Eis bei Entzündung, wann und wie lange erfolgt die Anwendung

Hilft bei einer Entzündung ein Eisbeutel oder eine Wärmeflasche?
Eis ist ein Heilmittel bei Verletzungen, während Wärme bei Muskelkontrakturen hilft.

Eis (oder Kryotherapie) wird bei Verletzungen angewendet und hat eine gefäßverengende Wirkung auf die verletzten Gewebe, die entzündet. gerötet, überwärmt und geschwollen sind.

Eis bei Entzündung

Eis bei Entzündung

Der Entzündungsprozess ist ein gesunder, normaler und natürlicher Vorgang, kann aber schmerzhaft und anhaltend sein.
Kälte hilft, den Schmerz einer Entzündung ohne die Einnahme von Medikamenten zu lindern.

Einer der Vorteile von Eispackungen ist, dass sie alle anwenden können, auch Frauen in der Schwangerschaft und Kinder.
Bei hohem Fieber (über 41°C) kann der Arzt die Kryotherapie anwenden, um die Körpertemperatur abzusenken.

Wärme ist für Muskeln, chronische Schmerzen (vermindert Schmerzen bei Muskelspasmen und an Triggerpunkten) und hilft zur Entspannung des Nervensystems und des Gemüts (Stress kann ein wichtiger Faktor für viele Probleme chronischer Schmerzen sein).

 

 

Was tut man bei Entzündungen durch Arthritis?

Oftmals empfiehlt man dem Patienten, einen Eisbeutel auf das betroffene Gelenk zu legen, um die Entzündung und den Schmerz zu reduzieren, vor allem bei einer plötzlichen Gelenkentzündung.
Das kann für viele Entzündungsformen hilfreich sein, darunter:

  • Rheumatoide Arthritis
  • Gicht
  • Arthrose
  • Pseudogicht
  • Spondylitis ankylosans und viele andere

Allerdings muss man daran erinnern, dass Eisgebrauch in der Regel Steifigkeit der Gewebe verursacht.
Folglich ist zu Beginn des Tages eine Wärmebehandlung besser, die die Muskeln um die Gelenke entspannt, während die Eisbehandlung zum Tagesausklang die Entzündung verringern kann, die durch die tägliche Arbeit entstand.

 

Wann darf man Eis und Wärme NICHT benutzen?

Wärme kann Entzündungen verschlimmern und Eis kann Muskelkrämpfe verschlimmern.
Beide sind nutzlos oder schädlich, wenn sie nicht benötigt werden: Eis, wenn man bereits Schüttelfrost hat oder Wärme, wenn man schwitzt.
Das Gehirn kann einen Exzess im Gebrauch eines der beiden Elemente als Bedrohung interpretieren (und somit die Schmerzen verstärken).

  1. Wärme und akute Entzündung sind eine ganz besonders negative Kombination.
    Wenn man einer kürzlich erfolgten Verletzung Wärme zuführt, kann sich die Situation verschlimmern.
  2. Legt man auf schmerzende Muskeln Eis, kann sich wahrscheinlich auch in diesem Fall die Situation verschlechtern.
    Eis kann Muskelkrämpfe und Triggerpunkte verschlimmern, die oft bei Schmerzen im Nacken und im unteren Rücken auftreten (Bereiche, die die Menschen öfter mit Eis zu behandeln versuchen).
    Triggerpunkte und starke Krämpfe können unglaublich schmerzhaft sein und die Leute meinen, sie könnten leicht mit einer Kältetherapie behandelt werden.

Kein Eis bei Rückenschmerzen, Kopfschmerzen oder Nackenschmerzen benutzen.
Man kann damit den Bereich um das Auge nach einem Trauma behandeln oder die Wange nach einer Zahnarztbehandlung (zum Beispiel Extraktion des Weisheitszahns).

Bei Regelschmerzen muss man eine Wärmflasche auf den Bauch legen, Eis lindert die Symptome nicht.

Bei Hodenverletzungen können kalte Umschläge helfen, doch muss man vorsichtig damit sein, denn dieser Bereich ist sehr empfindlich.

 

 

 

Wann muss man Eis auf ein Gelenk auflegen (zum Beispiel an Knie oder Hand)?

Kalte Packungen oder Eispackungen wenigstens 3-mal am Tag auf schmerzende oder verletzte Bereiche auflegen, solange Schmerzen, Schwellungen und Entzündungen bestehen. In den ersten 48 Stunden die Eispackungen einmal pro Stunde für 10 Minuten auflegen.

Danach die Eisauflagen für 15-20 Minuten 3-mal am Tag anwenden: morgens, am späten Nachmittag nach der Arbeit oder nach der Schule und etwa eine Stunde vor dem Schlafengehen. Außerdem sollte auch nach jeder längeren Anstrengung oder intensivem körperlichem Training Eis verwendet werden.

Immer ein Tuch zwischen Haut und Eisbeutel legen und die Eispackung gut der betroffenen Stelle anpassen.
Die Eispackung nicht länger als 15-20 Minuten auflegen und nicht mit dem Eis auf der Haut einschlafen.

Eis,Entzündung,Schmerz,KälteWie lange muss das Eis aufgelegt werden?

Idealerweise sollte man die Eispackung innerhalb von 5-10 Minuten nach einer Verletzung für 20-30 Minuten auflegen. Man kann diesen Vorgang alle 2-3 Stunden (tagsüber wenn man wach ist) für die folgenden 24-48 Stunden wiederholen.

Eis hilft bei Schmerzlinderung und Entspannung des Muskelgewebes.

 

 

Wie erfolgt die Eisanbringung? Hier die häufigsten Fehler

Den Eisbeutel nicht direkt auf die Haut anbringen, da dies Verbrennungen verursachen kann.
Der häufigste Fehler ist die Verwendung von zu kalten Umschlägen, da dies die gegensätzliche Wirkung erzielt.
Die Kältebehandlung (Kryotherapie) wird angewandt, um die Blutversorgung an einer Stelle des Körpers zu vermindern.

Übermäßige Kälte dagegen erhöht die Durchblutung und erreicht somit genau das Gegenteil.

Was ist die beste Methode zur Kälteanbringung?

  1. Bei Händen oder Füßen kann es ausreichen, diese im Waschbecken unter einem kalten Wasserstrahl zu kühlen.
  2. Bei anderen Körperstellen kann eine Wärmeflasche mit kaltem Wasser und einigen Eiswürfeln gefüllt werden.
  3. Wird mit einem Eisbeutel gekühlt, ein Wolltuch zwischen Beutel und Haut legen.

Um zu überprüfen, ob die Kälte zu stark ist, nach 5 Minuten die Hautfarbe kontrollieren.Ist sie leuchtend rot, den Eisumschlag entfernen. Ist die Stelle rosa, kann das Eis 20-30 Minuten liegen bleiben.
Wenn das Eis mehr als jeweils 20-30 Minuten auf der Haut liegen bleibt, besteht das Risiko einer Hautschädigung.

Die Wirkung des Eisumschlags ist besser, wenn er leicht gegen die verletzte Stelle gedrückt wird.

 

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