Schmerzen im Darm

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Das Kolon ist der Endteil des Dickdarms. Es dient der Absorption von Wasser und Mineralien aus dem passierenden Speisebrei.
Der Dickdarm erstreckt sich von der Ileozäkalklappe (zwischen Dünndarm und Blinddarm) bis zum Anus und hat die Funktion, die Endprodukte der Verdauung auszuscheiden.

Schmerzen im Darm

Schmerzen im Darm

Der Dickdarm besteht aus folgenden Teilen:

  • Blinddarm (Zäkum),
  • Mastdarm (Rektum),
  • Grimmdarm (Kolon).

Das Kolon ist weiterhin in 4 Abschnitte unterteilt:

  • Aufsteigendes Kolon (Colon ascendens)
  • Querkolon (Colon transversum)
  • Absteigendes Kolon (Colon descendens)
  • Sigma (Colon sigmoideum)

 

Zwischen Dünndarm und Dickdarm gibt es einen Bereich, der Blinddarm genannt wird und häufig Schmerzen verursacht, im Besonderen in Höhe der Ileozäkalklappe.

Erkrankungen des Dickdarms

Morbus Crohn
Morbus Crohn ist eine entzündliche Darmerkrankung, die überall im Gastrointestinalsystem auftreten kann.
Sie wirkt sich vor allem auf den unteren Teil des Dünndarms aus, doch Schwellung oder Entzündung können sich auf den Dickdarm ausdehnen.

Mehr oder weniger schwere Symptome sind:

  • Durchfall,
  • Blut im Stuhl,
  • Krämpfe,
  • Bauchschmerzen,
  • unerklärlicher Gewichtsverlust,
  • Übelkeit,
  • Müdigkeit,
  • Fieber.

Divertikulitis oder Divertikulose
Die Bildung und Entzündung einiger Divertikel in der Darmwand wird Divertikulitis genannt.
Diese Ausstülpungen können sich überall entlang des Verdauungstraktes ausbilden, sie treten aber am häufigsten im Dickdarm auf.
Die Symptome der Divertikulitis umfassen:

  •  Bauchkrämpfe (Hobson – 2004),
  • Schmerzen unten an der linken Flanke,
  • verändertes Stuhlverhalten (Verstopfung oder Durchfall) (Barroso – 2015),
  • rektale Blutung (Onur – 2016).

Colitis ulcerosa
Die Colitis ulcerosa ist eine entzündliche Darmerkrankung, die eine chronische Entzündung des Verdauungstraktes hervorruft.
Die Symptome dieser Erkrankung umfassen:

  • kolikartige Bauchschmerzen (Collins – 2006),
  • Blut im Stuhl,
  • Durchfallattacken,
  • Stuhldrang,
  • Stuhlzwang (Drängen zum Stuhlgang, wobei aber nur sehr geringe Kotmassen entleert werden).


Reizdarmsyndrom
Das Syndrom des Reizdarmes ist eine der häufigsten Erkrankungen des Dickdarms.

Die Muskeln des Kolon ziehen sich zusammen, um die Weiterleitung des Stuhls zum Rektum zu fördern.
Im Falle von Spasmen erfolgt die Kontraktion der Kolonwandmuskulatur auf unkoordinierte Art und Weise.
Diese Spasmen sind oft schmerzhaft, während die normalen Kontraktionen nur selten wahrgenommen werden.

Speisen, Stress, hormonelles Ungleichgewicht und andere Erkrankungen des Gastrointestinaltraktes können dieses Problem verursachen.
Symptome des Reizdarmsyndroms sind:

  • Übelkeit,
  • Meteorismus,
  • Völlegefühl,
  • Durchfall,
  • Verstopfung (Lacy – 2009),
  • Bauchschmerzen, die sich verschlimmern, wenn sich der Patient läuft.

Eine strikte Diät ist entscheidend für die Behandlung dieser Störung.
Man sollte verzichten auf:

  • Milchprodukte,
  • Frittiertes,
  • Süßwaren,
  • gezuckerte Getränke.

Empfohlen sind zentrifugierte Gemüsesäfte, vor allem von grünem Blattgemüse.
Was kann man einnehmen? Medikamente
Der Arzt kann Butylscopolamin (Buscopan) verschreiben, ein Antispasmolytikum, das zur Verringerung intestinaler Muskelkontraktionen hilft (Weiser – 2009).

