Nasenbluten

Normalerweise ist Nasenbluten harmlos und kann leicht gestoppt werden.

Nasenbluten ist ein sehr häufiges Problem bei Kindern.
Die medizinische Bezeichnung lautet Epistaxis.
Gewöhnlich blutet es nur aus einem Nasenloch, doch kann das Blut auch beidseitig austreten.

 


Ursachen von Nasenbluten

Die häufigste Ursache von Nasenbluten ist ein Trauma, das durch einen harten Schlag verursacht wird oder durch eine Ohrfeige, zum Beispiel beim Boxsport.
Manchmal kann eine Verletzung entstehen, wenn der Finger in die Nase gesteckt wird und das Nasensekret trocken geworden und spröde und rau ist.
Die Heizung im Winter kann verantwortlich für Nasenbluten sein, denn die Wärme führt zu Trockenheit der inneren Nasenschleimhaut, die dann für Einrisse und Blutungen anfälliger wird.
Ursachen für Nasenbluten sind unter anderem:

  • hoher Blutdruck,
  • Aufenthalt in großen Höhenlagen,
  • allergische Rhinitis oder auch nicht allergische Rhinitis (Entzündung der Nasenschleimhaut),
  • Erkältung,
  • einige Medikamente,
  • tägliches Kokainschnüffeln,
  • Atherosklerose.

Krankheiten, die Epistaxis verursachen, sind:
1. Leukämie,
2. Rendu-Osler-Weber Krankheit,
3. manche Arten von Infektionen,
4. gutartige oder bösartige Tumore der Nase,
5. Diabetes,
6. Hämophilie (Bluterkrankheit),
7. Atherosklerose – eine Erkrankung der Arterien, die aufgrund von Fettablagerungen (Atherome) verhärten,
8. Thrombotisch-thrombozytopenische Purpura (verursacht Müdigkeit, Fieber, Muskelschmerzen, Gelenkschmerzen, Kopfschmerzen, geistige Verwirrung, Visusverlust usw.).


Meistens haben Kinder die Tendenz, nach dem Spielen im Freien und in der heißen Sonne eine kalte Dusche zu nehmen.
In manchen Fällen kann der plötzliche Temperaturwechsel für den Körper Nasenbluten verursachen.
Hat der Körper bei körperlichen Aktivitäten eine höhere Temperatur erreicht, braucht er Zeit, um wieder zu seiner Ausgangstemperatur zu gelangen.
Wird der Körper in der Zwischenzeit plötzlicher Kälte ausgesetzt (wie bei einem kalten Bad oder einer kalten Dusche), gerät der Mechanismus aus dem Gleichgewicht und dies kann Blutungen und andere Störungen verursachen.

 

Nasenbluten und hoher Blutdruck

Es gibt zwei Arten von Nasenbluten, aus dem vorderen und aus dem hinteren Nasenabschnitt. Einer der Gründe für Blutungen aus dem hinteren Nasenabschnitt ist hoher Blutdruck, genannt arterieller Blutdruck. Es kommt zur Epistaxis, wenn der systolische Blutdruck (obere Blutdruckwert) 160 mm Hg übersteigt.

 

Nasenbluten und Vitaminmangel

Mangel an Vitamin B-9 und B-12
Mangel an Vitamin B-9 und B-12 kann Nasenbluten verursachen, weil aufgrund erhöhter Konzentrationen von Homocystein im Blut die Gefäßwände geschädigt und das Risiko zur Bildung von Aneurysmen und Kapillarverletzungen erhöht wird.

Vitamin-A-Mangel
Vitamin A ist zur Befeuchtung und für die Gesundheit von Nasenschleimhaut, Nasennebenhöhlen, Mund, Augen und Verdauungsapparat wichtig.
Ein Mangel kann Trockenheit und Entzündungen in den Nasenhöhlen verursachen, erhöht also das Risiko für Läsionen und Blutungen. Außerdem sind trockene Schleimhäute ein Risiko für Infektionen, die zu Nasenbluten führen können.


Vitamin-K-Mangel
Vitamin K dient als Kofaktor für ein Enzym, das Glutaminsäure in Gamma-Carboxyglutaminsäure verwandelt, die für die Blutgerinnung erforderlich ist.
Die Blutgerinnung ist ein Prozess, der den Blutaustritt stoppt, indem ein Koagel in der Arterie gebildet wird.
Dieser Prozess ist von wesentlicher Bedeutung für die Heilung geschädigter Blutgefäße.
Der Mangel an Vitamin K führt zu unkontrollierbaren Blutungen, nachdem ein Blutgefäß geplatzt ist.

