Darminfarkt: Symptome und Therapie

Darminfarkt

Der Darminfarkt ist der Tod eines Darmabschnittes (Nekrose) und wird durch einen Abfall der Blutversorgung verursacht

 

Diese Störung tritt auf, wenn der Darm keine ausreichende Blutmenge mehr erhält.

 

Die Ischämie kann den Dünndarm, den Dickdarm oder beide betreffen.

Es handelt sich um eine sehr schwerwiegende Erkrankung, die verursachen kann:

  1. Starke Schmerzen,
  2. Verlust der Darmfunktion.

Der massive Darminfarkt ist sehr schwerwiegend und führt innerhalb weniger Tage zum Tod (durchschnittlich innerhalb von 24 Stunden).

Der Darminfarkt kann von folgender Art sein:

  1. Embolisch, wenn er durch einen Embolus verursacht wird, wahrscheinlich bei Patienten mit Herzerkrankungen wie Herzrhythmusstörungen,
  2. Thrombotisch (ist die häufigste Form), wenn er durch einen Thrombus verursacht wird, der ein Blutgefäß verschließt,
  3. Nicht obstruktiv: während eines hämorrhagischen Schocks kann es zu einer unterschiedlichen Verteilung der zirkulierenden Blutmenge kommen. Um Blut zum Gehirn und zum Herzen zu bringen, werden die Splanchnikusgefäße geopfert und somit erhalten die Zellen nicht ausreichend Sauerstoff und Nährstoffe. Ist die Ischämie nicht okklusiver Art, bilden sich im Darm abwechselnd einige ischämische und andere gesunde Abschnitte.

Ältere Menschen (über 50 Jahre) haben ein größeres Risiko, diese Beschwerden zu entwickeln, als andere.

In der Regel ist diese Erkrankung in der Bevölkerung sehr selten.

Kinder

Der Darminfarkt betrifft vorwiegend ältere Menschen, jedoch können Neugeborene an einer nekrotisierenden Enterokolitis leiden, gewöhnlich sind es Frühgeborene.

Darminfarkt

Pathologische Anatomie

Es gibt im Grunde drei Blutgefäße, die das Blut in die Bauchregion transportieren und einen arteriellen intestinalen Infarkt verursachen können:

  1. Arteria coeliaca,
  2. Arteria mesenterica superior,
  3. Arteria mesenterica inferior.

In der Arteria mesenterica superior befindet sich das Reiter-Segment, aus dem die Arterien entspringen:

  1. Colica,
  2. Ileocoelica,
  3. Colica media.

Ein Verschluss des Reiter-Segmentes kann einen Infarkt des ganzen Darms auslösen.

Venöse Ischämie

Ein Blutkoagel kann sich in einer Vene entwickeln, die das Blut aus dem Darm transportiert.

Ist die Vene blockiert, kehrt das Blut zum Darm zurück und führt zu einer Anschwellung und Blutung.

Diese Störung ist gekennzeichnet durch:

  1. Blutstau,
  2. Sauerstoffmangel,
  3. Veränderungen der intestinalen Mikrozirkulation,
  4. Erweiterte und mit Blut gefüllte Darmschlingen.

Allgemein spricht man von einem Infarkt bei der Blockade einer Arterie. Doch in diesem Fall trifft das auch auf eine venöse Verengung zu, denn in beiden Fällen kommt es zu:

  1. Sauerstoffmangel,
  2. Schädigung des Endothels (Innenwand) der Blutgefäße.

Ursachen können sein:

  1. Druck durch Tumore oder Lymphknoten,
  2. Pankreatitis,
  3. Bauchinfektion,
  4. Darmerkrankungen wie Morbus Crohn, Colitis ulcerosa und Divertikulitis.
  5. Krankheiten, die zu einer erhöhten Gerinnbarkeit des Blutes führen,
  6. Trauma,
  7. Hohe Östrogenmengen.

Die Symptome sind die gleichen, wie bei einem Infarkt oder einer Ischämie, die von einer Arterie ausgehen.

