Hodenschmerzen

Der Hodenschmerz ist ein Symptom verschiedener Erkrankungen, er kann rechts, links oder auf beiden Seiten auftreten, zudem kann er in die Leiste oder entlang dem Bein ausstrahlen.

Ursachen für Hodenschmerzen

Hodentorsion
Manche Ursachen von Hodenschmerzen sind ein medizinischer Notfall und das Ausbleiben einer unverzüglichen Therapie kann zum Verlust der Hoden führen. Das ist der Fall bei einer Hodentorsion.
Manchmal jedoch verdreht sich der Samenstrang und unterbricht den Blutstrom zu den Hoden.

Man kontrolliert den einen und den anderen Hoden und kann diese Art von Schmerz sicherlich nicht ignorieren.
Erfolgt keine Behandlung, kann das zum Verlust des betroffenen Hodens führen.
Der Schmerz tritt oftmals während der Nacht auf.
Bei der Hodentorsion ist eine rasche Operation erforderlich.

Hodentorsion-Glockenklöppel-Samenstrang-Hodennekrose.

 

Hodenkrebs
Selten ist Hodenschmerz ein Symptom für Hodenkrebs. Nur 1 Mann von 10 mit Hodenkrebs verspürt Schmerzen. Stattdessen wird Hodenkrebs festgestellt, wenn Arzt oder Patient eine Vergrößerung bemerken.
Es bestehen Beschwerden oder ein Schweregefühl der Hoden, die größer und geschwollen sein können.

Diese Symptome sollten dem Arzt zusammen mit Bauchschmerzen im unteren Bereich (Unterleib), einer Ansammlung von Flüssigkeit im Hodensack und Schmerzzuständen in der Brust berichtet werden.

Eine Faustregel: wenn man eine Veränderung innerhalb, oberhalb oder um die Hoden herum bemerkt, sollte man einen Arzt aufsuchen.
Wenn es sich um Hodenkrebs handelt, ist eine sofortige Abklärung wichtig.

 

Epididymitis (Nebenhodenentzündung)
Die Epididymis ist ein geschlängelter Gang, der sich an der Rückseite eines jeden Hodens befindet. Wenn er gestreckt gemessen wird, hat er etwa 6 Meter Länge.
Er dient der Lagerung der Spermien und ist ein System für ihre Freisetzung. Seine Länge ermöglicht die Lagerung einer großen Menge von Spermien und gibt diesen auch die Zeit zum Heranreifen.

Die Epididymis kann sich entzünden. Da die Epididymis mit den Hoden verbunden ist, kann dies auch zu einer Hodenentzündung führen, die Epididymitis genannt wird. Die häufigste Ursache ist eine bakterielle Infektion. Die Bakterien erreichen die Epididymis nicht über das Blut, sondern treten gewöhnlich über die Harnröhre ein und werden aktiviert, während sie die Hoden erreichen.

In der Regel stammen die Bakterien aus ein oder zwei unterschiedlichen Quellen: übertragbare Geschlechtskrankheiten (wie Gonorrhoe oder Chlamydien) und coliforme Keime, Bakterien, die im Darm leben (es gibt auch weniger häufige Ursachen für die Entzündung, wie das Herzmedikament Amiodaron und einige Virusinfektionen wie Mumps).

Wenn sich die Epididymis entzündet, schwellen die Hoden in der Regel leicht an und sind gerötet. Die Krankheit kann sehr schmerzhaft sein, vor allem während der Ejakulation oder beim Pressen beim Stuhlgang. Man kann unter häufigem Harndrang leiden oder Blutspuren im Sperma bemerken. Man kann auch unter periodischem Schüttelfrost leiden.
Zu den Symptomen gehört auch Fieber.

Pudendusneuralgie
Die Pudendusneuralgie ist ein starker chronischer Schmerz, der auftritt, wenn der Schamnerv geschädigt wird.
Der Schamnerv innerviert den gesamten perianalen Bereich und kann während des Stuhlgangs Brennen und Schmerzen am Anus und während des Wasserlassens und der Ejakulation Schmerzen am Penis auslösen.

Spermatozele
Wie bereits erwähnt, ist der Nebenhoden (Epididymis) ein geschlossenes Spiralrohr an der Rückseite eines jeden Hodens. Er lagert den Samen und hilft, das Sperma abzugeben, wenn es erforderlich ist. Wenn Schmerzen in den Hoden empfunden werden, kann die Ursache eine Zyste (eine Spermatozele) sein, die innerhalb des Nebenhodens wächst.
Die Zyste ist gutartig und eine Art Ansammlung von Samenzellen.

Man entdeckt meist eine Spermatozele, wenn aus anderen Gründen eine Operation wegen anderer Probleme erfolgt und man nimmt an, dass sie relativ häufig auftritt.
Zum Großteil sind es sehr kleine Zysten, die keine Beschwerden bereiten.
Manchmal jedoch wachsen sie zu einigen Zentimetern heran und können dann das Gefühl einer Schwere in den Hoden vermitteln und Beschwerden und Schmerzen bereiten.

