Vergrößerte Lymphknoten

Vergrößerte Lymphknoten entstehen, wenn eine Lymphdrüse anschwillt und sich entzündet.

Lymphknoten sind kleine bohnengroße Gebilde aus lymphatischem Gewebe, die von Bindegewebe umkleidet sind.
Das lymphatische System erstreckt sich über den ganzen Organismus. Deshalb sind Lymphknoten überall im Körper lokalisiert: Hals, Bauchbereich, Achseln, Brustkorb, Lendenbereich, Knie usw.

 

Sie sind besonders zahlreich hinter dem Schlüsselbein, in der Achsel und in der Lendenregion.
Manchmal besteht eine Lymphknotenvergrößerung nur für wenige Tage, doch kann sie auch über Monate oder Jahre bestehen, je nach der Erkrankung, an der man leidet.
Der Facharzt, der sich damit auseinandersetzt, ist der Endokrinologe, doch nachdem die Ursache festgestellt wurde, muss man sich an den Arzt wenden, der sich mit der entsprechenden Krankheit befasst.

 

Ursachen für Lymphknotenvergrößerungen

Normale Lymphknoten haben die Größe einer Erbse und man ertastet sie unter der Haut nur dann, wenn sie groß werden wie eine Murmel oder größer.

Gewöhnlich kann eine einfache Infektion (meist viral) wie eine Erkältung eine Lymphknotenvergrößerung verursachen.
Doch auch bakterielle und parasitäre Infektionen können zu Lymphknotenschwellungen führen.

Infektionen, die häufig vorkommen, sind:

  • Streptokokkeninfektion im Hals;
  • Ohreninfektion;
  • Zahnabszess;
  • infektiöser Hautausschlag;
  • Masern;
  • Entzündung der Ohrspeicheldrüse (Parotitis);
  • Drüsenfieber.


Andere Infektionsarten:

  • Fieber nach Katzenbiss oder Katzenkratzern;
  • Toxoplasmose: eine durch Parasiten von infizierten Katzen auf den Menschen oder durch Genuss von rohem Fleisch übertragene Infektion;
  • sexuell übertragbare Krankheiten wie Syphilis;
  • Tuberkulose und Infektionen, die durch Verschlucken oder Einatmen von Tuberkelbazillen erfolgt.

Krankheiten des Immunsystems:

  • Humanes Immundefizienz-Virus (HIV), das AIDS hervorruft;
  • rheumatoide Arthritis ist eine chronische Autoimmunkrankheit, die das Synovialgewebe in den Gelenken befällt;
  • Lupus, eine chronisch entzündliche Erkrankung, die Lungen, Herz, Blutzellen, Nieren, Haut und Gelenke befällt.

Verschiedene Tumorarten:

  • Leukämie ist ein maligner Tumor der blutbildenden Gewebe wie dem lymphatischen System und dem Knochenmark;
  • das Lymphom ist ein Tumor des lymphatischen Gewebes.


Seltene Ursachen

  • Einnahme von Pharmaka wie Phenytoin, das bei einigen Formen von Krampfleiden (Epilepsie) verschrieben wird;
  • Impfung gegen manche Krankheiten wie Malaria;
  • Sarkoidose, eine chronische Erkrankung, die zu Knotenbildungen in Lymphdrüsen, Speicheldrüsen, Lungen und Leber führt;
  • Kawasaki-Syndrom;
  • Glykogenspeicherkrankheit.

Im Allgemeinen entsteht eine Lymphknotenvergrößerung aufgrund von Infektionskrankheiten viel schneller als eine, die durch Tumore wie Leukämie und Lymphom verursacht wird.
Stress und Angst führen nicht zu geschwollenen oder entzündeten Lymphknoten.

 

Symptome und Therapie bei vergrößerten Lymphknoten

Normalerweise verursachen vergrößerte Lymphknoten Schmerzen und Taubheitsgefühl beim Abtasten.

Andere Symptome, die auftreten können, sind:

  • Infektzeichen an den oberen Atemwegen, wie Halsschmerzen, laufende Nase und Fieber.
  • Vergrößerte Lymphdrüsen am ganzen Körper, die auf eine Infektion hinweisen, wie Mononukleose oder HIV, Erkrankungen des Immunsystems, wie rheumatoide Arthritis oder Lupus.
  • Gerötete Haut über den Lymphknoten.
  • Gelenkschwellungen (zum Beispiel an den Beinen), die auf eine Blockade im lymphatischen System aufgrund einer Lymphknotenvergrößerung hinweisen. Dies geschieht zu tief unter der Haut, um getastet zu werden.
  • Ein sehr schnelles Anwachsen der Lymphknoten, die unverschieblich und derb werden, kann Hinweis auf einen Tumor sein.

