Weitsichtigkeit und Laser

Weitsichtigkeit (Hypermetropie) ist eine Fehlsichtigkeit, die auftritt, wenn das Auge das Licht hinter der Netzhaut (Retina) fokussiert.

Die Linse verändert ihre Stärke (sie wird also dicker oder runder), um das Licht auf der Retina zu fokussieren.
Dieser Prozess der natürlichen Korrektur wird Akkommodation genannt.

Weitsichtige Menschen haben häufig aufgrund der Kompensation des Fehlers keine Symptome. Dennoch, wenn sie nicht vollständig akkommodieren und das Licht nicht korrekt fokussiert, ist die Sicht verschwommen.
Das passiert aus folgenden Gründen:

  • der Augapfel ist zu kurz,
  • die Hornhaut ist zu flach,
  • die Linse ist nicht genug abgerundet.

Bei Weitsichtigkeit kann man weit entfernte Dinge deutlich erkennen, doch kann man naheliegende Objekte nicht scharf sehen.

Weitere Sehfehler:

  • Kurzsichtigkeit ist ein Brechungsfehler, der sich dadurch kennzeichnet, dass das Bild vor der Netzhaut fokussiert wird, folglich haben Kurzsichtige Probleme damit, weit entfernte Gegenstände zu erkennen.
  • Astigmatismus ist eine Sehstörung, bei der Hornhaut (durchsichtige Struktur, die den vorderen Bereich des Auges bedeckt) verformt ist.

Weitsichtigkeit kann:

  • unilateral (auf nur einem Auge) oder
  • bilateral (auf beiden Augen) auftreten.

 

Woraus besteht die normale Augenstruktur?

Das Auge besteht aus verschiedenen Teilen:

  • eine Seite für den Fokus im vorderen Bereich (Hornhaut und Linse);
  • eine lichtempfindliche Zellschicht an der Rückseite des Auges (Netzhaut);
  • eine Kommunikationsbahn zum Gehirn (Sehnerv).
  • Das Licht tritt durch ein Loch, die sog. Pupille, ein.
  • Die farbige, kreisförmige Regenbogenhaut (Iris) umgibt die Pupille.

Das Licht wird im hinteren Bereich über die Linse fokussiert.
Eine kleine lichtempfindliche Zellschicht (Photorezeptoren) befindet sich an der Rückseite des Auges.
Die Photorezeptoren nehmen die Informationen aus dem Sichtfeld auf und bilden einen dünnen Film, die Retina.
Jeder Photorezeptor sendet sehr feine Signale zum Gehirn.
Die „elektrischen Kabel“, die jedes Auge mit dem Gehirn verbinden, sind die Sehnerven.

 

Arten der Weitsichtigkeit

Es gibt drei Arten:

  1. Angeborene Weitsichtigkeit
  2. Einfache Weitsichtigkeit
  3. Erworbene Weitsichtigkeit

Angeborene Weitsichtigkeit
Liegen bei der Geburt keine Fehlbildungen vor, funktioniert das Sehsystem korrekt, aber die Sicht der Neugeborenen ist eingeschränkt auf undeutliche Formen und Lichter.
Der Grund dafür ist die Tatsache, dass sie stark weitsichtig sind.
Gesunde Säuglinge haben bei der Geburt eine Weitsichtigkeit von mindestens vier Dioptrien.
Dies ist physiologisch und Folge einer Reihe von Faktoren, unter anderem der schlechten Koordination der Augenmuskeln.
In der Regel ist die Weitsichtigkeit bei Neugeborenen, Kindern und Jugendlichen bis zum 15. Lebensjahr physiologisch, da sie mit dem Wachstum des Augapfels in Verbindung steht.
Die Weitsichtigkeit vergeht meist, wenn der Augapfel vollständig ausgewachsen ist.

Einfache Weitsichtigkeit
Die einfache Weitsichtigkeit unterteilt sich in:

  • Axial: der Augapfel ist kurzer als normal.
  • Indexbedingt: die Linse hat einen verminderten Brechungsindex.
  • Krümmungsbedingt: die Hornhaut hat eine weniger ausgeprägte Krümmung.
  • Verhältnisbedingt: die Linse liegt weiter hinten als normal.

Erworbene oder pathologische Weitsichtigkeit
Die erworbene oder pathologische Weitsichtigkeit wird hervorgerufen durch:

  • Erkrankungen,
  • Anomalien der Augenstrukturen,
  • Traumen.

Eine weitere mögliche Ursache der erworbenen Weitsichtigkeit ist die Entfernung der Linse während einer Kataraktoperation.
In diesen Fällen ist die Weitsichtigkeit in der Regel temporär und vergeht mit der Heilung der Krankheit.
Erworbene Weitsichtigkeit kann nach einem schweren Trauma auftreten, das die Augenstruktur schwächt.

