Bitterer Geschmack im Mund

Ein bitterer Geschmack im Mund, der nicht durch eine bittere Substanz hervorgerufen wird, bedeutet ein gestörtes Geschmacksempfinden.

Wenn der schlechte bittere, metallische, beißende Geschmack im Mund über längere Zeit anhält, spricht man von einer Geschmacksstörung (Dysgeusie).

In einigen Fällen ist die Ursache für den Bittergeschmack harmlos und lässt sich leicht beheben, in anderen Fällen dagegen kann er als Begleitsymptom einer Erkrankung auftreten, die behandelt werden muss.


Es gibt einige einfache Heilmittel, die das Problem lindern oder sogar heilen können.

 

Ursachen für Bittergeschmack

Der bittere und metallische Geschmack im Mund kann auf eine Infektion oder zahlreiche andere Erkrankungen hinweisen; deshalb ist ein Arztbesuch wichtig, um abklären zu lassen, dass keine ernsthafte Ursache vorliegt. Wenn sich Atem- und Schluckbeschwerden bemerkbar machen oder wenn der bittere Geschmack anhält bzw. wiederholt auftritt, muss unverzüglich die Krankenhaus-Notaufnahme aufgesucht werden.

1. Medikamente
Zu den häufigsten Ursachen für einen bitteren Geschmack im Mund gehören vermutlich Medikamente.
Der schlechte Geschmack kann durch folgende Arzneimittel hervorgerufen werden:

  • Antibiotika, wie Clarithromycin
  • Medikamente für Herz und Blutdruck, wie Propafenon
  • Mittel zur Bekämpfung von Krebserkrankungen, wie Carboplatin
  • Mittel gegen Schilddrüsenüberfunktion, wie Propylthiouracil
  • Diabetes-Mittel, wie Metformin
  • Mittel gegen Sodbrennen, wie Dexlansoprazol,
  • Arzneimittel gegen Glaukom, wie Methazolamid
  • Medikamente gegen Osteoporose, wie Vitamin-D-Präparate
  • Schlaftabletten, wie Eszopiclon

2. Inhalierte Substanzen
Man kann sich leicht vorstellen, dass Rauchen eine negative Wirkung auf die Geschmacksempfindung ausübt, da es auf die Geschmacksknospen innerhalb des Mundes einwirkt. Auch andere chemische Produkte, die in der Umwelt vorkommen und eingeatmet werden, können einen metallischen Geschmack im Mund hinterlassen, dazu gehören Benzin, Kautschukpulver und Benzol.

3. Störungen des Nervensystems
Als andere mögliche Ursache für den bitteren Geschmack kommt eine Störung des Nervensystems infrage.
Das Problem liegt in diesem Fall im Gehirn oder entlang der peripheren Nerven, die die Geruchs- und Geschmacksignale empfangen.
Tumoren, entzündliche Erkrankungen und Autoimmunkrankheiten können das Nervensystem beeinträchtigen und einen metallischen Geschmack im Mund hinterlassen.

4. Zähne und Zahnfleisch
Entzündungen und Erkrankungen des Zahnfleischs, Infektionen im Mundraum, Zahnabszesse und Störungen im Zahnhalteapparat sind mögliche Ursachen für den bitteren, beißenden Geschmack im Mund.
Auch Geschwüre können einen Bittergeschmack hervorrufen.

5. Krankheiten
Wer an Krankheiten, wie Krebs, Diabetes, Gelbsucht, Leber- oder Niereninsuffizienz leidet, kann einen bitteren Geschmack im Mund verspüren.

6. Unzureichende Mundhygiene
Eine unzureichende Mundhygiene kann einen bitteren Geschmack im Mund mit sich bringen. Wenn sich wegen mangelnder Zahnpflege Essensrückstände zwischen den Zähnen festsetzten, beginnt ein Fäulnisprozess, der Mundgeruch und verschiedene andere orale Probleme mit sich bringen kann.
Der Bittergeschmack ist morgens stärker, weil nachts weniger Speichel produziert wird; deshalb ist der Mund am Morgen trocken und der Atem riecht schlecht.

7. Schwangerschaft
Während der Schwangerschaft kann in manchen Momenten – vor Eintreten der Übelkeit oder Erbrechen – schlechter Geruch im Mund entstehen.
Daran ist das hormonelle Ungleichgewicht schuld. Bittergeschmack ist für Schwangere ein gängiges Problem und vergeht meist nach wenigen Tagen von allein.
Pfefferminz- oder Zitronenbonbons sind eine gute Methode, um den unangenehmen Geschmack loszuwerden.

8. Pilzinfektionen
Pilzinfektionen (Mykosen), dazu gehören auch Infektionen durch Hefen, können mit pilztötenden (antimykotischen) Medikamenten und Salben behandelt werden. Bis zu einer vollständigen Heilung kann der Patient jedoch einen schlechten Geschmack im Mund verspüren und an Mundgeruch leiden.

9. Reflux
Der säurehaltige Rückfluss sorgt häufig für einen bitteren Geschmack im Mund. Hier werden die Magensäfte nach oben Richtung Hals gedrückt.
Zu den Ursachen für gastroösophagealen Reflux gehören: üppige Mahlzeiten, fette und scharfe Speisen, unregelmäßige Essgewohnheiten.
Mögliche Begleitsymptome: Brennen im Mund, Verdauungsprobleme, Mundgeruch, Kopfschmerzen, geschwollener Bauch, Sodbrennen, Blähungen, Übelkeit, Halsschmerzen.