 

Ursachen für vergrößerte inguinale Lymphknoten

Beckenlymphknoten können vor allem aufgrund von Verletzungen und Infektionen anschwellen oder größer werden. Die verschiedenen Faktoren, die eine Lymphknotenvergrößerung verursachen, sind im Folgenden aufgezählt.

Infektionen. Bakterielle, virale, pilzbedingte und parasitäre Infektionen in der Leiste, an Genitalien, Füßen oder Beinen sind für Lymphknotenschwellungen in der Leistenregion die häufigsten Ursachen.

Geschlechtskrankheiten. Sexuell übertragbare Krankheiten wie Herpes genitalis, Syphilis, Chlamydien, Gonorrhoe und Warzen können zu einer Vergrößerung der Lymphknoten führen, die schmerzhaft sind.

Läsionen. Wunden und Traumen an den Beinen, im Leistenbereich oder an den Füßen können auch die Lymphknoten betreffen.

Tumor. Ein Tumor des lymphatischen Systems wird Lymphom genannt und kann die Leistenlymphknoten betreffen.
Wenn sich Lymphozyten bösartig verändern und sich schnell zu vermehren beginnen, können sie bösartige Tumore hervorrufen, die die Lymphknoten vergrößern.
Alle malignen Tumorarten können in die Lymphknoten metastasieren, die häufigsten sind Dickdarmtumore, Gebärmuttertumore und Tumore der Brustdrüse.

Hydrozele. Hydrozelen sind mit Flüssigkeit gefüllte Aussackungen im Skrotum. Sie entwickeln sich häufig bei Säuglingen, wenn sich der Tubus, in dem die Hoden in den Hodensack wandern, nicht verschließt. Das führt zu Flüssigkeitsübergang aus dem Bauchraum in den Hodensack und verursacht auch geschwollene Lymphknoten.

Leistenhernie. Die Leistenhernie ist ein Durchtritt von Baucheingeweiden durch eine geschwächte Bauchwand. Außer Lymphknotenschwellungen sind häufige Symptome eine Leistenschwellung, brennendes Gefühl, Unterleibsschmerzen, Schwäche und Druckgefühl im betroffenen Bereich.

 

Ursachen vergrößerter Lymphknoten am Ohr

Lymphknotenschwellungen hinter den Ohren können mit einer Infektion der Augen, der oberen Atemwege oder der Kopfhaut zusammenhängen.
Ohreninfektionen können eine weitere Ursache für Lymphknotenvergrößerungen an den Ohren und am Hals sein. Manchmal kann auch eine Verletzung der Lymphknoten eine Schwellung verursachen.

Lymphknoten können aufgrund von Erkrankungen wie Erkältung und Influenza anschwellen. Diese Erkrankungen können zahlreiche Lymphknotenschwellungen verursachen, am häufigsten laterozervikal (an beiden Seiten des Halses), unter dem Kiefer und hinter den Ohren.

Röteln sind durch das Rubella-Virus verursacht und gekennzeichnet durch ein rosa und rotes Erythem, das auf dem Gesicht erscheint und sich dann über Brust, Arme und Beine ausbreitet. Außer den Hautflecken kann diese Virusinfektion geschwollene und schmerzhafte Lymphknoten hinter den Ohren, im Nacken und an der Kopfbasis entwickeln.

 

Ursachen vergrößerter Lymphknoten am Hinterkopf

Die okzipitalen Lymphdrüsen oder Hinterhauptlymphknoten (1-3 an der Zahl) sind ein Teil des lymphatischen Systems. Dieses System funktioniert als Unterstützungseinheit des Immunsystems.

Eine Schwellung entsteht selten aufgrund einer Krebserkrankung.
Ein Insektenstich, ein infizierter Schnitt, eine Ringelflechte, Läuse, Kopfschuppen, eine bakterielle, virale oder Pilzinfektion können für die Schwellung verantwortlich sein.
In diesen Fällen muss man die Größe des Lymphknotens beobachten.
Es ist sehr wichtig festzustellen, ob er größer als eine Daumenkuppe ist und ob er weiterhin wächst. Dauert die Schwellung länger als ein Monat und ist von Fieber und nächtlichem Schwitzen begleitet, sollte ein Arzt aufgesucht werden.

