Herzrasen oder Tachykardie

Herzrasen (oder Tachykardie) ist ein Zustand, bei dem das Herz in einem sehr schnellen Rhythmus schlägt.

Die normale Herzfrequenz in Ruhe beträgt 60 bis 100 Schläge in der Minute. Schläge über 100 werden als Tachykardie bezeichnet.

Im Schlaf gehen die Herzschläge auf etwa 40 in der Minute zurück.

 


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Athleten und alte Menschen haben eine durchschnittlich niedrigere Frequenz.

Schlägt das Herz in einem beschleunigten Rhythmus, dann ist es nicht in der Lage, sich angemessen zu kontrahieren und zu entspannen.
Das wirkt sich auf die Menge des Blutes aus, die zu den verschiedenen Körperteilen gepumpt wird.
Eine hohe Frequenz weist auf eine zusätzliche Anstrengung des Herzens hin, um den normalen Blutfluss aufrecht zu erhalten.
Die Folge ist ein gesteigerter Verbrauch von Sauerstoff.
Wird die Ursache nicht gelöst, kann das im Laufe der Zeit zu einer Herzattacke führen.
Die Herzfrequenz ist bei einem Menschen nicht konstant, sie hängt von der physischen Aktivität und von Stress ab.
Die Zunahme des Herzschlags kann plötzlich bei starken Emotionen oder körperlicher Anstrengung erfolgen.

Tachykardie wird in zwei Arten unterteilt:
1. Beginnt die Tachykardie in den Herzkammern (Ventrikeln), wird sie als ventrikuläre Tachykardie bezeichnet.
2. Zeigt sich die Tachykardie oberhalb der Ventrikel, im oberen Teil des Herzens, dann wird sie als supraventrikuläre Tachykardie (SVT) bezeichnet. Die SVT ist die häufigste Form der Tachykardie und hat weniger schädliche Auswirkungen.

 

Was sind die Ursachen für Herzrasen?

Die erhöhte Herzfrequenz kann durch Krankheit oder durch vorübergehende Ereignisse verursacht sein, die nicht sofort Anlass zur Beunruhigung geben sollten.

 

Vorübergehende Ursachen

Eine erhöhte Herzfrequenz ist nicht besorgniserregend.
Die folgenden Faktoren stimulieren das Herz, kurzzeitig schneller zu schlagen:

  1. sportliche Betätigung,
  2. Stress, Sorge, Angst, Nervosität,
  3. Alpträume,
  4. Rauchen,
  5. Blutarmut,
  6. körperliche Anstrengung,
  7. Fieber,
  8. nach reichlichen Mahlzeiten,
  9. Blutverlust,
  10. gewisse Medikamente,
  11. Vitaminmangel,
  12. Elektrolytstörungen,
  13. nach Alkohol- oder Koffeingenuss,
  14. Verzehr von Schokolade,
  15. Arrhythmie (kann für einige Sekunden einen schnellen Herzschlag verursachen),
  16. Genuss von Stimulanzien wie Tee und Kaffee.

 

Hauptursachen für ständiges Herzrasen

Verschiedene Krankheiten können eine Erhöhung der Herzfrequenz (oder des arteriellen Pulsschlags) verursachen.
Dazu gehören:

Herzkrankheiten
Folgende Störungen des Herzens können einen erhöhten Herzschlag verursachen:

  1. Erkrankungen der Herzkranzgefäße,
  2. Hypertonie (hoher Blutdruck),
  3. Perikarditis (Herzbeutelentzündung),
  4. angeborene Herzerkrankungen,
  5. Aorteninsuffizienz usw.

Arteriosklerose oder defekte Herzklappen verursachen Schwierigkeiten beim Pumpen des Bluts, die Folge ist eine Zunahme der Herzfrequenz.