Proktitis
Die Proktitis ist eine Entzündung des Mastdarms.
Ein Trauma, Bestrahlungen, sexuell übertragbare Erkrankungen und die lange Anwendung von Antibiotika können eine Proktitis verursachen.
Diese Krankheit manifestiert sich mit:

  • hartem und blutigem Stuhl,
  • ständigem und häufigem Stuhldrang,
  • Schleim im Stuhl,
  • Schmerzen im Rektum oder Unterleib,
  • Durchfall,
  • dem Gefühl unvollständiger Stuhlentleerung.

Arten von Darmerkrankungen

Darmpolypen
Darmpolypen sind abnorme Gewebemassen auf der Innenwand des Dickdarms. Das deutlichste Zeichen für Darmpolypen sind rektale Blutungen. Ursachen für die Entstehung dieser  Polypen sind:

  • Alter (über 50 Jahre),
  • fettreiche Ernährung mit wenig Ballaststoffen.

Andere Ursachen für Schmerzen im Darm sind:

  • Lactoseintoleranz,
  • Blinddarmentzündung (Appendizitis),
  • Darmverschluss,
  • Verdauungsstörungen,
  • Dickdarmtumor (der Schmerz ist ständig vorhanden, auch nachts, und kann außerdem in den Rücken ausstrahlen),
  • ischämische Darmerkrankung,
  • Lebensmittelvergiftung,
  • Darmparasiten,
  • intestinale Spasmen (Krämpfe).

 


Ursachen von Schmerzen im Colon sigmoideum

Das Colon sigmoideum ist der untere Teil des Dickdarms, der Bereich, der gewöhnlich als „Unterleib“ bezeichnet wird.
Der Schmerz im Colon sigmoideum (letzter Teil des Dickdarms, unten links) kann auf ein leichtes (zum Beispiel Reizung während der Ovulation) oder schwerwiegendes Problem, wie einen Kolontumor, hinweisen.
Gemäß dem National Institute of Diabetes and Digestive and Kidney Deseases (NIDDK) leidet etwa 50 % der amerikanischen Population an Darmproblemen, verursacht durch eine Ernährung mit wenig Ballaststoffen.
Dies ist die Hauptursache der Erkrankungen des Sigmoids.
Es gibt viele Krankheiten, die Schmerzen verursachen können.
Andere Ursachen für Schmerzen im Colon sigmoideum:

  • Colitis ulcerosa
  • Tumor am Colon sigmoideum
  • Divertikulitis
  • Volvulus des Sigmoids
  • Gewundener Sigmaverlauf

 

Ursache für Schmerzen nach der Defäkation

  • Proktitis
  • Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa
  • Hämorrhoiden

 

Ursachen von Darmschmerzen nach dem Essen

  • Reizdarmsyndrom (RDS);
  • Morbus Crohn;
  • Lebensmittelvergiftung;
  • Kolorektaler Tumor -kann jederzeit Unterleibsschmerzen hervorrufen, sowie vorzeitige Sattheit während des Essens;
  • Lactoseintoleranz oder Unverträglichkeit anderer Lebensmittel.

 

Anzeichen und Symptome von Kolonschmerzen

Man sollte beim Auftreten folgender Symptome mit dem Arzt sprechen:

  • blutiger Durchfall
  • rektale Blutung
  • Müdigkeit
  • Gewichtsverlust
  • Appetitlosigkeit
  • Schüttelfrost und Fieber
  • sehr starke Bauchschmerzen

 

Behandlung der Schmerzen im Dickdarm

Die Therapie bei Schmerzen im Kolon nach der Defäkation hängt von der zugrunde liegenden Erkrankung ab.
Neben der Verordnung von notwendigen Schmerzmitteln behandelt der Arzt auch die zugrunde liegende Infektion oder die für den Schmerz verantwortliche Erkrankung.
Besteht eine Infektion, kann der Arzt Antibiotika verschreiben.

Ernährung und regelmäßige sportliche Betätigung gehören zu den wichtigsten, nützlichsten und wirksamsten Therapiemaßnahmen.
Medikamente haben eine temporäre Wirkung und können Nebenwirkungen verursachen.

