Übermäßiges Schwitzen – Hyperhidrose

Übermäßiges Schwitzen (oder Hyperhidrose) ist ein häufiges Problem, insbesondere im Bereich von:

  • Achseln,
  • Händen,
  • Füßen.

Hyperhidrose bedeutet, mehr als normal zu schwitzen, auch wenn:

  • es nicht warm oder feucht ist,
  • man keinen Sport betreibt,
  • keine Angst hat.

Schweiß vermischt sich meist mit auf der Haut befindlichen Bakterien, die einen üblen Geruch verursachen.


Saures Schwitzen ist von verschiedenen Faktoren abhängig, dazu gehören vor allem:

  • Hormone,
  • Ernährung.

Starker Schweißgeruch ist auch davon abhängig, wie viel Zeit nach dem Waschen vergangen ist.

Im Fall einer Dermatitis oder Dermatose, die durch Schweiß verursacht wird, (auch als Sudamina, Miliaria oder Hitzepickel bezeichnet) kann sich die Haut röten, gewöhnlich bilden sich auch rote Bläschen.

 

Was sind die Ursachen für nächtliches Schwitzen oder Schwitzen im Schlaf?

Idiopathische Hyperhidrose
Schwitzt ein Mensch übermäßig ohne eine Erkrankung zu haben, die dieses verursacht, spricht man von idiopathischer Hyperhidrose.
Hyperhidrose kann auftreten während:

  • der Kindheit,
  • in der Adoleszenz,
  • im Erwachsenenalter.

Die Erkrankung wird von überaktiven Schweißdrüsen hervorgerufen, weil diese vom sympathischen (autonomen) Nervensystem übermäßig stimuliert werden.
Das Schwitzen ist wie folgt lokalisiert:

  • Fußsohlen,
  • Achselhöhlen,
  • einige Bereiche im Gesicht,
  • Leistenbereich,
  • Handflächen,
  • unter der Brust.

Menopause
Während der Perimenopause und der Menopause verursacht der Östrogenabfall eine Fehlregulation des Hypothalamus.
Das verursacht gerötete Haut und eine Erweiterung der Blutgefäße, was zu übermäßigem Schwitzen führt.
Hitzewallungen und heftige Schweißausbrüche während der Nacht können auch auftreten ohne:

  • ein überwärmtes Zimmer,
  • Temperaturschwankungen.

Schilddrüsenüberfunktion
Hyperthyreoidismus ist eine Erkrankung, die durch eine Überfunktion der Schilddrüse gekennzeichnet ist.
Diese Erkrankung kann den Stoffwechsel des Körpers beschleunigen. Dabei werden die Herzfrequenz erhöht und Schweißausbrüche während der Nacht verursacht.


Hypoglykämie
Hypoglykämie bezeichnet einen zu niedrigen Blutzuckerspiegel (< 70 mg/dl) und betrifft Patienten mit Diabetes, die zu viel Insulin gespritzt haben.

Ursachen der Hypoglykämie:

  • zu langes Warten zwischen den Mahlzeiten,
  • Aufnahme von ungenügender Nahrung,
  • zu langes körperliches Training ohne etwas zu essen.

Symptome sind:

  • Zittern,
  • Kaltschweiß,
  • Hunger,
  • Angst,
  • Herzklopfen (Palpitationen).

Nächtliche Hypoglykämie tritt im Schlaf auf und kann bewirken:

  • starkes Schwitzen,
  • schweißnasse Bettwäsche,
  • Schlaflosigkeit,
  • Kopfschmerzen,
  • Alpträume.

Infektionen
Tuberkulose ist eine der häufigsten Ursachen für nächtliches Schwitzen. Diese Infektionskrankheit, die häufig die Lungen eines Menschen betrifft, kann hervorrufen:

  • Gewichtsverlust,
  • Müdigkeit,
  • Fieber.

