Schlechter Harngeruch

Schlechter Uringeruch kann eine harmlose Ursache haben, doch bleibt er über mehrere Tage bestehen, kann er ein Hinweis auf eine wichtige Erkrankung sein.

 

Ursachen starken Harngeruchs bei Frauen
Bei Frauen kann starker und scharfer Uringeruch durch einige in der Folge aufgelistete Krankheiten hervorgerufen sein:

 

Urinuntersuchung,Analyse,Blut

Infektion der Harnwege
Eine Infektion des Harntraktes ist eine bakterielle Infektion, die jeden Teil des Urinaltraktes betreffen kann, aber am häufigsten kommt sie bei Harnblase und Harnröhre vor.

Eine Entzündung der Harnblase im Zusammenhang mit einer Harnwegsinfektion wird Zystitis genannt.
Bei Frauen kommt eine Harnwegsinfektion aufgrund der weiblichen anatomischen Verhältnisse häufiger vor. Symptome: brennendes Gefühl beim Wasserlassen, Ausscheiden trüben Urins, der einen starken, unangenehmen Geruch verbreitet.
Verschlechtert sich die Infektion und steigt zu den Nieren auf, kann dies Fieber, nächtliches Schwitzen und Schüttelfrost verursachen.

Vaginitis
Frauen, die beim Wasserlassen einen üblen Uringeruch bemerken, könnten an einer Vaginitis leiden, einer Erkrankung, die gewöhnlich mit einer Scheidenschwellung einhergeht.
Die Vaginitis ist normalerweise das Resultat einer bakteriellen oder Pilzinfektion (Hefen).
Bei einer Vaginitis ist jeder Gang zur Toilette ausgesprochen unangenehm, weil die Frau dabei einen schlechten und unausstehlichen Uringeruch ertragen muss.
Symptome: außer dem üblen Uringeruch und Scheidenausfluss leiden die Frauen unter vaginalem Juckreiz, schmerzhafter Miktion und Scheidenschmerzen während dem Geschlechtsakt.

Menopause
Nach der Menopause nimmt der Östrogenspiegel ab. Eine Frau ist dann aufgrund der verminderten schützenden Scheidenflora viel anfälliger für Harnwegsinfektionen.
Das kann zu einem starken Ammoniakgeruch des Urins führen.


Schwangerschaft
Eine Schwangerschaft ist die größte Veränderung im Körper einer Frau.
Sie ist auch eine der kritischsten Phasen im Leben der Mutter und des ungeborenen Kindes. Der Prozess von Ernährung und Wachstum des neuen Lebens stellt hohe Anforderungen an den Körper.
Die schwangere Frau, die Vitamine, Mineralstoffe und viel Flüssigkeit für sich und das Kind aufnimmt, könnte bemerken, dass sie während der Schwangerschaft einen übelriechenden Urin ausscheidet.
Dem Körper die erforderliche Menge an Flüssigkeit zu entziehen bedeutet, das Risiko einer Nieren- oder Harnblasenerkrankung einzugehen.
Ein stark übelriechender Urin während der Schwangerschaft kann auf einen Harnwegsinfekt hinweisen.
Wird dieses Symptom von einem brennenden Gefühl beim Wasserlassen oder von einem Harnverhalt begleitet, obwohl Harndrang besteht, dann besteht eine erhöhte Wahrscheinlichkeit für eine Harnwegsinfektion.

 

Ursachen für übelriechenden Urin beim Mann

Prostatitis
Bei Männern hängt übelriechender Urin oftmals mit einer Prostatitis zusammen, eine typischerweise durch eine Entzündung der Vorsteherdrüse gekennzeichnete Erkrankung.
Auch wenn eine solche urologische Erkrankung durch eine bakterielle Infektion verursacht sein kann, sind in den meisten Fällen von Prostatitis keine Bakterien dafür verantwortlich und oftmals gelingt es nicht, die zugrunde liegende Ursache zu diagnostizieren.


Ein Prostatatumor ist eine andere Ursache für übelriechenden Urin, denn er verhindert die vollständige Leerung der Harnblase und es verbleibt ein gewisser Anteil von Restharn in dem Organ.
Symptome: oftmals haben die Patienten Beschwerden im Beckenbereich, gefolgt von Schmerzen bei der Miktion.
Bei der akuten bakteriellen Prostatitis sind die Symptome ernst und der Patient kann unter Schüben von Fieber, Übelkeit und Schüttelfrost leiden.
Bei der akuten Form der Prostatitis beobachtet man oftmals eiligen und häufigen Harndrang.