 

Naturheilmittel bei Kolonschmerzen

Leinsamentee
Leinsamen sind eine gute Quelle für Ballaststoffe, die für eine schnelle Darmpassage notwendig sind.
Außerdem sind Leinsamen reich an essentiellen Omega-3-Fettsäuren, die das Immun- und Verdauungssystem unterstützen.
Mit diesem Heilmittel kann man sowohl Verstopfung als auch Durchfall behandeln.

Zubereitung eines Tees zur Darmregulierung:

  1. 1 EL Leinsamen in eine Tasse mit kochendem Wasser geben.
  2. 5 Minuten ziehen lassen.
  3. Abends vor dem Schlafengehen trinken.

Ingwer
Ingwer kann Meteorismus und Darmblähung lindern, ist also ein ausgezeichnetes Mittel zur Behandlung eines Reizdarms.
Außerdem wirkt Ingwer unterstützend zur:

  1. Linderung der Darmentzündung,
  2. Muskelentspannung (krampflösende Wirkung).

Ingwer sollte roh verzehrt werden:

  • 5-10 g rohen Ingwer abschneiden.
  • Schälen.
  • In feine Stückchen schneiden.
  • Beim Mittagessen einem Teller Hülsenfrüchte beimischen (Erbsen, Kichererbsen, Linsen usw.).

Dieses Heilmittel nicht bei Bluthochdruck anwenden.

Kamillentee
Kamille wird häufig zur Behandlung von Darmproblemen verwendet, beispielsweise bei Durchfall. Die krampflösende Wirkung und die hohe Menge der in Kamille enthaltenen Tannine können bei Durchfall sehr wirkungsvoll sein.

  1. Eine Tasse Wasser zum Kochen bringen.
  2. Einen TL Kamilleblüten dazugeben.
  3. Einen TL Minzblätter hinzufügen.
  4. Etwa 15 Minuten ziehen lassen.
  5. Diesen Kräutertee mindestens dreimal täglich trinken.

 

Ernährung bei Kolonschmerzen

Zu den Mahlzeiten sollte man ballaststoffreiche Nahrungsmittel essen, um die Ausscheidung zu verbessern, es sei denn folgende Krankheiten werden akut:

  • Morbus Crohn,
  • Colitis ulcerosa.

Die Ernährung unterscheidet sich, wenn der Patient an Verstopfung oder Durchfall leidet.

  • Bei Durchfall wird in der Regel 2-4 Tage Fasten verordnet, danach sollten die ersten Lebensmittel Möhren, Zentrifugiertes, Zitronen und Bananen sein.
  • Bei Verstopfung sollte viel Gemüse gegessen werden, vor allem Artischocken, Löwenzahn, Blumenkohl, Brokkoli, Zichorie und Zucchini; empfohlene Obstsorten sind Kiwi, Kaki, Melone, Trockenpflaumen und Aprikosen.

Stets saisonales Obst und Gemüse wählen.
In der Regel sind Hülsenfrüchte gut verträglich, deshalb können sie in reichlichen Mengen verzehrt werden; sie enthalten Proteine und Eisen, sind also auch hervorragend für Sportler geeignet.
Hülsenfrüchte sollten nicht zusammen mit Getreide zu sich genommen werden (beispielsweise Reis und Bohnen), da diese Kombination Darmblähungen hervorruft.
Verzichtet werden sollte auf:

  • alle Milchprodukte,
  • glutenhaltigen Lebensmittel,
  • rotes Fleisch und Schweinefleisch,
  • Kaffee ,
  • Tomaten.

Am Morgen empfiehlt sich der Verzehr von Obst, Trockenobst und Nüssen, Hülsenfrüchte oder Kartoffeln können zum Frühstück oder Mittagessen zubereitet werden, zusammen mit Schalenfrüchten.

Das ideale Abendessen besteht aus Hülsenfrüchten oder Pseudogetreide (Quinoa und Amarant), Fisch und Gemüse.
Man sollte nicht mehr als einen halben Liter Wasser täglich trinken, die Lebensmittel enthalten bereits ausreichend Wasser.


