Aufgeblähter Bauch

Ein aufgeblähter Bauch bedeutet die Anschwellung des Bauches über seine normale, übliche Größe (Umfang) hinaus.
Dieses häufig auftretende Phänomen wird auch als abdominale Schwellung, geblähter Bauch oder aufgeblähtes Abdomen bezeichnet und kann verschiedene Ursachen haben.

 

Häufige Ursachen für eine abdominale Schwellung

Reizdarmsyndrom
Das Reizdarmsyndrom (RDS) verursacht unter anderem Krämpfe und Magenschmerzen. Es kann außerdem Völlefühl, Blähungen und eine Bauchschwellung hervorrufen.

Laktoseintoleranz
Bei einer Laktoseintoleranz ist der Körper nicht in der Lage, Laktose zu verdauen; Laktose ist Milchzucker, der in Molkereiprodukten enthalten ist. Zu den Symptomen gehören Blähungen und geschwollener Bauch.
Wenn sich der Bauch innerhalb von zwei Stunden nach dem Verzehr von Milchprodukten aufbläht, kann eine Laktoseintoleranz vorliegen.

Bauchwassersucht (Aszites)
Aszites ist eine krankhafte Flüssigkeitsansammlung in der Bauchhöhle.
In der Regel wird sie durch Erkrankungen der Leber (z.B. Leberzirrhose) verursacht.
Bei Leberzirrhose wird die Leber faserig.
Die Bauchwassersucht zeigt in der Anfangsphase möglicherweise keine Symptome.
Mit der Zeit nimmt die Menge der angesammelten Flüssigkeit zu und man kann eine zunehmende Schwellung des Bauches beobachten, auch außerhalb der Mahlzeiten.
Bauchwassersucht kann Beschwerden hervorrufen.

Blähungen
Flatulenz kann die Ursache darstellen, wenn häufig Darmgase abgegeben werden, aber keine anderen Symptome auftreten.
Jeder hat hin und wieder Blähungen; bis zu 15 Flatulenzen am Tag sind völlig normal.
Es gibt keine medizinische Definition für übermäßige Flatulenz; wenn die Blähungen Unbehagen bereiten, gibt es Mittel, sie zu mindern.
Man sollte Nahrungsmittel meiden, die einen hohen Anteil an nicht absorbierbaren Kohlenhydraten aufweisen.
Dazu gehören vor allem Bohnen und Hülsenfrüchte, Brokkoli, Kohl, Pflaumen, Äpfel und sorbitolhaltige Nahrungsmittel.
Diese werden in der Regel sehr langsam verdaut und können geringe Mengen Schwefelgas freisetzen, während sie den Darm passieren. ­
Der Ernährungsberater Ian Marber empfiehlt: “Langsam essen und das Kauen nicht vergessen”.

Glutenunverträglichkeit
Glutenunverträglichkeit oder Zöliakie kann eine Ursache darstellen, wenn:
1. zudem Müdigkeit auftritt,
2. ohne ersichtlichen Grund das Körpergewicht abnimmt,
3. Bauchschmerzen auftreten.
Zöliakie ist eine Gegenreaktion auf Gluten, das in Weizen, Gerste, Roggen enthalten ist, wie auch in damit hergestellten Nudeln, Brot, Kuchen und bestimmten Saucen.
Es ist eine Autoimmunkrankheit, bei der der Körper das Gluten als gefährlich einstuft und angreift; die Folge davon sind Schäden der Dünndarmschleimhaut, was deren Fähigkeit reduziert, Nährstoffe aus der Nahrung aufzunehmen.
Die Bauchblähung kann plötzlich nach den Mahlzeiten auftreten.

Hormonschwankungen
Ein geschwollenes Abdomen kann vor der Monatsblutung oder zu Beginn einer Schwangerschaft auftreten.
In der Schwangerschaft und kurz vor der Menstruation steigt der Progesteronspiegel.
Das prämenstruelle Syndrom kann die Muskeltätigkeit des Darms und den Stuhlgang verlangsamen; das bedeutet die Nahrung wandert langsamer durch den Körper. Die Folge sind geschwollener Bauch und möglicherweise Verstopfung.
Behandlung
Regelmäßige Bewegung kann dazu beitragen, die Darmtätigkeit anzuregen, ein halbstündiger Spaziergang jeden Tag macht schon einen Unterschied.
Außerdem sollte zur Vorbeugung von Verstopfung die Ernährung umgestellt werden: wichtig ist, viel Flüssigkeit und reichlich Obst, Gemüse und Vollkorngetreide zu sich zu nehmen.