Hodenläppchen-Nebenhodenkörper-Samenstrang-Samenleiter.Orchitis (Hodenentzündung)
Die Orchitis ist eine schmerzhafte Schwellung der Hoden, die auch durch eine andere Erkrankung verursacht sein kann: die Epididymitis. Zudem wird sie häufig durch einige Arten von Bakterien oder Viren hervorgerufen, wie Parotitis epidemica, Bruzellose und manche übertragbare Geschlechtskrankheiten.
Eine Orchitis wird erst dann wahrgenommen, wenn Fieber auftritt, wenn sich Blut im Sperma befindet und wenn Schmerzen bei Bewegung und Berühren des Penis auftreten.
Da es viele verschiedene Ursachen für eine Hodenentzündung gibt, ist es sehr wichtig, schnell eine Behandlung einzuleiten. Der Arzt führt Untersuchungen durch, um die Ursache der Schwellung zu finden und vielleicht kann man das zugrundeliegende Problem mit Antibiotika in Kombination mit Entzündungshemmern gegen die Schwellung behandeln.

Hypermobiler Hoden oder “Pendelhoden”
Der hypermobile Hoden ist eine Pathologie, die in der spontanen Verlagerung des Hodens aus seiner Position in die Leiste besteht.
Er kann leichte Beschwerden verursachen. Zudem besteht das Risiko einer Verdrehung des Samenstrangs, wodurch die Durchblutung behindert wird, was zu einer Ischämie führen kann.

Hodentrauma
Es gibt eine Schutzhaut, die den Hoden umgibt und Tunica albuginea heißt. Ein Trauma am Hoden führt zu einem Riss in dieser Membran, was zur Infiltration des Hodensacks mit Blut führt. Was verursacht den Membranriss? Meist entsteht der Riss durch einen Schlag (Sport- oder Autounfall).
In diesem Fall besteht die Behandlung in der Verabreichung eines Entzündungshemmers morgens und abends, bis der Schmerz vergangen ist.

Sexuelle Abstinenz
Eine lange sexuelle Abstinenz kann Schmerzen am Hoden verursachen. Zu solchen Schmerzen kommt es vor allem während der Erektion.
Es gibt keine Mindestzeit der Abstinenz, nach der man Schmerzen empfindet, es hängt sehr vom Alter ab. Dieses Symptom kann bei jungen Männern auftreten, die sich in der Nähe einer jungen Frau befinden, was zur Erektion aber nicht zur Ejakulation führt.
Die Beschwerden verschlimmern sich, wenn zu enge Unterwäsche getragen wird.

Hodenschmerzen aufgrund von Abstinenz?
Es kann vorkommen, dass man ein wenig Beschwerden oder Schmerzen in den Hoden hat, wenn man beschließt, eine Ejakulation zurückzuhalten.
Das ist physisch nicht gefährlich und es bestehen durch den Verzicht auf Masturbation und Geschlechtsverkehr keine Risiken.

Prostatitis
Bei Männern ist eine chronische abakterielle Prostatitis eine Erkrankung, die Schmerzen und eine Entzündung der Prostata (eine Drüse, die sich unmittelbar hinter der Harnblase befindet) sowie Schmerzen im Bereich der unteren Harnwege verursacht.
Es handelt sich um eine häufige Erkrankung, besonders bei Männern zwischen 35 und 50 Jahren.

Im Infektionsfall kann man möglicherweise vergrößerte Lymphknoten in der Leistenbeuge bemerken.

 

Schmerzen an Hoden und Nieren

Nierensteine
Nierensteine sind ein weiterer häufiger Grund, weshalb man Hodenschmerzen niemals ignorieren sollte.
Obwohl sich die Schmerzursache (Niere) nicht in den Hoden befindet, kann das Gefühl entstehen, es handle sich um diesen Bereich, weil sich der plötzliche Schmerz nach unten projiziert.
Nierensteine bestehen aus einer festen Masse oder Gries (sandähnlich), die sich in den Niere aus im Urin enthaltenen Kalziumsalzkristallen bilden.
Gewöhnlich sind die Attacken akut, der Patient sucht also eine Notambulanz auf, wo ihm Entzündungshemmer verabreicht werden.
Zu den natürlichen Heilmitteln zählt Wasser mit sehr geringen Trockenrückständen und eine vegetarische Ernährung ohne Milchprodukte oder frittierte Speisen.

 

Schmerzen an Hoden und Leiste

Leistenhernie (Leistenbruch)
Obwohl die Leistenhernie häufig bei Männern auftritt, wissen die meisten Jugendlichen nicht, worum es sich handelt.

Man kann an einer Hernie in allen Körperbereichen leiden, doch gewöhnlich tritt eine Hernie auf, wenn ein Teil des Fettgewebes oder des Darmes oberhalb der Leiste gegen die Bauchwand drückt.
Eine Leistenhernie kann rechts- oder linksseitig auftreten.
Diese Störung kann auch bei Säuglingen und Kleinkindern auftreten.
Wenn Hodenschmerzen auftreten, kann man unter einer indirekten Leistenhernie leiden, die am Übergang zwischen Oberschenkel und Körper auftritt.