Schilddrüsenerkrankungen
Die Überaktivität der Schilddrüse (oder Hyperthyreose) ist eine der verantwortlichen Faktoren für Tachykardie.
Die Schilddrüse steuert den Stoffwechsel des Körpers. Wenn sie überaktiv ist, bewirkt das eine Erhöhung der Herzfrequenz.

Ist eine Hyperthyreose die Ursache des schnellen Herzschlags, entwickelt der Patient die folgenden Symptome:
1. Schweißausbruch,
2. Zittern,
3. Ängstlichkeit,
4. Schlaflosigkeit usw.

Vorhofanomalien
Unregelmäßigkeiten oder Schäden in der oberen Herzkammer verursachen Tachykardie.
Diese Unregelmäßigkeiten schwächen die Herzmuskeln (Myokard) und verursachen einen höheren Kraftaufwand.
Längerer Konsum von Alkohol erhöht die Herzfrequenz.

Herzinsuffizienz
Herzinsuffizienz ist eine Erkrankung, die durch die Unfähigkeit des Herzens gekennzeichnet ist, das für die Bedürfnisse des Körpers notwendige Blut in den Kreislauf zu pumpen.
Weitere Symptome sind:

  1. erschwerte Atmung,
  2. Müdigkeit,
  3. geschwollene Fußknöchel
  4. geschwollene Beine,
  5. Husten,
  6. Appetitlosigkeit und Gewichtsverlust,
  7. Übelkeit.

Lungenemphysem
Lungenemphysem oder chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD) verursacht Tachykardie.

Lungenentzündung
Eine Lungenentzündung ist die Entzündung des Lungengewebes.
Diese Krankheit beeinträchtigt die Leistungsfähigkeit der Lungen. Das Herz muss mehr arbeiten, um eine entsprechende Menge an Sauerstoff in die verschiedenen Körperbereiche zu pumpen. Die Folge ist ein beschleunigter Herzschlag.

Herzinfarkt
Eine erhöhte Herzfrequenz tritt sehr häufig nach einem Myokardinfarkt auf.


Schwangerschaft
Während der Schwangerschaft muss das Herz der schwangeren Frau auch das Blut zum Fötus pumpen.
Diese erhöhte Anforderung bedeutet eine zusätzliche Arbeit für das Herz, nämlich in schnellerem Tempo zu pumpen, um der größeren Anfrage zu entsprechen.
Ab Beginn der Schwangerschaft ist die gemessene Herzfrequenz um 10-20 Schläge in der Minute erhöht.
Sobald das Kind geboren ist, geht die Herzfrequenz wieder in den normalen Bereich zurück.

 

Fötale Herzfrequenz

Tabelle über den normalen Herzschlag des Fötus.

Zeitraum Anzahl der Schläge pro Minute
5. Woche beginnt bei 80 und endet bei 103 FHF
6. Woche beginnt bei 103 und endet bei 126 FHF
7. Woche beginnt bei 126 und endet bei 149 FHF
8. Woche beginnt bei 149 und endet bei 172 FHF
9. Woche 155-195 FHF (i.D. 175 FHF)
12. Woche 120-180 FHF (i.D. 150 FHF)
nach 12 Wochen 120-160 FHF (i. D. 140 FHF)

 

Die oben angeführten Daten beschreiben die fötale Herzfrequenz im ersten und zweiten Schwangerschaftsdrittel.
Im letzten Drittel ist die Frequenz relativ stabil.
Der Herzschlag des Fötus verlangsamt sich während des letzten (dritten) Trimesters vor der Geburt, aber dennoch ist die Herzfrequenz doppelt so hoch wie beim Erwachsenen.
Im Falle eines normalen Schwangerschaftsverlaufs beträgt die Herzfrequenz des Kindes bei seiner Geburt etwa 140 Schläge in der Minute, während die Frequenz eines Frühgeborenen etwa 155 Schläge beträgt.

