Was ist eine juvenile rheumatoide Arthritis und welche Therapien sind wirkungsvoll

Betrachten wir, was eine juvenile rheumatoide Arthritis ist, die konventionellen medizinischen Therapien und die wirksamsten Heilmittel, um diese schwerwiegende Erkrankung zu bekämpfen.

Die rheumatoide Arthritis ist eine Autoimmunkrankheit, die die Gelenke betrifft und zu schweren Behinderungen führen kann.

Die juvenile idiopathische Arthritis ist eine häufiger bei Kindern auftretende rheumatoide Erkrankung, beginnt vor dem 16. Lebensjahr und dauert mindestens 6 Wochen (Hahn – 2010).

Diese Erkrankung betrifft gewöhnlich das gleiche Gelenk auf beiden Körperseiten.

Ein Kind kann über lange Zeit keinerlei Symptome aufweisen (Remission). Jedoch haben Kinder mit einer schwerwiegenden rheumatoiden Arthritis eine geringe Chance auf eine Remission.

 

Ursachen der juvenilen rheumatoiden Arthritis

Die rheumatoide Arthritis hat keine bestimmte Ursache, wird aber vermutlich durch eine Kombination genetischer, hormoneller und umweltbedingter Faktoren verursacht, die eine abnorme Immunreaktion auslösen.

Risikofaktoren:

  • Familienmitglieder mit rheumatoider Arthritis,
  • Weibliches Geschlecht.

 

Symptome der juvenilen rheumatoiden Arthritis

Kinder mit juveniler Arthritis müssen nicht unbedingt Symptome aufweisen.

Zu Beginn sind die Symptome der rheumatoiden Arthritis:

  • Gerötete und überwärmte Gelenke,
  • Gelenkschwellungen, -schmerzen und -steifigkeit, vor allem morgens.

Bei Fortschreiten der Erkrankung treten auf:

  1. Hinken (jüngere Kinder können die motorischen Fähigkeiten verlieren, die sie zuvor erlernt haben),
  2. Andauerndes Fieber,
  3. Hautausschlag,
  4. Gewichtsverlust,
  5. Reizbarkeit,
  6. Gerötete Augen,
  7. Augenschmerzen,
  8. Verschwommensehen,
  9. Müdigkeit,
  10. Appetitverlust.

 

Folgen der juvenilen rheumatoiden Arthritis

Die Folgen sind:

  1. Verlangsamtes Wachstum,
  2. Unregelmäßiges Wachstum eines Armes oder Beines,
  3. Verlust der Sehkraft oder Minderung des Sehvermögens durch chronische Uveitis,
  4. Anämie,
  5. Perikarditis (Entzündung des Herzbeutels).

 

Diagnose der juvenilen rheumatoiden Arthritis

Zur Diagnoseerstellung der rheumatoiden Arthritis muss eine positive Anamnese über geschwollene Gelenke vorliegen.

Der Arzt muss wissen, wie viele und welche Gelenke betroffen sind.

Um eine rheumatoide Arthritis zu diagnostizieren, müssen andere Beschwerden ausgeschlossen werden, die Symptome von Lupus oder Gicht zeigen.

Um die Diagnose zu erleichtern, ordnet der Arzt einige Untersuchungen an:

  • Blutuntersuchungen:
    • Antinukleäre Antikörper (ANA) – um Autoantikörper nachzuweisen; die meisten Tests sind bei rheumatoider Arthritis von Kindern positiv; etwa 80 % der Kinder mit Augenbeteiligung sind ANA-positiv.
    • Rheumafaktor (RF) – kann je nach Art der juvenilen Arthritis eines Kindes positiv oder negativ sein;
    • Blutkörperchensenkungsreaktion (BSR) oder C-reaktives Protein (PCR) – um eine Entzündung im Körper nachzuweisen
    • Komplettes Blutbild – um rote und weiße Blutkörperchen sowie den Hämatokrit des Kindes zu bewerten. Das ist hilfreich zur Beurteilung von Komplikationen wie der Anämie.
  • Instrumentelle Untersuchungen wie:
    • Röntgenaufnahme von Gelenken und Brustkorb – um das Vorliegen von Gelenkentzündungen oder Ansammlungen von Flüssigkeiten in den Membranen des Herzens oder der Lungen zu identifizieren. Sie dienen dazu, andere Gesundheitsstörungen auszuschließen wie: Fraktur, Tumore, Infektionen oder Geburtsfehler.
    • Augenuntersuchung – um Augenentzündungen zu erkennen
    • EGK – um Entzündungen am Herzen zu erkennen

 

Therapie bei juveniler rheumatoider Arthritis

Es gibt keine definitive Behandlung der rheumatoiden Arthritis.

Die Ziele der Behandlung sind:

  1. Schmerzlinderung,
  2. Verringerung der Entzündung,
  3. Verlangsamung von Gelenkschäden,
  4. Verbesserung der Funktionsfähigkeit,
  5. Ermöglichung eines normalen Wachstums des Kindes,
  6. Verhinderung von Gelenkdegenerationen im Laufe der Zeit.