Vitamin-C-Mangel
Vitamin C ist für die Entwicklung des Kollagens wichtig, das der Hauptbestandteil des Bindegewebes ist.
Kollagen befindet sich in Haut und Blutgefäßen.
Mangel an Vitamin C schwächt die Blutgefäße und kann zu einer Erkrankung führen, die Kapillarbrüchigkeit genannt wird.
Die Brüchigkeit von Blutgefäßen und Kapillaren in der Nase hängt vor allem vom Kollagen ab, das einer Gefäßruptur und Nasenbluten vorbeugt.

 

Nasenbluten bei Kindern

Die Forschung zeigt bei Kindern mit Episoden von Nasenbluten folgende Prozentzahlen:
1. etwa 30% der Kinder zwischen 0-5 Jahren,
2. 56% der Kinder im Alter von 6 bis10 Jahren,
3. 64% der Kinder im Alter von 11 bis 15 Jahren.

Ursachen der Epistaxis bei Kindern
Nasenbluten aus dem vorderen Nasenbereich erfolgt am häufigsten bei trockenem Klima oder im Winter. Bei diesem Wetter brennt die trockene Luft oder trocknet die Nasenschleimhäute aus, die verkrustet und aufplatzt oder blutet.
Kinder und Erwachsene können aus folgenden Gründen an Nasenbluten leiden:

  • Traumata: ein Unfall kann Verletzungen an der Nase verursachen, die zu einer Hämorrhagie führen. Das ist eine der häufigsten Ursachen für Nasenbluten bei Kindern.
  • Kleinkinder stecken Fremdkörper in die Nase, wie: Speisen, kleines Spielzeug, andere Objekte usw.
    Fremdkörper können sich zersetzen, reizen und die Schleimhaut verletzen und somit Nasenbluten verursachen.
  • Kratzen: eingetrocknetes Nasensekret ausschaben, an der Nasenschleimhaut kratzen oder mit den Fingern und Nägeln an den Naseninnenwänden popeln kann bei Kindern zu Nasenbluten führen.
  • Allergien und Infektionen: Infektionen der oberen Atemwege und der Nasennebenhöhlen können zu Entzündungen führen, die die Wahrscheinlichkeit für Nasenbluten erhöhen.
    Allergien wie Rhinitis können zu Epistaxis führen.
  • Saisonale Faktoren: im Winter, wenn das Klima kalt und trocken ist, kann die Heizung die Nasengänge spröde machen und damit eine Ruptur und Blutung der Gewebe verursachen.
    Im Sommer oder Frühling kann der Pollenflug in der Luft bei Kindern Allergien auslösen, die dann der Grund für Nasenbluten sind.
  • Strukturelle Fehlbildungen: strukturelle Fehlbildungen der Nase, wie Polypen oder Nasenscheidewandverkrümmung, können eine andere Ursache für Nasenbluten sein.
  • Zu heftiges Schnäuzen der Nase: da das Gewebe und die Schleimhaut bei Kleinkindern zart und weich sind, kann zu heftiges Schnäuzen der Nase ein Einreißen des Gewebes verursachen und zu Nasenbluten führen.
  • Arzneimittel: der Gerinnungsprozess des Blutes kann durch Arzneimittel wie Ibuprofen, Aspirin usw. blockiert werden.
    Diese Medikamente verursachen keine Blutungen, können aber die Krankheit verschlimmern und Probleme mit der Blutgerinnung verursachen.

 

Nasenbluten in der Schwangerschaft

Warum tritt Nasenbluten auf?
Nasenbluten kommt in der Schwangerschaft oft vor, besonders im zweiten Schwangerschaftsdrittel.
Etwa eine von fünf schwangeren Frauen hat Nasenbluten, während nur eine von 16 nicht schwangeren Frauen diese Beschwerden hat.

Die Blutungen treten meist auf, weil die Hormone in der Schwangerschaft (Progesteron und Östrogen) die Blutgefäße maximal weit stellen.
Gleichzeitig wird der Blutstrom erhöht und übt Druck auf die zarten venösen Gefäße in der Nase aus.
Die feuchten Innenwände (Schleimhäute) der Nase können anschwellen und austrocknen.
Das kann sich im Winter verschlimmern, eine Jahreszeit, in der Erkältungen auftreten und die Zentralheizung die Wohnung warm und trocken macht.
All das zusammen kann schnell zur Ruptur von Blutgefäßen und zu leichten Blutungen führen.

 

Nasenbluten,EpistaxisUrsachen für Nasenbluten nachts und am Morgen

Warmes, kaltes und trockenes Klima
Die häufigsten Ursachen für vor allem nächtliche Epistaxis sind Trockenheit durch Umgebungswärme, heftiges Naseschnäuzen, Nasepopeln und Allergien.
Trockene Luft verursacht Verkrustungen der Nasenschleimhaut.
Die Folge ist ein Abplatzen der Krusten und Blutungen.

