Hüftschmerzen

Hüftschmerzen

Hüftschmerz ist ein häufiges Problem und kann durch verschiedene Störungen verursacht sein.

Das Hüftgelenk ist so konzipiert, dass es wiederholten Bewegungen und Verschleiß widersteht. Dieses Gelenk besteht aus einer Kugel, die in einen Hohlraum eingesetzt ist und ist das größte Gelenk im Körper.
Die Kugel ist das Ende des Oberschenkelknochens, das heißt, der Kopf des Oberschenkelknochens, der Hohlraum wird durch die Hüftgelenkspfanne gebildet, also eine Öffnung im Becken.

Schmerzen, die von der Hüfte kommen, spürt man nicht immer in diesem Körperteil. Man kann sie hingegen in der Oberschenkelmitte oder in der Leiste spüren.

Hüftschmerzen

Hüftschmerzen

Ähnlich können Schmerzen, die in der Hüfte verspürt werden, von einer Rückenstörung herrühren, statt von der Hüfte selbst.
Die Position des Hüftschmerzes gibt dem Arzt einen guten Anhaltspunkt, um die Ursache der Symptome zu finden.


Seitlicher oder äußerer Hüftschmerz

 

Hüftprellung

Eine Kontusion der Hüfte ist ein Trauma, das ein Hämatom an der oberen und äußeren Seite der Hüfte, auch Beckenkamm genannt, verursacht.
Es gibt in diesem Körperbereich viele Muskeln, darunter den Gesäßmuskel und den Musculus tensor fasciae latae.
Eine Kontusion kann zu Frakturen oder zu Verletzungen des Weichgewebes führen.
In einigen Fällen erleiden die Patienten ein Knochenödem, wobei sich ein Teil des Knochens entzündet und starke Schmerzen verursacht.

Ursachen
Kontusionen werden durch einen direkten Schlag gegen den Knochen des Beckens verursacht. Das kommt häufig bei Fußball- oder Hockeyspielern vor, wenn ein anderer Spieler das Becken trifft.
Es kann aber auch bei jeder anderen Sportart passieren, wenn man auf die Hüfte fällt.

Risikofaktoren
Wer Kontaktsport betreibt, hat eine größere Wahrscheinlichkeit für eine Hüftkontusion. Fußballer und Hockeyspieler oder Footballspieler tragen ein besonders hohes Risiko.

Symptome
Die Symptome sind: Schmerzen bei Aktivitäten, Schwellungen, Hämatome, Muskelspasmen und Bewegungseinschränkungen.
Bei einem Knochenödem und einer Fraktur kann der Patient nicht normal laufen. Er hinkt hingegen oder benötigt Krücken.

Prävention
Eine Hüftkontusion entsteht durch direkte Schläge auf den betreffenden Bereich. Folglich kann eine Prellung der Hüfte nicht immer vermieden werden. Allerdings kann man darauf achten, eine angemessene Sportausrüstung und Polsterung zu verwenden, um mögliche Verletzungen zu minimieren.

Trochanter-Bursitis

Die Schleimbeutelentzündung der Hüfte wird Bursitis trochanterica genannt. Sie tritt auf, wenn sich die Flüssigkeit im Schleimbeutel, der sich zwischen Knochen und Gelenken befindet, entzündet.
Der Schleimbeutel der Hüfte ist ziemlich groß und kann leicht gereizt werden, was Schmerzen in der Flanke verursacht.
Der Schmerz kann stark und dumpf sein und kann zunehmen, wenn man auf der Hüfte liegt oder über längere Zeit sitzt.

Ursachen
Einige häufige Ursachen für eine Hüftbursitis sind:

  • Hüftverletzungen, darunter ein Sturz auf die Seite, ein Zusammenstoß oder ein Sporttrauma;
  • rheumatoide Arthritis;
  • Hüftoperation;
  • Skoliose und andere Erkrankungen der Wirbelsäule;
  • unterschiedliche Beinlänge;
  • Knochensporn oder Kalkablagerungen in der Hüfte.

Symptome
Die Symptome sind:

  • Schmerzen an der Außenseite von Hüfte und Becken;
  • Schmerzen mit Ausstrahlung von der Hüfte bis in den Oberschenkel, doch nicht bis zum Knie;
  • die Beschwerden nehmen nachts oder beim Liegen auf der Seite zu;
  • die Symptome werden bei längerem Stehen, beim Sitzen in einer Position über längere Zeit und bei bestimmten Aktivitäten, wie zum Beispiel Treppensteigen und Hocken, stärker.

Prävention
Dehnungen vor den Übungen, Muskelkräftigung und Ruhepausen bei wiederholten Aktivitäten helfen, einer Schleimbeutelentzündung vorzubeugen.

 

Schmerzen in der hinteren Hüfte

Schmerzen in der hinteren Hüfte werden häufig durch das Piriformissyndrom verursacht.
Das Piriformissyndrom ist eine häufige Schmerzursache der hinteren Hüfte. Dieser Schmerz zeigt sich tief im Gesäßmuskel.
Die Symptome verschlimmern sich im Sitzen, Laufen und bei der Körperdrehung im Bett.

Der Test, um herauszufinden, ob der Piriformis die Ursache des Schmerzes ist, besteht in der aktiven Außenrotation der Hüfte oder in der passiven Innenrotation.
Der Schmerz kann nach unten und in die Oberschenkelhinterseite ausstrahlen.
In bestimmten Fällen entzündet sich der Piriformismuskel, drückt auf den Ischiasnerv und verursacht damit ähnliche Symptome wie eine Diskushernie.
Der Muskel ist bei Palpation und beim Stretching (Beugung der Hüfte und Innendrehung) schmerzhaft.
Die am besten geeignete Therapie besteht in tiefer Massage des Gewebes in dieser Zone, Dehnung des Piriformismuskels und Kräftigung der Rotatoren und Abduktoren der Hüfte.
Die Genesungszeiten können langwierig sein, vor allem wenn nicht sofort die richtige Therapie erfolgt. Es können dann Wochen und Monate bis zur Genesung vergehen.

