Leistenschmerzen

Leistenschmerzen können verschiedene Ursachen haben und sich zusammen mit Schmerzen in anderen Körperbereichen äußern, zum Beispiel an Bein, Gesäß oder Rücken.
Ursachen von Schmerzen an Leiste und Bein

Leistenzerrung

Eine Muskelzerrung in der Leiste ist eine Verletzung oder Ruptur eines Adduktorenmuskels aufgrund einer plötzlichen und schnellen Beinbewegung.

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Das kann während eines Wettlaufs geschehen, bei einem Richtungswechsel oder bei einer Bewegung gegen Widerstand wie beim Fußballspiel.
Eine Muskelverletzung in der Leiste während einer Übung kann mit der gleichen Wahrscheinlichkeit entweder rechts oder links erfolgen.
Die Symptome treten beim Gehen und Rennen auf oder wenn der Patient das Bein anhebt.
Beim Stehen empfindet der Patient keinen Schmerz.

Leistenbruch
Der Leistenbruch ist eine weitere häufige Ursache, die sich darin äußert, dass ein Teil des inneren Gewebes (Fett, Muskulatur, Darm usw.) durch eine Schwäche der darüberliegenden Bauchwand in einer Hautbeule austritt.


Cruralgie
Die Lumbocruralgie entsteht aufgrund einer Entzündung oder Kompression des Nervus cruralis, der dem 4. Segment der Lendenwirbelsäule entstammt und bis zur Vorderseite des Schienbeins und des Fußes reicht, dabei an der Innenseite des Knies vorbeizieht.
Es ist ein akuter krampfartiger Schmerz im Bein, der vom Rücken bis zur rechten oder linken Flanke ausstrahlt und dann längs der vorderen und inneren Oberschenkelseite absteigt.
Da einige Nerven des Hodens vom Nervus cruralis ausgehen, hat derjenige, der unter dieser Störung leidet, auch Schmerzen am Hoden.
Der Schmerz verschlimmert sich beim Husten und während der Stuhlentleerung, weil durch die Bauchpresse der Druck auf die Bandscheibe zunimmt.

Trauma
Die häufigste Ursache akuter Verletzungen in der Leistengegend oder am Bein ist ein direktes Trauma, ein Unfall, ein Sturz oder eine abnorme Verdrehung des Beines.
Überbeanspruchung oder Stress eines durch Überaktivität verletzten Körperbereichs kann eine Muskelzerrung oder Dehnung verursachen, die zu Schwellungen und Schmerzen im Leistenbereich und am Bein führt.

Osteitis pubis
Die Osteitis pubis ist eine Entzündung des Schambeins, die während körperlicher Aktivität Schmerzen im Leistenbereich und an den Beinen auslösen kann.

Leistenschmerzen,Ileopsoas,Muskel,KontrakturKontraktur des Iliopsoas
Viele Menschen denken, eine Bauchmuskelzerrung zu haben, doch diese Muskeln leiden nicht unter dieser Art von Verletzung.
Diese Läsion tritt bei Muskeln auf, die gewaltsam gedehnt werden (zum Beispiel die Wade oder der Quadrizeps).
Tatsächlich kann man Muskelschmerzen in einem viel tiefer liegenden Muskel verspüren, der sich Iliopsoas nennt.
Eine Kontraktur oder ein Triggerpunkt in diesem Bereich verursacht Schmerzen, die bis in den Quadrizeps ausstrahlen können.

Arthrose der Hüfte und Arthritis
Degenerative Erkrankungen können Hüftschmerzen und Schmerzen der Leiste verursachen.
Hüftarthrose kann eine Schmerzursache bei älteren Menschen sein.
Der Schmerz kann auch von der Leistengegend in die Innenseite des Oberschenkels bis zum Knie ausstrahlen.
Die Symptome sind bei Rotationsbewegungen nach innen oder bei Extension der Hüfte (das Becken nach vorn und das Knie zurück) zu spüren.
Diese Störung verursacht keine Schmerzen am Hoden.
Das Hüftgelenk kann auch von einer Arthritis betroffen sein.
Die Entzündung der äußeren Hüftgelenkskapsel aufgrund einer rheumatoiden Arthritis kann zu brennenden Schmerzen an der Hüfte führen.

