Schwindel oder Vertigo

Schwindel (oder Vertigo) ist ein Begriff, um verschiedene Empfindungen zu beschreiben:

  • Benommenheit,
  • Unsicherheit,
  • Schwäche,
  • Instabilität.

Es ist das gleiche Gefühl, das man aus beträchtlicher Höhe hat, wenn man zur Erde hinabschaut.

Schwindel,Benommenheit
Schwindel kommt öfter bei Frauen als bei Männern vor.

 

Klassifikation

  • Bei subjektivem Schwindel empfindet der Betreffende, dass sein Körper sich dreht.
  • Bei objektivem Schwindel empfindet die Person, dass ihr Körper feststeht, während die Umgebung um sie kreist.
  • Peripherer Schwindel wird durch Störungen des Labyrinths verursacht. Seine Dauer ist kurzfristig, doch tritt er plötzlich auf.
  • Schwindel wird als zentral bezeichnet, wenn die Ursache eine Erkrankung oder Schädigung des zentralen Nervensystems ist. Die Störung beginnt allmählich, hält jedoch lange an.

Art des Schwindels auf Grundlage der Pathologie
1. Paroxysmal, wird durch eine Labyrinthfistel oder Perilymphfistel, durch Hypotonie (niedriger Blutdruck) oder durch einen gutartigen Lagerungsschwindel verursacht.
2. Akut, die Ursache kann eine Infektion, ein Trauma, das Menière-Syndrom oder eine vestibuläre Neuritis sein.
3. Subakut, schließt zentralen Schwindel und Folgen von einem Schädeltrauma ein.
4. Chronisch oder rezidivierend, kann psychogen oder ototoxisch (durch Toxine) verursacht sein.

 

Hinweise auf die Anatomie des Ohrs und den Gleichgewichtsmechanismus

Die vestibulären Organe des Ohrs sind:

  • Utriculus,
  • Sacculus,
  • drei Bogengänge.


Die Bogengänge registrieren Drehbewegungen des Kopfes.
Sie sind rechtwinklig zueinander angeordnet und enthalten eine Flüssigkeit, die Endolymphe genannt wird.
Jeder Kanal hat eine spezielle Funktion und registriert die Bewegung des Kopfes: nach oben und unten, von einer Seite zur anderen und Drehungen.
Diese Kanäle enthalten sensorische Haarzellen, die durch die Bewegungen der Endolymphe aktiviert werden.
Wenn der Kopf gedreht wird (zum Beispiel wenn der Kopf zu einer Seite geneigt wird), erhalten die sensorischen Haarzellen vom Gehirn einen nervösen Impuls über den Akustikusnerv.
Die Endolymphe (im Bogengang) bewegt die Otolithen.
Diese Kristalle gleiten über die Sinneshaarzellen im Utriculus und Sacculus.
Die Impulse gelangen zum Hirnstamm und in die Kleinhirnbereiche.
Lösen sich die Otolithen von den sensorischen Haarzellen ab, schwimmen sie im Innern des vestibulären Labyrinths umher und können schwere Schwindelzustände und Gleichgewichtsstörungen verursachen (gutartiger Lagerungsschwindel).

 

Mögliche Ursachen für Schwindel

Viele Ursachen sind nicht von ernster Art. Die Symptome können durch einfache Änderungen im alltäglichen Lebensstil gebessert werden.
Viele Symptome vergehen ohne Behandlung wieder.
Dieses Symptom tritt bei Frauen und Männern auf, doch Frauen leiden häufiger darunter.
Die häufigsten Ursachen von Schwindel sind im Folgenden erklärt:


Niedriger Blutdruck
Bei der orthostatischen Hypotonie sinkt der Blutdruck beim plötzlichen Aufstehen oder wenn die Position schnell aus dem Sitzen zum Liegen verändert wird.
Der Körper sollte sich schnell auf diese Lageveränderung einstellen.
Manche Menschen benötigen einige Minuten, um zu einem normalen Druck zurückzukehren.
Solange sich der Blutdruck nicht stabilisiert, kann der Betreffende unter Schwindel leiden.