Die Nasenschleimhaut ist voller kleiner und sensibler Blutgefäße, die leicht bluten, vor allem beim Kratzen, Reiben und Schnäuzen der Nase.

Andere mögliche Ursachen sind:
1. Schnupfen,
2. Rauchen,
3. Infekt der oberen Atemwege,
4. Fremdkörper in der Nase,
5. Hypertonie (Bluthochdruck),
6. Tumor,
7. Gesichtsverletzungen,
8. Blutgerinnungsstörungen,
9. Nebenwirkungen von gerinnungshemmenden Medikamenten oder Aspirin und Drogen.

Allergie, Infektionen und Erkältungen
Manchmal entzünden sich die Nasenschleimhäute bei Schnupfen oder Allergie, was Nasenbluten sowohl am Morgen als auch in der Nacht auslösen kann.
Zudem verschließt ein Schnupfen die Nasenhöhlen und man benutzt dagegen Nasensprays, die die Nase reizen und austrocknen können.
Das kann zu Nasenbluten führen.
Auch starkes Schnäuzen kann Risse in der Schleimhaut verursachen und Nasenbluten hervorrufen.
Nach Angaben der American Academy of Otolaryngology können Allergien und Infektionen Juckreiz verursachen.
Der Patient kratzt sich deshalb in der Nase und es kann zu Nasenbluten kommen.

Nasenscheidewandverkrümmung (Septumdeviation)
Eine Septumdeviation liegt vor, wenn die Scheidewand zwischen den beiden Nasenhöhlen krumm ist.
Diese Störung kann Nasenbluten begünstigen.
Eine Septumdeviation ermöglicht Fremdkörpern, die Nasenhöhle zu verletzen und Nasenbluten zu verursachen.
Eine Septumdeviation kann zur Verengung der Nasengänge, zu Infektionen und zu Verletzungen der Nasenschleimhaut führen, was heftiges Nasenbluten hervorruft.
Folglich kann Nasenbluten am Morgen und während der Nacht im Schlaf auftreten.

 

Wie behandelt man Nasenbluten?

Wenn man Nasenbluten bemerkt, muss man sich gerade hinsetzen und die Nasenlöcher zwischen Daumen und Zeigefinger für wenigstens 10-15 Minuten zusammendrücken.
Den Kopf nicht nach hinten (oder nach oben) neigen, denn man riskiert damit, dass das Blut in die Atemwege fließt.
Tritt die Blutung aufgrund von Trockenheit auf, die Schleimhäute mit einem Gleitmittel (Vaseline) einreiben, um weitere Blutungen zu vermeiden.
In manchen Fällen hilft ein zwischen Stirn und Nase aufgelegter Eisbeutel, die Blutung zu stoppen.

 

Naturheilmittel

Sobald die Blutung steht, den Kopf über Herzhöhe halten.
Man gewinnt Zeit für die Blutgerinnung und beugt einer weiteren Blutung vor.
Die Nase nicht schnäuzen und nicht tamponieren, weil das den Blutpfropf lösen kann.
Kann das Niesen nicht unterdrückt werden, den Mund öffnen, um die Luft durch den Mund austreten zu lassen anstatt durch die Nase.

Wiederholt sich Nasenbluten immer wieder, braucht man keine Scheu davor zu haben, die Nase kräftig zu schnäuzen. Dies dient dazu, die Blutkoagel zu entfernen, um dann in beide Nasenlöcher ein abschwellendes Nasenspray zu geben.
Darauf achten, dass der Spray Oxymetazolin enthält.
Danach die Nasenlöcher zudrücken und aufrecht sitzen.

 

Medizinische Therapie und Medikamente

Es gibt Arzneimittel, die in Tablettenform eingenommen oder intravenös gegeben werden, zum Beispiel Tranexamsäure.
Ein medizinischer Eingriff ist erforderlich, wenn die Nasenblutung nicht zum Stillstand kommt, auch wenn zuvor die oben beschriebenen Anwendungen erfolgt sind oder die Blutung nach mehr als 15-20 Minuten weiterbesteht.
Eine fortbestehende Blutung kann auf andere schwere körperliche Erkrankungen hinweisen, die vielleicht noch nicht diagnostiziert wurden. Deshalb ist so schnell wie möglich Hilfe herbeizurufen, besonders wenn es sich bei dem Betreffenden um einen Säugling, ein Kleinkind oder einen älteren Menschen handelt und der Blutverlust erheblich ist.