Klassifikation nach Korrektur der Weitsichtigkeit

  • Fakultative Weitsichtigkeit – Grad der Weitsichtigkeit, der sich durch Akkomodation korrigieren lässt; dieser Wert ändert sich aufgrund der Akkomodationsfähigkeit des Auges.
  • Absolute Weitsichtigkeit – Teil der Weitsichtigkeit, der sich nicht durch Akkomodation korrigieren lässt.
  • Manifeste Weitsichtigkeit – sie ergibt sich bei einem Refraktionstest ohne die Verwendung von Medikamenten, die die Akkomodationsfähigkeit vermindern; sie ist die Summe von absoluter und fakultativer Weitsichtigkeit.
  • Latente Weitsichtigkeit – ist nur bei Einschränkung der Akkomodation sichtbar, die durch Atropin-Augentropfen hervorgerufen wird.

Die totale Weitsichtigkeit ist die Summe aus manifester und latenter Weitsichtigkeit.

 

Ursachen der Weitsichtigkeit

In der Regel sind die Ursachen für Weitsichtigkeit genetisch bedingt.
Weitsichtigkeit kann in jedem Alter auftreten, wird jedoch ab dem 40. Lebensjahr offensichtlicher.

In seltenen Fällen wird Weitsichtigkeit durch andere Erkrankungen verursacht, wie:

  • Traumen,
  • Diabetes,
  • Syndrom des kleinen Auges (Mikrophthalmie),
  • Augentumor.

Was sind die Symptome der Weitsichtigkeit? Wie manifestiert sie sich?

In der Jugend ist es möglich, dass keine Symptome auftreten.
Mit zunehmendem Alter können sich Symptome bemerkbar machen, wie:

Mit dem Alter neigt die Weitsichtigkeit zur Verschlimmerung.
Bei erwachsenen und alten Menschen, besonders nach dem 40. Lebensjahr, ist die Fähigkeit zur Akkommodation in der Nähe nicht möglich, weil durch den Elastizitätsverlust der Linse Schwierigkeiten bestehen, nahe Objekte scharf zu sehen.

 

Diagnose der Weitsichtigkeit

Der Augenarzt kann bei einer umfassende Augenuntersuchung eine Weitsichtigkeit feststellen.
Das Ausmaß der Weitsichtigkeit kann in Dioptrien gemessen werden.

  1. Eine leichtgradige Weitsichtigkeit liegt zwischen null und zwei (+2) Dioptrien.
  2. Eine moderate Weitsichtigkeit liegt zwischen zwei (+2) und fünf (+5) Dioptrien.
  3. Eine hochgradige Weitsichtigkeit liegt über fünf (+5) Dioptrien.

 

Therapie der Weitsichtigkeit und chirurgischer Eingriff mit dem Laser

Nach der Schulmedizin lässt sich Weitsichtigkeit korrigieren mit:

  • Brille
  • Kontaktlinsen
  • refraktive Laserchirurgie

 

Weitsichtigkeit und Laser

Weitsichtigkeit und Laser

Die Naturmedizin rät ab von Linsen und chirurgischen Eingriffen, weil sich das Auge auf diese Weise daran gewöhnt, sich nicht anzustrengen; in der Folge verkümmern Muskeln und Nerven.
Das führt zu einem weiteren Verlust der Sehfähigkeit.
Nach dem Hygienismus von Shelton kann die Weitsichtigkeit mit den folgenden Naturheilmitteln zurückgehen (regredieren):

  • Fasten – nach seiner Erfahrung hat er vielen Menschen helfen können.
  • Augenübungen und Sehschule, die die Koordination Augenmuskeln verbessern.

Das Leben an der frischen Luft ist unerlässlich, um das Auge daran zu gewöhnen, in die Ferne zu sehen; wer dagegen lange am PC oder über den Büchern sitzt, kann die Brechungsfehler noch verstärken.

Die Verwendung von einer Brille oder von Kontaktlinsen für wenigen Stunden am Tag wird nicht empfohlen, denn wenn sie abgesetzt oder entfernt werden, lässt die Sehkraft nach.

 

Laseroperation

Die Operation mit dem LASIK-Verfahren findet zur Behandlung von Sehstörungen Anwendung, wie:

Das LASIK-Verfahren verändert die Form der Hornhaut zur besseren Fokussierung des Lichtes oder der Refraktion des Auges.

LASIK ist bei den meisten Menschen das bevorzugte Verfahren, wenn diese geeignet sind.
Dieser Eingriff ist:

  • nahezu schmerzlos,
  • führt sehr schnell zu einer Wiederherstellung der Sehkraft,
  • beide Augen können in einer einzigen Sitzung behandelt werden.

