merkmal an einen Sohn überträgt, erbt er die Farbwahrnehmungsschwäche und es fällt ihm schwer, Grün von Rot zu unterscheiden.

Hat eine Frau eine Rot-Grün-Blindheit, sind alle männlichen Kinder farbenblind.

Was sind die Ursachen der Farbenblindheit?

Die meisten Probleme der Farbenblindheit sind hereditär (genetisch bedingt) und von Geburt an vorhanden.
Menschen haben gewöhnlich drei Arten von Zapfenzellen im Auge.
Jede Art nimmt einen unterschiedlichen Farbton wahr:

  • rot,
  • grün,
  • blau.

Man erkennt Farben, wenn die Zapfenzellen diese drei Grundfarben wahrnehmen.
Die meisten Zapfen befinden sich in der Makula, also dem zentralen Bereich der Netzhaut (Retina).
Die erbliche Farbenblindheit tritt auf, wenn diese Zapfenzellen nicht vorhanden sind oder wenn sie nicht richtig funktionieren.


Man kann eine dieser drei Grundfarben nicht sehen oder man sieht sie in einem abweichenden Farbton dieser oder einer anderen Farbe.
Diese Art Schwierigkeit bei der Farbwahrnehmung ändert sich im Verlaufe der Zeit nicht.
Ein Farbwahrnehmungsproblem ist nicht immer erblich. In manchen Fällen kann eine Person ein erworbenes Problem mit der Farbempfindlichkeit haben.

Mögliche Ursachen einer erworbenen Farbenblindheit sind:

  1. Alter,
  2. Beschwerden mit den Augen wie Glaukom, Makuladegeneration, Katarakt oder diabetogene Retinopathie,
  3. Trauma oder Augenverletzung,
  4. Nebenwirkungen auf manche Medikamente.

Was sind die Symptome der Farbenblindheit?

  • Man kann in der Lage sein, manche Farben zu sehen, doch einige andere nicht.
    Zum Beispiel könnte man nicht in der Lage sein, den Unterschied zwischen Rot und Grün zu erkennen, doch man sieht Blau und Gelb.
  • Man kann viele Farben erkennen, man versteht jedoch nicht, welche Farbe sich von den anderen unterscheidet.
  • Man kann nur einige Farbtöne wahrnehmen, während die meisten Menschen tausende von Farbtönen sehen.
  • In seltenen Fällen kann man nur Schwarz, Weiß und Grau sehen.

Diagnose der Farbenblindheit

Farbenblindheit der Augen
Farbenblindheit der Augen

Die am häufigsten bei Farbenblindheit angewandten Tests sind:

  1. Pseudoisochromatische Ishihara-Farbtafeln,
  2. Farnsworth-Test,
  3. Anomaloskopie.

Nur die gesamte Serie der Tests für Farbenblindheit kann die wirkliche Art und Schwere der Störung aufdecken.

Die Ishihara-Farbtafeln werden in der Regel zur Erkenntnis der Farbenblindheit und der Akromatopsie angewendet.
Der Ishihara-Test ist ein Satz von Tafeln mit verschiedenen Farbkreisen gleicher Helligkeit.
Der Patient muss die Tafeln betrachten und erkennen, welche Zahlen darauf geschrieben stehen.

Es handelt sich um 38 Tafeln, bei denen Zahlen erkannt werden müssen, Pfade mit dem Bleistift verfolgt werden sollen (für Kinder) oder Verwirrtafeln, die die Zahlen nur den Farbenblinden zeigen.

  1. Die erste Tafel hat die Nummer 12 eingezeichnet und dient als Beispiel, um dem Patienten den Test zu erklären, da die Nummer von allen wahrgenommen wird.
  2. Von der 2. bis zum 17. Testtafel können die Patienten die Zahlen nicht richtig lesen, wenn sie Probleme mit den Farben der Rot-Grün-Achse haben.
  3. Die Tafeln 18 bis 21 enthalten keine Zahlen, doch wer eine Rot-Grün-Schwäche hat, kann Zahlen erkennen.
  4. Die Tafeln 22 bis 25 ermöglichen zu verstehen, welche Farbe nicht wahrgenommen wird und welcher Art daher die Störung ist (Protanopie oder Deuteranopie, je nachdem, ob die Sehschwäche für Rot oder Grün besteht).

Der Test muss in einem Abstand von 30-40 cm von den Tafeln bei entsprechender Beleuchtung durchgeführt werden.
Er kann für ein Auge oder beide Augen vorgenommen werden.
Geburtsfehler betreffen immer beide Augen.
Erworbene Fehler (zum Beispiel eine Zapfendystrophie) betreffen nur ein Auge.


Therapie bei Farbenblindheit

Es gibt keine Behandlung oder definitive Kur bei Farbenblindheit.

Farbige Linsen oder Brillen können die Unterscheidung der Farben innerhalb des problematischen Spektrums verbessern, können aber nicht die normale Farbwahrnehmung herstellen.
Manche Menschen benutzen spezielle Linsen zur Verbesserung der Farbwahrnehmung. Es handelt sich um Filter in Form von Kontaktlinsen oder Brillen.
Diese Art von Linsen ist bei einer begrenzten Anzahl von Augenärzten in den Vereinigten Staaten und anderen Ländern erhältlich.

Einige Strategien können die Fähigkeit der Farbwahrnehmung verbessern.
Die meisten Menschen sind in der Lage, sich ohne große Probleme an die Farbenblindheit anzupassen.
Leider sind manche Berufe, wie der des Werbegraphikers und Arbeiten mit elektrischen Kabeln verschiedener Farben, von einer korrekten Farbwahrnehmung abhängig.

Man kann auch verschiedene Methoden erlernen, um mit der Farbenblindheit umzugehen. Zum Beispiel:

  • Man kann die Kleidung beschriften, um falsche Farbkompositionen zu vermeiden (Freunde und Familienangehörige können dabei helfen).
  • Statt der Farben kann man sich einige Elemente merken, um eine Reihenfolge festzulegen.
    Ein Beispiel dafür ist, sich klar zu machen, dass an einer Ampel das obere Licht rot erscheint, während sich das grüne unten befindet.
  • Neue Anwendungen für die Android- und Apple-Geräte können bei der Erkennung der Farben helfen.

 

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