Leistenbruch

Warum verursacht das Schmerzen an den Hoden?
Die Hernie verläuft über dieselbe Strecke, die die Hoden nehmen, wenn sich der Fötus noch in seiner Entwicklung befindet.
Husten oder Erkältung.
Der Verlauf beginnt im Bauchraum und endet im Hodensack, er folgt dem Weg, den die fetalen Hoden beim Absinken aus dem Bauchraum genommen haben.

Die indirekte Leistenhernie kann in ihrem Verlauf im Hodensack enden und verursacht dabei Schmerzen und Beschwerden am Hoden.

Der Schmerz (gewöhnlich mehr ein Bauchschmerz als ein skrotaler Schmerz) verschlimmert sich meist bei Bewegung,
Die Vergrößerung spürt man durch Abtasten, doch für eine genaue Diagnose dieser Erkrankung ist eine Ultraschalluntersuchung erforderlich.

Varikozele
Möglicherweise kennen Sie Krampfadern (angeschwollene Venen, die sich häufig an den Beinen bilden). Man muss die Varikozele als eine andere Form von Krampfadern betrachten, eine Variante, die das Gefühl erzeugt, als sei der Hodensack mit Spaghetti gefüllt.
Die Erkrankung verursacht eine Vergrößerung der Venen des Hodensacks, die sauerstoffarmes Blut zum Herzen transportieren.
Die Venenklappen funktionieren nicht mehr korrekt und Blut sammelt sich an unvorhergesehenen Stellen an.

Der Schmerz kommt und geht, er kann leicht oder heftig sein und sich am Abend oder nach Kraftanstrengung verschlimmern, zum Beispiel nach dem Joggen.
Aufgrund des Verlaufs von Venen und Hoden entsteht eine Varikozele meistens am linken Hoden.

 

Schmerzen am Hoden und Oberschenkel

Lumbocruralgie
Die Cruralgie (Neuralgie des Oberschenkelnervs) verursacht Schmerzen und Kribbeln entlang dem Nervus cruralis oder femoralis:

  1. Lendenbereich des Rückens
  2. Rechte oder linke Taille
  3. Bereich oberhalb der Gesäßbacken
  4. Schmerzen in der Leiste
  5. Hoden
  6. Innenseite des Oberschenkels
  7. Bein (vor dem Schienbein).

 

Hodenschmerzen beim Abtasten

Hämatozele
Alle Männer kennen den lähmenden Schmerz nach einem Schlag auf die Hoden. Gewöhnlich vergeht der Schmerz ohne Probleme, doch manchmal kann ein direkter Schlag auf die Hoden weitere Beschwerden verursachen.
Die Hoden sind von einem mehrschichtigen Sack umgeben und ein direkter Schlag kann zur Bildung einer Blutmasse zwischen den schützenden Schichten führen. Dies wird als Hämatozele bezeichnet.
Symptome sind Schmerzen bei Berührung und während der Bewegung, zum Beispiel beim schnellen Laufen.

 

Direkte Verletzung

Ein direkter Schlag auf das Skrotum verursacht die allgemein bekannten und charakteristischen Hodenschmerzen.
Weil die Hoden empfindlich und sehr verletzungsanfällig sind, sollte man bei Kontaktsport schützende Unterwäsche oder ein Suspensorium tragen.

 

Psychosomatischer Schmerz

In manchen Fällen treten bei Patienten Hodenschmerzen auf, doch alle Untersuchungen sind negativ (Blutuntersuchung, Harnuntersuchung, Ultraschalluntersuchung des Hodensacks, Spermienkultur, Spermiogramm usw.).
In diesem Fall kann der Patient einen typischen psychosomatischen Schmerz empfinden, zum Beispiel aufgrund von Angst.

Andere Ursachen für Hodenschmerzen oder Schmerzen im Hodenbereich können sein:

  • Diabetische Neuropathie (ein Nervenschaden, der durch Diabetes verursacht wird)
  • Gangrän (insbesondere eine Gangränform, die Fournier-Gangrän genannt wird)
  • Purpura Schoenlein-Henoch (Entzündung der Blutgefäße)
  • Hoden, der nicht in den Hodensack absteigt (auch Kryptorchismus oder Hodenretention genannt)
  • Vasektomie.

 

Anzeichen und Symptome

Symptome sind:

  • Blut im Urin oder im Sperma
  • Schmerzen und Brennen beim Wasserlassen
  • Schmerzen bei der Ejakulation
  • Schmerzen im unteren Rücken, über dem Schambeinbereich, zwischen Genitalien und Anus, an der Penisspitze und in der Harnröhre
  • Schwierigkeiten und Beschwerden beim Wasserlassen
  • Häufiges Wasserlassen
  • Harndrang.

 

Mehr lesen: