Geschwollene Zunge

Eine geschwollene Zunge ist häufig ein schmerzhafter Zustand.
Die Schwellung kann gefährlich werden, denn eine stark vergrößerte Zunge kann die Atemwege in der hinteren Halsregion verstopfen und die Luft blockieren, bevor sie die Lungen erreicht.

Eine Zungenschwellung kann verschiedene Ursachen haben, am häufigsten wird sie jedoch durch eine Entzündung hervorgerufen.

Die Entzündung der Zunge wird als Glossitis bezeichnet.
Bei einer Glossitis ist die Zunge in der Regel gerötet und angeschwollen, die Geschmacksknospen verschwinden.
Die Geschmacksknospen bilden normalerweise leichte Unebenheiten auf der Zungenoberfläche; wenn sie verschwinden, wird die Zunge glänzend und glatt.
Die Entzündung kann die gesamte Zunge oder einzelne Regionen betreffen; man kennt diese Beschwerden auch unter dem Begriff “Burning-mouth-Syndrom“.
Dieser Name ist sehr bezeichnend, denn die Glossitis ruft häufig ein kontinuierliches Brennen im Mund hervor.
Außerdem kann die Zunge bei Berührung schmerzen oder sich taub anfühlen.

 

Geschwollene Zunge bei Kindern

Die geschwollene Zunge kann auf eine ernsthafte Erkrankung hinweisen, dazu müssen die Begleitsymptome und die Ursache für die Schwellung berücksichtigt werden.
Eine allergische Reaktion kann folgende Auswirkungen mit sich bringen:

  • Nesselsucht (Urtikaria) auf der Zunge oder auf den Lippen, dazu die typischen Flecken auf der Haut.
  • Eine andere Art von Schwellung ist das Angioödem; die Schwellung wird unter der Hautoberfläche hervorrufen, das Ergebnis ist dasselbe.

Sowohl Urtikaria als auch Angioödem werden durch Lebensmittelunverträglichkeiten, allergische Reaktionen auf Medikamente, Bisse, Insektenstiche usw. verursacht.

Liegen keine anderen ernsten Symptome vor (wie Atemnot oder Schluckbeschwerden) ist die geschwollene Zunge möglicherweise die Folge einer leichten allergischen Reaktion.
Die Eltern müssen unverzüglich den Kinderarzt verständigen, wenn das Kind eine aggressivere Behandlungsform benötigt.

Weitere Ursachen für eine Zungenschwellung

Allergien sind nicht die einzigen Auslöser für eine geschwollene Zunge, zu den anderen möglichen Ursachen gehören:

  • Nährstoffmangel, z.B. Mangel an Eisen, Vitamin B12 oder Vitamin B3.
  • Infektion in oder an der Zunge.
  • Traumatische Verletzungen der Zunge, z.B. durch Verbrennung oder Piercing.
  • Reizung durch heiße und scharfe Speisen und Getränke, Alkohol oder Zigarettenrauch.
  • Tumor.
  • Insektenstich oder Stachel in der Zunge, der eine Schwellung (ohne allergische Reaktion) hervorruft.

Diese Ursachen entwickeln sich langsam im Laufe der Zeit, deshalb ist es häufig schwierig, sie festzustellen.
In anderen Fällen ist der Grund für eine geschwollene Zunge offensichtlicher. Beispielsweise könnte das Kind an einer Virusinfektion gelitten haben, die Zungengeschwüre hervorgerufen hat, wodurch eine sekundäre Bakterieninfektion entstanden ist.
Oder das Kind wurde von einer Biene direkt in die Zunge gestochen.

Angioödem (Quincke-Ödem)
Manche Menschen sind anfällig für eine geschwollene Zunge. In diesem Fall spricht man von einem hereditären (angeborenen) Angioödem, das regelmäßig ohne ersichtlichen Grund auftreten kann.
“Angioödem” bedeutet Schwellung unter der Hautoberfläche, die an Zunge, Mund, Hals und anderen Körperregionen auftreten kann.

Ein Angioödem ist die Ansammlung von Flüssigkeit (Schwellung) unter der Hautoberfläche, vorwiegend an Lippen und Augen.
Bei einer allergischen Reaktion produziert der Körper Histamin, was eine Weitung der Blutgefäße bewirkt.
Im Gegensatz zur Nesselsucht tritt das Angioödem ohne Juckreiz und roten Hautausschlag auf und die Schwellung liegt tiefer.
Es gibt zwei Formen von Angioödem:

  1. Hereditäres Angioödem, eine seltene Erbkrankheit
  2. Erworbenes Angioödem

Das Angioödem kann überall in wenigen Minuten oder Stunden entstehen.
Es kann nur eine Körperhälfte betreffen.
Meistens tritt das Angioödem in leichter Form auf.
In schweren Fällen betrifft die Schwellung Zunge oder Hals, was zu einer Obstruktion der Atemwege führen und tödlich enden kann.

Krankheiten, die eine Zungenschwellung verursachen können
Es handelt sich nicht zwangsläufig um ernsthafte Krankheiten, aber eine ärztliche Versorgung kann durchaus erforderlich sein:
1. Trauma (dazu gehört auch die Verbrennung der Zunge durch heißes Essen).
2. Wunde Stellen an der Zunge (normalerweise virusbedingt).
3. Herpangina, eine wenig bekannte Viruserkrankung der Mundschleimhaut, die in warmer Umgebung auftritt.
4. Infektion mit Streptokokken;
5. Krebserkrankung (z.B. der Zunge, Leukämie oder Neurofibromatose).
6. Genetische Veränderungen, wie das Down- oder Beckwith-Wiedemann-Syndrom.
7. Bestimmte Krankheiten, wie Akromegalie, Schilddrüsenunterfunktion und Amyloidose; eine Schilddrüsenunterfunktion charakterisiert sich durch eine mangelnde Produktion von Schilddrüsenhormonen seitens der Schilddrüse.
8. Rhabdomyolyse (die Auflösung quergestreifter Muskelfasern).
9. Perniziöse Anämie (Morbus Biermer).
10. Chronischer Mangel an Vitamin B3.
11. Kawasaki-Syndrom.

Schwere Erkrankungen
Ein sofortiger Arztbesuch ist dann erforderlich, wenn die geschwollene Zunge durch Atemschwierigkeiten, Schaum am Mund oder Schluckbeschwerden begleitet wird.
Eine allergische Reaktion mit Zungenschwellung kann einen lebensbedrohlichen Zustand bedeuten, der als anaphylaktischer Schock bezeichnet wird.
Eine Epiglottitis ist die Entzündung des Kehldeckels, die eine Schwellung von Zunge und Hals hervorrufen kann.
Sie tritt vorzugsweise bei Klein- und Schulkindern auf und macht sich durch austretenden Speichel bemerkbar.

Schwangerschaft
Viele Schwangere haben eine geschwollen Zunge und Schmerzen in der Schwangerschaft.
Mögliche Ursachen dafür sind Infektionen, Allergien, Traumen und anderes.
Ein schnelles Anschwellen der Zunge kann einen anaphylaktischen Schock bedeuten, der eine sofortige ärztliche Behandlung erforderlich macht.
Wenn die Schwellung längere Zeit anhält, sollte der Frauenarzt aufgesucht werden, damit die Ursache festgestellt werden kann.

Piercing
Die Heilungszeiten nach einem Piercing liegen bei mindestens 15 Tagen.
Das Zungenpiercing kann bis zu zwei Tagen starke Schmerzen verursachen und vermutlich nimmt auch das Zungenvolumen zu.

Die Ärzte raten dazu, kalte Getränke zu trinken oder Eiswürfel zu lutschen, um das Abschwellen zu begünstigen.
Es ist ganz normal, dass die Zunge nach dem Piercen anschwillt, man braucht deshalb nicht in Panik zu geraten.
Anfangs färbt sie sich violett, dann wird sie erst weiß, dann gelb und nimmt schließlich wieder ihre normale Farbe an.
Nach dem Piercing sollten nur kühle und weiche Speisen zu sich genommen werden, wie Speiseeis, Joghurt oder Fruchtsäfte.

Geschwollene Zunge,Piercing,SchmerzenOhne Behandlung kann die durch Piercing hervorgerufene Schwellung eine Infektion der Zunge hervorrufen, was zu schweren Mundproblemen führt. Wenn sich die Schmerzen nicht lindern lassen, können nach Rücksprache mit dem Arzt in den ersten Tagen entzündungshemmende Medikamente eingenommen werden.
Die geschwollene Zunge heilt von selbst, man kann nicht viel dazu beitragen. Man kann lediglich versuchen, die Symptome nicht zu verstärken, also auf Speisen und Getränke verzichten, die eine Infektion hervorrufen und die Schwellung verschlimmern können.