Es gibt viele Infektionen, die zu nächtlichem Schwitzen führen. Darunter sind:

  1. Humanes Immundefizienz-Virus (HIV)
  2. Infektion mit Mycobacterium avium complex
  3. Infektiöse Mononukleose (verursacht durch das Epstein–Barr-Virus)
  4. Pilzinfektionen (Kokzidioidomykose)
  5. Lungenabszess (Nekrose des Lungengewebes)
  6. Endokarditis (Entzündung der Herzklappen)
  7. Osteomyelitis (Knocheninfektion)

Medikamente

  • Antidepressiva
    Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI), trizyklische Antidepressiva und Psychopharmaka verursachen nächtliches Schwitzen.
    Zu den Medikamenten, die zu übermäßigem Schwitzen führen, zählt das Sertralin (Zoloft).
  • Antipyretika
    Antipyretische Medikamente (gegen Fieber) wie Aspirin und Paracetamol, können den Hypothalamus beeinflussen.
    Sie bewirken, dass der Hypothalamus die Körpertemperatur senkt.
    Schwitzen ist einer der Mechanismen, der durch diese Medikamente aktiviert wird.
  • Andere Arzneimittel:
    • Manche Medikamente zur Blutdrucksenkung
    • Einige Medikamente gegen Mundtrockenheit


Schlafapnoe
Schlafapnoe besteht, wenn fortgesetzte Episoden von völliger oder teilweiser Obstruktion der oberen Atemwege während des Schlafes erfolgen.
Da die Brustmuskulatur und die Muskulatur des Zwerchfells die Atemwege wieder öffnen, wird die Atmung mit einem lauten Schnarchen fortgesetzt.
Die obstruktive Schlafapnoe kann Folgendes verursachen:

  • Nachtschweiß,
  • Schlafstörungen,
  • Schnarchen,
  • Tagesmüdigkeit,
  • unruhigem Schlaf.

Tumor
Übermäßiges Schwitzen kann auch auf manche Tumore hinweisen, wie:

  • Lymphom (Lymphdrüsenkrebs),
  • Leukämie (Blut- oder Knochenmarkkrebs).

Sind die Phasen übermäßigen Schwitzens von Fieber und unerklärbarem Gewichtsverlust begleitet, sollte besser ein Arzt aufgesucht werden, um die Möglichkeit einer Krebserkrankung auszuschließen.

Angst und Stress
Angst und Sorgen können zu plötzlichem Nachtschweiß führen.
Angst aktiviert die Warneinrichtungen des Körpers.
Das lässt mehr Blut in jene Körperbereiche fließen, die dieses jetzt benötigen könnten.
Angst bewirkt also eine Verengung der peripheren Blutgefäße (Vasokonstriktion).
Die Folge ist, dass der Körper beginnt zu schwitzen.
Schweiß aufgrund einer emotionalen Erregung kann kalt sein.

Hitzeerschöpfung
Eine Hitzeerschöpfung tritt ein, wenn die Körpertemperatur 37° C übersteigt.
Symptome sind unter anderem:

  • muskuläre Krämpfe,
  • Übelkeit,
  • Erbrechen,
  • Müdigkeit,
  • Kopfschmerzen
  • übermäßiges Schwitzen.

Schweßbildung,Verdunstung,PoreErnährung
Isst man sehr fett, salzig oder einfach zu viel, kann es leicht zu starkem, axillärem Schwitzen kommen.
Ein einfaches und wirksames Mittel besteht in einer Ernährungsumstellung:

  • Obst und Gemüse essen,
  • schwerverdauliche Nahrungsmittel vermeiden.

Wer unter Verdauungsstörungen leidet und nach einem schweren Nachtmahl zu Bett geht, kann nachts schweißgebadet aufwachen.

Gustatorisches Schwitzen (Frey-Syndrom) tritt beim Kauen, Beißen und Lutschen von Lebensmitteln auf.
Diese Erkrankung betrifft vor allem Gesicht und Hals und kann durch Entfernung der Nebenschilddrüsen oder ohne ersichtlichen Grund auftreten.

Schwangerschaft
Während der Schwangerschaft besteht vermehrtes Schwitzen aufgrund des hormonellen Ungleichgewichts und eines erhöhten Stoffwechsels.
Je mehr gegessen wird, umso mehr erwärmt sich der Körper.

Neurologische Probleme
Auch wenn neurologische Störungen relativ selten auftreten, können sie zu nächtlichem Schwitzen führen, darunter sind:

  • Die vegetative Dysreflexie wird durch eine Schädigung des Rückenmarks zwischen dem fünften Brustwirbel und den darüberliegenden Wirbeln verursacht.
    Die Nervenimpulse des Rückenmarks sind durch die Schädigung blockiert.
    Die vegetative Dysreflexie verursacht eine Überfunktion des sympathischen Nervensystems.
    Symptome dieser Erkrankung sind:

    • Kopfschmerzen,
    • Bradykardie (Langsamherzigkeit),
    • Spasmen,
    • Bluthochdruck,
    • starkes Schwitzen.
  • Der Schlaganfall ist gekennzeichnet durch den Verlust der Gehirnfunktionalität, verursacht durch eine Minderdurchblutung des Gehirns.
    Oftmals führt er zu starkem Schwitzen sowie Kopfschmerzen.

