Leistenschmerzen

Leistenschmerzen können verschiedene Ursachen haben und sich zusammen mit Schmerzen in anderen Körperbereichen äußern, zum Beispiel an:

  • Bein,
  • Gesäß,
  • Rücken.

 

Ursachen von Schmerzen an Leiste und Bein

Leistenzerrung

Eine Muskelzerrung in der Leiste ist eine Verletzung oder Ruptur eines Adduktorenmuskels aufgrund einer plötzlichen und schnellen Beinbewegung.

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Das kann geschehen:

  • während eines Wettlaufs,
  • bei einem Richtungswechsel,
  • bei einer Bewegung gegen Widerstand wie beim Treten eines Balles.

Eine Muskelverletzung in der Leiste während einer Übung kann mit der gleichen Wahrscheinlichkeit entweder rechts oder links erfolgen.
Die Symptome treten beim Gehen und Rennen auf oder wenn der Patient das Bein anhebt.
Beim Stehen empfindet der Patient keinen Schmerz.

Eine Muskelzerrung oder Dehnung kann zu einer Schwellungen und Schmerzen im Leistenbereich und am Bein führen.

Leistenbruch
Der Leistenbruch ist eine weitere häufige Ursache, die sich darin äußert, dass ein Teil des inneren Gewebes (Fett, Muskulatur, Darm usw.) durch eine Schwäche der darüberliegenden Bauchwand in einer Hautbeule austritt.

Cruralgie
Die Lumbocruralgie entsteht aufgrund einer Entzündung oder Kompression des Nervus cruralis, der:

  • dem 4. Segment der Lendenwirbelsäule entstammt,
  • bis zur Vorderseite des Schienbeins und des Fußes reicht, dabei an der Innenseite des Knies vorbeizieht.

Es ist ein akuter krampfartiger Schmerz im Bein, der vom Rücken bis zur rechten oder linken Flanke ausstrahlt und dann längs der vorderen und inneren Oberschenkelseite absteigt.
Da einige Nerven des Hodens vom Nervus cruralis ausgehen, hat derjenige, der unter dieser Störung leidet, auch Schmerzen am Hoden.
Der Schmerz verschlimmert sich:

  • beim Husten,
  • während der Stuhlentleerung.

Dabei nimmt durch die Kontraktion des Bauches der Druck auf die Bandscheibe zu.

Trauma
Zu den häufigsten Ursachen akuter Verletzungen in der Leistengegend oder am Bein gehören:

  • direktes Trauma,
  • Unfall,
  • Sturz,
  • abnorme Verdrehung des Beines.

Osteitis pubis
Die Osteitis pubis ist eine Entzündung des Schambeins, die während körperlicher Aktivität Schmerzen im Leistenbereich und an den Beinen auslösen kann.

Leistenschmerzen,Ileopsoas,Muskel,KontrakturKontraktur des Iliopsoas

Viele Menschen denken, eine Bauchmuskelzerrung zu haben, doch diese Muskeln leiden nicht unter dieser Art von Verletzung.
Diese Läsion tritt bei Muskeln auf, die gewaltsam gedehnt werden (zum Beispiel die Wade oder der Quadrizeps).
Tatsächlich kann man Muskelschmerzen in einem viel tiefer liegenden Muskel verspüren, der sich Iliopsoas nennt.
Eine Kontraktur oder ein Triggerpunkt in diesem Bereich verursacht Schmerzen, die bis in den Quadrizeps ausstrahlen können.

Arthrose der Hüfte und Arthritis
Degenerative Erkrankungen können Schmerzen verursachen in:

  • Hüfte,
  • Leiste.

Hüftarthrose kann eine Schmerzursache bei älteren Menschen sein.
Der Schmerz kann auch von der Leistengegend in die Innenseite des Oberschenkels bis zum Knie ausstrahlen.
Die Symptome sind zu spüren bei:

  • Rotationsbewegungen nach innen oder,
  • Extension der Hüfte (das Becken nach vorn und das Knie zurück).

Diese Störung verursacht keine Schmerzen am Hoden.
Das Hüftgelenk kann auch von einer Arthritis betroffen sein.
Die Entzündung der äußeren Hüftgelenkskapsel aufgrund einer rheumatoiden Arthritis kann zu starken Schmerzen in der Leistengegend führen.

