Zahnkaries

Zahnkaries gehört zu den häufigsten Ursachen für Zahnschmerzen und Kieferschmerzen. Wenn sich ein kleines Partikel von Lebensmitteln in der Karies ablagert, verursacht es stechende Schmerzen.

Der dicke Zahnschmelz und das Dentin bilden die zwei äußeren Schichten eines Zahns.
Eine Verletzung dieser beiden Schichten wird „Zahnkaries“ genannt.

Karies,Zähne,dentalKaries entsteht vor allem an den Backenzähnen (Molaren und Prämolaren), kommt hingegen seltener bei den seitlichen Schneidezähnen vor.
Man darf nicht vergessen, dass ein verplombter Zahn genauso eine Karies entwickeln kann, wie ein gesunder.
Ein Rückgang des Zahnfleischs kann die Zahnwurzel freilegen. Eine Karies in dieser Höhe wird Wurzelkaries genannt.

 

Kariesarten

Karies wird nach Black in folgende Kavitätenklassen unterteilt:
Klasse I: Karies im okklusalen Bereich (Kaufläche) der Prämolaren und Molaren und in den Fissuren der Schneide- und Eckzähne.
Klasse II: Karies an den Seitenflächen der Prämolaren und Molaren.
Klasse III: Karies an den Seitenflächen der Scheide- und Eckzähne.
Klasse IV: Karies an den seitlichen Oberflächen der Scheide- und Eckzähne, die sich über die Schneidekante ausdehnt.
Klasse V: Karies zwischen der Zahnkrone und der Wurzel.


Klassifizierung nach betroffenem Bereich
Karies kann sich in unterschiedlichen Zahnbereichen entwickeln, daher wird sie unterteilt in:

  • distale Karies, wenn sie in Richtung Rachen weist;
  • mesiale Karies, wenn sie in Richtung Mundöffnung weist;
  • okklusale Karies, wenn sie sich auf der Kaufläche entwickelt;
  • bukkale Karies, wenn sie in Richtung der Wangen weist;
  • linguale Karies, wenn sie in Richtung Zunge weist.

 

Ursachen von Zahnkaries

Strukturelle Mängel: Wenn die Zähne nicht korrekt ausgerichtet sind, ist die Reinigung schwierig. Dies kann eine bakterielle Infektion und eine Zahnkaries verursachen.

Krankheiten: Harte Schläge bei sportlichen Aktivitäten und Traumen bei Unfällen können einen Zahn beschädigen.
Die Bildung von Karies kann auf unzureichendes Fluor in den Zähnen und Mangel von Speichel im Mund (Mundtrockenheit) zurückzuführen sein.
Fluor schützt den Zahnschmelz und hilft, Löcher, Rillen oder Spalten zu vermeiden.
In diesen Zwischenräumen sammelt sich Zahnbelag und das Bakterienwachstum führt zur Bildung von Karies.
Die chemischen Bestandteile des Speichels kompensieren den Säureeffekt der Bakterien und helfen daher, Karies in einem frühen Stadium aufzuhalten.
Auch Essstörungen wie Anorexie und Bulimie (bei denen man häufig isst und sich erbricht) können eine Ursache für Zahnkaries darstellen.
Sodbrennen oder Erbrechen führen zu einer Wechselwirkung zwischen Zahnschmelz und Magensäure und somit zur allmählichen Zerstörung des Zahnschmelzes.


Bakterien: Normalerweise befinden sich Bakterien im Mund, die dort Stärke und Zucker in Säuren umwandeln.
Speisereste, Bakterien, Säure und Speichel vermischen sich im Mund und bilden eine Substanz, die sich Zahnbelag nennt. Zahnbelag ist ziemlich klebrig und setzt sich an den Zähnen ab, vor allem auf den eingewölbten Oberflächen der vorderen Molaren und an den Rändern von Zahnfüllungen. Der Zahnbelag bildet sich innerhalb von 20 Minuten nach dem Essen, in denen der Großteil der bakteriellen Aktivität stattfindet. Wenn er nicht regelmäßig von den Zähnen entfernt wird, mineralisiert er zu Zahnstein. Je mehr man isst, umso mehr bildet sich Zahnbelag und infolge dessen auch Zahnstein. So beginnt ein Teufelskreis. Zahnstein und Zahnbelag reizen gemeinsam das Zahnfleisch und verursachen Zahnfleischentzündung und Parodontitis.

