Brustdrüsensekretion

Brustdrüsensekretion bezeichnet den Austritt von Flüssigkeit aus der Brustwarze.

Bei einer nicht schwangeren oder nicht stillenden Frau sind diese Sekretionen nicht unbedingt anomal, doch sollte dies ein Arzt entscheiden.
Bei einem Mann bedeutet eine Brustdrüsensekretion in jedem Fall ein krankhaftes Geschehen und sollte untersucht werden.


Ursachen, die nicht mit einer Schwangerschaft verbunden sind

Ist die Frau nicht schwanger, können Brustdrüsensekretionen durch eine der folgenden Krankheiten verursacht sein:

  • Das duktale Papillom (Knoten in der Brust) ist eine harmlose Gewebsvermehrung im Brustkanal (Röhrensystem, das die Milch aus der Brustdrüse zur Brustwarze führt), das dazu führt, dass mit dem Ausfluss auch Blut austritt.
  • Eine Brustdrüsenduktektasie bezeichnet die Erweiterung eines Milchdrüsengangs im unteren Teil der Brust.

Sie ist altersabhängig und kann einen gelblichen oder klaren Ausfluss aus beiden Brüsten verursachen.

  • Ein Abszess an Brust oder Brustwarze ist eine schmerzhafte Eiteransammlung, die sich in der Brust oder um die Brustwarze bildet und ist normalerweise Folge einer bakteriellen Infektion.

Wichtig ist die Vorstellung bei einem Arzt bezüglich einer fachlichen Diagnose und Therapie.

 

Duktales Papillom


Das duktale Papillom kann die Ursache für Ausfluss von Blut sein, der nur an einer Brust auftritt.
Das Papillom ist eine Gewebsmasse, die einer Warze ähnelt, hat normalerweise eine Größe von 1-2 cm und ist im Innern eines der Milchgänge lokalisiert.
Diese Gänge transportieren die Milch von der Drüse zur Brustwarze.
In der Regel entwickelt sich das Papillom hinter der Brustwarze und kann den Austritt von Flüssigkeit oder Blut verursachen.
Gewöhnlich tritt nur ein einzelnes Papillom auf, das leicht entfernt werden kann.
Auch wenn dieser Ausfluss beunruhigend sein kann, sollte man wissen, dass diese Gewebsmasse kein Risiko birgt, sich in einen Brusttumor zu verwandeln.
Er muss trotz allem durch den Arzt kontrolliert werden, um Brustkrebs auszuschließen und eine Therapie vorzunehmen.

 

Erweiterung der Drüsengänge

Ist der Ausfluss braun, grün oder gelblich, kann es sich um eine harmlose Erkrankung handeln, die sich Brustdrüsenduktektasie nennt und häufig Frauen nahe der Menopause betrifft.
Wenn die Brüste älter werden, werden die Milchgänge hinter den Brustwarzen kürzer, erweitern sich und können einen Sekretaustritt verursachen.
Das ist eine an das Alter gebundene physiologische Veränderung und man muss sich darüber nicht beunruhigen.
Manchmal ist hinter der Brustwarze ein Knoten zu fühlen, der aus Narbengewebe besteht und die Brustwarze kann eingezogen sein.
Auch wenn diese Veränderung harmlos ist und ohne Behandlung wieder vergeht, ist es wichtig, darüber mit dem Arzt zu sprechen, um ein Brustneoplasma auszuschließen.
Eine Erweiterung der Drüsengänge stellt kein Risiko für die zukünftige Entwicklung eines Brustkrebses dar.

 


Brustabszess

Ein Abszess an der Brust oder in der Umgebung der Brustwarze kann zu eiterhaltigem Sekretausfluss führen.
Ein Abszess ist eine schmerzhafte Eiteransammlung, dies sich nach einer bakteriellen Infektion unter der Haut bildet.
Die umgebende Haut kann gerötet, überwärmt und geschwollen sein.
Ein Brustabszess kann die Komplikation einer Mastitis (Entzündung der Brustwarze) sein.
Hat eine Frau eine Mastitis, kann der Arzt Antibiotika verschreiben.
Ist die Brust nach der Einnahme der Antibiotika weiterhin hart, gerötet und schmerzhaft, kann sie der Arzt an ein Fachzentrum überweisen, um die Diagnose eines Brustabszesses zu bestätigen.

 

Traumen und Druckeinwirkungen auf die Brust

Manchmal können Traumen auf den Brustkorb (zum Beispiel eine Prellung hervorgerufen durch das Lenkrad bei einem Autounfall) die Milchgänge verletzen und eine Sekretion aus der Brustwarze verursachen.
Eine andere häufige Ursache ist die fortgesetzte und wiederholte Manipulation an der Brust (Selbstabtasten oder Abtasten durch den Partner, um nach Knoten in der Brust zu suchen), was zu Ausfluss aus der Brustwarze führen kann.

