Schläfrigkeit und Müdigkeit

Schläfrigkeit und Müdigkeit sind zwei verschiedene Konzepte.

Ein verschlafener Mensch kämpft darum, wach zu bleiben und die Augen offen zu halten.
Müdigkeit kann auch empfunden werden, wenn der Betreffende wach ist und keinen Schlaf verspürt.

 

Kinder, Erwachsene und ältere Menschen leiden aufgrund ihrer Lebensweise häufig an Schläfrigkeit und Müdigkeit:

  • Sie essen abends nach 20 Uhr und gehen spät zu Bett.
  • Sie essen Nahrungsmittel, die den Schlaf stören.
  • Sie trinken zu viel anregende Getränke, wie Kaffee und Tee. Nach dem Genuss dieser Substanzen hat die Person mehr Energie, aber wenn die Wirkung nachlässt, ist der Organismus müder als zuvor.

Schläfrigkeit kann gefährlich sein, vor allem beim Autofahren.

 

Ursachen für ständige Tagesschläfrigkeit

Zirkadianer Rhythmus
Schlafstörungen sind die Hauptgründe für Somnolenz.
Beispielsweise:

  • Parasomnie,
  • Narkolepsie,
  • Schlafapnoe.

Diese Erkrankungen ermöglichen kein Ausruhen, ganz gleich, wie lange man im Bett gelegen hat.
Tagsüber ist der Betreffende nicht erholt, sondern

  • fühlt sich abgeschlagen,
  • hat Probleme, sich zu konzentrieren.

Die Störung des zirkadianen Rhythmus (biologische Uhr) kann verursacht sein durch:
1. Nachtschichten,
2. Zeitverschiebung,
3. Wechsel der Jahreszeiten (die Frühjahrsmüdigkeit wird durch die Zunahme der Sonnenstunden verursacht),
4. längeres Aufbleiben.

Psychologische Störungen
Depression, Angst usw. können Schlaflosigkeit und somit eine ständige Schläfrigkeit während des Tages verursachen.
Der Betroffene fühlt sich körperlich und geistig inaktiv und darüber hinaus energielos und resigniert.

Krankheiten
Manche Erkrankungen können das Gefühl von Tagesschläfrigkeit geben, zum Beispiel:

  • Hyperthyreose (Schilddrüsenüberfunktion),
  • Hypothyreose (Schilddrüsennterfunktion),
  • Anämie und Leukämie,
  • Nierenkrankheiten,
  • Herzerkrankungen (zum Beispiel Herzinsuffizienz),
  • Leberkrankheiten (zum Beispiel Zirrhose),
  • Hirnschäden,
  • Syndrom der unruhigen Beine (Pathologie, die den Drang zur Bewegung im Schlaf verursacht),
  • Prämenstruelles Syndrom, das einige Tage nach dem Eisprung auftritt und dem menstruellen Zyklus
  • Mangel an Vitamin D und B12,
  • ein bösartiger Tumor im fortgeschrittenen Stadium,
  • Nebenwirkung von Arzneimitteln, zum Beispiel:
    • Grippostad (Paracetamol + Chlorphenamin) bei Erkältungen,
    • Psychopharmaka,
    • Betäubungsmittel.

 

Schwangerschaft und exzessive Schläfrigkeit

Während der Schwangerschaft ist es weitgehend normal, während des Tages schläfrig zu sein.
Die meisten Frauen leiden zu Beginn der Schwangerschaft und bis etwa zur zehnten Woche darunter.
Ursache ist der erhöhte Hormonspiegel des Progesteron im ersten Trimester.
Ursachen von Schlaflosigkeit können sein:
1. gastroösophagealer Reflux während der Nacht,
2. häufiges nächtliches Wasserlassen,
3. Angst oder Stress.

 

Postprandiale Müdigkeit (nach dem Essen)

Müdigkeit und Schläfrigkeit nach einem reichlichen Abendessen sind normal.

Art der Lebensmittel:

  • Nahrungsmittel wie Hafermehl und Vollkornprodukte werden über längere Zeit verdaut, können aber den Hunger für einige Stunden stillen. Dennoch können glutenhaltige Getreide Verdauungsprobleme und Schlafstörungen hervorrufen. Viele Menschen, die abends Pizza essen, können nachts nicht schlafen.
  • Im Gegensatz dazu werden verarbeitete Lebensmittel, Süßigkeiten und raffinierte Kohlenhydrate sofort verdaut und absorbiert. Da diese Lebensmittel nicht genügend Nährstoffe enthalten, ist ihre Wirkung nur eine vorübergehende Energiezufuhr, gefolgt von Erschöpfung und Schläfrigkeit.
  • Wein kann Schläfrigkeit verursachen, vor allem Rotwein.