Andere Faktoren:

  1. Nierensteine,
  2. Tumor (der Schmerz tritt auch nachts auf),
  3. Oberschenkelbruch in Höhe der Hüfte,
  4. Entzündung,
  5. Piriformissyndrom (verursacht oft Leistenschmerzen),
  6. Varikozele (Venenerweiterung), in der Regel betrifft es den linken Hodensack, doch es besteht kein Schmerz in der Leiste,
  7. Nervenkompression.

 


Leistenschmerzen während der Schwangerschaft

Schwangere Frauen können Schmerzen im Leistenbereich aufgrund verschiedener Faktoren, wie Hormonveränderungen und strukturelle Veränderungen des Körpers, verspüren.
Hormonelle Veränderungen
Die meisten Beschwerden im Zusammenhang mit einer Schwangerschaft umfassen auch Schmerzen in der Leistengegend. Das kann auf die hormonellen Veränderungen zurückzuführen sein, die in dieser Zeit vorliegen.
Ein Anwachsen von Schwangerschaftshormonen, besonders von Relaxin und Progesteron, halten Muskeln und Bänder im Beckenbereich weicher und entspannter, um am Ende den Geburtsvorgang zu erleichtern.
Aber wenn diese Muskeln und Bänder, die die Gelenke der Beckenregion unterstützen, schlaff (flexibel) werden, können schwangere Frauen im Bereich von Unterbauch, den Leisten und Flanken Schmerzen empfinden.

Strukturelle Veränderungen des Körpers
Die Schwangerschaft ist auch für einige strukturelle Veränderungen des Körpers charakteristisch, die Schmerzen im Becken und den Leisten verursachen können.
Das Wachsen des Fötus, sowie die Zunahme des Körpergewichtes, können den Druck auf die Flanken und die Beckengelenke vergrößern.
Eine Zunahme des Körpergewichts verändert auch den Schwerpunkt des Körpers, was Schmerzen in Becken und Unterbauch verursachen kann.
Diese Veränderungen bestehen nicht zu Beginn, sondern etwa ab dem 5. Monat einer Schwangerschaft, und sie erreichen ihre maximale Intensität um den 8. oder 9. Schwangerschaftsmonat.

Schmerzen am Ligamentum rotundum
Schmerzen am Ligamentum rotundum (rundes Gebärmutterband) werden oftmals als akuter oder einschießender Schmerz beschrieben, der an den Flanken, im Becken und im Unterleib oder Leistenbereich auftritt.
Das Ligamentum rotundum gehört zum Bandapparat der Gebärmutter und ist für die Lage dieses Organs verantwortlich.
Während der Schwangerschaft dehnen und verdicken sich diese stützenden Bänder und schaffen Raum für das Wachstum der Gebärmutter.

Alle diese Strukturveränderungen, können zu Schmerzen im Unterbauch und im Lendenbereich führen.
Manchmal kann sich der Schmerz bis in die Flanken ausbreiten.
Schwangere Frauen spüren gewöhnlich diesen Schmerz, wenn sie sich plötzlich aus einer sitzenden Position erheben und auch wenn sie husten oder eine Tätigkeit verrichten, die Druck auf die Mutterbänder ausübt.

Funktionsstörungen an der Symphyse
Das Becken oder der Beckengürtel ist eine knöcherne Struktur, die aus vier Knochen gebildet wird: zwei Hüftbeine, Kreuzbein (eine dreieckige Knochenstruktur am Wirbelsäulenende) und Steißbein.
Steißbein und Kreuzbein sind an der hinteren Seite vereint, während sich die beiden Hüftbeine an der Seite befinden, darum herumreichen und sich im vorderen Bereich treffen.
Die Beckensymphyse ist ein aus Faserknorpel bestehendes Bindeglied am vorderen Teil, wo sich die beiden Beckenhälften begegnen.
In den Gelenkverbindungen aus Faserknorpel sind die Knochen mit Knorpel und fibrösem Gewebe verbunden und diese gelenkartigen Verbindungen erlauben kleine Bewegungen und eine geringe Flexibilität.