Eine proteinreiche Diät
Ammoniak ist eine Stickstoffverbindung. Somit kann eine proteinreiche Diät einen ammoniakähnlichen Geruch des Urins verursachen.

 

Starker Geruch bei männlichem oder weiblichem Urin

Nierensteine
Das Vorhandensein von Nierensteinen kann auch getrübten und übelriechenden Urin verursachen.
In den Nieren bilden sich kristalline Ablagerungen aufgrund der Veränderung in der Harnzusammensetzung.
Vermehrt sich im Harn der prozentuale Anteil von Kalzium und Oxalat über ein gewisses Niveau, beginnen sich Kristalle zu bilden.
Das kristalline Material scheidet sich vom Harn ab, verbleibt in den Nieren und formiert sich nach gewisser Zeit zu Nierensteinen.
Symptome: außer einem schlimmen Geruch kommt es zu einer drastischen Farbveränderung des Urins. Doch viel auffälliger ist, dass der betreffende Mensch Schmerzen im unteren Rücken und in der Leiste verspürt. Meist leidet man an den schmerzhaften Symptomen, wenn sich der Nierenstein aus den Nieren bewegt oder in den Harnleitern stecken bleibt.

Dehydration
Wenn man wenig Flüssigkeit zu sich nimmt, verringert sich das Urinvolumen und konzentriert sich stark.
Wer wenig Wasser trinkt, erfährt eine deutliche Geruchszunahme des Urins, der dunkel und übelriechend wird.
Stark konzentrierter Urin riecht nach Ammoniak.
Ein starker Ammoniakgeruch des Urins ist ein Zeichen dafür, dass die betreffende Person unter Dehydration leidet.

Getränke
Getränke wie Kaffee, der in der ganzen Welt beliebt ist, können den normalen Uringeruch verändern, von geruchlos bis übelriechend.

Arzneimittel
Antibiotika, die zur Behandlung bakterieller Infektionen eingenommen werden, sind bekannt dafür, dass sie den Uringeruch verändern.
Somit wäre es ungewöhnlich, wenn jemand, der Antibiotika wie Augmentin oder Ciprofloxacin-Teva (auch nur für kurze Zeit) einnimmt, einen geruchlosen Harn hätte.
Die meisten Patienten, die Antibiotika einnehmen, klagen über eine plötzliche und starke Veränderung des Harngeruchs, der wie bei einer Hefeinfektion (Candida) stinkt.
Oftmals verschreiben Ärzte wegen verschiedener Erkrankungen Multivitaminpräparate.
Auch diese Nahrungsergänzungsmittel können Uringeruch verursachen, besonders das Vitamin B6.

Leberprobleme
Harn, der einen üblen Geruch verbreitet, kann auch auf eine Leberinsuffizienz hinweisen, was bedeutet, dass die Leber nicht mehr in der Lage ist, wirksam zu funktionieren.
Zum Beispiel könnte übelriechender und getrübter Urin darauf hinweisen, dass ein Mensch an einer Leberkrankheit leidet.
Es wurde beobachtet, dass die Leber ein grün-gelbliches Pigment (Bilirubin) verarbeitet, von dem nur eine winzige Menge in den Harn gelangt.
Arbeitet die Leber jedoch nicht richtig, fließt zu viel Bilirubin in den Urin, was zu einer dunklen Bernsteinfarbe führt.
Außer der Farbveränderung entsteht während der Miktion ein sehr übler Geruch.

Phenylketonurie
Phenylketonurie ist eine angeborene Stoffwechselstörung, bei der der Körper die Fähigkeit verliert, eine Aminosäure (Eiweißbaustein) abzubauen, die sich Phenylalanin nennt.
Wird Phenylalanin beim Stoffwechsel nicht abgebaut, erhöht sich seine Konzentration in Blut und Urin.

Diabetes
Menschen, die an Diabetes leiden, scheiden einen Urin aus, der einen unnatürlichen Geruch hat.
Der Grund ist, dass Diabetiker einen erhöhten Zuckergehalt im Blut haben.
Dieser überschüssige Zucker endet oftmals im Harn und gibt einen charakteristischen Geruch ab.

