Vergrößerte Halslymphknoten

Vergrößerte Lymphknoten am Hals können durch verschiedene Krankheiten verursacht sein.

Eine Vergrößerung der Lymphknoten wird Lymphadenopathie genannt.

In einigen Halsbereichen sind die Lymphknoten nach ihrer anatomischen Region eingeteilt (zum Beispiel submental, submandibular, cervical usw.).

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Die Größenzunahme der Lymphknoten in der Halsregion ist ein Beispiel für eine lokale Lymphadenopathie.
Geschwollene Lymphknoten können gleichzeitig in verschiedenen Regionen des Körpers auftreten (zum Beispiel im Leistenbereich, unter der Achsel, am Hals usw.). In diesem Fall bezeichnet man das als generalisierte Lymphadenopathie.

 

Symptome bei geschwollenen Halslymphknoten

Geschwollene Halslymphknoten sind ein Symptom und können zusammen mit Nackenschmerzen und/oder Taubheitsgefühl in diesem Bereich auftreten.
Es kann zu Veränderungen der darüberliegenden Haut kommen (Rötung, Ulzeration usw.). Die darüberliegende Haut kann verschieblich oder nicht verschieblich von den Lymphknoten sein. Zudem bilden sich manchmal in der Nähe geschwollener Lymphknoten Pickel.
Die vergrößerten Lymphknoten können von unterschiedlicher Konsistenz gemäß der zugrunde liegenden Erkrankung sein (zum Beispiel weich, gummiartig, derb usw.).
Es können andere Symptome damit verbunden sein, die aber nicht auf den betroffenen Bereich begrenzt sind.
Die Symptome sind sehr verschieden und hängen von der genauen Ursache der Krankheit ab, die für die Vergrößerung der Halslymphknoten verantwortlich ist.

 

Ursachen vergrößerter Halslymphknoten

Eine Lymphknotenvergrößerung wird in der Regel durch eine Infektion oder eine bösartige Masse (Tumor) im Körper verursacht.
Selten sind Lymphknotenvergrößerungen die Folge einer systemischen Immunkrankheit, wie Lupus oder rheumatoide Arthritis.

Infektionen – verschiedene häufige Infektionen im Halsbereich und am Kopf können eine zervikale Lymphknotenvergrößerung verursachen, zum Beispiel Erkältung, Halsschmerzen, Zahnfleischentzündung, Ohrenentzündung, Influenza, infektiöse Mononukleose, Rachenentzündung (Pharyngitis), Mandelentzündung (Tonsillitis), Kehlkopfentzündung (Laryngitis), Entzündung der Ohrspeicheldrüse (Parotitis) usw.


Tumoren – verschiedene Krebsarten können eine Lymphknotenvergrößerung am Hals verursachen.
Tumoren, die von Lymphgewebe stammen, können eine am Hals lokalisierte Lymphadenopathie wie ein Lymphom (Hodgkin und Non-Hodgkin) hervorrufen. Auch Leukämie („Blutkrebs“) kann eine ständige Lymphknotenvergrößerung bewirken.
Fast alle Krebsarten können, wenn sie sich ausbreiten (Metastasen), eine Organvergrößerung im lymphatischen System verursachen.
Tumoren im Halsbereich und am Kopf (Tumoren im Hals, Kehlkopfkrebs) können in der Halsregion zur Lymphknotenvergrößerung führen.
Lymphknoten oberhalb des Schlüsselbeins (Nodi lymphatici supraclaviculares) schwellen oft aufgrund einer Neoplasie an; deshalb muss in diesem Fall eine gründliche Untersuchung erfolgen, um eine maligne Masse im Brust- oder Bauchbereich auszuschließen.
Bei einer Krebserkrankung wird heute ein chirurgischer Eingriff vorgenommen, um bösartiges Gewebe und Wächterlymphknoten, in denen Krebszellen angelangt sind, zu entfernen. Früher wurden alle Lymphknoten der betroffenen Region entfernt.