 

 

Ursachen des Darminfarkts

Der Verschluss einer Arterie kann verursacht sein durch:

  1. Atherosklerose,
  2. Blutkoagel (die sich im Fall von Vorhofflimmern im Herzen bilden können),
  3. Aneurysmen in den Blutgefäßen.

Der Verschluss der Vene kann diese Störung verursachen bei:

  1. Pfortaderhochdruck (die Pfortader transportiert das Blut aus Magen und Darm zur Leber). Die Vene entsteht aus der Vereinigung der Vena mesenterica superior und der Milzvene (in die die Vena mesenterica inferior fließt).
  2. Tiefer Venenthrombose. Diese ist wahrscheinlicher bei erhöhter Gerinnbarkeit des Blutes oder im Falle von Entzündungen.
  3. Sepsis,
  4. Trauma,
  5. Chirurgischem Eingriff.

Ursachen der nicht-okklusiven intestinalen Ischämie:

  1. Hypotonie (niedriger Blutdruck), ein länger dauernder niedriger Blutdruck, der bei einer Herzoperation verursacht wird, kann zur Ischämie des Darmes und in gewissen Fällen auch zu einem Darminfarkt führen.
  2. Spasmus (Kontraktion) der Arterien, die zum Darm führen,
  3. Dickdarmtumor, der die Blutgefäße einengt und eine Durchblutungsstörung verursachen kann,
  4. Herzinsuffizienz,
  5. Schock und Blutung – Sie führen zu einer Verringerung des zirkulierenden Blutvolumens und des arteriellen Blutdrucks,
  6. Nebenwirkung von Medikamenten (Vasokonstriktoren, Vasodilatatoren und Kontrazeptiva) und einigen Drogen.

Risikofaktoren sind:

  1. Rauchen,
  2. Übergewicht,
  3. Stark erniedrigter Blutdruck.

 

Anzeichen und Symptome des Darminfarkts

Die Symptome sind zweierlei Art:

  1. Akute Infarktsymptome, die plötzlich auftreten,
  2. Chronische Ischämie Symptome, die sich mit der Zeit entwickeln.

Akute Symptome

  1. Plötzliche starke Bauchschmerzen, vor allem in einem bestimmten Bereich des Bauches. Der Schmerz kann durch einen chemischen Reiz (Ischämie und Veränderungen im pH-Wert) oder mechanisch (Darmausdehnung stromaufwärts des Arterien- oder Venenverschlusses) ausgelöst werden.
  2. Übelkeit,
  3. Erbrechen,
  4. Blut im Stuhl,
  5. Geblähter Bauch,
  6. Dringlicher Stuhlgang,
  7. Fieber.

Bei einer Thrombose oder Embolie entwickeln sich die Symptome wie folgt:

  1. Zu Beginn hat die Person starke Schmerzen, ähnlich einer Kolitis. Der Schmerz ist nicht lokalisiert, er ist überall im Bauch spürbar.
  2. Nach einigen Stunden konzentriert sich der Schmerz im Nabelbereich oder auf einer Seite. Diese Phase dauert 4 bis 6 Stunden. Die Intensität des Schmerzes nimmt ab, hingegen verschlechtern sich andere Symptome: beschleunigte Herzfrequenz, erniedrigter Blutdruck, schnelle Atmung.
  3. Am Ende der zweiten Phase kommt es zur Darmnekrose mit Peritonitis und Schock.

Chronische Symptome

  1. Bauchschmerzen nach dem Essen,
  2. Übelkeit und Erbrechen,
  3. Durchfall oder Obstipation,
  4. Gewichtsverlust, da die betreffende Person nichts isst, um den Schmerz zu vermeiden,
  5. Geblähter Bauch.