Dehydratation
Eine andere Ursache für plötzlichen Schwindel ist eine Dehydratation. Hat der Körper nicht genügend Flüssigkeit, empfindet man Schwindel, Unruhe und verschwommenes oder unscharfes Sehen.
Bei körperlichem Training kann Wassermangel zu einem Ungleichgewicht im Körper führen.
Das Trinken von Alkohol führt zur Dehydratation. Bei Auftreten von Erbrechen, Durchfall oder Fieber kann Schwindel auftreten.

Migräne
Symptome von Migräne sind:

  • Kopfschmerzen,
  • Schwindel,
  • Pseudoschwindel,
  • Lichtempfindlichkeit.

Auch Licht und Geräusche verursachen Schwindel. Experten glauben, dass Veränderungen an den Blutgefäßen im Gehirn für Migräne verantwortlich sind. Der Schwindel vergeht oftmals, wenn die Migräne behandelt wird.
Um Schwindel zu behandeln, der durch vestibuläre Migräne verursacht wird, kann der Arzt wertvolle Hinweise zur Ernährung, über Stress, wie man nachts schläft und zu sportlichen Übungen geben.
Einige Medikamente können der vestibulären Migräne vorbeugen, wobei sie Übelkeit und Erbrechen vermindern.

Hypoglykämie
Bei Menschen, die Insulin zur Behandlung von Diabetes nehmen, kann niedriger Blutzucker Schwindel und andere Symptome wie Verwirrtheit und Kaltschweißigkeit verursachen.

Arzneimittel
Arzneimittel, die zur Senkung des Blutdrucks genommen werden und die den Druck über das gewünschte Niveau senken, können Schwindel verursachen.
Auch Beruhigungsmittel können Schwindel hervorrufen.

Schwangerschaft
Frauen können während der Schwangerschaft Benommenheit und Schwindel empfinden.
Diese werden durch Veränderungen hervorgerufen, die sich im Körper der Frau vollziehen. Eine Schwangerschaft verursacht niedrigen Blutdruck. Die Größenzunahme der Gebärmutter führt zu Druck auf die Blutgefäße, was im zweiten Trimester zu Schwindel führen kann. Schwangere Frauen, die eine Anämie haben, neigen eher zu fortgesetztem Schwindel.
Frauen mit dieser Störung leiden auch häufig unter Müdigkeit.
Während der Schwangerschaft bestehen viele Symptome (zum Beispiel Rückenschmerzen), was die Diagnose oftmals erschwert.

Arrhythmie und andere Herzprobleme
Das Herz ist ein Organ, das das Blut durch den Körper pumpt.
Ein verminderter Blutfluss zum Herzen führt zu Herzmuskelschmerzen.
Auch eine Arrhythmie (unregelmäßiger Herzschlag) kann Schwindel verursachen.

Depression und Angst
Oftmals verursachen Depression und Angst Schwindelzustände.
Experten verbinden Panikattacken, Angst, Depression usw. mit Schwindelzuständen.
Depressive oder ängstliche Menschen haben oft Schwindel.
Andere Symptome bei Depression sind:

  • Angstattacken
  • Panikattacken
  • Pseudoschwindel

Angst beeinflusst das Atemsystem einer Person und verursacht Hyperventilation.
Es ist darauf hinzuweisen, dass Schwindelzustände auch durch manche Tabletten verursacht werden, die zur Behandlung von Depression eingenommen werden.

Schwindel durch zervikale Ursachen
Ursachen für zervikalen Schwindel sind:

  • Kontraktur des Nackens (verschlimmert sich am Abend),
  • zervikale Arthrose,
  • Körperhaltung (zum Beispiel während des Stillens).

