Multiple Sklerose: Verlaufsformen und Ursachen

Verlaufsformen der Multiplen Sklerose

Multiple Sklerose

Multiple Sklerose

  1. Rezidivierend-remittierende MS (RRMS)
    Sie ist die häufigste Form und ist durch Attacken oder Schübe mit Verschlechterung der neurologischen Funktionen gekennzeichnet.
    Diese Schübe (Rückfälle) sind von Perioden einer teilweisen oder kompletten Wiederherstellung (Remission oder asymptomatische Erkrankung) gefolgt, bei denen sich die Symptome teilweise oder vollständig bessern und kein weiterer Fortschritt der Krankheit zu erkennen ist (Weiner – 2008).
    In diesem Stadium führt die MS nicht zu einer ständigen Beeinträchtigung.
  2. Sekundär-progrediente MS
    Diese Form folgt auf den schubförmig-remittierenden Typ.
    Die meisten Personen erfahren ein ständiges Fortschreiten (auch wenn es notwendigerweise nicht schneller verläuft) mit oder ohne Rückfälle.
  3. Primär-progrediente MS
    Sie ist durch eine konstante neurologische Verschlechterung ab Krankheitsbeginn gekennzeichnet.
    Die Progressionsgeschwindigkeit kann variieren.
  4. Progressiv-rezidivierende MS
    Diese Form ist am seltensten und ist von einem konstanten Fortschreiten der Krankheit von Anfang an und mehreren Verschlimmerungen während des Lebens gekennzeichnet.
    Menschen mit dieser MS-Form können nach den jeweiligen Schüben nicht immer eine Wiederherstellung erfahren; die Krankheit schreitet ohne Remission fort.

Man darf diese Erkrankung nicht mit der amyotrophen Lateralsklerose (ALS) verwechseln, die zu Lähmungen von Gliedmaßen, Muskeln sowie zur Beeinträchtigung der Schluck- und Sprachfunktionen führt.
Die ALS verursacht auch Faszikulationen, während die MS diese normalerweise nicht verursacht.

 

Ursachen der Multiplen Sklerose

Die Ursache der Multiplen Sklerose ist unbekannt. Experten meinen, dass es sich um eine Autoimmunerkrankung handele: Das Immunsystem greift die Körpergewebe an. Bei der MS zerstören die Antikörper das Myelin. Myelin ist eine Fettsubstanz, die die Nervenfasern in Gehirn und Rückenmark umschließt und schützt.
Myelin kann man mit der Kunststoffschicht vergleichen, die elektrische Drähte isoliert. Die Myelinschäden in Gehirn und Rückenmark verlangsamen oder blockieren die Nervensignale.

Risikofaktoren
Diese Faktoren können das Risiko, eine Multiple Sklerose zu entwickeln, erhöhen:

  • Alter: Die MS kann in jedem Lebensalter auftreten, ist jedoch am häufigsten zwischen 20 und 40 Jahren.
  • Geschlecht: Frauen sind doppelt so häufig von MS betroffen wie Männer.
  • Erblichkeit: Ist ein Eltern- oder Geschwisterteil an MS erkrankt, ist das Risiko, eine MS zu entwickeln, größer.
  • Infektionen: Viele Viren stehen mit der MS im Zusammenhang. Die pathogenen Erreger sind: Epstein-Barr-Virus, also das Virus, das die Mononukleose verursacht.
  • Rasse: Hellhäutige Menschen, insbesondere Kaukasier, tragen ein höheres Risiko zur Entwicklung einer MS.
  • Klima: Die Multiple Sklerose tritt in Ländern mit gemäßigtem Klima, wie den Vereinigten Staaten (einschließlich Süd-Kanada), Neuseeland, Australien und Europa, sehr viel häufiger auf.
  • Autoimmunerkrankungen: Menschen mit einer Autoimmunerkrankung tragen ein höheres Risiko, eine MS zu entwickeln. Auch Schilddrüsenerkrankungen, Typ-1-Diabetes oder entzündliche Darmerkrankungen (Morbus Crohn und Colitis ulcerosa) können das Risiko erhöhen, an MS zu erkranken (Kosmidou et al. – 2017).
  • Raucher: Raucher haben eine höhere Wahrscheinlichkeit, an MS zu erkranken, als Nichtraucher.

 

Mehr lesen:

 

Bibliographie:

  1. Loren A. Rolak, M.D. Multiple Sclerosis: It’s Not The Disease You Thought It Was. Clin Med Res. 2003 Jan; 1(1): 57–60.
  2. Ingrid Loma and Rock Heyman. Multiple Sclerosis: Pathogenesis and Treatment. Curr Neuropharmacol. 2011 Sep; 9(3): 409–416. doi:10.2174/157015911796557911
  3. Weiner HL. A shift from adaptive to innate immunity: a potential mechanism of disease progression in multiple sclerosis. J Neurol. 2008 Mar; 255 Suppl 1():3-11.
  4. Kosmidou M, Katsanos AH, Katsanos KH, Kyritsis AP, Tsivgoulis G, Christodoulou D3, Giannopoulos S. Multiple sclerosis and inflammatory bowel diseases: a systematic review and meta-analysis. J Neurol. 2017 Feb;264(2):254-259. doi: 10.1007/s00415-016-8340-8.
  5. Kimura K1, Hunter SF, Thollander MS, Loftus EV Jr, Melton LJ 3rd, O’Brien PC, Rodriguez M, Phillips SF. Concurrence of inflammatory bowel disease and multiple sclerosis. Mayo Clin Proc. 2000 Aug;75(8):802-6.
  6. SWANK RL, LERSTAD O, STRØM A, BACKER J. Multiple sclerosis in rural Norway its geographic and occupational incidence in relation to nutrition. N Engl J Med. 1952 May 8; 246(19):722-8.
  7. Alter M, Yamoor M, Harshe M. Multiple sclerosis and nutrition. Arch Neurol. 1974 Oct; 31(4):267-72.
  8. Nazem Ghasemi, Ph.D, Shahnaz Razavi, Ph.D,,* and Elham Nikzad, B.Sc. Multiple Sclerosis: Pathogenesis, Symptoms, Diagnoses and Cell-Based Therapy. Cell J. 2017 Apr-Jun; 19(1): 1–10. doi:  10.22074/cellj.2016.4867
 
Über uns | Kontakt  |  Disclaimer
 Cookie | Nutzungsbedingungen