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B-Zellen und T-Zellen sind zwei Arten lymphatischer Zellen.
Diese Zellen haben eine schützende Rolle für den Körper gegenüber Krankheitserregern.
B-Zellen produzieren Antikörper, die sich an abnormale Mikroorganismen und Zellen binden.
Diese Verbindung bringt Antigene an die Oberfläche, die von T-Zellen erkannt werden, die dann den Komplex aus Antikörper + Mikroorganismus eliminieren.
Das Lymphom ist ein Tumor des lymphatischen Systems. Es entsteht, wenn sich B- und T-Zellen in unkontrollierter Weise zu teilen beginnen. Diese Zellen dringen in die okzipitalen Lymphknoten und/oder andere Organe des Körpers ein, die das lymphatische System bilden, akkumulieren und bilden eine Tumormasse.
Die Krebszellen metastasieren selten aus diesen Lymphknoten in andere Körperorgane. Jedoch können sie leicht aus dem veränderten okzipitalen Lymphknoten in die beiden verbleibenden Lymphknoten wandern.

 

Ursachen für die Vergrößerung der submandibulären Lymphdrüsen

Häufigste Infektionen: Erkältungen, Halsschmerzen oder eine Streptokokkeninfektion des Halses können zu Schwellungen submandibulärer Lymphdrüsen im Unterkieferbereich führen.
Andere häufige Infektionen: Zahnabszess, Aphthen im Mund, ein eingeschlossener Zahn, Mumps, Ohrinfektionen, Masern, Röteln, Hautinfektionen, Windpocken, Drüsenfieber, eine infizierte Wunde im Kiefer, Mandelentzündung, Kehlkopfentzündung, Gingivitis (Zahnfleischentzündung), Pharyngitis usw.
Erkrankungen des Immunsystems: rheumatoide Arthritis, HIV, AIDS, Lupus, der Lungen, Herz, Nieren, Haut, Gelenke usw. befällt, Leukämie, Lymphom oder andere Tumorarten können zu Lymphknotenschwellung am Hals führen.
Nebenwirkungen: Halsschmerzen und Lymphdrüsenvergrößerung unter dem Unterkiefer können die Folge von Nebenwirkungen einiger Arzneimittel sein, wie Phenytoin (bei epileptischen Anfällen verordnet) oder Impfstoffe gegen Malaria und Typhus.
Kropf: eine Schilddrüsen-Struma wird durch Jodmangel verursacht und kann eine Schwellung der Schilddrüse im Hals bewirken.
Die Schwellung ist auffallend und die Krankheit kann leicht diagnostiziert werden.
Andere Krankheiten: Ursachen für Lymphknotenschwellungen können Hyperthyreoidismus, Stoffwechselkrankheiten, Allergien, Tumoren oder eine Infektion an Mund, Kopf oder Hals sein.
Andere Ursachen: Probleme der Speicheldrüsen, eine Zyste oder zystische Läsionen (große Pusteln), die tief unter der Haut entstehen, ein Atherom, ein Lipom (glatte, gummiartige, fibröse Kapsel bestehend aus Fettzellen oder aus einem beweglichen Knoten unter der Haut).

 

Geschwollene Lymphknoten beim Kind

Die häufigsten Ursachen für vergrößerte Lymphknoten bei Kindern sind:

  • Viruserkrankungen wie Windpocken, Mumps oder Masern;
  • Halsschmerzen bei bakterieller Infektion;
  • allergische Reaktion;
  • Innenohrinfektion;
  • Zahninfektion;
  • Mononukleose;
  • Nebenwirkungen von bestimmten Pharmaka und Impfstoffen;
  • Lymphknotenvergrößerungen können unter der Achsel aufgrund von Verletzungen oder infizierten Wunden am Arm oder an der Hand entstehen;
  • Leistenlymphknoten können aufgrund von Verletzungen oder Infektionen der Haut an Füßen, Beinen, Leisten oder Genitalien entzündet sein;
  • einige schwerwiegende Ursachen für Lymphknotenvergrößerung können Krankheiten des Immunsystems wie Arthritis, gutartige und bösartige Tumoren usw. sein.

 

Untersuchungen der Lymphknoten

Eine Schwellung der Lymphknoten ist in dem betroffenen Bereich sichtbar.
Die Lymphknoten sind beim Betasten schmerzhaft. Normalerweise sind sie weich und leicht verschiebbar.
Die Haut über den vergrößerten Lymphknoten kann geschwollen, gerötet und bei Berührung überwärmt sein.
Die Blutuntersuchungen mit großem Blutbild dienen dem Ausschluss vieler Krankheiten.

Wann muss man sich Sorgen machen?
In einigen Fällen kann ein Lymphknoten geschwollen, beim Tasten derb und nicht schmerzhaft sein. In diesen Fällen ist eine weiterführende medizinische Untersuchung notwendig, denn dies kann durch ein Krebsleiden hervorgerufen sein.