Die Hormone Relaxin und Progesteron bereiten den Körper für die Geburt vor. Sie halten die Beckenbänder weich und entspannt.
Dies erlaubt den Beckengelenken, sich zu bewegen, sodass das Kind das Becken passieren kann.
Normalerweise erweitert sich die Schambeinfuge um 2 bis 3 mm während der Schwangerschaft, um den Beckenring zu vergrößern und die Geburt zu erleichtern.
Manchmal bewegt sich das Beckengelenk aufgrund sehr lockerer Bänder zu stark. Die Folge ist ein instabiler Beckengürtel.
Dieser Zustand wird Symphysen-Dysfunktion (SPD) genannt. Schwangere Frauen können darunter während des zweiten Schwangerschaftsdrittels leiden.

Die Ursache für eine SPD ist nicht mit Sicherheit bekannt, auch wenn angenommen wird, dass verschiedene Faktoren für diesen Zustand verantwortlich sind. Darunter eine Überproduktion der Hormone in der Schwangerschaft, die erhöhte Belastung des Beckenbodens (aufgrund der Körpergewichtszunahme) und die Art der Körperbewegung.
Die Umgebung der Schambeinfuge kann sich während des Gehens oder der Beinbewegungen entzünden, wenn sich eine Beckenseite mehr als die andere bewegt.
SPD kann intensive Schmerzen am Schambein und im Lendenbereich verursachen.
Manche Frauen leiden unter Schmerzen am Rücken, in den Flanken und im Oberschenkel, da auf die Region des Schambeins Druck ausgeübt wird.

Diastase der Schambeinfuge
Dieser Zustand ist mit einer SPD vergesellschaftet und wird durch einen teilweisen oder vollständigen Bruch der Symphysenfuge verursacht, die im vorderen Teil des Beckens liegt.
Dies geschieht, wenn sich das Beckengelenk soweit lockert, dass sich der Spalt zwischen den beiden Schambeinknochen auf abnormale Weise vergrößert. Bei Frauen liegt der mittlere Abstand der Schambeinfuge zwischen 4 und 5 mm, die um 2-3 mm während einer Schwangerschaft zunehmen kann.
Beträgt der Abstand 10 mm oder mehr, wird der Zustand als Diastase der Beckensymphyse bezeichnet, der Schmerzen im Schambereich zusammen mit Rückenschmerzen und Unterleibsbeschwerden hervorrufen kann.

 

Leistenschmerzen bei Frauen

Eierstockzysten
Eine andere Ursache für Schmerzen im Leistenbereich sind Eierstockzysten, die in manchen Fällen gravierend sein und noch andere Symptome verursachen können.
Eierstockzysten verursachen auch Schmerzen an den Eierstöcken und im Unterbauch.

Andere Faktoren
Einige der wahrscheinlichsten Ursachen für Schmerzen im Leistenbereich bei Frauen sind:
prämenstruelles Syndrom (wenige Tage vor Zyklusbeginn und nach dem Eisprung),
Infektionen der Harnwege und Herpes genitalis (kann auch als Krankheit bei Männern auftreten),
Dickdarmentzündung,
Beckenerkrankungen wie Eierstockzysten,
entzündliche Beckenerkrankung oder Pelvic Inflammatory Disease (PID),
Eileiterschwangerschaft,
vergrößerte Lymphknoten.

 

Schmerzen aufgrund anderer Faktoren

Nierensteine
Nierensteine können starke Schmerzen verursachen, die von den Nieren in die Leistenregion und zu den Hoden (oder großen Schamlippen bei der Frau) ausstrahlen, wenn sie den Harnleiter (die Tuben, die die Nieren mit der Harnblase verbinden) passieren.

Vergrößerte Lymphknoten
Die Vergrößerung eines Lymphknotens in der Leistengegend aufgrund einer Infektion kann in diesem Bereich starke Schmerzen verursachen.
Beim Abtasten verspürt man einen geschwollenen Knoten.

Blinddarmentzündung
Eine Entzündung des Blinddarms verursacht Schmerzen im Leistenbereich rechts oben, doch zu Beginn können Beschwerden auch auf der linken Seite auftreten.
Diese Erkrankung betrifft vor allem Kinder, doch in seltenen Fällen kann sich das Krankheitsbild auch bei Erwachsenen zeigen.