Zucker- und stärkehaltige Speisen: Die Art der konsumierten Kohlenhydrate, die Dauer und die Häufigkeit der Mahlzeiten sind Faktoren, die mit Zahnkaries in Verbindung stehen. Klebrige Lebensmittel, die auf der Zahnoberfläche haften, sind im Vergleich zu denen, die nicht haften, schädlicher.
Der Verzehr von häufigen Snacks erhöht die Kontaktdauer zwischen Säuren und Zahnoberflächen und führt ebenfalls zur Bildung von Karies.

Säuren: Wenn sich der Zahnbelag auf der Zahnoberfläche absetzt, lösen die darin vorhandenen Säuren die Oberfläche des Zahnschmelzes auf. Wenn der Zahnbelag auf dem Zahn verbleibt, korrodieren diese Säuren allmählich den Zahn und beschädigen die innere Struktur.

 

Karies bei Kindern


Wenn die entstandene Karies sehr tief ist, können Nerven und Blutgefäße betroffen sein, die sich in der zentralen Pulpa befinden.
Dieser Mangelzustand an notwendigen Mineralien wird Entmineralisierung genannt und tritt hauptsächlich aufgrund des Vorhandenseins von Säuren auf den Zähnen auf.
Wenn zudem die harten Gewebe zerstört werden, die den Zahn schützen, kann sich bei Kinderzähnen eine Karies bilden.
Auch Milchzähne von Kindern im Alter von 2, 3, 4 oder 5 Jahren können eine Karies entwickeln. Sie muss behandelt werden, auch wenn die Zähne bald darauf ausfallen werden.

 

Ursachen von Zahnkaries

Wenn der Zucker von den Bakterien im Mund der Kinder verwendet wird, um Säuren zu bilden, kann eine Zahnkaries entstehen.

  • Kohlenhydratreiche Nahrungsmittel (wie Pommes Frites, Erdnussbutter, Cracker usw.) können den Zahn beschädigen.
  • Das Trinken großer Mengen kohlensäurehaltiger Getränke kann den Zahnschmelz erodieren.
  • Der häufige Verzehr von süßen Speisen (wie Pralinen, Kuchen usw.) kann zu Karies führen.
  • Wenn man die Zähne nicht regelmäßig richtig putzt, können Schäden und daraus schließlich Karies entstehen.
Zahnkaries
Zahnkaries

 

Symptome von Zahnkaries

In der Anfangsphase verursacht Karies keine Schmerzen und keine Symptome. Man kann auch nicht erkennen, ob eine Karies vorhanden ist, die Tag für Tag wächst und die internen Zahnstrukturen beschädigt.

Die Symptome einer großen Zahnkaries sind:

  • Zahnüberempfindlichkeit
  • Zahnschmerzen
  • Schmerzen beim Kauen
  • Sichtbare Vertiefungen oder Löcher in den Zähnen
  • Eiter im Bereich um die Zähne
  • Leichte oder starke Schmerzen beim Essen oder Trinken von warmen, kalten oder süßen Speisen und Getränken
  • Schmerzen beim Einatmen von kalter Luft
  • Mundgeruch
  • Ohrenschmerzen
  • Kopfschmerzen
  • Zahnfleischbluten
  • Schlechter Geschmack im Mund
  • Schmerzen am Zahnfleisch, das auch geschwollen sein kann

Das Ausmaß und die Position des Schadens verursachen unterschiedliche Symptome.
Die Folgen einer vernachlässigten Karies sind Schäden an der internen Zahnstruktur und an der Zahnpulpa, die zum Absterben der Blutgefäße und Zahnnerven führen.

Eine unbehandelte Karies kann sich schnell weiterentwickeln, einen wichtigen Teil des Zahns zerstören und einen Abszess hervorrufen.
In diesem Fall kann sich die Infektion ausbreiten und sogar Fieber und geschwollene Halslymphknoten verursachen.
Wenn der Zahn zerstört ist, regeneriert er sich nicht mehr. Jedoch kann eine Behandlung das Fortschreiten der Karies verhindern.

 

Diagnose von Zahnkaries

Die meisten Menschen ignorieren die Zeichen und Symptome, die mit Karies zusammenhängen, und warten ab, bis der Zahn starke Beschwerden bereitet. Zahnschmerzen sind jedoch das letzte Symptom der Karies.
Das einzige, was man tun kann ist, regelmäßige Kontrollen durchzuführen, die das Ausmaß der Zahnverletzung reduzieren können.
Bei Kontrolluntersuchungen verwendet der Zahnarzt ein Zahninstrument, um die Zähne zu beurteilen. Bei einer Karies ist die Zahnoberfläche weicher als gewöhnlich.