Andere Krankheiten, die nächtliches Schwitzen verursachen, sind:

  • Chronisches Müdigkeitssyndrom
  • Diabetes insipidus
  • Gastroösophagealer Reflux
  • Chronische Granulomatose (selten)
  • Chronische eosinophile Lungenerkrankung
  • Prinzmetal-Angina (eine seltene Variante der Angina pectoris, die in Ruhe auftritt)

 

Übermäßiges Schwitzen an Gesicht und Kopf

Übermäßiges Schwitzen auf der Stirn kann peinlich sein; zum Beispiel können die Haare nass werden, einen schlechten Geruch abgeben und auf der Kopfhaut Juckreiz verursachen.

Ursachen primärer Hyperhidrose im Gesicht
Schwitzt hauptsächlich der Kopf übermäßig, ist dafür keine Erkrankung verantwortlich.
Man sagt, dass in den meisten Fällen die primäre Hyperhidrose des Kopfes durch überaktive Schweißdrüsen charakterisiert ist.

Ursachen für sekundäre Hyperhidrose
Die sekundäre Hyperhidrose ist das Symptom einer Krankheit. Es gibt einige Krankheiten, die ein übermäßiges Schwitzen im Gesicht und am Kopf verursachen können, darunter zählen:

  1. Schilddrüsenerkrankungen
  2. Angst oder Stress
  3. Menopause
  4. Herzattacken (können kalten und eisigen Schweiß verursachen)
  5. Arzneimittel (Entzündungshemmer oder Hormonpräparate)
  6. Diabetes mellitus
  7. Morbus Parkinson
  8. Schlaganfall, manche Rückenmarkschäden
  9. Karzinoidsyndrom
  10. Tuberkulose, Krebs
  11. Chronische Infektionen

 

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Überaktives sympathisches Nervensystem
Jedes Mal, wenn eine stressige Situation vorliegt, reagiert der Körper mit Schweißproduktion, um die Körpertemperatur abzusenken.
Diese Situationen können sein:

  • Wut
  • Stress
  • Nervosität
  • Gefahren
  • Externe Wärme und geringe Lüftung
  • Krankheiten der arteriellen peripheren Blutgefäße und der Lymphbahnen
  • Sepsis
  • Krämpfe

Manchmal treten Fälle von verschwitzten Händen und Füßen bei Säuglingen und Kleinkindern auf, was durch Fieber hervorgerufen sein kann.

 

Übermäßiges Schwitzen in den Achseln

Faktoren, die zu axillärer Hyperhidrose beitragen:

  • Schilddrüsenerkrankungen (Hyperthyreose, Hypothyreose), Unterzucker, Hitzewallungen (Menopause) und Herzattacken;
  • Fieber;
  • Verzehr von pikanten Speisen;
  • übermäßger Koffeingenuss;
  • Nebenwirkungen bestimmter Schmerzmittel, Psychopharmaka oder Schilddrüsenmedikamente;
  • Stress, Angst oder Depression.

 

Schwitzen am Gesäß und im Intimbereich

Es gibt einige Körperzonen, in denen die Haut weniger transpiriert, weil sie in Kontakt mit der Oberfläche eines Stuhls oder anderen Körperflächen ist. Das hängt dann aber nicht von einer Erkrankung ab.
Diese Störungen treten in folgenden Bereichen auf:
1. Lendenbereich;
2. Gesäß;
3. Intimbereich;
4. Schambereich.

 

Naturheilmittel bei übermäßigem Schwitzen

Sind die Probleme des Schwitzens erblich bedingt, gibt es dagegen keine völlige Heilung. In anderen Fällen können die Beschwerden durch Hausmittel gute Besserung erfahren.

  1. Frischen Zitronensaft 10-15 Minuten lang auf die schwitzenden Körperteile auftragen, danach abwaschen.
    Jeden Tag wiederholen. Vor dem Waschen die Körperpartien mit einer Zitronenscheibe bestreichen.
  2. Eine Mischung aus Teebaumöl (zwei Tropfen) mit Wasser herstellen.
    In eine Sprühflasche füllen und als Deodorant benutzen.
  3. Einen Wattebausch in Apfelessig tauchen und auf die Haut in den Achseln auftragen.
  4. Walnüsse und Eukalyptusblätter zerreiben und eine Paste herstellen.
    Diese Paste auf die Körperbereiche auftragen, die am meisten schwitzen. 5-10 Minuten einwirken lassen. Danach gründlich mit Wasser abwaschen.
  5. Stark gewürzte Speisen und Kaffee vermeiden.