Schwindel,OhrProbleme am Ohr
Viele Ursachen für Schwindelzustände kommen durch Störungen des Ohrs.
Manche Innenohrprobleme führen zu fehlendem Gleichgewicht und Schwindel.
Das Akustikusneurinom ist ein gutartiger Tumor des Hörnervs.
Dieser Nerv verbindet das Gehirn mit dem Innenohr. Die Erkrankung verursacht Schwindel.
Auch das Menière-Syndrom verursacht dieselben Symptome.
Sammelt sich Flüssigkeit im Innenohr an, kann es zu dieser Pathologie kommen.
Die akute vestibuläre Neuritis ist eine Entzündung des Innenohrs und kann über viele Tage Schwindel verursachen.
Symptome dieser Erkrankung sind:

  • Übelkeit,
  • Erbrechen,
  • fehlendes Gleichgewicht.

Die Labyrinthitis ist eine Störung des Ohrs, bei der das Labyrinth entzündet ist. Eine Labyrinthitis verursacht heftige Schwindelattacken und andere Symptome wie: Taubheit, Erbrechen, Tinnitus (Brummen oder Pfeifen in den Ohren).

Dysfunktion des Kiefergelenkes
Der Kieferknochen ist mit dem Temporale (enthält die Organe des Ohrs) verbunden.
Ist ein Knochen fehlgestellt oder nicht gut ausgerichtet, kann das verschiedene Symptome verursachen, darunter:

  • Kiefersteifigkeit
  • Kopfschmerzen oder Migräne
  • Kieferschmerzen
  • Reibegeräusch oder Knacken beim Mundöffnen
  • Ohrenschmerzen
  • Nackenschmerzen
  • Nächtliches Zähneknirschen
  • Gefühl von verstopften Ohren

 

Neurologische Untersuchung,Augen,SchwindelAndere Ursachen

  • Zigarette rauchen; danach kann für ein paar Sekunden leichter Schwindel auftreten,
  • Drogen,
  • Allergie,
  • Erkältung,
  • Influenza,
  • Tumor oder Metastasen im Gehirn,
  • Innere Blutung oder heftige Regelblutung,
  • prämenstruelles Syndrom (vor dem Menstruationszyklus oder während der Ovulation aufgrund hormoneller Veränderungen),
  • nach dem Essen oder wenn jemand unter Belastung steht und mehr Blut zu den Muskeln und zum Magen fließt, das Gehirn somit weniger erhält und leichter Schwindel auftritt.

Die Ursachen können von Infektionen am Ohr bis zu Herzproblemen variieren.
Es gibt auch Fälle mit unbekannter Ursache.
Es ist ratsam, die Häufigkeit der Symptome zu notieren.
Es ist immer gut, den Hausarzt darüber zu informieren, wann die ersten Symptome auftreten.

Die ersten auftretenden Symptome sind:

  • Schwäche,
  • Schläfrigkeit,
  • Augenschmerzen,
  • Brustschmerzen,
  • Bauchkrämpfe,
  • Verschwommensehen.

 

Schwindel in der Schwangerschaft

Eine der Ursachen für Schwindel bei Frauen ist es, schwanger zu sein.
Die Hormone erhöhen die Durchblutung im Kind, doch wenn das Blut in die mütterlichen Venen zurückfließt, wird es langsamer.
Das führt zur Abnahme des Blutdrucks.

Eine gute Angewohnheit ist das Tragen weiter Kleidung, um ein Einschnüren des Körpers und eine Verlangsamung des Blutflusses zu verhindern.
Die folgenden Maßnahmen können Atembeschwerden vorbeugen:

  • tiefes Atmen,
  • der Verzehr eisenhaltiger Lebensmittel,
  • nicht schnell aus dem Sitzen aufstehen,
  • nach dem Erwachen nicht schnell aufsetzen.

Eine andere Ursache für Schwindel während der Schwangerschaft tritt ein, wenn die Gebärmutter sich soweit vergrößert, dass sie einen starken Druck auf die Blutgefäße ausübt. Dies ist im letzten Trimester der Fall.
Liegt die werdende Mutter auf dem Rücken (Bauch nach oben), konzentriert sich das Gewicht des Kindes auf die Vena cava. Das ist das wichtigste Blutgefäß für den Blutrückfluss zum Herzen.