Diabetogene Ketoazidose
Hat der Harn einen fruchtigen oder süßlichen Geruch, kann dies von einer diabetogenen Ketoazidose herrühren.
Ein erhöhter Keton- oder Zuckerspiegel kann dem Urin einen süßlichen oder fruchtigen Geruch geben.
Dieser Geruch kann auch mit einer seltenen Stoffwechselerkrankung zusammenhängen.

 

Was sind die Ursachen für Ammoniakgeruch im Urin

Wenn der Harn einen üblen oder ammoniakartigen Geruch hat, ist eine Urinuntersuchung erforderlich, um die Ursache zu ermitteln.
Normalerweise ist Urin geruchlos und hat eine weiße bis hellgelbe Farbe.
Harn besteht hauptsächlich aus überschüssigem Wasser und aus dem Blut gefilterten Abfallprodukten.
Manchmal kann Harn einen starken Geruch verbreiten, nämlich wenn er mit Ausscheidungsprodukten und anderen chemischen Stoffen wie Ammoniak angereichert ist.

Dafür gibt es verschiedene Ursachen:

  1. Einer der Hauptgründe für stark konzentrierten Urin ist die Dehydration. Wird zu wenig getrunken, entsteht eine mit Ammoniakprodukten erhöhte Urinkonzentration.
    Ein Mensch, der dehydriert ist, stellt also stets einen Ammoniakgeruch des Harns fest.
  2. Einige Speisen und Getränke verändern den Harngeruch, der übelriechend werden kann. Verantwortlich für übelriechenden Urin sind Spargel, Zwiebeln, kohlensäurehaltige und koffeinhaltige Getränke.
    Diese Veränderungen sind harmlos und nur vorübergehend.
  3. Menschen mit Diabetes können einen süßlichen Geruch des Harns feststellen. Dieses aufgrund erhöhter Zuckerspiegel im Blut, die über den Urin den Körper verlassen.
    Bei Diabetes ist der Körper nicht in der Lage, genug Insulin herzustellen, um den Zucker im Blut umzusetzen.
    Zur Energiegewinnung werden deshalb Fettmoleküle gespalten. Die Folge sind Ketonkörper als Nebenprodukt.
    Diese Ketone geben dem Harn einen süßlichen Geruch.
  4. Eine bestehende Infektion der Harnwege kann auch ein Grund für übelriechenden Urin sein.
  5. Eine Infektion ist durch das Wachstum von Bakterien oder Viren in den Harnwegen begründet. Sie kann auch andere Symptome verursachen wie häufigen Harndrang, brennendes Gefühl beim Wasserlassen usw.
  6. Der Geruch von Ammoniak oder Schimmel im Urin kann ein Zeichen von Leberschwäche sein.
  7. Menschen, die eine Funktionsstörung der Leber haben, können unter mehreren Komplikationen leiden, weil ihre Leber nicht mehr dazu in der Lage ist, Giftstoffe und Nebenprodukte aus dem Blut zu beseitigen. Sie ist auch nicht mehr in der Lage, ein chemisches Gleichgewicht im Körper aufrecht zu erhalten, was zu Problemen wie Gelbfärbung der Haut und Augen (Ikterus), Bauchschmerzenund Schwellungen führt, zusammen mit übelriechendem und dunklem Urin.
  8. Andere verantwortliche Faktoren für Ammoniakgeruch im Harn sind Zystitis (oder Blaseninfektion aufgrund von Bakterienwachstum), Ahornsirupkrankheit (durch Genmutation verursacht) und einige Antibiotika und Medikamente.

 

Ursachen für Ammoniakgeruch des Urins bei Kindern

Ist die Veränderung von Farbe und Geruch des Harns nur vorübergehend, dann gibt es keinen Grund zur Sorge. Tritt dieses Phänomen jedoch regelmäßig auf, darf man eine Krankheit dahinter nicht ausschließen.

 

Zystitis,HarnwegsinfektDehydration
Ist das Kind dehydriert, dann neigt der Urin zu einer höheren Konzentration und hat einen starken Ammoniakgeruch.

Proteine
Die Ernährung des Kindes spielt für einen Urin, der nach Ammoniak riecht, eine Rolle. Ist sie eiweißreich, produziert dies eine größere Menge Ammoniak, das über den Harn ausgeschieden wird.

Arzneimittel
Urin kann einen Ammoniakgeruch aufgrund einiger typischer Pharmaka haben. Es gibt verschiedene Medikamente, die für dieses Problem verantwortlich sind.

