Grad der Verbrennungen

Verbrennungen sind Brandwunden, die je nach Schwere des Gewebeschadens in Grad I bis Grad IV eingeteilt werden.

Klassifikation oder Verbrennungsgrade

Verbrennung ersten Grades
Weniger starke Verbrennungen sind diejenigen, bei denen nur die äußere Hautschicht verbrannt ist.

Zeichen einer Grad I Verbrennung sind:

Eine Grad-1-Verbrennung ist zu betrachten wie ein einfacher Sonnenbrand, außer sie ist ausgedehnt auf wesentliche Bereiche von:

  • Händen,
  • Füßen,
  • Gesicht,
  • Leisten,
  • Gesäß.

In diesem Fall ist eine Intervention des Notarztes erforderlich.

Verbrennung zweiten Grades
Diese Hautläsion wird Grad-II-Verbrennung genannt, wenn die erste Hautschicht (Epidermis) und die zweite Hautschicht (Dermis) verbrannt wurden.
Zeichen der Grad-II-Verbrennung sind:

Ist die Verbrennung zweiten Grades nicht größer als 7-8 cm im Durchmesser, wird sie als leichte Verbrennung behandelt.
Man muss sie als schwerwiegendeVerbrennung betrachten, bei der ein unverzügliches ärztliches Einschreiten erforderlich ist, wenn die verbrannte Zone ausgedehnt ist oder folgende Bereiche betroffen sind:

  • Hände,
  • Füße,
  • Gesicht,
  • Genitalien,
  • Gesäß,
  • ein großes Gelenk.


Verbrennung dritten Grades
Die schwereren Verbrennungen betreffen alle Schichten der Haut und führen zu einer dauerhaften Schädigung des Gewebes.
Unter den betroffenen Geweben sind:

  • subkutane Gewebe (Fettgewebe),
  • Muskeln.

Die verbrannten Bereiche können schwarz verkohlt sein oder sie erscheinen trocken und weiß.

Verbrennung vierten Grades
Es handelt sich um allerschwerste Verbrennungen vollen Ausmaßes, die sich erstrecken auf:

  • Muskeln,
  • Knochen.

Läsionen durch Verbrennungen 4. Grades zeigen sich schwarz oder verkohlt.

Neunerregel nach Wallace

Um festzustellen, wie groß die Verbrennungsfläche ist, und um eine adäquate Behandlung einzuleiten, wird die Neunerregel angewendet.
Es handelt sich um eine theoretische Unterteilung des Körpers in verschiedene Bereiche, die einer determinierten Oberfläche entsprechen.
9% entspricht jedem der folgenden Bereiche:

  • Kopf und Hals;
  • obere Extremitäten (beide Arme);
  • Brust;
  • oberer Rücken;
  • Abdomen;
  • unterer Rücken (Lendenregion);
  • Vorderseite der unteren Extremität (eines Beins);
  • Rückseite der unteren Extremität (eines Beins).

Die Prognose ist gut, wenn die Verbrennung weniger als 25% der Körperoberfläche betrifft, was darüber liegt, kann zu schweren Komplikationen führen, zum Beispiel zu einer Infektion.

 

Was verursacht eine Verbrennung ersten Grades und wie kann man sie verhindern?

Die meisten Verbrennungen ersten Grades können verhindert werden, wenn man die richtigen Vorkehrungen trifft.
Im Folgenden einige häufige Ursachen für oberflächliche Verbrennungen.

Verbrennung durch Sonnenbrand
Sonnenbrand entwickelt sich bei zu langem Aufenthalt an der Sonne und ungenügender Anwendung von Sonnenschutz.
Sonne produziert ultraviolette Strahlen (UV), die die obere Hautschicht durchdringen; sie verursachen:

Man kann dies verhindern, indem man Sonnencreme mit einem Lichtschutzfaktor von mindestens 30 aufträgt.

Heiße Flüssigkeit oder Dampf, zum Beispiel:

  • kochendes Wasser,
  • heißes Öl,
  • hoch temperierter Wasserdampfstrahl.

Flüssigkeiten sind eine häufige Ursache für Verbrennungen ersten und zweiten Grades bei Kindern unter dem 4. Lebensjahr. Heiße Flüssigkeiten aus einem Topf vom Herd verschüttet oder Dampf beim Kochen können Verbrennungen verursachen an:

  • Händen,
  • Gesicht,
  • Körper.

Elektrischer Strom
Steckdosen, Kabel oder elektrische Geräte sind für ein Kind interessante Dinge, doch sie verbergen erhebliche Gefahren wie elektrische Verbrennungen oder Stromschläge.

Heißes Metall, Glas oder andere Objekte
Manchmal führen Frauen eine Haarentfernung mit zu heißem Wachs durch oder ziehen zu plötzlich das aufgetragene Wachs ab, wobei ein Stückchen Haut mit abgerissen wird.

Verätzungen werden durch Substanzen verursacht, die das Körpergewebe unabhängig von der Temperatur zersetze, zum Beispiel:

  • Schwefelsäure und Salzsäure,
  • Natronlauge.

Verbrennungen der Augen können durch Spritzer solcher chemischen Substanzen verursacht werden, wenn sie in die Augen gelangen. In solch einem Fall muss ein sofortiges Auswaschen mit Wasser erfolgen (außer bei ungelöschtem Kalk, da dies zu einer Reaktion führen würde), danach unverzüglich eine medizinische Notaufnahme aufsuchen.

Röntgenstrahlenbelastung oder Radiotherapie bei Krebsbehandlung.

Eis
Eis oder exzessive Kälte: auch niedrige Temperaturen können zu Verbrennungen führen. Ein Beispiel ist die Eisapplikation auf einem Gelenk bei Arthrose ohne entsprechenden Hautschutz.

 

Symptome von Verbrennungen

1. Grad
Der Patient verspürt Schmerzen beim:

  • Berühren der Haut,
  • Reiben oder Massieren der Haut.


2. Grad

1. Blasen
2. Die Verbrennung kann starke Schmerzen und Brennen auf der Haut verursachen.
Die Schmerzintensität entspricht nicht dem Verbrennungsgrad, hochgradige Verbrennungen können schmerzlos sein. Der Grund ist, dass die die Schmerzsignale führenden Nerven beschädigt sind.
3. Hautablösung
4. Rote Haut
5. Schwellung

3. und 4. Grad

  • Hypovolämischer Schock:
    • Flüssigkeitsmenge
    • verminderter Blutkreislauf
    • geringe Sauerstoffmenge im Blut (blasse und schweißige Haut, Schwäche, blaue Lippen und Nägel und nachlassende Aufmerksamkeit)
  • Karbonisierte oder weiße Haut
  • Vergiftung durch Kohlenmonoxid
  • Andere toxische Wirkungen durch Rauchinhalation

Symptome bei Verbrennung der Atemwege (Atemapparat):
1. Reizung und Brennen in Mund, Nase, Brustbereich und Lippen
2. Verbrennungen an Kopf, Gesicht und Hals
3. Keuchende Atmung
4. Veränderung der Stimme
5. Atembeschwerden, Husten
6. Versengte Nasenhaare und Augenbrauen
7. Dunkelfleckiger und rußiger Schleim

 

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