Mononukleose – es handelt sich um eine häufige Viruserkrankung, die durch das Epstein-Barr-Virus (EBV) verursacht wird.
Gewöhnlich sind davon Jugendliche betroffen. Die Krankheit ist verbunden mit einem Gefühl von Schwäche und Müdigkeit über Wochen oder sogar Monate hinweg.
Man bezeichnet sie auch als „Kusskrankheit“, da sie sich über Speichel, Schleim und Tränen ausbreitet.
Zu den Symptomen zählen hohes Fieber, Halsschmerzen, Schwäche und Vergrößerung der Halslymphknoten.
Manchmal kann sich auch die Milz vergrößern, die dann Bauchschmerzen verursacht.
Die Therapie besteht in sehr viel Ruhe, der Einnahme von Schmerzmitteln und Gurgeln mit Salzwasser.
Kontaktsportarten und Gewichtheben müssen vermieden werden, um die Milz zu schonen.

Andere Ursachen
Halslymphknotenvergrößerungen können auch verursacht sein durch:

  1. Erkältung
  2. Hautinfektion
  3. Ohreninfekt (Otitis)
  4. Infektion der oberen Atemwege
  5. HIV/AIDS
  6. Herpes
  7. Tuberkulose
  8. Nebenwirkungen einiger Pharmaka oder Impfstoffe

 

Geschwollene Halslymphknoten rechts- oder linksseits

Die Lymphknoten von Kopf und Hals sind im vorderen und hinteren Halsbereich, tonsillar, submandibular, submental und supraclavicular lokalisiert.

Die Lymphgewebsgruppen entzünden sich aufgrund von bakteriellen, viralen oder anderen pathogenen mikrobiellen Attacken.
Lymphknotenvergrößerungen auf einer Halsseite werden in den meisten Fällen von pathogenen Infektionen oder Entzündungen verursacht.

Der Kehldeckel ist eine dünne Platte an der Zungenbasis. Diese Struktur kann sich aufgrund einer Infektion der Atemwege oder eines Traumas entzünden.
Wird eine Hautverletzung im Halsbereich nicht behandelt, kann sie sich infizieren.
Dies kann auch zu einer Vergrößerung der umgebenden Lymphknoten führen.
Zu den Ursachen zählen auch Nasennebenhöhlenentzündung (Sinusitis), Ohreninfektionen und Zahnabszesse.
Auch Krankheiten wie Syphilis, Tuberkulose, AIDS, Röteln oder Toxoplasmose können vergrößerte Halslymphknoten verursachen.

 

Bedeuten reaktiv vergrößerte Lymphknoten Krebs?

Wenn Lymphknoten als „reaktiv“ beschrieben werden, bedeutet das gewöhnlich, dass die Anomalie der Lymphknoten durch eine gutartige Erkrankung verursacht ist (wie eine Reizung, Infektion oder Entzündung) und nicht durch eine bösartige.
Es ist nicht immer möglich zu definieren, wie sehr ein Lymphknoten „reaktiv“ verändert ist.

 

Symptome vergrößerter Halslymphknoten

Tritt eines dieser Symptome auf, ist nicht gesagt, dass es sich um eine chronische Lymphadenitis handelt.
Diese Symptome können von anderen, weniger ernsten Krankheiten verursacht sein.
Unter den Symptomen gibt es:

  1. Vergrößerte, schmerzhafte oder derbe Lymphknoten/Lymphdrüsen
  2. Haut über den Lymphknoten gerötet und bei Betasten überwärmt
  3. Fieber
  4. Schüttelfrost
  5. Appetitverlust
  6. Übermäßiges Schwitzen
  7. Herzrasen
  8. Allgemeine Schwäche
  9. Schluckbeschwerden
  10. Atembeschwerden
  11. Nackensteifigkeit

 

Lymphknoten,StrukturDiagnostik und Untersuchung

Der Arzt befragt den Patienten nach den Symptomen und der Krankengeschichte.
Im Anschluss erfolgt eine körperliche Untersuchung zur Feststellung, ob die tastbaren Lymphknoten leicht oder stark vergrößert sind.
Die oberflächlichen Lymphknoten lassen sich ertasten und sind oftmals sichtbar, doch für die Diagnoseerstellung können instrumentelle Untersuchungen notwendig sein.
Körperflüssigkeiten und Gewebe müssen untersucht werden.