 

Wie wird Zahnkaries behandelt?

Bei einem Zahnarztbesuch wird der Arzt (nach Bewertung der Symptome) die Zähne kontrollieren, um zu sehen, ob eine Karies besteht. Der Zahnarzt muss die Schwere des Schadens erkennen, um zu entscheiden, welche Art von Behandlung notwendig ist.

Wenn es sich um eine kleine, oberflächliche Karies handelt, kann der Zahnarzt entscheiden, nicht zu intervenieren.

Zahnkaries

Mögliche Behandlungsformen sind:

Fluorbehandlung: Zahnpasten und Mundspülungen enthalten bereits etwas Fluor, da dieses Mineral für die Gesundheit der Zähne wichtig ist.
Fluor beugt Karies vor und hilft den Zähnen, sich selbst zu reparieren.
Wenn sich die Karies im Anfangsstadium befindet, führt der Zahnarzt eine Fluorbehandlung durch.
Bei einer professionellen Fluorbehandlung gibt der Zahnarzt eine Flüssigkeit, ein Gel oder einen Schaum auf den betroffenen Zahn. Dieses Material hat eine höhere Fluorkonzentration, als normale Zahnpasten oder Mundspülungen. Alternativ dazu kann man auch eine fluorhaltige Paste in einem Gefäß zubereiten, die man dann für einige Zeit auf den Zähnen einwirken lässt.

Füllungen: Wenn die Zersetzung bis tief in den Zahnschmelz reicht, muss der Zahn mit einer Füllung versehen werden.
In der Regel führt der Zahnarzt eine Lokalanästhesie durch, um die Lippe des Patienten zu betäuben.
Bei der Füllung einer Karies wird ein Teil des betroffenen Zahns entfernt und mit einem Material aufgefüllt, das die Zahnform wiederherstellt.
Füllungen können aus Verbundharzen (die dieselbe Farbe der Zähne haben), Silber-Amalgam, Gold oder Porzellan hergestellt werden.
Früher waren Füllungen braun oder schwarz, heute gibt es Materialien in heller Farbe.
Silber-Amalgam ist eine Mischung aus Metallen wie Quecksilber und Zinn.
Auch wenn eine medizinische Studie (die etwas umstritten ist) gezeigt hat, dass Silber-Amalgam eine sichere Wahl für Zahnfüllungen darstellt, haben einige Menschen Angst vor den schädlichen Auswirkungen von Quecksilber, das im Körper eingesetzt wird.
Silber-Amalgam ist für den Zahnarzt ein sehr einfach zu verwendendes Material, da damit Füllungen schnell und kostengünstig gemacht werden können.
Auf der anderen Seite sind Gold und Porzellan die teuersten Varianten für Zahnfüllungen.

Kronen: Bei einer ausgedehnten Beschädigung schwächen mehrfache Füllungen den Zahn. In diesem Fall wird eine Krone verwendet. Der beschädigte Teil des Zahns wird entfernt, behandelt und mit einer Krone oder einer Beschichtung auf dem verbleibenden Zahn versehen. Die meisten Kronen sind aus Gold oder Porzellan.

Devitalisierung: Bei schwerwiegenden Problemen, bei denen auch die Nerven betroffen sind, muss eine Devitalisierung erfolgen. Bei dieser Behandlung wird die Pulpa mit den betroffenen Teilen des Zahns entfernt. Dieser Bereich wird dann mit einem Material versiegelt, um den inneren Bereich des Zahns vor schädlichen Bakterien zu schützen. Die Devitalisierung wird auch orthodontisches Verfahren genannt.

Ziehen des Zahns: Wenn die Karies über den Zahnhals (höher liegender Bereich) bis zur Basis des Zahns vorgedrungen ist, kann es sein, dass der Zahnarzt den ganzen Zahn ziehen muss.
Oft entfernt der Zahnarzt den Weisheitszahn, wenn er von einer Karies befallen ist.

Frauen in der Schwangerschaft müssen eine Karies ungeachtet ihres Zustands behandeln lassen, sollten aber besser auf eine Röntgenaufnahme der Zähne verzichten, um das Kind nicht zu gefährden.

 

Naturheilmittel bei Karies


Zahnkaries kann sowohl Erwachsene als auch Kinder betreffen. Bei einer tiefen Karies kann eine Devitalisierung den Zahn retten. Bei einer kleineren Karies können manche Hausmittel vorübergehend helfen, kariesbedingte Schmerzen zu lindern.
Man sollte immer zum Zahnarzt gehen, da Zahnschmerzen auch auf schwere Erkrankungen hinweisen können.