 

Normale Herzfrequenz bei Kindern

Der Ruhepuls bezeichnet die Anzahl der Herzschläge pro Minute bei einer vollständig entspannten Person.
Experten sagen, dass die beste Zeit zur Ruhepulsmessung etwa 5-10 Minuten nach dem Erwachen am Morgen ist.

Herzfrequenz bei Kindern
Um den Herzrhythmus zu zählen, mit dem Zeige- und Mittelfinger unter dem Kiefer des Kindes und nahe der Luftröhre den Punkt ausmachen, an dem der Herzschlag spürbar ist.
Die Herzfrequenz muss eine Minute lang gemessen werden.

Alter HF
Neugeborenes 100-160
1 – 2 Jahre 80-130
2 – 5 Jahre 80-120
5 – 12 Jahre 70-110
älter als 12 Jahre 60-100

 

Wie aus der Tabelle zu ersehen ist, neigt die Schlaganzahl dazu, mit der Zeit abzunehmen.
Die Frequenz ist erhöht, wenn Kinder Fieber haben.
Der Körper reagiert auf Fieber mit einer Erhöhung von Herzfrequenz, Atemfrequenz und Blutkreislauf.

 

Erhöhter Ruhepuls

Die Pulsfrequenz gibt an, wie oft das Herz in einer Minute schlägt. Ernste Abweichungen deuten auf ein Problem des Herzens und/oder der Lungen hin.

Frauen haben gewöhnlich eine höhere Herzfrequenz im Vergleich zu Männern.
Verschiedene Umstände können die normale Herzfrequenz beeinflussen:
1. Alter
2. Angst (verursacht auch Kopfschmerzen)
3. Stress
4. Geschlecht
5. Medikamente
6. Grad der Anstrengung
7. Training
8. Rauchen

 

Herz,HerzrasenDie Ruhefrequenz verhilft während des Trainings zur Beurteilung des Gesundheitszustandes.
Erhöhte Herzfrequenz bedeutet, dass das Herz mehr arbeiten muss.
Diese Situation weist auf eine geringere Herzleistung und demzufolge auf einen verminderten Blutfluss in den übrigen Körper hin.
Folge ist ein erhöhter Sauerstoffbedarf für das Herz.
Regelmäßige sportliche Betätigung hilft, die Herzleistung zu verbessern, sodass mit jedem Herzschlag mehr Blut in den Kreislauf gepumpt wird.
Eine weitere Auswirkung ist eine Ruhepulsabnahme.

 

Ursachen für einen erhöhten Ruhepuls

Die normale Herzfrequenz wird im Ruhezustand gemessen.
Eine jüngere Frau hat gegenüber einer älteren Frau eine höhere Herzfrequenz.
Eine übergewichtige Frau hat gegenüber einer Frau gleichen Alters, gleicher Nationalität mit weniger Körpergewicht eine höhere Herzfrequenz.
Gewöhnlich beträgt der Ruhepuls bei Sportlern etwa 35-45 Schläge in der Minute.

Ein erhöhter Ruhepuls wird als Tachykardie bezeichnet.
Ein Ruhepuls von über 100 Schlägen pro Minute ist viel zu hoch.

Zu den Hauptursachen für einen erhöhten Ruhepuls gehören:

