Vaginale Trockenheit


Vaginale Trockenheit kann äußerst unangenehm sein und zu jeder Zeit im Leben einer Frau auftreten.

Sie kann verschiedene Ursachen haben, unter anderem manche Krankheiten, Arzneimittel, Hormonspiegel und psychologische Probleme.
Vaginale Trockenheit ist ein häufiges Problem bei Frauen in der Menopause, aber auch in jungen Jahren können vaginale Gleitstoffe unzureichend sein.

 


Vaginale Gleitstoffe

Normalerweise ist die Vagina feucht und mit einer dünnen klaren Flüssigkeitsschicht bedeckt, die von der Zervix im oberen Scheidenbereich produziert wird.

Vaginale Gleitstoffe haben bestimmte Aufgaben:
1. Schutz der Vagina gegen Infektionen wie Soor (Candida vaginalis).
2. Reinhaltung der Vagina durch Auswaschen der abgestorbenen Zellen und des Menstruationsblutes.
3. Geschmeidig halten der Vagina zur Begünstigung des Geschlechtsverkehrs.

Ist eine Frau sexuell erregt, strömt mehr Blut in die Blutgefäße, was die Flüssigkeitssekretion stimuliert. Auf diese Weise nimmt die Scheidenfeuchtigkeit (Lubrikation) zu.
Östrogene helfen bei der Produktion dieser Flüssigkeit und halten die äußere Auskleidung der Vagina gesund und elastisch.


Senken sich während der Menopause oder in anderen Momenten die Östrogenspiegel ab, entsteht eine Scheidenatrophie genannte Störung, bei der die Flüssigkeitsmenge abnimmt und die Vagina empfindlicher und weniger elastisch wird.

Vaginale Trockenheit kennzeichnet die vaginale Atrophie (oder atrophische Vaginitis) und ist charakterisiert durch Verdünnung und Entzündung der Scheidenwände. Sie wird durch das Absinken der Hormone verursacht.

Vor der Menopause ist die Scheidenschleimhaut leuchtend, rot und feucht.
Fallen die Östrogenspiegel, wird die Scheidenschleimhaut feiner, trockener, weniger elastisch und ihre Farbe ist rosa oder bläulich.
Das ist eine normale Veränderung, die in der Postmenopause stattfindet.

 

Ursachen für Scheidentrockenheit

Während des Übergangs zu den Wechseljahren produzieren die Eierstöcke weniger Östrogen um das Ende der Menstruationszyklen vorzubereiten.


Der Rückgang des Östrogens ist die Hauptursache für Scheidentrockenheit während der Menopause, die normalerweise zwischen dem 40. und 50. Lebensjahr einer Frau beginnt.

Während dieser Zeit nehmen die vaginalen Sekretionen ab und somit vermindert sich auch die Gleitfähigkeit.
Der Rückgang der Östrogene macht den pH-Wert in der Scheide, der sauer sein sollte, alkalisch.
Der veränderte pH-Wert kann vermehrt zu Reizungen führen und die Möglichkeit von vaginalen Infektionen erhöhen.

Die Hormonveränderung, die in der Schwangerschaft, nach der Geburt und während der Stillzeit auftritt, kann die Scheidentrockenheit beeinflussen.

Außer hormonellen Ursachen können andere physiologische, umweltbedingte und emotionale Faktoren die vaginale Trockenheit verursachen oder begünstigen.

Physische Ursachen

1. Autoimmunkrankheiten wie das Sjögren-Syndrom, das die Sekret produzierenden Zellen des Körpers angreift.
2. Infektionen (bakteriell, viral, sexuell übertragbar).
3. Rauchen, Alkoholkonsum – Frauen, die Zigaretten rauchen, haben ein größeres Risiko einer frühzeitigen Menopause gegenüber Nichtraucherinnen.
Somit können Symptome einer atrophischen Vaginitis bei Raucherinnen früher auftreten.
4. Einige Arzneimittel:

  • Antihistaminika
  • Erkältungsmedikamente
  • Antidepressiva
  • Orale Kontrazeptiva

5. Krebstherapien
Unter den Arzneimitteln, die zu vaginaler Trockenheit führen, zählen Danazol, Medroxyprogesteron (Handelsname Depo-Clinovir) oder einige Anti-Östrogene wie Arimidex.
Wird die Einnahme dieser Medikamente unterbrochen, erfolgt die Östrogenproduktion wie zuvor.