Bakterielle Infektion
Kommt es zu einer Vermehrung der Bakterien im Verdauungstrakt, entsteht eine signifikante Menge an Ammoniak, das durch den Harn ausgeschieden wird.

Ahornsirupkrankheit
Dies ist eine genetisch bedingte Erkrankung, bei der der Organismus die Schwierigkeit hat, einige Aminosäuren abzubauen.
Das provoziert eine Freigabe von Ammoniak in den Urin und einen Geruch, der dem von verbranntem Zucker ähnelt.

Nahrungsmittel
Der Verzehr von Nahrungsmitteln, die reich an Stickstoff sind, kann zu einem Überschuss von Ammoniak im Blut führen.

Diabetes
Kinder unter 16 Jahren, Neugeborene oder Säuglinge können an Typ-I-Diabetes erkranken, auch bekannt als juveniler Diabetes.

 

Uringeruch nach Spargelgenuss

Nach Spargelgenuss stellen über vierzig Prozent der Personen einen seltsamen Uringeruch fest.

Der Grund dieses seltsamen Uringeruchs nach dem Verzehr von Spargel ist die Anwesenheit zweier schwefelhaltiger Inhaltsstoffe, als Methylmerkaptan und Asparagin bekannt.
Methylmerkaptan ist einer der vielen Gründe, weshalb Menschen Mundgeruch oder Blähungen haben.
Asparagin ist eine Aminosäure, die in Milchprodukten, Meeresfisch, Huhn, in Eiern und vielen anderen Lebensmitteln enthalten ist.
Wenn im Verdauungstrakt beide Inhaltsstoffe verstoffwechselt werden, werden sie vor allem mit dem Ergebnis eines seltsamen Uringeruchs abgebaut, in der Regel am folgenden Morgen.

 

Symptome, die mit Uringeruch assoziiert sind

Übler Uringeruch kann Folge einer zugrundeliegenden Krankheit sein. Zur Erkennung dieses Problems ist es wichtig, nach anderen Symptomen zu suchen, die den übelriechenden Urin begleiten.

Symptome, die auf eine lebensbedrohliche Krankheit verweisen

  • Blut im Urin
  • Starke Bauchschmerzen
  • Apathie
  • Plötzliche Verhaltensveränderung

Symptome, die auf eine Harnwegsinfektion verweisen

  • Bauchschmerzen
  • Schaumiger Urin
  • Bedarf für häufiges Wasserlassen
  • Brennendes Gefühl während des Wasserlassens
  • Harnblasenkrämpfe

Symptome, die auf Probleme mit anderen Körpersystemen verweisen

  • Unerwartete Zunahme oder Verlust des Gewichtes
  • Trockener Hals, Schwäche und Fieber
  • Bauchödem
  • Ikterus
  • Rektumschmerzen
  • Unerklärlicher Hunger

 

Therapie bei übelriechendem Urin

Die Behandlung hängt von der Ursache oder der Erkrankung ab, die dieses Symptom verursacht.
Leidet der betroffene Mensch an Diabetes, muss die Ernährung umgestellt werden, um gesättigte Fettsäuren und Transfettsäuren zu reduzieren, die das Insulin an seiner korrekten Arbeit hindern.
Im Fall einer Infektion verordnet der Arzt die am besten geeigneten Antibiotika.

 

Natürliche Heilmittel bei übelriechendem Urin

Mindestens 2 Liter Wasser am Tag trinken.

Bestimmte Speisen meiden.

Diabetikern, die einen starken Harngeruch bemerken, ist zu raten, Süßes und kohlensäurehaltige Getränke zu meiden.

» Heidelbeersaft und Knoblauch können helfen, wenn die Ursache eine Infektion der Harnwege ist.

» Man kann ein anderes wirksames Hausmittel zubereiten, indem man etwa zwei Esslöffel Kümmelsamen in vier oder fünf Litern Wasser kocht. Dieses Wasser zu trinken hilft, üblen Harngeruch zu beseitigen.

» In ähnlicher Weise können Frauen, die an einer Candida vaginalis leiden, mageren Joghurt essen. Das Bakterium Lactobacillus acidophilus, das in jedem Joghurt enthalten ist, kann helfen, die Hefeausbreitung zu kontrollieren und diese Infektion zu heilen.

» Zitronensaft und Gerstenwasser trinken kann zur Beseitigung schlechten Harngeruchs beitragen.