Andere Ursachen:

  1. Nierensteine,
  2. Tumor (der Schmerz tritt auch nachts auf),
  3. Oberschenkelbruch in Höhe der Hüfte,
  4. Entzündung,
  5. Syndrom des Piriformis (ein Gesäßmuskel, der oft auch Leistenschmerzen verursacht),
  6. Varikozele (Venenerweiterung), in der Regel betrifft es den linken Hodensack, doch es besteht kein Schmerz in der Leiste,

 


Leistenschmerzen während der Schwangerschaft

Schwangere Frauen können Schmerzen im Leistenbereich aufgrund verschiedener Faktoren, wie Hormonveränderungen und strukturelle Veränderungen des Körpers, verspüren.
Hormonelle Veränderungen
Die meisten Beschwerden im Zusammenhang mit einer Schwangerschaft umfassen auch Schmerzen in der Leistengegend. Das kann auf die hormonellen Veränderungen zurückzuführen sein, die in dieser Zeit vorliegen.
Ein Anwachsen von Schwangerschaftshormonen, besonders von Relaxin und Progesteron, halten Muskeln und Bänder im Beckenbereich weicher und elastischer, um am Ende den Geburtsvorgang zu erleichtern.
Aber wenn diese Muskeln und Bänder, die die Gelenke der Beckenregion unterstützen, schlaff (flexibel) werden, können schwangere Frauen Schmerzen empfinden im Bereich von:

  • Unterbauch,
  • Leisten,
  • Flanken.

Strukturelle Veränderungen des Körpers
Die Schwangerschaft ist auch für einige strukturelle Veränderungen des Körpers charakteristisch, die Schmerzen im Becken und den Leisten verursachen können.
Das Wachsen des Fötus, sowie die Zunahme des Körpergewichtes, können den Druck vergrößern auf:

  • Flanken,
  • Beckengelenke.

Eine Zunahme des Körpergewichts verändert auch den Schwerpunkt des Körpers, was Schmerzen im Beckenbereich und im Rücken verursachen kann.
Diese Veränderungen bestehen nicht zu Beginn, sondern etwa ab dem 5. Monat einer Schwangerschaft, und sie erreichen ihre maximale Intensität um den 8. oder 9. Schwangerschaftsmonat.

Schmerzen am Ligamentum rotundum
Schmerzen am Ligamentum rotundum (rundes Gebärmutterband) werden oftmals als akuter oder einschießender Schmerz beschrieben, der auftritt:

  1. an den Flanken,
  2. im Becken,
  3. im Unterleib,
  4. im Leistenbereich.

Das Ligamentum rotundum verbindet die Leistengegend mit dem vorderen Bereich der Gebärmutter und ist für die Lage dieses Organs verantwortlich.
Während der Schwangerschaft dehnen und verdicken sich diese stützenden Bänder und schaffen Raum für das Wachstum der Gebärmutter.

Wächst die Gebärmutter jedoch schneller, als das Band sich dehnt, kommt es zu einer Zerrung, die Schmerzen auf einer oder beiden Seiten des Bauches bis hin zur Leistengegend hervorrufen kann.
Schwangere Frauen spüren gewöhnlich diesen Schmerz, wenn sie sich plötzlich aus einer sitzenden Position erheben und auch wenn sie husten oder eine Tätigkeit verrichten, die Druck auf die Mutterbänder ausübt.

Funktionsstörungen an der Symphyse
Das Becken oder der Beckengürtel ist eine knöcherne Struktur, die aus vier Knochen gebildet wird:

  • zwei Hüftbeine,
  • Kreuzbein (eine dreieckige Knochenstruktur am Wirbelsäulenende),
  • Steißbein.

Steißbein und Kreuzbein sind an der hinteren Seite vereint, während sich die beiden Hüftbeine an der Seite befinden, darum herumreichen und sich im vorderen Bereich treffen.
Die Beckensymphyse ist ein aus Faserknorpel bestehendes Bindeglied am vorderen Teil, wo sich die beiden Beckenhälften begegnen.
In den Gelenkverbindungen aus Faserknorpel sind die Knochen mit Knorpel und fibrösem Gewebe verbunden und diese Art von Gelenk erlaubt kleine Bewegungen und eine geringe Flexibilität.