6. Chirurgische Ursachen
Nach chirurgischer Entfernung der Eierstöcke, Chemotherapie oder Strahlentherapie des Beckens bei Krebserkrankung.
Nach der Geburt eines Kindes, vor allem bei stillenden Frauen.

7. Umweltursachen
Exzessives Waschen der Scheide.
Allergische Reaktion auf Chemikalien in gewissen Seifen, Waschmitteln usw.

8. Psychische Ursachen
Stress ist ein wichtiger Faktor, der vaginale Trockenheit hervorrufen oder verstärken kann.

9. Andere emotionale Probleme, darunter Angst und Depressionen, die zu fehlender Erregung und vaginaler Trockenheit führen können.
Ängstliche Störungen wie die Fibromyalgie können zu den Ursachen gehören.

10. Manche Beziehungsprobleme, die ungelöst sind, führen möglicherweise zu:

  • Rückgang vaginaler Gleitstoffe während geschlechtlicher Aktivitäten
  • Libidoverlust
  • Erregungsstörungen

 

Was sind die Symptome bei vaginaler Trockenheit?

Manche Frauen zeigen keine Symptome, doch in den meisten Fällen sind es die folgenden:

1. Schmerzen beim Geschlechtsverkehr. Das kann auftreten, wenn die Scheide sehr klein und sehr trocken ist und wenn während des Verkehrs weniger Gleitmittel als zuvor gebildet wird.
2. Beschwerden – wenn Vulva oder Vagina gerötet oder wund sind.
3. Vaginaler Ausfluss. Es kann zu weißem oder gelbem Ausfluss kommen.
4. Vaginale Schmerzen, sie können zusammen mit Juckreizauftreten oder auch von brennender Art sein;
5. Probleme beim Wasserlassen. Die atrophische Vaginitis kann gewisse urologische Probleme, zum Beispiel Brennen beim Wasserlassen, verschlimmern.

 

Diagnose und Untersuchung vaginaler Trockenheit

Die Diagnose vaginaler Trockenheit kann Folgendes umfassen:
1. Beckenuntersuchung. Der Arzt untersucht die äußeren Genitalien, Scheide und Gebärmutterhals, dann tastet er mit dem Finger Scheide und Rektum aus, um die Beckenorgane nach krankhaften Anzeichen abzutasten (palpieren).
2. Pap-Test. Der Arzt entnimmt zur mikroskopischen Untersuchung eine Zellprobe vom Gebärmutterhals.
Er kann eine Probe des Vaginalsekrets entnehmen, um Anzeichen einer vaginalen Entzündung (Vaginitis) festzustellen oder vaginale Veränderungen zu bestätigen, die mit einem Mangel an Östrogenen zusammenhängen.
3. Urinuntersuchung. Wenn auch urologische Leiden vorliegen, dient eine Urinuntersuchung zur Analyse, um mögliche urogenitale Erkrankungen auszuschließen.

 

