Übermäßiges Schwitzen – Hyperhidrose

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Übermäßiges Schwitzen (oder Hyperhidrose) ist besonders unter den Achseln, an den Händen und an den Füßen ein häufiges Problem.

Hyperhidrose bedeutet, mehr als normal zu schwitzen, auch wenn es nicht warm oder feucht ist, man keinen Sport betreibt oder Angst hat.

Schweiß vermischt sich meist mit auf der Haut befindlichen Bakterien, die einen üblen Geruch verursachen.


Saures Schwitzen hängt von der Säuremenge ab, die die Schweißdrüsen enthalten.
Starker Schweißgeruch ist auch davon abhängig, wie viel Zeit nach dem Waschen vergangen ist.

Im Fall einer Dermatitis oder Dermatose, die durch Schweiß verursacht wird, kann sich die Haut verfärben. Gewöhnlich wird sie bläulich oder rot.

 

Was sind die Ursachen für nächtliches Schwitzen oder Schwitzen im Schlaf?

Idiopathische Hyperhidrose
Schwitzt ein Mensch übermäßig ohne eine Erkrankung zu haben, die dieses verursacht, spricht man von idiopathischer Hyperhidrose.
Hyperhidrose kann immer auftreten, während der Kindheit oder im späteren Leben.
Die Erkrankung wird von überaktiven Schweißdrüsen hervorgerufen.
Schwitzen ist meist auf die Fußsohlen, auf die Achselhöhlen, den Leistenbereich, die Handflächen und den Bereich unterhalb der Brust begrenzt.

Menopause
Während der Perimenopause und der Menopause verursacht der Östrogenabfall eine Fehlregulation des Hypothalamus.
Das verursacht gerötete Haut und eine Erweiterung der Blutgefäße, was zu übermäßigem Schwitzen führt.
Hitzewallungen und heftige Schweißausbrüche während der Nacht können durch ein überwärmtes Zimmer oder Temperaturschwankungen verursacht sein.

Schilddrüsenüberfunktion
Hyperthyreoidismus ist eine Erkrankung, die durch eine Überfunktion der Schilddrüse gekennzeichnet ist.
Diese Erkrankung kann den Stoffwechsel des Körpers beschleunigen. Dabei werden die Herzfrequenz erhöht und Schweißausbrüche während der Nacht verursacht.


Hypoglykämie
Hypoglykämie bezeichnet einen zu niedrigen Blutzuckerspiegel und betrifft Patienten mit Diabetes, die zu viel Insulin gespritzt haben.
Zu langes Warten zwischen den Mahlzeiten, Aufnahme von ungenügender Nahrung und zu langes körperliches Training ohne etwas zu essen kann zu Hypoglykämie führen.
Symptome sind Zittern, Schweißausbruch, Hunger und Angst.

Nächtliche Hypoglykämie tritt im Schlaf auf und kann zu schweißnasser Bettwäsche, Schlaflosigkeit, Kopfschmerzen und Alpträumen führen.

Infektionen
Tuberkulose ist eine der häufigsten Ursachen für nächtliches Schwitzen. Diese Infektionskrankheit, die die Lungen eines Menschen betrifft, kann zu Gewichtsverlust, Müdigkeit und Fieber führen.

Es gibt viele Infektionen, die zu nächtlichem Schwitzen führen. Darunter sind:

  1. Humanes Immundefizienz-Virus (HIV)
  2. Infektion mit Mycobacterium avium complex
  3. Infektiöse Mononukleose (verursacht durch das Epstein–Barr-Virus)
  4. Pilzinfektionen (Histoplasmose, Kokzidioidomykose)
  5. Lungenabszess (Nekrose des Lungengewebes)
  6. Endokarditis (Entzündung der Herzklappen)
  7. Osteomyelitis (Knocheninfektion)

Medikamente

  • Antidepressiva
    Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI), trizyklische Antidepressiva und Psychopharmaka verursachen nächtliches Schwitzen.
    Zu den Medikamenten, die zu übermäßigem Schwitzen führen, zählt das Sertralin (Zoloft).
  • Antipyretika
    Antipyretische Medikamente (gegen Fieber) wie Aspirin und Paracetamol, können den Hypothalamus beeinflussen.
    Sie bewirken, dass der Hypothalamus die Körpertemperatur senkt.
    Schwitzen ist einer der Mechanismen, der durch diese Medikamente aktiviert wird.
  • Andere Arzneimittel:
    • Manche Medikamente zur Blutdrucksenkung
    • Einige Medikamente gegen Mundtrockenheit


Schlafapnoe
Schlafapnoe besteht, wenn fortgesetzte Episoden von völliger oder teilweiser Obstruktion der oberen Atemwege während des Schlafes erfolgen.
Da die Brustmuskulatur und die Muskulatur des Zwerchfells die Atemwege wieder öffnen, wird die Atmung mit einem lauten Schnarchen fortgesetzt.
Außer Schlafstörungen, Schnarchen, Tagesmüdigkeit und unruhigem Schlaf kann die obstruktive Schlafapnoe auch zu Nachtschweiß führen.