Während der LASIK-Behandlung:

  • Zuerst wird ein dünner Streifen der Hornhaut angehoben.
  • Danach sendet das Gerät hochenergetische Laserstrahlen zur Umbildung der Hornhaut aus.
  • Nach der Umbildung des Gewebes wird die Hornhautklappe in ihre Ursprungsposition zurückgelegt.
  • Die Genesungszeiten sind kurz und es muss nicht genäht werden.

Die meisten Patienten, die sich einem Lasereingriff unterzogen haben, sind mit dem Sehen am Tag sehr zufrieden, möglicherweise ist jedoch das nächtliche Sehen verschlechtert.
Der Grund dafür ist, dass alle Laser im peripheren Bereich der Hornhaut weniger wirksam sind und eine ovale Form ein größeres Blenden in der Nacht verursacht.
Die neuen Laser-Technologien kompensieren diesen Mangel , indem sie die Anzahl der Stöße in der Peripherie erhöhen, um eine geeignetere Form zu schaffen.
Dies ermöglicht ein besseres Nachtsehen.

LASEK und PRK sind andere chirurgische Verfahren, die bei Kurzsichtigkeit, Weitsichtigkeit, Presbyopie und Astigmatismus angewendet werden können.
Ist die Hornhaut zu dünn, ist der Lasereingriff mit dem LASIK-Verfahren nicht möglich, denn die Restdicke der Hornhaut wäre zu gering.
In diesem Fall ist vor allem das LASEK-Verfahren angezeigt, bei dem die Hornhautdicke erhalten bleibt.

LASEK
Der Chirurg hebt vorsichtig einen Epithelstreifen (einen dünnen Zellstreifen, der die Hornhaut bedeckt) an und rollt ihn auf eine Seite, um die Laserbehandlung zu erleichtern.

Das LASEK-Verfahren ist oberflächlicher: 50 Mikrometer unter der Oberfläche, während LASIK bis auf 160 Mikrometer unter der Oberfläche wirkt.
Man muss bedenken, dass umso mehr Gewebe abgetragen werden muss, je höher der Brechungsindex ist.
Daher gibt es Fälle, bei denen LASIK aufgrund der bestehenden Hornhautdicke und der Gewebemenge, die entfernt werden muss, nicht möglich ist.

 

Was ist der Unterschied zwischen LASIK und LASEK?

Die Verfahren LASIK und LASEK sind einander sehr ähnlich, doch LASEK:

  • verursacht während dem Eingriff kein Druckgefühl;
  • dauert etwa 10 Minuten für jedes Auge;
  • eine weiche Kontaktlinse wird auf dem Auge platziert und muss für 4 oder 5 Tage nach der Operation getragen werden, auch nachts im Bett;
  • am ersten Tag nach der Operation empfindet man geringe Beschwerden, doch diese nehmen kontinuierlich ab, so dass das Auge am 3. Tag nach der Operation so gut wie beschwerdefrei ist;
  • es dauert länger, bis sich das Sehvermögen vollständig erholt hat; mit LASIK ist das Sehvermögen bereits am folgenden Tag sehr gut; mit LASEK benötigt das Sehvermögen mehr Zeit zur Wiederherstellung;
  • nach fünf Tagen wird die Kontaktlinse entfernt und die Sehkraft entspricht etwa 80 % der endgültigen Sehkraft; das endgültige Sehvermögen wird etwa einen Monat nach der Operation erreicht, auch wenn die Sehschärfe sich über weitere 6 Monate hinweg kontinuierlich verbessert.

 

Implantation von Intraokularlinsen zur Korrektur der Weitsichtigkeit

Dieses System kann angewendet werden, um Kurzsichtigkeit, Weitsichtigkeit, Alterssichtigkeit und Astigmatismus zu behandeln.

  • Der Eingriff erfolgt in Lokalanästhesie und dauert etwa eine Viertelstunde.
  • Das Einsetzen der Intraokularlinse wird ambulant vorgenommen, nach Beendigung kann der Patient nach Hause zurückkehren.
  • Der Chirurg macht einen sehr kleinen Schnitt in die Hornhaut und setzt die Linse im Innern des Auges ein.
    Diese Linse sollte für immer im Auge verbleiben.
  • Der Patient hat während des Verfahrens keine Schmerzen, die Ergebnisse sind vom ersten Tag an deutlich und die Patienten sind nach der Operation sehr zufrieden.
  • Wenn erforderlich, kann die Linse entfernt werden, vor allem, wenn der Patient eine Katarakt entwickelt hat.
    Während der Kataraktoperation muss die Linse entfernt und ersetzt werden, um dem Patienten eine klare Sicht zu ermöglichen.

 

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