 

Welche Symptome treten bei einer entzündeten Zunge auf?

Die Symptome einer Zungenentzündung hängen von der Schwere und den auslösenden Krankheiten ab.
Typische Symptome einer entzündeten Zunge sind:

  • Beschwerden beim Kauen, Schlucken oder Sprechen.
  • Schmerzende Zunge.
  • Farbveränderung der Zunge, die hell oder rot, in seltenen Fällen auch schwarz oder braun werden kann.
  • Starke Zungenschwellung, wodurch die Atemwege blockiert werden.
  • Unter Umständen treten keinerlei Schmerzen auf.
  • Die Zungenschwellung kann das einzige Symptom sein.

 

Zungendiagnostik in der traditionellen chinesischen Medizin

In der traditionellen chinesischen Medizin geht man davon aus, dass die Zunge viel über die Gesundheit einer Person verraten kann.
Die Zungendiagnose ist ein wichtiger Aspekt bei der medizinischen Beurteilung.
Der Therapeut achtet bei der Untersuchung auf Oberfläche, Form und Farbe der Zunge. Danach werden die einzelnen Zungenabschnitte bewertet.

Welche Form hat die Zunge?
Normalerweise ist die Zunge nicht zu dick und nicht zu dünn, die Zungenmitte muss außerdem glatt sein.
Die Zunge darf an den Seiten nicht eingeschnitten sein und in der Mitte keine Furchen aufweisen.
Formveränderungen der Zunge weisen in der Regel auf eine chronische Erkrankung hin, die Blut, Köperflüssigkeiten oder Qi (innere Energie) beeinflusst.
Eine geschwollene Zunge weist in der traditionellen chinesischen Medizin auf einen Qi-Mangel in der Milz hin, besonders wenn an den Seiten Spuren der Zähne zu finden sind.

 

Was kann man tun?

Therapie bei geschwollener Zunge
Die Behandlung der entzündeten Zunge konzentriert sich auf zwei Behandlungsziele:
Erstens sollen Schwellung und Schmerzen gelindert werden.
Zweitens muss die Behandlung darauf abzielen, die für die geschwollene Zunge verantwortliche Grunderkrankung zu heilen.

Der Arzt kann ein entzündungshemmendes Mittel verschreiben oder ein rezeptfreies Medikament empfehlen (z.B. Ibuprofen), das Entzündung und Schmerzen lindert.
Zur Behandlung der Grunderkrankung können Medikamente wie Antibiotika, Antimyotika oder antimikrobielle Mittel eingesetzt werden.

 

Natürliche Heilmittel bei geschwollener Zunge

  • Falls nötig, sollte die Ernährung umgestellt werden.
  • Eisen- oder Vitamin-B12-Präparate können eingesetzt werden.
  • Änderung der Lebensgewohnheiten, z.B. mit dem Rauchen aufhören, Verzicht auf Alkohol.
  • Eine sorgfältige Mundhygiene kann die Symptome einer entzündeten Zunge mindern; dazu gehört:
    • 3-mal täglich Zähneputzen;
    • täglich die Zahnzwischenräume mit Zahnseide reinigen;
    • regelmäßiger Besuch beim Zahnarzt und Zahnreinigung.

 

Homöopathie

Zu den homöopathischen Heilmitteln gehört die Echinacea Rudbeckia.

Die Muttertinktur der Echinacea ist eine Flüssigkeit, die zur Stärkung des Immunsystems eingenommen wird.
Manche Menschen greifen auf dieses Heilmittel zurück, wenn sie an jahreszeitbedingter Grippe oder Schnupfen leiden.
Pflanzenkundler bestätigen, dass die Muttertinktur von Echinacea die Konzentration der weißen Blutkörperchen erhöht, das sind die Blutzellen, die Infektionen bekämpfen.
Echinacea hat außerdem antivirale, antimykotische, antibakterielle und entzündungshemmende Eigenschaften, die die Heilung bei Schnupfen und Virusgruppe unterstützen.

Die Tinktur kann zusammen mit einem Glas Wasser eingenommen oder unter die Zunge  gegeben werden.
Die Tropfenmenge richtet sich nach der Stärke der Tinktur.
In den meisten Fällen muss die Muttertinktur der Echinacea zwei- oder dreimal täglich eingenommen werden, solange die Symptome anhalten.
Man kann bei Halsschmerzen auch damit gurgeln.