Tumor
Übermäßiges Schwitzen kann auch auf manche Tumore hinweisen, wie das Lymphom (Lymphdrüsenkrebs) oder die Leukämie (Blut- oder Knochenmarkkrebs).
Sind die Phasen übermäßigen Schwitzens von Fieber und unerklärbarem Gewichtsverlust begleitet, sollte besser ein Arzt aufgesucht werden, um die Möglichkeit einer Krebserkrankung auszuschließen.

Angst und Stress
Angst und Sorgen können zu plötzlichem Nachtschweiß führen.
Angst aktiviert die Warneinrichtungen des Körpers.
Das lässt mehr Blut in jene Körperbereiche fließen, die dieses jetzt benötigen könnten.
Angst bewirkt also eine Verengung der Blutgefäße (Vasokonstriktion).
Die Folge ist, dass der Körper sich erwärmt und zu schwitzen beginnt.
Schweiß aufgrund einer emotionalen Erregung kann kalt sein.

Hitzschlag
Ein Hitzschlag tritt ein, wenn die Körpertemperatur 37° C übersteigt.
Symptome sind unter anderem: geistige Verwirrung, muskuläre Krämpfe, Übelkeit, Schwindel, Erbrechen, Tachykardie, Verschwommensehen, Ohrensausen und übermäßiges Schwitzen.

Schweßbildung,Verdunstung,PoreErnährung
Isst man sehr fett oder einfach zu viel, kann es leicht zu starkem, axillärem Schwitzen kommen.
Ein einfaches und wirksames Mittel besteht darin, viel zu trinken, weil der Verdauungsprozess viel Wasser benötigt.
Wer unter Verdauungsstörungen leidet und nach einem schweren Nachtmahl zu Bett geht, kann nachts schweißgebadet aufwachen.

Gustatorisches Schwitzen tritt beim Kauen, Beißen und Lutschen von Lebensmitteln auf.
Diese Erkrankung betrifft vor allem Gesicht und Hals und kann durch Entfernung der Nebenschilddrüsen oder ohne ersichtlichen Grund auftreten.

Schwangerschaft
Während der Schwangerschaft besteht vermehrtes Schwitzen aufgrund des hormonellen Ungleichgewichts und eines erhöhten Stoffwechsels.
Je mehr gegessen wird, umso mehr erwärmt sich der Körper.

Neurologische Probleme
Auch wenn neurologische Störungen relativ selten auftreten, können sie zu nächtlichem Schwitzen führen, darunter sind:

Die vegetative Dysreflexie wird durch eine Schädigung des Rückenmarks zwischen dem fünften Brustwirbel und den darüberliegenden Wirbeln verursacht.
Die Nervenimpulse des Rückenmarks sind durch die Schädigung blockiert.
Die vegetative Dysreflexie verursacht eine Überfunktion des sympathischen Nervensystems.
Symptome dieser Erkrankung sind Spasmen, Bluthochdruck und starkes Schwitzen.

Der Schlaganfall ist gekennzeichnet durch den Verlust der Gehirnfunktionalität, verursacht durch eine Minderdurchblutung des Gehirns.
Oftmals wird er durch eine Schädigung des Rückenmarks verursacht und führt zu starkem Schwitzen sowie plötzlich einschießenden Kopfschmerzen.

Andere Krankheiten, die nächtliches Schwitzen verursachen, sind:

  • Chronisches Müdigkeitssyndrom
  • Diabetes insipidus
  • Gastroösophagealer Reflux
  • Chronische Granulomatose (selten)
  • Chronische eosinophile Lungenerkrankung
  • Prinzmetal-Angina (eine seltene Variante der Angina pectoris, die in Ruhe auftritt)

 

Übermäßiges Schwitzen an Gesicht und Kopf

Übermäßiges Schwitzen auf der Stirn kann peinlich sein; zum Beispiel können die Haare einen schlechten Geruch abgeben und auf der Kopfhaut Juckreiz verursachen.

Ursachen primärer Hyperhidrose im Gesicht
Schwitzt hauptsächlich der Kopf übermäßig, ist dafür keine Erkrankung verantwortlich.
Man sagt, dass in den meisten Fällen ein vorwiegendes Schwitzen des Kopfes genetische Ursachen hat und durch überaktive Schweißdrüsen charakterisiert ist.

Ursachen für sekundäre Hyperhidrose
Es gibt einige Krankheiten, die ein übermäßiges Schwitzen im Gesicht und am Kopf verursachen können, darunter zählen:

  1. Schilddrüsenerkrankungen
  2. Angst oder Stress
  3. Menopause
  4. Herzattacken (können kalten und eisigen Schweiß verursachen)
  5. Arzneimittel (Entzündungshemmer oder Hormonpräparate)
  6. Diabetes mellitus
  7. Morbus Parkinson
  8. Schlaganfall, manche Rückenmarkschäden
  9. Karzinoidsyndrom
  10. Tuberkulose, Krebs
  11. Gicht
  12. Chronische Infektionen

 

Schwitzen,übermäßig,nächtlich,Schweißdrüse,HautUrsachen übermäßigen Schwitzens an Händen und Füßen

Überaktives sympathisches Nervensystem
Jedes Mal, wenn eine stressige Situation vorliegt, reagiert der Körper mit Schweißproduktion, um die Körpertemperatur abzusenken.
Diese Situationen können sein:

  • Wut
  • Stress
  • Nervosität
  • Gefahren
  • Externe Wärme und geringe Lüftung
  • Krankheiten der arteriellen peripheren Blutgefäße und der Lymphbahnen
  • Menstruation
  • Sepsis
  • Anämie
  • Krämpfe

Manchmal treten Fälle von verschwitzten Händen und Füßen bei Säuglingen und Kleinkindern auf, was durch Fieber hervorgerufen sein kann.