Die Hormone Relaxin und Progesteron bereiten den Körper für die Geburt vor. Sie halten die Beckenbänder weich und entspannt.
Dies erlaubt den Beckengelenken, sich zu bewegen, sodass das Kind das Becken passieren kann.
Normalerweise erweitert sich die Schambeinfuge um 2 bis 3 mm während der Schwangerschaft, um:

  1. den Beckenring zu vergrößern,
  2. die Geburt zu erleichtern.

Manchmal bewegt sich das Beckengelenk aufgrund sehr lockerer Bänder zu stark. Die Folge ist ein instabiler Beckengürtel.
Dieser Zustand wird Symphysen-Dysfunktion (SPD) genannt. Schwangere Frauen können darunter während des zweiten Schwangerschaftsdrittels leiden.

Die Ursache für eine SPD ist nicht mit Sicherheit bekannt, auch wenn angenommen wird, dass verschiedene Faktoren für diesen Zustand verantwortlich sind. Darunter:

  • Überproduktion der Schwangerschaftshormone,
  • erhöhte Belastung des Beckenbodens (aufgrund der Körpergewichtszunahme),
  • Art der Körperbewegung.

Die Umgebung der Schambeinfuge kann sich während des Gehens oder der Beinbewegungen entzünden, wenn sich eine Beckenseite mehr als die andere bewegt.
SPD kann intensive Schmerzen verursachen:

  •  am Schambein,
  • im Lendenbereich.

Manche Frauen leiden unter Schmerzen am Rücken, in den Flanken und in der Innenseite der Oberschenkel.
Außerdem kann man während der Bewegungen auf Höhe der Schambeinfuge ein Klacken hören.

Diastase der Schambeinfuge
Dieser Zustand wird durch einen teilweisen oder vollständigen Bruch der Symphysenfuge verursacht, die im vorderen Teil des Beckens liegt.
Dies geschieht, wenn sich das Beckengelenk soweit lockert, dass sich der Spalt zwischen den beiden Schambeinknochen auf abnormale Weise vergrößert. Bei Frauen liegt der mittlere Abstand der Schambeinfuge zwischen 4 und 5 mm, die während der Schwangerschaft zunehmen kann.
Beträgt der Abstand 15 mm oder mehr, wird der Zustand als Diastase der Beckensymphyse bezeichnet, die Ursache sein kann für:

  • Schmerzen im Schambereich,
  • Rückenschmerzen,
  • Unterleibsbeschwerden.

Die Symptome machen sich bemerkbar:

  1. beim Gehen,
  2. im Stehen an nur einem Bein,
  3. beim Abspreizen (durch Entfernen der Knie).

 

Leistenschmerzen bei Frauen

Eierstockzysten
Eine Ursache für Schmerzen im Leistenbereich sind Eierstockzysten, die zuweilen:

  1. groß sind,
  2. viele andere Symptome verursachen können.

Eierstockzysten können auch Schmerzen an den Eierstöcken und im Unterbauch hervorrufen.

Einige der wahrscheinlichsten Ursachen für Schmerzen im Leistenbereich bei Frauen sind:

  • prämenstruelles Syndrom (wenige Tage vor Zyklusbeginn und nach dem Eisprung),
  • Infektionen der Harnwege und Herpes genitalis (kann auch als Krankheit bei Männern auftreten),
  • Dickdarmentzündung,
  • Beckenerkrankungen,
  • entzündliche Beckenerkrankung oder Pelvic Inflammatory Disease (PID),
  • Eileiterschwangerschaft,
  • vergrößerte Lymphknoten.

Schmerzen aufgrund anderer Faktoren

Nierensteine
Nierensteine können starke Schmerzen verursachen, die von den Nieren in die Leistenregion und zu den Hoden (oder großen Schamlippen bei der Frau) ausstrahlen, wenn sie den Harnleiter (die Tuben, die die Nieren mit der Harnblase verbinden) passieren.

Vergrößerte Lymphknoten
Die Vergrößerung eines Lymphknotens in der Leistengegend aufgrund einer Infektion kann in diesem Bereich starke Schmerzen verursachen.
Beim Abtasten verspürt man einen geschwollenen Knoten.

Blinddarmentzündung
Eine Entzündung des Blinddarms verursacht Schmerzen im Leistenbereich rechts oben, doch zu Beginn können Beschwerden auch auf der linken Seite auftreten.
Diese Erkrankung betrifft vor allem Kinder, doch in seltenen Fällen kann sich das Krankheitsbild auch bei Erwachsenen zeigen.