 

Stress

Einige Studien zeigen, dass eine hohe psychologische oder physiologische Stressbelastung die Produktion des Hormons Prolaktin erhöhen kann.

 

Arzneimittel

Häufig zeigen sich Nebenwirkungen.
Es gibt Medikamente, die die Prolaktinspiegel erhöhen und somit eine Sekretion aus den Brustwarzen verursachen können.
Einige Medikamente, die Sekretionen aus der Brustdrüse hervorrufen können, sind Antipsychotika wie Risperdal, Antiemetika (Mittel gegen Übelkeit und Brechreiz) wie Metoclopramid und Antihypertonika (blutdrucksenkende Mittel) wie Verapamil oder Methyldopa.
Auch Opiate wie Codein (zum Beispiel enthalten in einigen Hustensäften) oder Morphin können bei Frauen zu Sekretion aus der Brustwarze führen und dürfen daher nicht regelmäßig jede Nacht eingenommen werden.
Enthält das Sekret Blutbeimengungen, kann von dem Vorliegen eines intraduktalen Papilloms ausgegangen werden. Das ist ein gutartiger Tumor, der in den Milchgängen wächst.
Man sollte stets mit dem Arzt darüber sprechen, wenn derartige Symptome auftreten.

 

Weniger häufige Ursachen für Brustwarzensekretion

Seltene Ursachen können sein:

  • Antibabypille: in der Regel ist die Brustdrüsensekretion nur eine vorübergehende Nebenwirkung bei Beginn der Pilleneinnahme (manche Frauen haben eine schmerzhafte und geschwollene Brust).
  • Änderungen der Hormonspiegel im Zusammenhang mit Pubertät und Menopause.
  • Zurückliegende Stillzeit: manche Frauen bilden bis zu zwei Jahren nach der Stillzeit weiterhin Muttermilch.
  • Stimulation der Brustwarzen zum Beispiel durch Stimulation beim Geschlechtsakt.
  • Arzneimittel, die zu einer Erhöhung des Prolaktins (Hormon, das die Milchproduktion bewirkt) führen, wie Tranquilizer und Antidepressiva wie selektive Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer (SSRI).
  • Prolaktinom, ein gutartiger Gehirntumor, der die Prolaktinspiegel erhöht.
  • Hormonelle Dysfunktion wie Hypothyreose oder Cushing-Krankheit.
  • Verstopfter Milchgang, genannt Galaktozele, was gewöhnlich im Zusammenhang mit einer Geburt vorkommt.
  • Brustkrebs,TumorAusfluss aus der Brust kann Symptom eines Brustdrüsentumors im Initialstadium sein, genannt Carcinoma in situ. Diese Gewebsmasse ist auf das Innere der Milchgänge begrenzt und hat sich noch nicht ausgebreitet (sie wird meist bei einer Routine-Mammographie entdeckt).

 

Farbe des austretenden Sekrets

  • Blutiger Sekretausfluss von rot bis dunkelbraun: das ist die Art von Sekretausfluss, die am meisten beunruhigen sollte, denn sie kann ein Anzeichen für Krebs sein. Dieser Ausfluss kann durch eine Krebserkrankung verursacht sein, wenn er nur in einer Brust, und nicht in beiden, auftritt.
    Eine Sekretion, die blutig gefärbt ist, bedeutet nicht zwingend, dass es sich um Krebs handelt; sie kann auch die Folge eines Traumas an der Brust oder eines gutartigen Papilloms sein.
    In diesem Fall können folgende Untersuchungen erfolgen: Mammographie, Ultraschall um nach vergrößerten Lymphknoten zu suchen oder die Biopsie eines Wächterlymphknotens.
  • Zähflüssiges/klebriges, grünliches oder schwarzes Sekret: üblicherweise ist das Folge einer Brustkanalektasie, einer häufigen Erkrankung bei Frauen zwischen 40-50 Jahren. Ektasie ist die Erweiterung eines oder mehrerer Milchkanäle, sehr ähnlich einem im Innern liegenden Pickel.
    Selten kann dies Schmerzen in der Brust verursachen. Der Arzt muss kontrollieren und feststellen, ob die Erweiterung so groß ist, dass Antibiotika eingenommen werden müssen.