Therapie bei vaginaler Trockenheit

Gebärmutter und EierstöckeWas sind die besten Möglichkeiten zur Linderung vaginaler Trockenheit?
Stillende Mütter und die, die eine Brustkrebserkrankung in ihrer Krankengeschichte haben, können auf die fünf unten aufgezählten Mittel zurückgreifen.
1. Gut hydratisiert bleiben. Sechs bis acht Gläser Wasser am Tag trinken hilft, das Gewebe auch im Unterleibsbereich feucht zu halten.
2. So gut wie möglich geschmeidig halten. Viele Frauen verspüren sofort Erleichterung, wenn sie einfach ein Gleitmittel verwenden.
Es gibt mindestens ein halbes Dutzend dieser Produkte in den Regalen der Apotheken.
Es kann erforderlich sein, verschiedene Produkte auszuprobieren, um herauszufinden, welches am besten ist.
3. Sprays für den Intimbereich vermeiden. Die chemischen Substanzen in diesen Produkten können das empfindliche Gewebe im Innern der Scheide reizen.
4. Keine Scheidenwaschungen vornehmen. Das kann das normale chemische Gleichgewicht in der Scheide verändern und Trockenheit und Entzündungen verursachen.
5. Ausreichende Mengen „guter“ Fette essen. Der Körper benötigt bei jedem Essen genügend Fette, um ein ausgewogenes Gleichgewicht der Geschlechtshormone zu erreichen. Leinsamenöl und Sojaöl haben dem Östrogen ähnliche Wirkung und können bei vaginaler Trockenheit helfen.

Wichtig ist, mit dem Arzt diese Probleme zu besprechen, die manchmal auch durch Arzneimittel wie Antidepressiva oder Immunkrankheiten wie das Sjögren-Syndrom verursacht werden.

Frauen in der Post-Menopause, die keine gesundheitlichen Probleme haben, können auch ein lokal wirkendes Östrogenprodukt versuchen, zum Beispiel als Vaginalzäpfchen oder als Creme.
Das wäre eine Möglichkeit, wenn die Symptome durch die Menopause verursacht sind.

 

Creme bei vaginaler Trockenheit

Bei Symptomen der vaginalen Trockenheit wie Juckreiz, Brennen oder Schmerzen kann auf die großen Schamlippen eine Feuchtigkeitscreme aufgetragen werden.
Zu den beliebtesten gehören Aveeno Dermexa Emollient Creme und Aveeno Lenitiva Karitè. Beide enthalten Hafermehlextrakt.

 

Gel-Gleitmittel bei vaginaler Trockenheit

Sind Hormoncremes aufgrund anderer Begleitkrankheiten nicht empfohlen, kann ein Gel-Gleitmittel hilfreich sein.
Es gibt verschiedene Gele, die speziell gegen dieses Problem vaginaler Trockenheit helfen.
Diese Erzeugnisse ersetzen die natürliche Flüssigkeit in der Vagina.
Produkte sind Replens®, Gynofit Vaginal-Gel und Hyalofemme®.
Ein empfohlenes Gel ist Durex O Stimolations-Gel, weil es beim Geschlechtsverkehr ein gutes Gleitmittel und kompatibel mit dem Kondom ist.
Man kann dieses Gel in Apotheken kaufen. Ein Apotheker sollte dazu auch Ratschläge geben können.

Anmerkung: Vaseline® kann das Latex des Kondoms zersetzen. Es ist daher nicht empfehlenswert für Frauen, deren Partner ein Kondom benutzen.

 

Naturheilmittel bei vaginaler Trockenheit

Wer bei Feuchtigkeitscremes sicher gehen möchte, sollte natürliche Produkte verwenden.
Zum ist Beispiel biologische Kakaobutter eine Creme, die ohne medizinische Verordnung erhältlich ist.
Man kann sie auch in Bioläden kaufen.
Sie hilft bei vaginaler Trockenheit und brennt nicht.
Der Vorteil ist, dass die Kakaobutter keine Rückstände hinterlässt und die Schamlippen lange weich hält. Sie ist nur für den äußerlichen Gebrauch bestimmt.

 

Erholungszeit und Prognose

Die Symptome bessern sich nach etwa drei Behandlungswochen.
Bessern sich die Symptome nicht, sollte ein Arzt aufgesucht werden, da manchmal andere Erkrankungen zugrunde liegen können.
Wird eine Hormonbehandlung durchgeführt, ist es äußerst wichtig, den Arzt aufzusuchen, wenn ein blutiger Ausfluss aus der Scheide besteht.