Schambeinentzündung
Die Pubalgie/Schambeinentzündung ist eine schmerzhafte Entzündung, die sich in der Leistengegend zeigt.
Sie ist eine Erkrankung, die in der Regel junge Männer betrifft, wenn sie Fußball oder Football trainieren.
Die Pubalgie ist eine Sehnenentzündung, die die Sehnenansätze der Bauchmuskeln oder die Adduktoren des Oberschenkels betrifft.

Symptome
Die Pubalgie verursacht Schmerzen während der Bewegung, vor allem bei Abduktion und Adduktion des Beines (Abspreizen und Heranführen des Oberschenkels). Beim Ruhen treten jedoch keine Symptome auf.
Gewöhnlich ist der betroffene Bereich im Gegensatz zu einem Leistenbruch nicht geschwollen.
Ohne Behandlung kann diese Störung chronisch verlaufen und dazu führen, dass der Betroffene keiner sportlichen Betätigung mehr nachgehen kann.

Transiente Synovitis
Die Transiente Synovitis des Hüftgelenks ist eine Erkrankung, die sich durch die Entzündung der Membrana synovialis des Hüftgelenks charakterisiert.
Dies kann für Schmerzen in der Hüfte und in der Leistenregion der betroffenen Seite verantwortlich sein.

Therapie und Naturheilmittel bei Leistenschmerzen

Wenn mindestens zwei Tage lang Schmerzen in der Leistengegend verspürt werden, ist es besser, einen Arzt zwecks einer Diagnose aufzusuchen.
Untersuchungen des Blutes, des Urins und eine bildgebende Diagnostik können helfen, die Ursache des Schmerzes zu finden.
Verursacht ein gezerrtes oder gedehntes Leistenband Schmerzen, empfehlen Ärzte in der Regel die Vorgehensweise nach der PECH-Regel.

PECH steht für:

  1. Pause,
  2. Eis,
  3. Compression,
  4. Hochlagern.

Um die Schwellung in den ersten 24 Stunden zu lindern, empfehlen sich kalte Umschläge und das Hochlagern der Beine beim Liegen auf Kissen, während man ausruht.
Entzündungshemmende Medikamente können den Schmerz lindern.
Ist die Verletzung ausgeheilt, kann fortgefahren werden mit:

  • Stretching der Lendenmuskeln,
  • Muskelkräftigung.

In schwerwiegenden Fällen kann bei Dehnung der Bänder oder Sehnen eine Behandlung empfohlen sein, die Prolotherapie genannt wird.
Diese Behandlung beinhaltet die Injektion von Traubenzucker an der Stelle, an der das Band oder die Sehne am Knochen ansetzt.
Die Injektion der Traubenzuckerlösung:

  • hilft bei der Gewebereparatur,
  • stimuliert das Wachstum des neuen Ligaments.

Wenn man an einem Leistenbruch leidet, kann eine Operation empfohlen werden.
Die Korrektur eines Leistenbruchs besteht in einem Hautschnitt und dem Zurücksetzen der vorstehenden Darmabschnitte. Danach wird der Muskelfaserriss chirurgisch vernäht.

Ist der Schmerz durch Nierensteine verursacht, können Hausmittel zur Auflösung der Konkremente versucht werden, oder man unterzieht sich einem chirurgischen Eingriff zu ihrer Entfernung. Anwendungen wie Lithotrypsie mittels Stoßwellen, Nephrolithotripsie oder Ureteroskopie können auch bei der Behandlung von Nierensteinen angewendet werden.

Manchmal können die Schmerzen in diesen Körperbereichen auch durch Harnwegsinfektionen oder Infektionen der Geschlechtsorgane verursacht sein. Diese können durch eine medikamentöse Therapie behandelt werden.
Tinea, eine Infektion durch Hefepilze, oder eine Infektion durch Bakterien können im Lendenbereich zu Hautausschlägen führen, die Schmerzen und Juckreiz hervorrufen können.
Zur Schmerzlinderung können Schmerzmittel eingenommen werden, doch auch topische Medikamente in Form von Cremes helfen, Juckreiz oder Brennen im Lendenbereich zu mildern.