 

Übermäßiges Schwitzen in den Achseln

Faktoren, die zu axillärer Hyperhidrose beitragen:

  • Schilddrüsenerkrankungen (Hyperthyreose, Hypothyreose), Unterzucker, Hitzewallungen (Menopause) und Herzattacken;
  • Fieber;
  • Verzehr von pikanten Speisen und Chili;
  • übermäßger Koffeingenuss;
  • Nebenwirkungen bestimmter Schmerzmittel, Psychopharmaka oder Schilddrüsenmedikamente;
  • Stress, Angst oder Depression.

 

Schwitzen am Gesäß und im Intimbereich

Es gibt einige Körperzonen, in denen die Haut weniger transpiriert, weil sie in Kontakt mit der Oberfläche eines Stuhls oder anderen Körperflächen ist. Das hängt dann aber nicht von einer Erkrankung ab.
Diese Störungen treten in folgenden Bereichen auf:
1. Lendenbereich;
2. Gesäß;
3. Intimbereich;
4. Schambereich.

 

Naturheilmittel bei übermäßigem Schwitzen

Sind die Probleme des Schwitzens erblich bedingt, gibt es dagegen keine völlige Heilung. In anderen Fällen können die Beschwerden durch Hausmittel gute Besserung erfahren.

  1. Frischen Zitronensaft 10-15 Minuten lang auf die schwitzenden Körperteile auftragen, danach abwaschen.
    Jeden Tag wiederholen. Vor dem Waschen die Körperpartien mit einer Zitronenscheibe bestreichen.
  2. Eine Mischung aus Teebaumöl (zwei Tropfen) mit Wasser herstellen.
    In eine Sprühflasche füllen und als Deodorant benutzen.
  3. Einen Wattebausch in Apfelessig tauchen und auf die Haut in den Achseln auftragen.
  4. Walnüsse und Eukalyptusblätter zerreiben und eine Paste herstellen.
    Diese Paste auf die Körperbereiche auftragen, die am meisten schwitzen. 5-10 Minuten einwirken lassen. Danach gründlich mit Wasser abwaschen.
  5. Stark gewürzte Speisen und Kaffee vermeiden.

Eines dieser Mittel auswählen und etwa 1 Monat lang regelmäßig anwenden.
Schwitzt man trotz des Hausmittels weiter, ist die Vorstellung bei einem Hautarzt empfehlenswert.

 

Therapie bei übermäßigem Schwitzen und Medikamente

Orale Medikamente, die Schwitzen verringern, werden Anticholinergika genannt. Ein Beispiel ist Vagantin.
Die meisten Anticholinergika sind nur auf ärztliche Verordnung erhältlich.
Zu den Nebenwirkungen zählen: Mundtrockenheit und Verschwommensehen.

Antitranspirantien
Es stehen viele Antitranspirantien zur Verfügung, die die Schweißdrüsen blockieren.
Diese Substanzen werden nachts auf den Körper aufgetragen.
Diese Antitranspirantien treten in die Poren der Haut ein und blockieren die Transpiration.

Eine Fettabsaugung kann vorgenommen werden, um Schweißdrüsen zu entfernen.
Dies kann in einem bestimmten Bereich, zum Beispiel unter den Achseln, erfolgen.
Auch wenn diese Methode verbreitet ist, sollte man mit dem Arzt über mögliche Nebenwirkungen sprechen.

Thorakale Sympathektomie
Der chirurgische Eingriff bei übermäßigem Schwitzen wird thorakale Sympathektomie genannt.
Bei dieser Operation werden die Nerven des sympathischen Systems, die für das Schwitzen verantwortlich sind, durchtrennt.
Das erfolgt durch das Einführen eines kleinen Endoskops in der Achselhöhle. Ziel ist es, einige der kleinen Nervenanteile zu zerstören, die mit den Schweißdrüsen in Verbindung stehen.
Die thorakale Sympathektomie ist sehr wirksam, doch gleichzeitig sehr riskant.
Der Chirurg muss kurzfristig die Lungen entleeren, um die Nerven deutlich erkennen zu können.
Die Operation hat einige Nebenwirkungen, darunter:

  • Nervenschäden;
  • kompensatorisches Schwitzen an anderen, nicht operierten Körperstellen;
  • Atemkomplikationen;
  • manchmal bleiben diese Störungen bestehen.