Eines dieser Mittel auswählen und etwa 1 Monat lang regelmäßig anwenden.
Schwitzt man trotz des Hausmittels weiter, ist die Vorstellung bei einem Hautarzt empfehlenswert.

Therapie bei übermäßigem Schwitzen und Medikamente

Allgemeine Ratschläge

  • Atmungsaktive Kleidung tragen, beispielsweise spezielle T-Shirts für Sportler.
  • Socken mit Silberfasern oder Kupferoxid mindern den Geruch.
  • Saugfähige Sohlen in den Schuhen verwenden und häufig wechseln.
  • Nach dem Bad Puder oder Bikarbonat auftragen.

Orale Medikamente, die Schwitzen verringern, werden Anticholinergika genannt. Ein Beispiel ist Methantheliniumbromid (Vagantin).
Die meisten Anticholinergika sind nur auf ärztliche Verordnung erhältlich.
Zu den Nebenwirkungen zählen: Mundtrockenheit und Verschwommensehen.

Antitranspirantien
Es stehen viele Antitranspirantien zur Verfügung, die die Schweißdrüsen blockieren.
Diese Substanzen werden nachts auf den Körper aufgetragen.
Diese Antitranspirantien treten in die Poren der Haut ein und blockieren die Transpiration.

Zu den wirksamsten Produkten gehören:

  • PERSPIREX COMFORT Roll-On-Deodorant
    Die Anwendung von Perspirex Comfort bietet einen Schutz vor Schweiß und unangenehmem Geruch bis zu 3-5 Tagen.
  • Sudorstop (Zinkoxid, Aluminiumchlorid)
  • Purax Roll-On (Aluminiumchlorid)

Bei den Füßen haben die Cremes eine eingeschränkte Wirkung, weil die Haut dicker ist.

Ionophorese
Diese Technik besteht in der Anwendung von Gleichstrom niedriger Intensität an Händen und Füßen.
Forscher kennen den Wirkungsmechanismus nicht, aber man geht davon aus, dass die Ionophorese auf die Nerven einwirkt, die die Schweißabsonderung bewirken.
Anwendungsbereiche:

  • Hände
  • Füße,
  • Achseln.

Die Behandlung muss 20 Minuten dauern und mindestens einmal pro Woche durchgeführt werden.
Problematiken dieser Therapie:

  • Sie muss langfristig angewandt werden.
  • Sie ist nicht immer wirksam.

Botulin-Injektionen
Injektionen mit Botulinumtoxin werden in den Bereichen durchgeführt, in denen der Patient übermäßig stark schwitzt. Das Toxin hemmt die Absonderung von Acetylcholin, ein Neurotransmitter. Diese Substanz ist notwendig, um die Drüsen zur Schweißproduktion anzuregen. Die Behandlung sieht 10-20 Injektionen vor und die Wirkung kann von 1 bis zu 6 Monaten anhalten.

Entfernung der Schweißdrüsen
Dies kann in einem bestimmten Bereich, zum Beispiel unter den Achseln, erfolgen.
Auch wenn diese Methode verbreitet ist, sollte man mit dem Arzt über mögliche Nebenwirkungen sprechen.

Thorakale Sympathektomie
Eine Option eines chirurgischen Eingriffs bei übermäßigem Schwitzen wird thorakale Sympathektomie genannt.
Bei dieser Operation werden einige Fasern des Nervs durchtrennt, der die Schweißdrüsen kontrolliert.
Das erfolgt durch das Einführen eines kleinen Endoskops in der Achselhöhle. Ziel ist es, einige der kleinen Nervenanteile zu zerstören, die mit den Schweißdrüsen in Verbindung stehen.
Die thorakale Sympathektomie ist sehr wirksam, doch gleichzeitig sehr riskant.
Der Chirurg muss kurzfristig die Lungen kollabieren lassen, um die Nerven deutlich erkennen zu können.
Die Operation hat einige Nebenwirkungen, darunter:

  • Nervenschäden;
  • kompensatorisches Schwitzen an anderen, nicht operierten Körperstellen;
  • Atemkomplikationen;
  • manchmal bleiben diese Störungen bestehen.

 

Übermäßiges Schwitzen – Hyperhidrose ultima modifica: 2015-08-27T09:20:41+00:00 da daggy