Bauchfellentzündung (Peritonitis)
Das Bauchfell (Peritoneum) ist eine dünne Bindegewebsschicht, die den Bauch auskleidet  und die meisten Organe umgibt.
Die Entzündung des Bauchfells wird als Peritonitis bezeichnet.
Sie wird durch eine Bakterien- oder Pilzinfektion hervorgerufen, in der Regel infolge einer Bauchverletzung, Erkrankung oder durch eine therapeutische Vorrichtung, wie Ernährungsschlauch oder Dialysekatheter.
Die Symptome variieren je nach Infektionsursache.
Zu den häufig auftretenden Symptomen gehören:
1. Bauchschmerzen
2. Bewegungs- und Druckschmerzen im Unterleib
3. Schwellung oder Weitung des Bauches
4. Übelkeit und Erbrechen
5. Durchfall
6. Verstopfung oder Meteorismus

Medikamente
Die längerfristige Einnahme kortisonhaltiger Medikamente kann zu einer abdominalen Weitung führen.
Kortisonmittel bewirken Fettzunahme und Muskelschwäche. Als Behandlungsmaßnahme sollte, falls möglich, die Steroiddosis vermindert werden.

Störungen der Bauchwand
Eine allgemeine Bauchschwellung wird in der Regel durch Fettleibigkeit verursacht, normalerweise geschieht dies im Rahmen einer allgemeinen Zunahme des Körpergewichts.
Eine lokale Schwellung kann folgende Ursachen haben:
1. Lipom – eine gutartige Fettgeschwulst
2. Leistenbruch oder Leistenhernie – normaler oder eingeklemmter Bruch
3. Tumoren

In der Bauchhöhle
1. Bauchwassersucht – Flüssigkeitsansammlung in der Bauchhöhle, in der Regel bedingt durch eine Organinsuffizienz (Herz oder Leber) oder durch bösartige Ablagerungen im Bauchfell.
2. Gas – übermäßiges Gasvorkommen im Darm, normalerweise aufgrund von Ernährungsproblemen oder Enzymmangel, Luftschlucken, bei unvollständigem oder vollständigem Darmverschluss.
3. Gas in der Bauchhöhle, z.B. durch einen Darmdurchbruch.

Vergrößerung eines Organs
Jedes in der Bauchhöhle liegende Organ (Leber, Nieren, Milz, Bauchspeicheldrüse usw.) kann sich vergrößern; die Ursachen dafür sind:
1. Infektionen, wie Hepatitis.
2. Krebs – Lymphom, Vergrößerung der Milz, Eierstockkrebs.
3. Kongestion der Leber aufgrund einer Herzinsuffizienz.
4. Angeborene Erkrankungen, wie eine polyzystische Niere.
5. Okklusion, kann eine Weitung des Darms verursachen.
6. Aortenaneurysma.

 

Ursachen für eine Schwellung im Bereich des Bauchnabels

  • Nabelbruch (Hernia umbilicalis oder paraumbilicalis)
  • Magenkarzinom
  • Auf Höhe des Querkolon: z.B. Karzinom, Verstopfung, Divertikulitis
  • Im Dünndarm: z.B. Morbus Crohn
  • Retroperitoneal: Aortenaneurysma oder Lymphadenopathie

 

Geschwollener Bauch nach dem Essen

Aufgewärmtes Essen

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Bei manchen Menschen tritt die abdominale Schwellung nur dann auf, wenn sie außer Haus essen, wenn sie beispielsweise Nudeln, Reis oder Kartoffeln in einem Restaurant zu sich nehmen.
Der Grund dafür kann das wiederhole Aufwärmen der Speisen sein.
Es scheint, dass das nochmalige Aufwärmen stärkehaltiger Nahrungsmittel zu einer Veränderung der Molekülstruktur führt, es entsteht resistente Stärke; diese wird wohlmöglich nicht im Dünndarm sondern im Dickdarm verdaut. Die stärkespaltenden Bakterien produzieren Gas und somit Blähung.
Manche Menschen haben mit der Verdauung von Stärke größere Schwierigkeiten als mit anderen Substanzen. Man muss deshalb nicht auf diese Nahrungsmittel verzichten, es sollte lediglich ein Aufwärmen vermieden werden. Umgewandelte Nahrungsmittel, wie Fertiggerichte und vorgebackenes Brot, enthalten noch resistentere Stärke.