Anatomie der Brust,Sekretion,weißWeiße, klare, gelbe oder grünliche Sekretion: oft tritt sie als Anzeichen einer Galaktorrhoe an der Brust auf, eine hormonelle Störung.
Der Arzt muss eine gründliche Untersuchung vornehmen, denn die Galaktorrhoe könnte auf eine Erkrankung an einer anderen Stelle im Körper hinweisen, zum Beispiel eine Schilddrüsenunterfunktion oder eine Hypophysendysfunktion.

  • Klare, gelbe oder grünliche Sekretion: das könnte auf eine fibrozystische Erkrankung (Zysten in der Brust) hinweisen. Etwa die Hälfte der Frauen entwickelt diese unangenehme Erkrankung im Laufe ihres Lebens. Sie ist hauptsächlich von Knotenbildung und von Brustschmerzen gekennzeichnet, häufig unterziehen sich die betroffenen Frauen einer Biopsie. In den meisten Fällen handelt es sich um eine gutartige Erkrankung.
  • Weißliche Sekretion: sie kann Folge eines Abszesses sein, verursacht durch Bakterien, die über eine Wunde in der Brustwarze in die Brust eindringen können. Die Brust kann Eiter verlieren und geschwollen und entzündet sein.
    Wer vermutet, an einem Abszess zu leiden, sollte einen Arzt aufsuchen.
  • Mehrfarbige und klebrige Sekretion: eine Duktektasie oder Komedomastitis kann ein mehrfarbiges und klebriges Sekret erzeugen und häufig beidseits bei Frauen in der Prämenopause auftreten.
    Diese Erweiterung der Endabschnitte der Milchgänge führt zur Ansammlung einer lipidhaltigen reizenden Flüssigkeit, zur Entstehung einer entzündlichen Reaktion und in der Folge zu einer Sekretion aus der Brustwarze.
    Die Duktektasie verursacht Schmerzen, Juckreiz und Schwellung der Brustwarze.
    Die Palpation des Bereiches zeigt eine tubuläre Gewebeansammlung, die auf erweiterte Kanäle hinweist. Oft kann das Abtasten der Brust die Ursache sein.
    Schreitet die Erkrankung fort, kann sich eine Gewebsmasse (auch Plasmazellmastitis) daraus entwickeln, die ein Krebsleiden imitiert. Eine chirurgische Behandlung ist nur dann empfohlen, wenn sich eine Gewebsmasse bildet oder die Sekretion blutig oder serös vermischt ist.

 

Farbe des Brustsekrets  Mögliche Ursache
Klar, gelblich, weiß oder dunkelgrün Normal (physiologisch)
Klar, strohgelb Schwangerschaftsbeginn
Dünnflüssig, milchig Schwangerschaft oder Stillen
Blutig gefleckt Intraduktales Papillom, Brustkrebs
Eiter Brustinfektion
Milchig oder klar, eventuell gelb oder grün Galaktorrhoe
Klar, gelb oder blutig Läsion
Gelb, grün, braun oder schwarz Duktektasie, fibrozystische Brusterkrankung

 

Brustdrüsensekretion: wann ist etwas zu befürchten?

Der Arzt erfragt wahrscheinlich einige Informationen, um die Erkrankung besser zu verstehen.
Er muss dazu vor allem Folgendes wissen:

  1. Welche Farbe hat das Sekret?
  2. Wie viel tritt davon aus?
  3. Erfolgt die Sekretion nur in einer Brust oder in beiden?
  4. Tritt das Sekret nur an einer Stelle der Brustwarze aus oder an mehreren Stellen?
  5. Ist die Sekretion spontan oder erfolgt nur, wenn die Brustwarze gedrückt wird?
  6. Bestehen andere Anzeichen wie Fieber, Rötung, Schmerzen in der Brust, Kopfschmerzen oder Sehstörungen?
  7. Gab es vor kurzem eine Verletzung an der Brust?
  8. Welche Medikamente werden eingenommen?

Man sollte sich auf diese Art der Fragen und auf das Erklären der Fakten, die relevant sein könnten, vorbereiten.
Zum Beispiel könnte der Arzt bestimmte Informationen zur Krankengeschichte des Patienten einholen und danach fragen, wie lange die Sekretion aus der Brust besteht.

 

Schwangerschaft und Stillzeit

Schwangerschaft: in der Schwangerschaft erhöht sich der Prolaktinspiegel, was zu einer gutartigen Sekretion aus der Brustwarze führen kann.
Es wird auch angenommen, dass erhöhte Östrogenspiegel während der Schwangerschaft die Produktion des Prolaktins fördern.

Stillzeit und nachgeburtliche Zeit: Frauen, die gerade entbunden haben, produzieren Muttermilch auch dann, wenn sie nicht stillen.
Das ist eine der häufigsten Ursachen für eine gutartige Sekretion aus der Brust.