 

Schwindel bei Kindern

Kinder können sich instabil, schwach oder schwindelig fühlen. Die Symptome, die ein Kind verspürt, variieren je nach Ursache.
Oftmals treten mit dem Schwindel auch andere Symptome auf:

  • Übelkeit,
  • Erbrechen,
  • übermäßiges Schwitzen,
  • anormale Augenbewegungen.

Schwindel wird durch verminderten Blutfluss zum Gehirn verursacht.

Die häufigsten Ursachen für Schwindel bei Kindern sind folgende:

  • traumatische Verletzungen,
  • Infektionen des Innenohrs,
  • Menière-Syndrom.

Das Innenohr beeinflusst das Gleichgewicht des Körpers: Infektionen in diesem Bereich können zum Verlust des Gleichgewichtes und zu Schwindel führen.

Die Gleichgewichtszentren im Gehirn können durch Schlaganfall, Tumore oder Zysten betroffen sein.
Manchmal empfinden Kinder Schwindel nach dem Aufstehen.
Das kommt durch eine orthostatische Hypotension (Blutdruckabfall, wenn ein Mensch plötzlich aufsteht).
Steht ein Kind aus dem Liegen auf, sollte es ein paar Minuten in sitzender Position verbleiben.
Erreicht das Blut nicht schnell genug das Gehirn, kann der Blutdruck niedrig bleiben.
Orthostatische Hypotension ist die Unfähigkeit des Körpers, sich nicht schnell genug einer neuen Lage anzupassen.

Hypoglykämie ist eine andere Ursache für Schwindel. Kinder, die öfter eine Mahlzeit auslassen, neigen eher dazu, einen Blutzuckerabfall zu erleiden.
Hypoglykämie führt zu folgenden Konsequenzen:

  • Energieverlust,
  • Müdigkeit,
  • Verwirrtheit,
  • Schwindel.

In diesem Fall ist die Therapie einfach: etwas Zuckerwasser verbessert die Symptomatologie.

Auch Hitzschlag oder Dehydratation können Schwindel verursachen. Kinder, die unter Blutarmut, Herzrhythmusstörungen und Diabetes leiden, neigen eher zu Schwindel.

 

Schwindel und Übelkeit

Benigner paroxysmaler Lagerungsschwindel (BPLS) ist eine vestibuläre Störung, die fehlendes Gleichgewicht, Übelkeit und Schwindel verursacht.
BPLS wird durch die Otolithen im Innenohr verursacht, die sich aus der otolithischen Membran im Utriculus herauslösen und sich in einem der Bogengänge ansammeln.

Die Symptome verschlechtern sich:

  • wenn sich der Patient hinlegt,
  • wenn er den Kopf dreht,
  • wenn er sich im Bett dreht,
  • wenn er aus dem Bett aufsteht.
  • Selten tritt Schindel auf, während der Patient geht.

Die Behandlung von BPLS ist einfach. Der Arzt oder Physiotherapeut positioniert den Kopf in einer bestimmten Lage. Die Therapie ist nach ein oder zwei Sitzungen wirksam.

Andere Ursachen:

  • Im ersten Trimester einer Schwangerschaft verursacht die Hyperemesis gravidarum Schwindel und morgendliches Erbrechen.
  • Panikattacken,
  • Antidepressiva,
  • Atemwegserkrankungen (obstruktive Lungenerkrankungen, Attacken von Asthma und Lungenödem),
  • neurologische Krankheiten (Schäden an Gehirn und Rückenmark),
  • Dysmenorrhoe,
  • gastrointestinale Probleme (Durchfall, Lebensmittelvergiftung und Gastroenteritis),
  • Geruchsstörungen
  • Migräne,
  • Anämie,
  • Alkohol- und Drogenabusus,
  • Depression,
  • Synkope (Ohnmacht),
  • niedriger oder hoher Blutdruck,
  • Hyperventilation,
  • Arteriosklerose (Verhärtung der Arterien),
  • Menopause,
  • Dehydratation.