10. Mangel an Zink und an Vitamin B-12
Ein Mangel an Zink und Vitamin B-12 könnte einen schlechten Geschmack im Mund hervorrufen.
Folgende Nahrungsmittel sind gute Zink- und Vitamin-B-12-Quellen:

  • Austern/Schalentiere
  • Geröstete Kürbis- und Wassermelonenkerne
  • Kalbsleber
  • Rinderbraten
  • Geröstete Weizenkeime
  • Erdnüsse
  • Zartbitterschokolade
  • Lamm
  • Eier
  • Meeresfrüchte

11. Gallensteine

Steine in der Gallenblase behindern den Gallenfluss in Richtung Darm.
Die Blockade lässt die Galle zurück in den Magen fließen und verursacht Gallenreflux.
Zu den Symptomen von Gallenrückfluss gehört ein bitterer Geschmack im Mund nach dem Essen.

 

Welche Begleitsymptome können mit dem bitteren Geschmack auftreten?

Der bittere Geschmack kann allein oder zusammen mit anderen Symptomen auftreten, die von der vorliegenden Grunderkrankung abhängig sind.

Mögliche Begleitsymptome sind:

  • Mundgeruch
  • Zahnfleischbluten
  • Veränderter Gesichtsausdruck aufgrund einer Gesichtsnervstörung
  • Mundtrockenheit
  • Übermäßiger Speichelfluss
  • Grippeähnliche Symptome (Mattigkeit, Halsschmerzen, Kopfschmerzen, Husten, Gelenkschmerzen)
  • Appetitlosigkeit
  • Verlust des Geruchssinns
  • Verstopfte Nase
  • Geschwollene oder entzündete Mandeln
  • Erbrechen

Ernsthafte Symptome, die auf eine lebensbedrohliche Erkrankung hinweisen können
In einigen Fällen ist der bittere Mundgeschmack ein Anzeichen für eine ernsthafte oder gefährliche Erkrankung, die eine unverzügliche ärztliche Versorgung in der Notaufnahme erforderlich macht, wie das Schlucken einer giftigen Pflanze oder einer chemischen Substanz.
Zu den gravierenden Symptomen, die möglicherweise zusammen mit einem bitteren Geschmack im Mund auftreten, gehören:

  • Beeinträchtigung des Bewusstseins- und Wachheitszustands oder geistige Verwirrtheit
  • Atemschwierigkeiten, Atemlosigkeit oder Atemnot
  • Unfähigkeit zu schlucken
  • Gesichtslähmung
  • Langwieriger, erschwerter Kauvorgang
  • Plötzliches Anschwellen von Mund, Lippen oder Zunge

 

Magen,gastroösophagealen Reflux
Magen

Natürliche Heilmittel gegen bitteren Mundgeschmack

Wenn der bittere Geschmack im Mund durch keines der aufgelisteten Hausmittel vergeht, empfiehlt sich ein Besuch beim Zahnarzt.

1. Gründliche Mundpflege
Zuweilen ist die Mundhygiene nicht ausreichend. Beim Zähneputzen muss auch der Bereich jenseits von Zahnfleisch und Zunge gereinigt werden. Nach dem Zähneputzen empfiehlt sich außerdem die Verwendung einer Mundspülung.
Diese Reinigungsprozedur muss mindestens zweimal täglich erfolgen.
Die Verwendung von Zahnseide ist äußerst wichtig und wird von den Zahnärzten sehr empfohlen.
Die Zahnseide mindestens drei- bis viermal pro Woche benutzen, ideal wäre einmal täglich.

2. Zu den alten Hausmitteln unserer Großeltern gehören Natriumbikarbonat (Natron) und Tafelsalz
Etwas Bikarbonat und Tafelsalz auf die Zahnbürste geben und Zähne, Zahnfleisch und Zunge damit abbürsten. Zahninfektionen und bakterieller Zahnbelag lassen sich auf diese Weise beseitigen.
Gute Ergebnisse können erzielt werden, wenn diese Reinigungstechnik zweimal pro Tag erfolgt.

3. Speichelflussanregende Nahrungsmittel
Der Verzehr von Nahrungsmitteln, die für einen vermehrten Speichelfluss sorgen, ist eine gute Methode, den bitteren oder metallischen Geschmack im Mund wieder loszuwerden. Dazu eignen sich Zitrusfrüchte, wie Pampelmusen und Apfelsinen.

4. Umstellung der Ernährungsgewohnheiten
Ist der scheußliche Geschmack im Mund eine Folge von schlechter Verdauung, sollte man genau darauf achten, was man isst. Auf scharfe, frittierte Speisen verzichten und die Mahlzeiten klein halten.
Dabei gut kauen und langsam essen.

5. Mundgeruch überdecken
Bonbons und Kaugummi mit Pfefferminzgeschmack helfen kurzfristig, den bitteren Geschmack zu überdecken; wer kein Pfefferminz mag, kann Zitrusfruchtbonbons lutschen.

6. Viel Wasser trinken
Wasser stellt eine gute Behandlungsform dar, um die Toxine aus dem Mund zu entfernen und die Säuremenge im Magen, die den bitteren Geschmack verursacht, zu vermindern.