Gurgeln: Gurgeln mit warmem Salzwasser hilft, Bakterien in Mund und Rachen abzutöten. Es beseitigt Mundgeruch und üblen Geschmack im Mund.

Zitrone mit Asant: Das Kauen einer Zitronenscheibe samt Schale (die viel Vitamin C enthält) kann helfen, den Schmerz zu lindern. Eine Paste aus Asant-Pulver und Zitronensaft herstellen. Das Gemisch leicht erwärmen und einen mit dieser Paste getränkten Wattebausch in die Zahnkaries stecken. Nach wenigen Minuten fühlt sich die Person besser.

Weizengras-Saft: Das Trinken von Weizengras-Saft (das sehr viele medizinische Eigenschaften hat) hilft, Zahnschmerzen zu lindern und dämmt das Wachstum der Bakterien ein.

Knoblauch und Zwiebeln: Die antibakteriellen und antimykotischen Eigenschaften von Knoblauch und Zwiebeln helfen, Zahnschmerzen zu lindern. Durch das regelmäßige Essen von Zwiebeln kann man Karies vorbeugen. Bei kariesbedingten Zahnschmerzen kann man eine Zwiebelscheibe auf den schmerzenden Zahn legen.
Die Anwendung einer Paste aus Knoblauch und Steinsalz hilft, kariesbedingte Zahnschmerzen zu lindern.
Die regelmäßige Verwendung von Knoblauch in der Ernährung macht die Zähne stark und gesund. Wenn Knoblauch zerkaut wird, wird Allicin frei.
Allicin hat antibiotische Eigenschaften. Es schadet nichts, diese natürlichen Hausmittel gegen kariesbedingte Zahnschmerzen auszuprobieren.


Eisbehandlung: Einige Eiswürfel in einen kleinen verschließbaren Beutel geben. Den Beutel in ein Handtuch wickeln und den Umschlag in Nähe des schmerzenden Zahns an den Kiefer halten. Wenn möglich, sollte man kaltes oder warmes Salzwasser eine Weile im Mund behalten. Dies hilft, den Schmerz zu lindern.

Fluorhaltige Zahnpasta: Man sollte immer eine wirksame Zahnpasta verwenden, die Fluor enthält. Einige Zahnpasten enthalten auch Nelkenöl.

Gesunde Ernährung: Eine gesunde Ernährung (vor allem für Kleinkinder und Senioren) spielt eine wichtige Rolle bei der Vorbeugung von kariesbedingten Schmerzen. Man sollte zuckerhaltige Getränke und Speisen vermeiden. Zucker löst die Freisetzung von Säure durch Bakterien aus. Ein Bonbon, das man 5 Minuten im Mund kaut, führt zu weniger Säurefreisetzung durch Bakterien als ein Getränk, das über eine Stunde langsam getrunken wird.
Kindern im Wachstum kann man fluoridiertes Wasser zu trinken geben.
Die Aufnahme von Fluor hilft, den Zahnschmelz zu kräftigen. Im Handel sind fluorhaltige Mundspülungen erhältlich.

Freiverkäufliche Medikamente: Sollte der Schmerz unter Anwendung der oben genannten Hausmittel nicht nachlassen, kann man freiverkäufliche Schmerzmittel oder Anästhetika einnehmen, sofern man zuvor einen Arzt konsultiert hat. Um kariesbedingte Schmerzen zu beseitigen, helfen auch Oregano-Öl, Olivenöl und Teebeutel.

 

Kariesvorsorge und Ernährung

Hier sind einige einfache Möglichkeiten, mit denen man Karies vorbeugen kann:

  • Mindestens zweimal täglich die Zähne putzen. Wenn man sie nicht nach jeder Mahlzeit putzen kann, sollte man zumindest immer den Mund ausspülen.
  • Man sollte häufige Zwischenmahlzeiten vermeiden.
  • Man sollte Nahrungsmittel wie Käse, Obst und Gemüse essen, die von Natur aus gut für die Zähne sind.
  • Eine fluorhaltige Zahnpasta verwenden.
  • Mit Zahnseide die Zahnzwischenräume reinigen.
  • Fluorhaltiges Wasser trinken, wie zum Beispiel Leitungswasser.
  • Den Zahnarzt regelmäßig aufsuchen.

Heutzutage haben Studien zur Zahngesundheit viele Behandlungsmöglichkeiten von Zahnkaries aufgezeigt.