Gewöhnlich verschreibt der Arzt Medikamente, die den Schwindel mindern.
Um ein anhaltendes Ergebnis zu erzielen, muss die Ursache behandelt werden. Doch der Arzt kann Medikamente zur vorübergehenden Besserung empfehlen, zum Beispiel Betahistin (Betavert).

Herz-Kreislauf-Probleme
Die wichtigsten Herz-Kreislauf-Probleme, die Schwindel verursachen, sind im Folgenden aufgezählt:

  • Arrhythmie,
  • Herzinfarkt (kann auch Schmerzen im Schulterblatt, am Arm und an der Hand linksseits verursachen),
  • Herzstillstand,
  • Verengung der Halsschlagadern,
  • niedriger Blutdruck,
  • Sauerstoffmangel im Gehirn.

 

Drehschwindel und Verschwommensehen

Ursachen:

  • Gehirntumor,
  • Diabetes,
  • Dehydratation,
  • Infektion des Ohrs,
  • Hoher/niedriger Blutdruck,
  • Menière-Syndrom,
  • Migräne,
  • Panikattacke.

 

Plötzlicher Schwindel

Die wichtigsten Ursachen für plötzlichen Schwindel sind:

  • Dehydratation,
  • Pseudoschwindel,
  • niedriger Blutdruck,
  • hoher Blutzuckerspiegel im Blut,
  • Schlaganfall,
  • Medikamenteneinnahme.

 

Ursachen für Erbrechen und Schwindel

Es gibt viele Erkrankungen, die die beiden Symptome verursachen, darunter sind:

  • Agoraphobie,
  • Labyrinthitis,
  • Kinetose,
  • Schwangerschaft,
  • Koffeinexzess,
  • Endometriose,
  • Vergiftung durch Kohlenmonoxid.

 

Was sind Ursachen für morgendlichen Schwindel?

  • Infektionen des Innenohrs,
  • Vestibularisprobleme,
  • Sensibilitätsstörungen,
  • Migräne,
  • Hyperventilation,
  • Multiple Sklerose,
  • niedriger Blutdruck,
  • einige Medikamente,
  • psychogener oder funktioneller Schwindel verursacht durch Angst (Symptome sind auch Tachykardie, vermehrtes Schwitzen und Zittern),
  • schnelle Bewegungen,
  • Schlaganfall.

Die Therapie des Menière-Syndroms löst viele Nebenwirkungen aus. Die wichtigste Nebenwirkung ist die erhöhte Flüssigkeitsretention (der Organismus hält Flüssigkeit zurück).
Der Arzt kann ein Diuretikum verschreiben und eine entsprechende Diät empfehlen.
Oftmals wird für eine gewisse Zeit Speisesalz gestrichen.
Bei Diabetes ist eine zuckerarme Diät empfohlen.

Schwindel beim Aufstehen ist verursacht durch:

  • neuromuskuläre Probleme,
  • Durchblutungsstörungen,
  • Arzneimittelnebenwirkungen,
  • Schädeltrauma,
  • innere Blutung,
  • hormonelle Veränderungen,
  • Angst,
  • Panikattacken,
  • Depression,
  • Migräne,
  • Anämie,
  • Dehydratation.

 

Diagnose des Schwindels

Der zuständige Arzt ist der Ohrenarzt oder der Neurologe, der die Diagnose anhand von Untersuchungen wie klinische Anamnese, körperliche Untersuchung und gegebenenfalls Gleichgewichtstest, Hörtest, Kernspintomographie des Encephalons (Gehirn) sowie eine Ultraschalluntersuchung der Karotiden (Halsschlagadern) machen kann.
Wichtig ist, eine Herz-Kreislauf-Erkrankung auszuschließen (die unter Diabetespatienten verbreitet ist).

Körperliche Untersuchung zur Funktionsanalyse des Gleichgewichtsorgans

Romberg-Versuch
Mit zusammenstehenden Füßen aufrecht stehen, beide Arme seitlich angelegt, die Augen geschlossen.
Verliert der Patient das Gleichgewicht, muss man ihn auffangen. Er fällt zur erkrankten Seite.
Ist der Patient stabil, muss der Unterberger-Test gemacht werden.