Kolonschmerzen bei Kindern

Durchfall
Durchfall ist eines der häufigsten Verdauungsprobleme bei Kindern, die dann mehr als 3-mal am Tag Stuhl absetzen.
Dies ist jedoch die Folge einer viralen Infektion und es besteht kein Grund zur Sorge. Das Kind hat mehrmals Stuhlgang, doch das sollte sich nach 2-3 Tagen bessern.
Wichtig ist, ausreichend Wasser zu trinken, um eine Dehydratation zu vermeiden, und wenn sich die Erkrankung verschlimmert, kann der Arzt Medikamente verschreiben.

Verstopfung
Das ist ein anderes Problem, das je nach Ursache normal oder schwerwiegend sein kann. Tritt die Verstopfung aufgrund einer ballaststoffarmen Ernährung auf, kann sie behandelt werden durch:

  • Trinken von mehr Wasser,
  • eine ballaststoffreiche Ernährung.

Zu vermeiden sind frittierte Speisen, Milchprodukte, Schweinefleisch und Alkohol.
Ist die Verstopfung durch externe Faktoren verursacht, kann der Grund ein Tumor oder der Druck von einem anderen Organ im Körperinnern sein.
Hat der Betreffende starke Schmerzen, sollte er unverzüglich mit dem Arzt sprechen, denn das kann ein Zeichen für ein Reizdarmsyndrom sein.

Was sollte man essen?
Um häufigeren Stuhlgang zu haben, wird der Verzehr von Walnüssen, Erdnüssen, Pistazien, Cashewkernen und Mandeln empfohlen.
Obst und Gemüse sollten niemals auf dem Tisch fehlen.

Meckelsches Divertikel
Das Meckelsche Divertikel ist eine angeborene Ausstülpung im Krummdarm (Ileum, Teil des Dünndarms), in weniger als 100 cm Entfernung vom Blinddarm.
Dieser Sack kann auch aus einem ähnlichen Gewebe wie Pankreas und Magen bestehen.
Wie das gastrische Gewebe, produziert auch dieses Säure.
Die Säure führt zur Bildung von Geschwüren im angrenzenden Darmabschnitt.

Darmverdrehung oder Volvulus
Es handelt sich um einen angeborenen Defekt, der bei der Bildung des Magen-Darm-Systems entsteht.
Dies verursacht eine Drehung des Darmes, die Volvulus genannt wird, das heißt der Darm dreht sich um sich selbst.

Mögliche Folgen:

  1. Darmverschluss durch Verringerung des Innendurchmessers (Lumen).
  2. Blockade der Blutzufuhr.

Zu den Symptomen gehören:

  1. Erbrechen (grüne Farbe, Galle),
  2. Bauchblähung,
  3. rektale Blutung,
  4. Schock.

Intussuszeption oder Invagination
Das ist eines der häufigsten Darmprobleme bei Kindern.
Sie tritt als Einstülpung eines Darmsegmentes ins Innere des folgenden Segmentes auf. Das blockiert die Passage des Darminhalts und die Blutzirkulation in diesem Bereich. Zu beobachten sind Symptome wie:

  • Magenschmerzen,
  • Erbrechen,
  • Blut im Stuhl.

Entzündliche Darmerkrankungen (CED)
Hauptformen der CED sind Morbus Crohn und Colitis ulcerosa.
Es können sich Geschwüre in der Darmschleimhaut bilden.
Hauptsymptome sind  Unterleibsschmerzen, Durchfall und Schwäche.
Sind die Symptome nicht schwerwiegend, kann man orale Medikamente einnehmen.

Darmkrämpfe
Darmkrämpfe können äußerst schmerzhaft und unangenehm sein.
Die Fortbewegung der Speisen und Ausscheidungsprodukte erfolgt durch rhythmische Kontraktionen der Darmmuskulatur (Peristaltik).
Wenn aus irgendeinem Grund der Darm nicht normal funktioniert oder die Muskelbewegung behindert wird, verspürt die betroffene Person Darmkrämpfe.

Ursachen der Darmkrämpfe:

  • Infektion durch einen Bandwurm
  • Verstopfung
  • Reizdarmsyndrom
  • Grüner Stuhl
  • Morbus Crohn
  • Flatulenz

References

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