Es gibt verschiedene Medikamente zur Schmerz- und Entzündungsbehandlung bei rheumatoider Arthritis.

Im Allgemeinen verschreibt der Arzt bei juveniler idiopathischer Arthritis (zu der auch die rheumatoide Arthritis gehört) Medikamente zur Regulierung des Immunsystems.

Die erste Behandlungslinie umfasst: Antirheumatika wie Methotrexat zusammen mit Kortikosteroiden.

Es sollten biologische Medikamente bei Patienten hinzugefügt werden, die nicht auf die Therapie ansprechen.

Die folgenden Medikamente sind sicher und wirksam bei Kindern:

  1. Anti-Tumor-Nekrose-Faktor (Infliximab, Adalimumab),
  2. Monoklonaler Antikörper Anti-Interleukin 1 (Canakinumab),
  3. Biologischer Anti-Rezeptor Interleukin 6 (Tocilizumab),
  4. Ein Medikament, das die Co-Stimulation von T-Lymphozyten blockiert (Abatacept).

Ruhigstellung reduziert Schmerz und Entzündung der Gelenke, auch die Müdigkeit nimmt ab.

Körperliche Übungen sind zur Erhaltung von Flexibilität, Muskelkraft und Gelenkbeweglichkeit wichtig.

Vorrichtungen, die bei der täglichen Aktivität helfen, können die Belastung auf die Gelenke verringern. Eine Reduzierung der Belastung kann dabei helfen, mit einer chronischen und schmerzhaften Erkrankung zu leben.

Die Hüftprothesenoperation hilft bei Gelenkschäden.

 

Ernährung und Naturheilmittel bei rheumatoider Arthritis

Es gibt mehrere wissenschaftliche Studien für die Ernährung bei rheumatoider Arthritis.

Darüber hinaus gibt es viele Online-Erfahrungsberichte von Menschen, die sich nach einer Blutgruppendiät erholt haben.

Basierend auf dieser Diät gibt es für jede Blutgruppe geeignete und weniger verträgliche Nahrungsmittel.

Zum Beispiel:

  1. Menschen der Blutgruppe 0 sollten darauf achten, Obst und zuckerreiche Lebensmittel oder Kohlenhydrate zu essen.
  2. Menschen der Blutgruppe A können durch den Verzehr von rotem Fleisch erkranken,
  3. Menschen der Blutgruppe B vertragen keine Orangen und Pampelmusen.

Nach einer Studie von Khanna von 2017 sollten alle Menschen mit rheumatoider Arthritis auf glutenhaltige Getreideprodukte verzichten. Tatsächlich wirkt eine glutenfreie vegane Ernährung entzündungshemmend und schützt die Arterien.

Eine Studie von Badsha von 2018 besagt, dass die rheumatoide Arthritis durch den täglichen Verzehr von Fisch verhindert werden kann. Außerdem fühlen sich Menschen mit rheumatoider Arthritis durch das Weglassen von Milch und Gluten in der Ernährung besser.

Empfohlen ist eine mediterrane oder vegane Ernährung, auch Fasten kann hilfreich sein.

 

Was sollte man tun und was vermeiden?

Auch wenn es keine Richtlinien zur Vorbeugung gegen die rheumatoide Arthritis gibt, so gibt es doch einige Schritte, um Steifigkeit, Schwäche und Entzündung zu verringern.

Vorbeugende Maßnahmen sind:

  • Gleichgewicht zwischen Ruhe und Bewegung aufrechterhalten,
  • Muskeln stärken,
  • Aerobische Übungen (zum Beispiel Spazierengehen, Schwimmen, Tanzen usw.),
  • Heftige Übungen vermeiden,
  • Rauchen aufhören,
  • Gewicht kontrollieren,
  • An einem physiotherapeutischen Programm teilnehmen.

 

Literatur

  • Shweta Khanna, Kumar Sagar Jaiswal, Bhawna Gupta. Managing Rheumatoid Arthritis with Dietary Interventions. Published online 2017 Nov 8.
  • Youn-Soo Hahn, M.D. and Joong-Gon Kim, M.D. Pathogenesis and clinical manifestations of juvenile rheumatoid arthritis. Korean J Pediatr. 2010 Nov; 53(11): 921–930.
  • Humeira Badsha. Role of Diet in Influencing Rheumatoid Arthritis Disease Activity. Open Rheumatol J. 2018; 12: 19–28.
  • Petty RE, Cassidy JT. Textbook of pediatric rheumatology. Philadelphia: Saunders Elsevier; 2011.
  • Barut K1, Adrovic A1, Şahin S1, Kasapçopur Ö1. Juvenile Idiopathic Arthritis. Balkan Med J. 2017 Apr 5;34(2):90-101.

 

 
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