Menge und Zeitpunkt von Mahlzeiten:

Schwere Mahlzeiten können Schläfrigkeit verursachen, vor allem wenn sie verarbeitete, fette und schwere Lebensmittel enthalten, wie zum Beispiel Fleisch.
Verdauungsstörungen können verursachen:

  • Magenschmerzen,
  • Kopfschmerzen,
  • Schläfrigkeit.

Ein Mittagessen mit frischem Obst, Gemüse, Hülsenfrüchten und Schalenfrüchten (Haselnüsse, Walnüsse usw.)

  • verändert den Energiepegel nicht,
  • erhöht den arteriellen Blutdruck nicht,
  • erhöht den Herzschlag nicht (Tachykardie).

Empfohlen wird, die Speisen auf fünf oder sechs kleine Mahlzeiten am Tag einzuteilen.

Viele Menschen meinen, dass sie morgens üppig frühstücken sollten, dabei wäre es besser, am Morgen ein Glas Zitronenlimonade zu trinken und das Frühstück auf den Vormittag zu verschieben. Der menschliche Körper ist darauf programmiert, die Körperfunktionen zu festgelegten Zeiten durchzuführen.

Zum Beispiel:

  • Nachts während des Schlafs assimiliert der Körper die Nahrungsmittel, die tagsüber aufgenommen wurden.
  • Am Morgen ist der Körper durch den Stuhlgang auf Ausscheidung programmiert, weil der Dickdarm dann auf Hochtouren läuft. Zitrusfrüchte und vor allem Zitronen können die Darmtätigkeit unterstützen, eine Alternative ist saftiges Obst wie Honig- und Wassermelone.
  • Mittags sollte die Hauptmahlzeit des Tages stattfinden, üppig und reich an Proteinen. Laut Hygienismus (Theorie über die ideale Lebensweise) sollte das Mittagessen die erste Mahlzeit des Tages darstellen. Nach 20 Uhr sollte nicht mehr gegessen werden, weil die Phase der Nährstoffaufnahme beginnt.

Lebensmittelallergien und -intoleranzen: Müdigkeit und Abgeschlagenheit können auch durch manche Allergien auf Lebensmittel hervorgerufen werden, zum Beispiel:

  • Zöliaki,
  • Laktoseintoleranz.

Menschen, die Speisen essen, auf die sie allergisch oder intolerant sind, können auch leiden unter:

  • Bauchschmerzen,
  • Übelkeit.

 

Ursachen für plötzliche Müdigkeit

Jede Art Krankheit ist direkt oder indirekt mit Müdigkeit und Erschöpfung verbunden.

Ursachen plötzlicher Schläfrigkeit sind:

  1. Überarbeitung und Stress,
  2. Schlaflosigkeit,
  3. Unterzucker,
  4. Blutarmut,
  5. Arzneimittelnebenwirkungen,
  6. Koffeinabhängigkeit,
  7. Alkoholabusus,
  8. Angst und Depression,
  9. Influenza,
  10. Hypothyreose,
  11. schwere Störungen wie Leberinsuffizienz, Nierenerkrankungen und Krebs.

Kinder können Schläfrigkeit und Müdigkeit nach hexavalenter oder Grippeimpfung verspüren.
Das ist eine normale Reaktion. Doch sollte sofort der Arzt aufgesucht werden, wenn das Kind weitere Symptome entwickelt, wie:

  • Fieber über 38°,
  • Erbrechen.

 

Ursachen für Schläfrigkeit morgens beim Erwachen

Ernährung und Diät
Eine Ernährung ohne wesentliche Nährstoffe (Vitamine und Mineralstoffe) kann Müdigkeit und Schläfrigkeit am Morgen verursachen.
Um im Laufe des Tages das Energieniveau zu halten, ist es Voraussetzung, den Körper mit wichtigen Nährstoffen zu versorgen

Schilddrüsenprobleme
Ein unangemessener Schilddrüsenhormonspiegel ist ein Zeichen von Erkrankungen wie:

  • Hashimoto-Thyreoiditis,
  • Morbus Basedow.

Die Folge kann auch nach 7-8 Stunden Schlaf eine morgendliche Müdigkeit sein.

Schlaflosigkeit
Hauptursache von morgendlicher Müdigkeit ist Schlaflosigkeit oder dass man zu wenig geschlafen hat.
Empfohlen ist, frühzeitiger schlafen zu gehen.