  • schnellere oder tiefere Atmung als normal;
  • Fieber erhöht die Herzfrequenz um etwa 10 Schläge pro Grad erhöhter Körpertemperatur;
  • Infektion;
  • kann ein Symptom für eine Schwangerschaft sein aufgrund veränderter Hormonspiegel;
  • Hormonstörung, erhöhte Produktion von Hormonen wie Epinephrin (Adrenalin);
  • lang andauernder Bluthochdruck;
  • junge Frauen können aufgrund von Rauchen und Koffeingenuss niedrigen Blutdruck und Herzrasen haben.
  • Herzklappenfehler mit Folge von Blutrückfluss in die Herzkammern;
  • Myokarditis (Herzmuskelentzündung);
  • Perikarditis (Herzbeutelentzündung);
  • Herzschrittmacher;
  • unzureichende Sauerstoffversorgung der Herzmuskeln;
  • Krankheiten, die Blutverdickung verursachen;
  • Störungen der Herzvorhöfe oder Ventrikel;
  • anormale elektrische Aktivität in den Herzvorhöfen, die Vorhofflimmern verursacht;
  • Probleme des Blutkreislaufs;
  • Tachykardie kann auch nach dem Essen entstehen, wenn die Nachfrage nach Sauerstoff durch die Verdauung erhöht ist und demzufolge das Herz mehr Pumparbeit leisten muss;
  • Schilddrüsenstörungen wie Hyperthyreoidismus;
  • Lungenkrankheiten wie Lungenemphysem, Lungenembolie, Lungenentzündung;
  • manche Medikamente, zum Beispiel Kortikosteroide (Medikamente basierend auf Kortison) und nichtsteroidale Entzündungshemmer.

 

Herzrasen in der Nacht

Nächtliches Herzrasen kann durch Atemnot verursacht sein und ein Erwachen aus dem Schlaf verursachen.
Ursache für eine erhöhte Herzfrequenz in der Nacht oder kurz vor dem Zubettgehen sind oftmals: Angst, Sorge oder Stress.
Der Betreffende geht zu Bett, doch vor dem Einschlafen verspürt er verschiedene, durch Angst hervorgerufene Symptome, darunter:
1. Kopfschmerzen
2. Kribbeln an den Fingern
3. Atemnot
4. Verstopfung (Obstipation)
5. Brustschmerzen
6. Muskelschmerzen
7. Durchfall
8. Übelkeit
9. Erbrechen
10. Schwitzen
11. Mundtrockenheit
12. Schwindel

Eine Entzündung am Herzen kann zu Brustschmerzen und Atemnot führen.
Herzrasen kann zu Angina pectoris, ischämischer Herzerkrankung, Myokardinfarkt und anderen Herzkrankheiten führen.
Erhöhte Herzfrequenz und niedriger Blutdruck im Ruhezustand weisen auf eine ernste Erkrankung hin.

 

Herz,HerzrasenSymptome bei Tachykardie

  1. erhöhte Herzfrequenz
  2. Schwindel
  3. Atemnot
  4. starkes Herzklopfen
  5. Brustschmerzen
  6. Gefühl von Bewusstseinsverlust

 

Risiken und Komplikationen bei Herzrasen

Tachykardie verursacht eine übermäßige Belastung des Herzmuskels, der somit mehr Sauerstoff und Nährstoffe benötigt, als ein normofrequentes Herz.
Wenn noch andere Kreislauferkrankungen (wie Arteriosklerose) bestehen, reicht die Sauerstoffmenge für die Zellen nicht aus und das Risiko einer Herzerkrankung nimmt zu, wie zum Beispiel für Herzinfarkt und koronare Herzkrankheiten.

 

Was tun bei Herzrasen?

Die Therapie hängt von der Ursache ab.
In der Regel verschreiben Ärzte Antiarrhythmika (Arrhythmie ist die gebräuchliche Bezeichnung für eine Herzrhythmusstörung), Antikoagulantien oder andere Arzneimittel, die die Herzfrequenz senken.
Die Behandlung umfasst zuweilen eine leichte Elektroschockabgabe (Elektrokonversion).
Das hilft, um die Funktionalität des Herzens wieder herzustellen.

 

Natürliche Heilmittel bei Tachykardie

Außer den Medikamenten können Veränderungen im Lebensstil und der Ernährung zu einer Verringerung der Herzfrequenz führen.
Wichtig ist, nicht zu viel an Medikamenten, Koffein, Alkohol, Nahrungsergänzungsmitteln usw. einzunehmen.
Empfohlen ist auch, sich das Rauchen abzugewöhnen.