Frakturen von Hüfte und Becken sind meist die Folge eines Sturzes oder entstehen durch eine schwere Osteoporose. Sie treten auch häufig bei Läufern auf.
Ein tiefgehender Schmerz, der sich beim Laufen oder Springen und im Laufe der Zeit verschlimmert, kann auf eine Stressfraktur hinweisen. Eine Gefühllosigkeit des Knochens ist ein guter Hinweis.

Die Röntgenaufnahme kann eine Stressfraktur in den ersten 3-4 Wochen wohlmöglich nicht aufzeigen. Es kann also eine Magnetresonanztomographie erforderlich sein, um den Knochenschaden sichtbar zu machen.
Die meisten Stressfrakturen können einfach durch Ruhigstellung behandelt werden, jedoch sind manche Fälle schwerer und es können Krücken oder eine Operation erforderlich sein.
Eine Stressfraktur entsteht meist aufgrund eines Trainingsfehlers (zu häufiges oder zu schnelles Laufen).
Eine gute Regel ist, Dauer, Häufigkeit und Intensität des Trainings nicht über zehn Prozent pro Woche zu erhöhen. Frauen, bei denen die Menstruation ausbleibt, haben ein höheres Risiko für eine Stressfraktur.

Fibromyalgie ist ein Syndrom von chronischer Müdigkeit verbunden mit diffusen Muskelschmerzen und Steifigkeit, die erhebliche Beschwerden im ganzen Körper verursachen kann.
Zu den Schmerzpunkten (Tenderpoints) zählen einige Zonen der Rückseite der Hüfte, hinter dem oberen Teil des Beckens.
Andere Symptome sind: Schlafstörungen, Muskelkrämpfe, Spasmen, Taubheitsgefühl vieler Muskelgruppen im gesamten Körper und Schwäche.

Ischialgie oder eine Entzündung des Ischiasnervs kann sich auch in Form von Hüftschmerzen und Kribbeln entlang der Extremität bis zum Fuß darstellen.
Es gibt verschiedene Gründe, die zur Entzündung des Ischiasnervs führen, darunter:

  • Spinalkanalstenose, verursacht durch Arthrose der Lendenwirbelsäule,
  • Ruptur der Bandscheiben,
  • Spasmen der Stützmuskeln des Rückens.

 

Therapie

Hüftprellung
Eine leichte Hüftprellung heilt bei Ruhigstellung, Einnahme von nichtsteroidalen Entzündungshemmern (NSAR) und der Verwendung von Eispackungen von selbst aus.
Ist das Trauma ausgeprägt, ist eine Physiotherapie zur Absorption des Hämatoms und der Entzündung sinnvoll, insbesondere die Tecar-Therapie.
Der Arzt kann eine Infiltration mit Kortikosteroiden direkt in das Hüftgelenk vornehmen.
Schwerere Hüftprellungen können bis zur Genesung einige Wochen benötigen.

Trochanter-Bursitis
Normalerweise wird eine Bursitis mit Ruhigstellung, Verwendung von Eispackungen und Einnahme von Medikamenten zur Linderung von Schmerz und Schwellung behandelt.
Andere hilfreiche Therapien sind: Ultraschall, Osteopathie, Kortisoninjektion und in seltenen Fällen eine Operation.

Tendinitis

Die Entzündung der Sehne oder ihrer Scheide wird Tendinitis genannt. Die Tendinitis des Traktus iliotibialis verursacht Schmerzen an der Außenseite der Hüfte.

Ursache
Die Überbeanspruchung der Sehne ist die häufigste Ursache einer Tendinitis des Traktus iliotibialis. Ein Trauma der Sehne oder eine starke Dehnung können zur Tendinitis führen.

Risikofaktoren
Faktoren, die die Wahrscheinlichkeit einer Sehnenentzündung erhöhen, sind: muskuläres Ungleichgewicht, Übergewicht, Alter, sportliche Betätigung und Fehlstellungen des Beins.
In meiner Praxis sehe ich viele Radfahrer mit diesen Beschwerden aufgrund ihrer Haltung beim Radfahren.

Symptome
Die Symptome umfassen: Schmerz, besonders während der Aktivität, Bewegungseinschränkung der Gelenke und lokale Schwellungen.


Diagnose
Der Arzt führt eine körperliche Untersuchung durch, um die Position des Schmerzes zu bestimmen.
In den meisten Fällen stellt der Facharzt die Diagnose anhand von Untersuchung und Anamnese.
Sind die Symptome schwerwiegend, kann der Arzt eine Röntgenuntersuchung und eine Magnetresonanztomographie anordnen.

Behandlung
Die konventionelle Therapie besteht in: Vermeiden der Bewegung, die die Entzündung der Sehne verursacht hat, um die Selbstheilung des Körpers zu ermöglichen. Die Therapie umfasst auch Eispackungen nach der Aktivität, Einlagen zur Fußkorrektur, sanftes Dehnen der Sehne, Stärkung der Hüftmuskulatur und entzündungshemmende Medikamente (wie Ibuprofen).
Einige instrumentale Therapien können zur Behandlung der Tendinitis des Traktus iliotibialis nützlich sein, insbesondere die Lasertherapie.

Prävention
Um einer Tendinopathie vorzubeugen, sollte man die Dauer und Intensität der Trainingsübungen schrittweise erhöhen.