Innenohrentzündung – Symptome und Ursachen

Die Innenohrentzündung ist eine Entzündung des Labyrinths (empfindliche Struktur des Innenohrs) und verursacht:

INHALT


Gewöhnlich sind Erwachsene betroffen, selten entwickeln auch Kinder diese Erkrankung.
Die Labyrinthitis wird nicht übertragen (ist nicht ansteckend).

 

Anatomie des Innenohrs

Das Labyrinth liegt im Innenohr und ist der tiefste Teil dieses Organs.

Es ist in zwei Bereiche unterteilt:

  • Schnecke (Cochlea): verantwortlich für das Hören,
  • Vestibularissystem: verantwortlich für das Gleichgewicht.

Im Labyrinth liegen die Gleichgewichtsorgane:

  • Bodengänge,
  • Utriculus,
  • Sacculus.

 

Entwicklung der Innenohrentzündung  (Pathophysiologie)

In der Regel trifft die Labyrinthitis den oberen Teil des Labyrinths und seine Afferenzen (Jeong SH – Department of Neurology, Chungnam National University Hospital, Daejeon, Korea), während der untere Bereich des vestibulären Labyrinths nur selten betroffen ist.
In den Bogengängen befindet sich eine Flüssigkeit, die als Endolymphe bezeichnet wird und sich durch die Bewegungen des Kopfes bewegt.

Die Nerven erfassen die Bewegung der Flüssigkeit und geben diese Information an das Gehirn weiter.
Das Innenohr ist durch den Gleichgewichtsnerv (Nervus vestibularis) mit dem Gehirn verbunden.
Das Gehirn interpretiert die Bewegung der Flüssigkeit und hält somit das Gleichgewicht.

Auch die Augen versorgen das Gehirn mit Informationen über die Position des Kopfes.
Wenn die Informationen von Labyrinth und von Augen nicht miteinander übereinstimmen, hat das Gehirn Schwierigkeiten, die Bewegungen des Körpers zu interpretieren.
Dieser Interpretationsfehler führt häufig zu Schwindel oder dem Gefühl, dass der Körper sich bewegt, obwohl er eigentlich bewegungslos ist.

 

Ursachen der Innenohrentzündung

Ursachen der Labyrinthitis können sein:

 

Infektiöse Labyrinthitis

Virale und bakterielle Infektionen der oberen Atemwege können eine Labyrinthitis verursachen.
Viren, Pilze und Bakterien können in das Labyrinth eindringen:

  • über das Blut,
  • bei Mittelohrentzündung durch das ovale oder runde Fenster oder Schädels (selten).

Virale Labyrinthitis
Viren, die am häufigsten eine Labyrinthitis verursachen, sind:

  • Erkältungsvirus,
  • Herpes zoster (virale Labyrinthitis),
  • Mumps,
  • Masern,
  • Röteln,
  • Mononukleose.

Bakterielle Labyrinthitis
In diesem Fall liegt eine schwerwiegende Infektion vor, die sich in 4 Stadien entwickeln kann:

  • Serös – in der irritativen Anfangsphase entwickelt sich eine Entzündung und es bildet sich Exsudat (entzündlich bedingte Flüssigkeit mit hoher Proteinkonzentration), reich an Antikörpern.
  • Eitrig oder purulent, – es handelt sich um eine akute Infektion mit einer Ansammlung von Eiter, der aus Bakterien und Antikörpern besteht.
  • Fibrös – gekennzeichnet durch die Bildung von Fasergewebe; Entstehung bei einer chronischen Infektion einige Wochen oder Monate nach Beginn der akuten Labyrinthitis; charakteristisch ist die Vermehrung der Fibroblasten im Labyrinth.
  • Ossifizierend, in dieser Phase kommt es zur Bildung von Knochengewebe im Labyrinth; die Knochenbildung erfolgt einige Monate nach der akuten Infektion.

 

Nicht-infektiöse Labyrinthitis

Autoimmunlabyrinthitis
Das Immunsystem produziert weiße Blutkörperchen und Antikörper zur Bekämpfung von Infektionen. Bei einer Autoimmunerkrankung greift das Immunsystem gesundes Körpergewebe an und verursacht Läsionen und Entzündungen.
Häufig sind beide Ohren von der Krankheit betroffen und die Patienten leiden an Autoimmunstörungen in anderen Körperbereichen.