Unterberger Tretversuch,SchwindelUnterberger-Tretversuch
Füße zusammenstehend, die Arme nach vorn ausgestreckt, die Augen geschlossen.
Der Test besteht im Treten auf der Stelle, wobei die Knie jeweils hochgezogen werden.
Gesunde Menschen halten dieselbe Position ein, während sich diejenigen, die an einer Störungen leiden, über 1 Meter vorwärts bewegen oder mindestens 30° zu der erkrankten Seite drehen.

Dix-Hallpike-Manöver
Bei dieser Untersuchung wird eine Person aus der sitzenden Position in Rückenlage gebracht, der Kopf wird um 45° zur Seite gedreht (zum Beispiel nach links) und 20° nach hinten geneigt.
In dieser Position werden die Augen des Patienten beobachtet. Der Test ist positiv, wenn der Patient einen Nystagmus (unkontrollierte Augenbewegungen) nach unten hat.
Andernfalls wird der Test auf der anderen Seite wiederholt.

 

Was tun? Behandlung des benignen paroxysmalen Lagerungsschwindels (BPLS)

Bewegungsmanöver nach Epley und Semont
Es gibt zwei sehr wirksame Behandlungen des BPLS (Cupulolithiasis oder Canalolithiasis), mit einer Heilungsrate von etwa 80%.
Diese Störung ist gekennzeichnet durch eine Lageanomalie der Otolithen (kleine Steinchen) in den Bogengängen.
Diese Manöver erfolgen, um die Otolithen aus dem empfindlichen Teil des Ohrs (hinterer Bogengang) in eine Position zu bringen, die keine Störungen mehr verursacht.
Jedes Manöver dauert etwa 15 Minuten.

Das Epley-Manöver sieht eine Bewegungsabfolge des Kopfes in vier Positionen vor. Dabei wird in jeder Position etwa 30 Sekunden lang verharrt:
1) Anfangsposition, der Patient sitzt auf einer Liege.
2) Der Patient legt sich rasch über den oberen Rand der Liege und dreht den Kopf um 45° zur Seite des betroffenen Ohrs. Der Arzt dehnt den Kopf des Patienten (etwa 20°) und hält diese Position für 30 Sekunden.
3) Der Arzt dreht schnell den Kopf des Patienten auf die gegenüberliegende Seite, die Körperlage des Patienten wird jedoch beibehalten.
4) Der Arzt dreht den Kopf des Patienten weiter, bis dieser auf den Boden sieht.
5) Der Patient kehrt zur sitzenden Position auf der Liege zurück.
Wenn dieses Manöver nach Epley durchgeführt wird, ist Vorsicht geraten, denn es könnten neurologische Symptome auftreten (zum Beispiel Schwäche, Taubheitsgefühl, verschiedene durch Schwindel hervorgerufene Sehstörungen).
Manchmal werden diese Symptome durch Druck der vertebralen Arterien verursacht.

Das Semont-Manöver zur Diagnose und als Therapie
Das Freisetzungsmanöver nach Semont ist eine Technik, bei der der Arzt den Patienten auf der Liege schnell von einer Seite auf die andere dreht.
Es ist ein Manöver, das in 4 Behandlungssitzungen in etwa 90% zur Lösung des Problems führt.

Ausgangsposition
Der Patient sitzt mit herabhängenden Beinen auf einer Liege.
Der Kopf bleibt stets 45° zur rechten Seite gedreht.

Bewegungsablauf
Der Arzt legt den Patienten schnell auf die linke Seite. Tritt Nystagmus oder Schwindel auf, bedeutet das, dass sich das kranke Ohr auf der linken Seite befindet.
In diesem Fall erfolgt die Behandlung (Semont-Manöver), indem der Patient auf die andere Seite gelegt wird. Dort bleibt er solange, bis der Schwindel vergeht (2-3 Minuten).