Zu den diagnostischen Untersuchungen gehören:
– Großes Blutbild
– Blutuntersuchungen
– Echographie
– Lymphknotenbiopsie

 

Wann muss man sich Sorgen machen? Wann sind sie gefährlich?

Schwellungen, die länger als 4 Wochen bestehen
Bleibende Vergrößerungen, die länger als vier Wochen bestehen, können auf eine schwere Erkrankung hinweisen, auch wenn die Ursache meist gutartig ist.

Schwellungen, die weniger als 4 Wochen bestehen
Die Körperregion der vergrößerten Lymphdrüsen ist zur Bestimmung einer möglichen Ursache wichtig.
Eine Schwellung am Hals kann durch eine Vergrößerung der Speicheldrüse, durch Knoten an der Schilddrüse oder durch die Aktivität der Lymphknoten, die eine Infektion bekämpfen, zunehmen.
Lymphknoten können an verschiedenen Bereichen des Halses auffällig werden – an der Halsvorderseite, hinten, an den Seiten und am oberen oder unteren Hals.
Die Speicheldrüsen befinden sich im oberen Halsbereich, direkt unter dem Kiefer und vor dem Ohr.
Die Schilddrüse befindet sich im untersten Halsbereich, nahe dem Adamsapfel.

 

Lymphknoten,vergrößerteTherapie geschwollener Halslymphknoten

Die Therapie hängt von der Krankheitsursache ab.

Infektionen – gewöhnlich ist eine Vergrößerung der Lymphknoten durch eine Infektion verursacht.

Supraventrikuläre Lymphknotenvergrößerungen müssen sofort ärztlich untersucht werden, um einen malignen Tumor auszuschließen (oder zu bestätigen).
Gewöhnlich schmerzen vergrößerte Lymphknoten. Dann kann man heiße Umschläge machen und nichtsteroidale Entzündungshemmer (wie Ibuprofen) einnehmen.
Wird eine bakterielle Infektion vermutet, sind Antibiotika indiziert.
Wird eine Abszessbildung im Lymphknoten vermutet, kann eine chirurgische Drainage helfen.

Tumoren – die Behandlungsmöglichkeiten für Lymphknotenvergrößerungen in der Halsregion, die durch einen Tumor verursacht sind, sind der chirurgische Eingriff, die Strahlentherapie und/oder die Chemotherapie, je nach Art, Sitz und Ausdehnung des Karzinoms.
Gewöhnlich ist ein Krebsleiden, das zu Lymphknotenvergrößerung führte, bereits in einem fortgeschrittenen Stadium (außer Tumoren des lymphatischen Systems wie das Lymphom, das aus dem Lymphgewebe selbst entstammt).

 

Kinder

Zervikale Lymphknoten (Lymphknoten am Hals) sind oft durch Atemwegsinfektionen verursacht, die im Kindesalter auftreten.
Eine der häufigsten Ursachen für Lymphknotenschwellung bei Kindern und Säuglingen ist die Tonsillitis.

Rückkehr zur Schule
Vergrößerte Lymphknoten sind nicht ansteckend.
Hängen die Lymphknotenvergrößerungen mit einer Erkältung, Halsschmerzen oder anderen Infektionen zusammen, kann das Kind zur Schule zurückkehren, sobald das Fieber vergangen ist und es sich gut genug fühlt, um wieder an den normalen Aktivitäten teilzunehmen.