Toxische Labyrinthitis
Die toxische Labyrinthitis ist eine sterile (nicht durch Keime verursachte) Entzündung, die durch eine chemische Reizung der Labyrinthmembran entstehen kann.
Die Reizstoffe kommen häufig aus dem eigenen Körper, und sind beispielsweise:

  • bakterielle Toxine,
  • Mediatoren bei Entzündungsreaktionen (Substanzen, die im Entzündungsprozess eine Rolle spielen),
  • Stoffwechselprodukte eines Tumors in Mittelohr, Außenohr oder Schläfenbein.

 

Weiter Ursachen einer Labyrinthitis

  • Stress
  • Alkohol
  • Trauma
  • Allergie
  • Arzneimittel:
  • Furosemid (Lasix)
  • Aspirin
  • einige Antibiotika
  • Phenytoin auf toxischer Ebene

 

Risikofaktoren für Innenohrentzündung

Unkorrekte Ernährung, eine bewegungsarme Lebensweise und Rauchen begünstigen das Auftreten einer Labyrinthitis.

Die Lebensmittel, die die Wahrscheinlichkeit erhöhen, eine Labyrinthitis zu entwickeln, sind:

  • Kaffee,
  • Schokolade,
  • Salz,
  • Süßes,
  • Alkohol.

Nach den Theorien der Blutgruppendiät kann bei einer Person Schwindel auftreten, wenn sie folgende Lebensmittel zu sich nimmt:

  • glutenhaltiges Getreide,
  • Milch und Milchprodukte (Käse, Joghurt usw.).

 

Symptome der Innenohrentzündung

Die häufigsten Symptome der Labyrinthitis sind:

  1. Schwindel (Vertigo), der mehrere Tage anhält; die Person hat das Empfinden, sich zu „drehen“, während das Zimmer still steht oder die Person steht und das Zimmer „dreht“ sich im Kreis;
  2. Schwerhöhrigkeit (Hypakusis) in einem oder beiden Ohren;
  3. Übelkeit und Erbrechen;
  4. Verlust des Gleichgewichts.

Bei Bewegungen von Kopf und Augen verschlimmern sich die Symptome, in schweren Fällen muss der Patient still im Bett liegen, um nicht erbrechen zu müssen.

Die Labyrinthitis kann:

  • leichtgradig,
  • schwergradig (gravierend) sein.

Manche Menschen fühlen sich nur leicht benommen und ohne Gleichgewicht; andere wiederum können sich nicht auf den Beinen halten.

Andere Symptome der akuten Labyrinthitis sind:

  • leichte Kopfschmerzen,
  • Tinnitus (Brummen und Pfeifen im Ohr), kann bilateral oder unilateral (in beiden oder einem Ohr) auftreten,
  • Gefühl des Unwohlseins,
  • Verschwommensehen,
  • horizontaler-torsionaler Spontannystagmus (Jeong SH – Department of Neurology, Chungnam National University Hospital, Daejeon, Korea).

Es können Stimmungsstörungen auftreten, wie:

  • Angst und Stress,
  • Depression,
  • Panikattacken.

 

Chronische Labyrinthitis
In seltenen Fällen leiden die Personen über viele Monate, auch Jahre, unter Drehschwindel, Schwindel und Übelkeit. Diese Störung wird als chronische Labyrinthitis bezeichnet.
Die Symptome der chronischen Labyrinthitis sind weniger schwerwiegend.
Schwindelzustände dürfen nicht unterschätzt werden, auch wenn sie leichtgradig sind, vor allem bei Personen, die LKWs und andere schwere Fahrzeuge fahren.

 

Komplikationen der Innenohrentzündung

Die Labyrinthitis tritt oft ohne Komplikationen auf. Gelegentlich kann diese Erkrankung führen zu:

Das Gehirn kompensiert den Schaden, beispielsweise dadurch, dass es die anomalen Signale, die vom kranken Ohr kommen, ignoriert; doch die Person fühlt sich unsicher.