Komplikationen des Darminfarktes

Die Folgen oder Komplikationen des Darminfarkts sind:

  1. Absterben des Darmgewebes
  2. Wenn die Durchblutung vollständig und plötzlich unterbrochen wird, kann das Darmgewebe absterben (Gangrän).
  3. Perforation
  4. In der Darmwand kann ein Riss entstehen. Die Folge ist, dass Darminhalt in die Bauchhöhle austritt und eine schwerwiegende Infektion (Peritonitis) verursacht.
  5. Fibrose oder Dickdarmverengung
  6. Beim Heilungsprozess einer Ischämie kommt es zur Bildung von fibrösem Narbengewebe, das den Darm verengt und blockiert.
  7. Tod

 

Diagnose und Untersuchung des Darminfarktes

Je nach Anzeichen und Symptomen kann der Arzt folgende Untersuchungen anordnen:

  1. Angiographie mit CT oder Magnetresonanztomographie zur Erstellung detaillierter Bilder über die Durchblutung des Dünndarms und zur Suche nach arteriellen Verschlüssen.
  2. Manchmal kann der Arzt verschlossene Arterien während der Angiographie behandeln, bei einer Insuffizienz der Arterie coeliaca oder mesenterica kann der Arzt über die Katheter einen Stent einlegen, bevor sich ein Darminfarkt ereignet.
  3. So kann die Durchblutung wiederhergestellt werden, zum Beispiel bei einer Erkrankung, die die Arteria coeliaca betrifft.
  4. Die Arteriographie besteht in einer Röntgenaufnahme der Blutgefäße.
  5. Der Echodoppler zeigt, ob der Verschluss venös oder arteriell ist.
  6. 4) Wenn der Patient keine Besserung durch die Medikamente erfährt, empfiehlt der Arzt eine laparoskopische Untersuchung, um das geschädigte Gewebe zu identifizieren und zu entfernen.
  7. Die explorative Chirurgie ermöglicht Diagnose und Therapie.

Bei den Blutuntersuchungen im Labor erkennt man:

  1. Leukozytose (erhöhte weiße Blutkörperchen) mit Neutrophilen über 15.000/mm³;
  2. Erhöhte Laktatdehydrogenase (LDH);
  3. Hohe Amylase;
  4. Hohe alkalische Phosphatase;
  5. Erhöhtes Laktat.

 

Koagel,Blut,Infarkt

Therapie und Medikamente bei Darminfarkt

Die Behandlung der intestinalen Ischämie besteht in der Wiederherstellung einer ausreichenden Blutzirkulation im Verdauungstrakt.

Die Möglichkeiten variieren je nach Art und Schwere der Erkrankung.

Medikamente

Thrombolytische Medikamente können zur Auflösung der Thromben oder zur Entstehungsverhinderung der Koagel verabreicht werden.

Zudem nützen Vasodilatatoren zur Erweiterung der Blutgefäße bei einer akuten Ischämie der Eingeweidearterie.

Bei einer chronischen Mesenterialischämie kann der Arzt Antikoagulantien verschreiben.

Venöse Mesenterialthrombose

Wenn der Darm nicht geschädigt wurde, ist wahrscheinlich die Einnahme eines blutgerinnungshemmenden Medikaments für etwa drei bis sechs Monate erforderlich.

Antikoagulantien verhindern die Thrombenbildung.

Weist die Untersuchung auf eine Blutgerinnungsstörung hin, könnte die lebenslange Einnahme von Gerinnungshemmern erforderlich sein.

Sind Dickdarmabschnitte geschädigt, kann eine Operation zu deren Entfernung erforderlich sein.

Ischämie des Dickdarms

Eine Dickdarmischämie kann von selbst wieder ausheilen, doch der Arzt sollte dazu Antibiotika verschreiben, um Infektionen vorzubeugen.

Der Arzt kann zur Behandlung anderweitiger in Verbindung stehender Erkrankungen raten, zum Beispiel:

  1. Kompensierte Herzinsuffizienz,
  2. Unregelmäßiger Herzschlag (Arrhythmie).

Die Einnahme aller Medikamente, die zur Vasokonstriktion führen, muss abgebrochen werden. Dies betrifft zum Beispiel Mittel gegen:

  1. Migräne,
  2. Hormonbehandlungen,
  3. Herzkrankheiten.

Wurde der Dickdarm geschädigt, kann eine Operation erforderlich sein, um das abgestorbene Gewebe zu entfernen oder eine arterielle Darmblockade durch einen Bypass zu umgehen.

