Schmerzen an Hüfte und Gesäß: 13 Ursachen und die wirksamsten Therapien

Hüftschmerzen

Hüftschmerzen können auf zwei verschiedene Weisen behandelt werden. Wichtig ist, die Ursache zu begreifen, um die beste Therapie wählen zu können.

  1. Nach der konventionellen Therapie hängt die Diagnose von Gelenkverschleiß, Verletzungen, Entzündungen oder Tumorerkrankungen ab. Die am meisten verordnete Behandlung besteht in der Verwendung von Gehhilfen, der Einnahme von Medikamenten oder einer Operation.
  2. Die Naturheilkunde begegnet dem Problem ganz anders, weil sie versucht, die Ursachen auf der Grundlage wissenschaftlicher Studien und physikalischer Prinzipien zu verstehen und zu beseitigen. Diese Behandlung umfasst: Änderung der Ernährung und des Lebensstils, Übungen und natürliche Heilmittel.

 

Hüftschmerzen

Hüftschmerzen

Die Hüfte besteht aus einer Kugel, die in einen Hohlraum eingesetzt ist, und ist das größte Gelenk im Körper.

Die Kugel ist das Ende des Oberschenkelknochens, also der Kopf des Oberschenkelknochens, der Hohlraum wird durch die Hüftgelenkspfanne gebildet, also eine Öffnung im Becken.

Schmerzen, die in der Hüfte verspürt werden, können auch durch die Erkrankung eines Organs oder eines Nervs verursacht sein, und nicht nur von der Hüfte selbst.

Ursachen von Hüft- und Gesäßschmerzen nach der Schulmedizin

1) Arthritis

Die Arthritis ist eine Erkrankung, die Schmerzen und Gelenksteifigkeit verursacht.

Die Ursache ist eine Reaktion des Immunsystems, die die Gelenke angreift.

Die Arthritis des Hüftgelenks kann Schmerzen verursachen, die in das Gesäß ausstrahlen.

Schmerz und Steifigkeit können morgens schlimmer sein und sich allmählich mit der Bewegung der Gelenke bessern.

2) Arthritis und Spondylitis ankylosans

Die Spondylitis ankylosans ist eine Art von Arthritis, die die Wirbelsäule betrifft.

Sie ist durch Steifigkeit und dauerhafte Schmerzen im Rücken, im Gesäß und in der Hüfte gekennzeichnet, die länger als drei Monate andauern.

Die Spondylitis beginnt oftmals in Höhe der Iliosakralgelenke, wo sich das Kreuzbein mit dem Darmbein verbindet.

Zu den Folgen gehören ein übermäßiges Knochenwachstum und eine Knochenfusion.

Diese verursachen eine Bewegungseinschränkung.

3) Die Sakroiliitis ist die Entzündung eines oder beider Iliosakralgelenke zwischen Wirbelsäule und Becken.

Schmerzen durch eine Sakroiliitis treten hauptsächlich im Gesäß und im unteren Rückenbereich auf.

Sie kann auch Schmerzen in den Beinen, in der Leistengegend und sogar in den Füßen verursachen.

4) Facettensyndrom

Diese Erkrankung besteht in der Entzündung der Zwischenwirbelgelenke (im hinteren Wirbelbereich).

Zu den Symptomen gehören:

  1. Intermittierende Nacken- und Kreuzschmerzen. Der Schmerz nimmt bei Extension (rückwärts beugen) zu und verringert sich bei Flexion (nach vorn beugen).
  2. Beschwerden in Höhe der entzündeten Facette,
  3. Starrheit,
  4. Der Schmerz breitet sich in das Gesäß und etwas weiter nach unten aus.
  5. Selten empfindet der Patient Schmerzen in der Hüfte, der Leistenbeuge, am Knie oder am Fuß.

5) Tendinopathie des mittleren Gesäßmuskels

Der mittlere Gesäßmuskel entspringt dem Becken (Darmbein) und endet an einer Sehne, die am großen Trochanter des Oberschenkelknochens (seitlich) ansetzt.

Die Tendinopathie des mittleren Gesäßmuskels sind Beschwerden, die durch Mikroläsionen und Reizung der Sehne gekennzeichnet sind.

Zu den Symptomen gehören:

  1. Schmerz im Bereich der Sehne (über dem Trochanter), der sich in die seitlichen Bereiche des Oberschenkels ausdehnen kann,

Der Schmerz wird beim Gehen sowie Auf- und Absteigen von Treppen verspürt,

  1. Schwäche bei Abduktion (seitliches Abspreizen des Beins),
  2. Rötung (selten),

6) Hüftprellung

Eine Hüftprellung ist ein Trauma, das ein Hämatom verursacht.

Es gibt in diesem Körperbereich viele Muskeln, darunter den Gesäßmuskel und den Musculus tensor fasciae latae.

In einigen Fällen erleiden die Patienten ein Knochenödem, also wenn sich ein Teil des Knochens entzündet und starke Schmerzen verursacht.

 

Symptome

Die Symptome sind: Schmerzen bei Aktivitäten, Schwellungen, Hämatome, Muskelspasmen und Bewegungseinschränkungen.