Schambeinentzündung
Die Pubalgie/Schambeinentzündung ist eine schmerzhafte Entzündung, die sich in der Leistengegend zeigt.
Sie ist eine Erkrankung, die junge Männer betrifft, wenn sie Fußball oder Football trainieren.
Die Pubalgie ist eine Sehnenentzündung, die die Sehnenansätze der Bauchmuskeln oder die Adduktoren des Oberschenkels betrifft.

Symptome
Die Pubalgie verursacht Schmerzen während der Bewegung, vor allem bei Abduktion und Adduktion des Beines (Abspreizen und Heranführen des Oberschenkels). Beim Ruhen treten jedoch keine Symptome auf.
Gewöhnlich ist der betroffene Bereich im Gegensatz zu einem Leistenbruch nicht geschwollen.
Ohne Behandlung kann diese Störung chronisch verlaufen und dazu führen, dass der Betroffene keiner sportlichen Betätigung mehr nachgehen kann.

Transiente Synovitis
Die Transiente Synovitis des Hüftgelenks ist eine Erkrankung, die mit einer Entzündung der Synovialis oder der Hüftgelenkinnenhaut vergesellschaftet ist.
Dies kann für Schmerzen in der Hüfte, im Oberschenkel, in der Leistenregion oder im Knie der betroffenen Seite verantwortlich sein.

 

Therapie und Naturheilmittel bei Leistenschmerzen

Wenn über eine gewisse Zeit Schmerzen in der Leistengegend verspürt werden, ist es besser, einen Arzt zwecks einer Diagnose aufzusuchen.
Untersuchungen des Blutes, des Urins und eine bildgebende Diagnostik können helfen, die Ursache des Schmerzes zu finden.
Verursacht ein Leistenband (gezerrt/gedehnt) Schmerzen, empfehlen Ärzte in der Regel die Vorgehensweise nach der PECH-Regel.
PECH steht für Pause, Eis, Compression, Hochlagern.
Auch Kompressionsumschläge und das Hochlagern der Beine beim Liegen auf Kissen sind hilfreich.
Entzündungshemmende Medikamente helfen, den Schmerz zu lindern.
Ist die Verletzung ausgeheilt, kann mit Stretching der Lendenmuskeln oder einer kräftigenden Therapie fortgefahren werden.

In schwerwiegenden Fällen, in denen eine Rekonstruktion der Bänder oder Sehnen erforderlich ist, kann eine Behandlung empfohlen sein, die Prolotherapie genannt wird.
Diese Behandlung beinhaltet die Injektion von Traubenzucker an der Stelle, an der das Band oder die Sehne am Knochen ansetzt.
Die Injektion der Traubenzuckerlösung hilft bei der Gewebereparatur und stimuliert das Wachstum des neuen Ligaments.
Das ist sehr wirksam bei der Linderung der Schmerzen, die durch zu schwache Bänder verursacht werden.
Wenn man an einem Leistenbruch leidet, kann eine Operation empfohlen werden.
Die Korrektur eines Leistenbruchs besteht in einem Hautschnitt und dem Zurücksetzen der vorstehenden Darmabschnitte. Danach wird der Muskelfaserriss chirurgisch vernäht.
Ist der Schmerz durch Nierensteine verursacht, können Hausmittel zur Auflösung der Konkremente versucht werden, oder man unterzieht sich einem chirurgischen Eingriff zu ihrer Entfernung. Anwendungen wie Lithotrypsie mittels Stoßwellen, Nephrolithotripsie oder Ureteroskopie können auch bei der Behandlung von Nierensteinen angewendet werden.

Manchmal können die Schmerzen in diesen Körperbereichen auch durch Harnwegsinfektionen oder Infektionen der Geschlechtsorgane verursacht sein. Diese können durch eine medikamentöse Therapie behandelt werden.
Tinea, eine Infektion durch Hefepilze oder eine Infektion durch Bakterien können im Lendenbereich zu Ausschlägen führen, die mit Schmerzen und Juckreiz verbunden sind.
Zur Schmerzlinderung können Schmerzmittel eingenommen werden, doch auch topische Medikamente in Form von Cremes helfen, Juckreiz oder Brennen im Lendenbereich zu mildern.