Akute Mesenterialischämie (Infarkt)

In der Regel ist eine Operation erforderlich:

  1. Um ein Blutgerinnsel zu entfernen,
  2. Um eine arterielle Blockade zu umgehen oder
  3. Um einen beschädigten Darmteil wieder herzustellen oder zu entfernen.

Bei einer frühzeitigen Diagnose und wenn die Krankheit nur einen kleinen Teil des Darmes betrifft, kann der Chirurg ein Darmsegment entfernen und eine Anastomose herstellen..

Die Behandlung umfasst Medikamente, die:

  1. Thrombusbildung verhindern,
  2. Gerinnsel auflösen,
  3. Blutgefäße erweitern.

Erfolgt zur Diagnose des Problems eine Angiographie, ist die gleichzeitige Behandlung der Erkrankung mittels Angioplastik möglich.

Bei der Angioplastik wird ein Ballon in eine Arterie eingeführt, der sich aufbläht, um:

  • Fettreserven zu komprimieren,
  • Die Arterie zu erweitern.

Die Folge ist eine Arterie mit einem größeren Durchmesser, die dem Blut einen ungestörten Fluss ermöglicht.

Der Arzt kann eine zylinderförmige Metallstruktur (Stent) in die Arterie einführen, um diese offen zu halten.

Bei einem vollständigen Verschluss der Mesenterialarterie entwickelt sich ein massiver Darminfarkt. In diesem Fall kann der Chirurg nicht den gesamten Darm (einen Teil des Dünndarms) entfernen, da dies nicht mit dem Leben vereinbar wäre.

Daher wird dem Patienten Heparin über die Vene verabreicht, in der Hoffnung, dass sich das Blutkoagel auflöst oder verkleinert.

Chronische Mesenterialischämie

Gewöhnlich ist eine Operation erforderlich zur:

  1. Wiederherstellung der Durchblutung,
  2. Verhinderung eines Fortschreitens einer akuten Mesenterialischämie.

Der Chirurg kann die verschlossene Arterie umgehen oder verengte Arterien erweitern mittels:

  • Einer angioplastischen Operation,
  • Einsetzen eines Stents.

Außer Angioplastik und Bypass gibt es noch ein anderes Verfahren bei chronischer Mesenterialischämie, das sich transaortale Endoarteriektomie nennt.

Bei dieser Operation wird der Plaque, der die Mesenterialarterie verschließt, entfernt.

Rekonvaleszenz nach der Operation

Der postoperative Verlauf hängt vom Zustand des Patienten und von dem Ausmaß der Darmnekrose ab.

Die Prognose ist in den meisten Fällen infaust, bei einem venösen Verschluss ist eine Genesung eher wahrscheinlich.

Vorbeugung, Diät und Ernährung bei Darminfarkt

Man kann das Risiko einer Darmischämie durch eine Veränderung des Lebensstils verringern, um einer Arteriosklerose vorzubeugen:

Dazu sollte man eine Ernährung mit viel Obst, Gemüse, Nüssen und Samen wählen.

Die Menge an zugesetzten Zuckern sollte man reduzieren, ebenso Fertigprodukte, Getreideprodukte und Milcherzeugnisse.

Rauchen. Menschen, die rauchen, sollten sich mit ihrem Arzt über die Möglichkeit unterhalten, sich das Rauchen abzugewöhnen.

Beratung, Medikamente und Nikotinersatzprodukte sind dazu eine Möglichkeit.

Regelmäßige körperliche Bewegung

Ziel sind mindestens 30 Minuten am Tag.

Das Körpergewicht gemäß der Körpergröße einhalten.

Andere Gesundheitsprobleme behandeln.

Folgende Erkrankungen verhindern oder behandeln:

  1. Bluthochdruck,
  2. Hohes Cholesterin,
  3. Diabetes oder andere Erkrankungen, die das Risiko einer Atherosklerose erhöhen.