7) Trochanter-Bursitis

Die Bursitis der Hüfte wird auch Trochanter-Bursitis genannt. Sie tritt auf, wenn sich der mit Flüssigkeit gefüllte Schleimbeutel außerhalb des großen Trochanters entzündet.

 

Ursachen.

Einige häufige Ursachen für eine Hüftbursitis sind:

  • Hüftverletzung, darunter Sturz auf die Seite, ein Stoß oder ein Sporttrauma;
  • Rheumatoide Arthritis und andere Autoimmunerkrankungen;
  • Hüftoperation;

Die Schulmedizin spricht auch von:

  • Überlastung,
  • Skoliose und andere Erkrankungen der Wirbelsäule;
  • Unterschiedliche Beinlänge;
  • Knochensporne oder Kalkablagerungen in der Hüfte.

Diese letztgenannten Ursachen treten sehr häufig auf und können nicht sicher mit einer Schleimbeutelentzündung des Trochanters in Verbindung gebracht werden.

Hingegen wird der Schmerz an der Außenseite der Hüfte häufiger verursacht durch:

  1. Aktive Triggerpunkte,
  2. Muskelungleichgewicht, das den Gesäßmuskel und den mittleren kleinen Gesäßmuskel überlastet (Bewyer – 2003)

Symptome

Symptome sind:

  • Schmerzen an der Außenseite von Hüfte und Becken;
  • Die Beschwerden nehmen nachts oder beim Liegen auf der Seite zu.

8) Piriformissyndrom

Das Piriformissyndrom ist eine häufige Schmerzursache der hinteren Hüfte. Dieser Schmerz entsteht tief im Gesäßmuskel.

Die Symptome verschlimmern sich im Sitzen, Laufen und bei der Körperdrehung im Bett.

Der Schmerz kann nach unten und in die Oberschenkelhinterseite ausstrahlen.

 

Der Muskel ist bei Palpation und beim Stretching (Beugung der Hüfte und Innendrehung) schmerzhaft.

Die häufigste Therapie besteht in:

  1. Tiefer Gewebemassage in dem Bereich,
  2. Stärkung der Rotatoren und Abduktoren der Hüfte.

Die Genesungszeiten können lang sein, vor allem wenn nicht sofort die richtige Therapie erfolgt. Es können dann Wochen oder Monate bis zur Genesung vergehen.

Die Fibromyalgie ist mit diffusen Muskelschmerzen und Steifigkeit verbunden, die im ganzen Körper erhebliche Beschwerden verursachen können.

Andere Symptome sind:

  • Schlafstörungen,
  • Muskelkrämpfe,
  • Spasmen,
  • Taubheit vieler Muskelgruppen im gesamten Körper,
  • Schwäche.

Die Ischialgie oder Entzündung des Ischiasnervs kann sich auch in Form von Hüftschmerzen und Kribbeln entlang der unteren Extremität bis zum Fuß äußern.

Sie kann durch einen Bandscheibenvorfall verursacht sein, der auf den Nerv drückt.

Die Nervenwurzeln von L2 und L3 können Schmerzen im oberen Gesäßbereich verursachen, die sich bis in die Oberschenkelvorderseiten ausbreiten.

11) Inguinaltunnel-Syndrom

Das ist eine Störung, die durch Druck auf den Nervus cutaneus lateralis des Oberschenkels gekennzeichnet ist.

Zu den Symptomen gehören:

  1. Schmerzen im vorderen und seitlichen Bereich des Oberschenkels,
  2. Kribbeln,
  3. Sensibilitätsverlust.

12) Tumor

Das häufigste Symptom eines Tumors oder Krebsleidens an der Wirbelsäule sind Rückenschmerzen, die sich bis in die Beine ausbreiten.

Die Schmerzen nehmen zu:

  1. Nachts,
  2. Am Morgen nach dem Erwachen,
  3. Währen der Bewegung.

13) Nierenerkrankungen

Manche Nierenkrankheiten können Schmerzen aus dem Rücken zum Gesäß verursachen:

  1. Nierensteine,
  2. Niereninsuffizienz,
  3. Fortgeschrittene Niereninfektion.

Der Schmerz kann bis in die Leiste ausstrahlen und der Patient kann Schwierigkeiten beim Wasserlassen haben.

Andere weniger häufige Ursachen:

  • Femurkopfnekrose,
  • Läsion der Hüftpfanne,
  • Beckenbruch (Goldford – 1996).

Schmerzen an Hüfte und Gesäß während der Schwangerschaft

Der Ischiasnerv entspringt am Rücken und verläuft bis zu den Füßen.

Erweitert sich die Gebärmutter, drückt sie auf die Nerven und kann Schmerzen, Kribbeln, Kraft- und Sensibilitätsverlust verursachen:

  1. In den Gesäßmuskeln,
  2. In den Flanken,
  3. In den Oberschenkeln.

Im Laufe der Zeit und wenn das Kind seine Position in der Gebärmutter ändert, kann der Schmerz nachlassen.

Therapie bei Hüft- und Gesäßschmerzen

In der Schulmedizin gibt es je nach Störung eine spezielle Therapie.