Anämie
Wer unter einer Anämie leidet, hat zu wenig Erythrozyten (niedriger Hämatokrit) im Körper.
Rote Blutkörperchen enthalten Hämoglobin, das für den Transport des Sauerstoffs in die verschiedenen Teile des Körpers verantwortlich ist.
Anämie kann verursachen:

  • morgendliche Müdigkeit,
  • Brustschmerzen,
  • Atembeschwerden .

Alkohol
Ein Kater nach übermäßigem Alkoholkonsum äußert sich durch:
1. Kopfschmerzen,
2. Muskelschmerzen,
3. Schwindel oder Benommenheit,
4. Müdigkeit.

Schwangerschaft
Schwangerschaft verursacht möglicherweise:

  • Schlaflosigkeit (die Frau steht wegen des Wasserlassens nachts öfter auf),
  • morgendliche Übelkeit.

Die Folge ist morgendliche Schläfrigkeit.
Am Ende der Schwangerschaft (9. Monat) nimmt die Schläfrigkeit zu und Müdigkeit und schwere Beine bleiben bestehen.

 

Einschlafen am Arbeitsplatz

Gründe für Schläfrigkeit am Arbeitsplatz sind:

1. Ein schweres Mittagessen.
2. Schlaflosigkeit.
3. Schlaf-Wach-Rhythmus. Im Allgemeinen gibt es zwei Tageszeiten, an denen man sich müde fühlt: in der Nacht und am frühen Nachmittag.
4. Manche Medikamente, zum Beispiel:

  • Antihistaminika,
  • Antidepressiva wie Triazolam (Halcion) oder Sertralin (Zoloft).

 

BlutuntersuchungNaturheilmittel bei Schläfrigkeit

Die einfachste Methode, um während des Tages wach und frisch zu bleiben, ist ein Nachtschlaf von 7 bis 9 Stunden

Ist die Nachtruhe nicht ausreichend, können folgende Mittel versucht werden.

  1. Kaltes Wasser
    Um am Nachmittag wach zu bleiben, kann man ein Glas kaltes Wasser trinken.
    Auf diese Weise werden Körper und Geist erfrischt.
    Man kann es auch mit einer Gesichtswaschung versuchen.
  2. Schwere Mittagessen vermeiden. Empfohlen wird, den Tag mit einem üppigen und gesunden Frühstück zu beginnen, das ausreichend Energie für den ganzen Tag liefert. Um die Nachmittagsmüdigkeit zu vermeiden, sollte das Mittagessen aus wenigen Lebensmitteln bestehen und proteinhaltige nicht mit kohlenhydrathaltigen Lebensmittel kombiniert werden.
    Es ist besser, erst dann zu essen, wenn sich ein Hungergefühl bemerkbar macht; außerdem ist es ratsam abzuwarten, bis die zuvor verzehrte Mahlzeit verdaut ist.
  3. Starke und frische Gerüche machen weniger müde.
    Ätherische Öle können einen anregenden Effekt auf den Körper haben.
    Empfohlen wird, ein paar Tropfen eines ätherischen Öls in eine Schüssel mit Wasser zu geben und auf den Tisch zu stellen, um das Aroma zu inhalieren.
    Eine andere Lösung ist, ein paar Tropfen auf ein Taschentuch zu träufeln und daran zu riechen.
    Die meist benutzten ätherischen Öle sind:

    • Eukalyptus,
    • Pfefferminze,
    • Thymian,
    • Rosmarin,
    • Zitronengras.
  4. Kaugummi oder ein Bonbon helfen, wach zu bleiben.
  5. Eine Pflanze auf den Tisch stellen.
    Die grüne Farbe hat eine stimulierende Wirkung auf die Sinne.
  6. Beleuchtung
    Sehr wichtig ist, in einem hellen Raum zu arbeiten.
  7. Eine monotone Arbeit verursacht den Verlust von Enthusiasmus und schafft Müdigkeit.
    Fühlt sich ein Mensch beim Lesen oder Studieren schläfrig, ist ein Spaziergang an der frischen Luft empfehlenswert.
  8. Langes Sitzen kann zu Schläfrigkeit am Nachmittag und Abend führen.
    Um die Blutzirkulation anzuregen und wach zu werden, reichen:

    • ein paar einfache Dehn- oder Gymnastikübungen,
    • eine schnelle Massage entspannt die Muskulatur und hilft, Schläfrigkeit zu überwinden.
    • Nacken, Schläfen und Stirn massieren.
  9. Koffein – Koffeinhaltige Getränke (zum Beispiel Kaffee und Tee) helfen, wach zu bleiben, doch ist ein Übermaß an energetischen Getränken nicht empfehlenswert, weil die Wirkung nur ein paar Stunden anhält.