Zum Beispiel im Fall von:

Arthritis

Der Arzt verschreibt entzündungshemmende Medikamente, Schmerzmittel und Antidepressiva.

Hüftprellung

Eine leichte Hüftprellung heilt von selbst unter Ruhe, nicht-steroidalen Entzündungshemmern (NSAID) und Eispackungen aus.

Ist das Trauma ausgeprägt, ist eine Physiotherapie zur Absorption des Hämatoms und der Entzündung sinnvoll, insbesondere die Tecar-Therapie.

Trochanter-Bursitis

Normalerweise heilt die Bursitis unter Ruhigstellung, Eispackungen und Medikamenten zur Linderung von Schmerz und Schwellung. Andere hilfreiche Therapien sind:

Andere hilfreiche Therapien sind: Stoßwellen, Osteopathie, Kortisoninjektion und in seltenen Fällen eine Operation.

Natürliche Therapie bei Schmerzen an Hüfte und Gesäß

Nach der Naturheilkunde werden Hüftschmerzen verursacht durch:

  • Muskuläres Ungleichgewicht,
  • Durchblutungsstörungen,
  • Manche Nahrungsmittel.

Es gibt Übungen, um das Muskel-Ungleichgewicht zu korrigieren und die Durchblutung anzuregen.

Durch das Vermeiden bestimmter Nahrungsmittel, die eine Reaktion des Immunsystems auslösen, kann die Entzündung auch bei einem Bandscheibenvorfall verringert werden.

Die Abduktoren und sogar der mittlere Gesäßmuskel sind bei Menschen mit Schmerzen in Hüfte und Gesäß oft geschwächt.

Muskuläres Ungleichgewicht kann verursachen:

  1. Eine Überlastung der kleinen und mittleren Gesäßmuskulatur,
  2. Aktivierung von Triggerpunkten (Schmerzpunkte),
  3. Trochanter-Bursitis.

Übungen bei Schmerzen in Hüfte und Gesäß

Die Durchblutung ist für Menschen mit Rückenschmerzen von entscheidender Bedeutung.

Prinzipiell sollte man mindestens eine Stunde am Tag spazieren gehen.

Menschen, die nicht viel gehen, können jede Stunde diese Übung machen:

  1. Ausgangsposition: aufrecht stehen
  2. Sich auf die Zehenspitzen stellen,
  3. In die Ausgangsposition zurückkehren,
  4. 10 Mal wiederholen.

Diese Übung stimuliert den venösen Rückstrom aus den Beinen zum Herzen.

Übungen für den mittleren Gesäßmuskel

Dieser Muskel arbeitet vor allem, wenn der Körper nur auf einem Bein steht, um das Gleichgewicht zu halten.

  1. Anfangsposition: mit dem „schmerzenden“ Bein auf einer Stufe stehen und das andere auf dem Boden abstützen,
  2. Das Bein, das sich auf dem Boden abstützt, anheben,
  3. Beide Knie strecken,
  4. Zur Ausgangsposition zurückkehren,
  5. 10 Mal wiederholen.

Übungen im Liegen für die Gesäßmuskeln

  1. Ausgangsposition: mit gebeugten Knien auf dem Rücken liegend,
  2. Becken anheben,
  3. Das Knie des gesunden Beines strecken,
  4. Zur Ausgangsposition zurückkehren,
  5. 10 Mal wiederholen.

Diät und Ernährung bei Schmerzen an Hüfte und Gesäß

Jeder weiß, dass es Unverträglichkeiten und Allergien auf Nahrungsmittel gibt. Doch viele meinen, diese Symptome würden nur den Darm betreffen.

In Wahrheit können auch der Rücken und die Hüfte aufgrund mancher Nahrungsmittel eine Entzündung entwickeln.

Zum Beispiel können Milch und Milchprodukte eine Dickdarmentzündung verursachen, deren Folge Hüftschmerzen sein können.

Ein Reizdarm kann zu einer Ischialgie führen (Zeitz – 2016).

Mehr lesen:

Literatur:

  1. Dennis C Bewyer, PT, Senior Physical Therapist and Kathryn J Bewyer, MPT, Physical Therapist Rationale for Treatment of Hip Abductor Pain Syndrome. Iowa Orthop J. 2003; 23: 57–60.
  2. Richard J Goldford. Hip and buttock pain due to occult pelvic fractures: a case report. J Can Chiropr Assoc. 1996 – 40/2 82–86.
  3. Brock E. Harper, M.D. and John D. Reveille, M.D. Spondyloarthritis: Clinical Suspicion, Diagnosis, and Sports. Curr Sports Med Rep. 2009 Jan–Feb; 8(1): 29–34.
  4. Grossman MG1, Ducey SA, Nadler SS, Levy AS. Meralgia paresthetica: diagnosis and treatment. J Am Acad Orthop Surg. 2001 Sep-Oct;9(5):336-44.
  5. Jonas Zeitz et al, Pain in IBD Patients: Very Frequent and Frequently Insufficiently Taken into Account. PLoS One. 2016; 11(6): e0156666
 
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