 

Natürliche Heilmittel bei geblähtem Bauch

Abhängig von der Ursache des geschwollenen Abdomens lassen sich die Symptome möglicherweise leicht zu Hause behandeln.
Kleinere Mahlzeiten können vorbeugend wirken.
Man sollte langsam essen und der Nahrung genügend Zeit geben, im Magen verarbeitet zu werden.
Ist der Bauch aufgrund von Darmgasen gebläht, sollten kritische Lebensmittel vermieden werden; dazu gehören Bohnen und bestimmte Gemüsesorten wie Brokkoli und Kohl.
Kohlensäurehaltige Getränke vermeiden und nicht mit Strohhalm trinken.
Wer langsam isst, schluckt weniger Luft, die zu einer Blähung des Bauches führen kann.
Bei Laktoseintoleranz wird der Verzicht auf Milchprodukte die Bauchschwellung lindern.
Im Falle eines Reizdarmsyndroms hat sich gezeigt, dass das Vermeiden von Stress und eine vermehrte Zufuhr von Ballaststoffen zu einer Linderung der Symptome führen.
Bei Bauchwassersucht helfen Bettruhe und eine verringerte Natriumzufuhr, damit sich der Körper von der überschüssigen Flüssigkeit befreien kann.

 

Diagnose und Untersuchungsverfahren

1. Urinanalyse: kann bei Patienten mit Blasen- oder Nierenkrebs Blut im Urin (Hämaturie) feststellen.
2. Schwangerschaftstest.
3. Ultraschalluntersuchung des Bauchraums.
4. Blutbild: Zählung der weißen Blutkörperchen bei Infektionen oder Neoplasien, Blutarmut bei anomaler vaginaler Blutung in Zusammenhang mit Fibromen oder als Folge von Krebs.
5. Blutuntersuchung: Hypokaliämie oder Urämie können einen nicht mechanischen Darmverschluss verursachen.
6. Leberfunktionstests: bei Leberinsuffizienz, cholestatische Hyperbilirubinämie mit Karzinom der Bauchspeicheldrüse, Hypalbuminämie, verbunden mit Bauchwassersucht.
7. Röntgenuntersuchung des Bauchraums, Kolonkontrasteinlauf: bei Verstopfung, Dickdarmerkrankung, Darmverschluss.
8. Sigmoidoskopie oder Koloskopie.
9. Weitere mögliche Untersuchungsverfahren sind CT und Parazentese.

 

Therapie und Prävention

Bei einer erhöhten Darmgasproduktion, Verstopfung oder kleineren Verdauungsbeschwerden kann die Behandlung darin bestehen, die Ernährung ballaststoffreicher zu gestalten, Kräuter zu verwenden und die Lebensgewohnheiten zu ändern.

Eine andere, wirksame Methode besteht darin, die Verdauungsenzyme, die der Körper mit dem Alter verliert, zu ersetzen.
Ein gutes Verdauungssystem enthält verschiedene Enzyme, denn die verzehrten  Nahrungsmittel brauchen jeweils unterschiedliche Enzyme, um verdaut werden zu können.

Eine einfache und schnelle Selbsthilfemaßnahme besteht darin, ein Ess-Tagebuch zu führen.
Dort wird alles notiert, was und wie viel den Tag über gegessen wird, zu welcher Zeit die Mahlzeiten stattfinden und wie man sich danach fühlt.
Die Notizen werden nach einer Woche analysiert und dabei nach Nahrungsmitteln, Kombinationen oder Essenszeiten gesucht, die der Grund für das Völlegefühl sein könnten.
Wenn die Ursache bekannt ist, kann die Ernährung derart umgestellt stellt werden, dass die problematischen Nahrungsmittel vom Speiseplan gestrichen und bestimmte Verhaltensweisen unterlassen werden.

Nachfolgend einige nützliche Tipps zur Linderung von Blähung, Gasbildung und Völlegefühl:

  • Viel frisches Obst und Gemüse essen. Sie haben einen hohen Anteil an Ballaststoffen und wirken Verstopfung entgegen.
  • Reichlich helle Flüssigkeiten trinken. Auf diese Weise wird die Wanderung der Nahrung durch den Darm begünstigt und im Dickdarm verbleibt Flüssigkeit.
  • Auf alkoholische und kohlensäurehaltige Getränke verzichten, insbesondere auf Bier. Das Kohlendioxid kann im Magen eingeschlossen werden und Völlegefühl verursachen.
  • Frische und naturbelassene Nahrungsmittel bevorzugen. Verpackte Lebensmittel enthalten Konservierungsstoffe und sind schwerer zu verdauen.
  • Die Packungsaufschriften lesen und Speisen meiden, die viel Natrium enthalten. Natrium entwässert den Körper und verursacht Wasserretention.
  • Den Verzehr von Milchprodukten mäßigen, wenn Laktoseintoleranz vorliegt; vorzugsweise laktosefreie Produkte wählen.
  • Extrem kalte oder heiße Speisen bewirken eine erhöhte Luftaufnahme beim Essen und sollten deshalb vermieden werden.
  • Auf Koffein verzichten, weil es eine anregende Wirkung hat und das Verdauungssystem überreizen kann.
  • Nahrungsmittel mit hohem Fettgehalt meiden, weil sie schwer verdaulich sind und Verdauungskrämpfe hervorrufen können.
  • Regelmäßige Bewegung begünstigt die Darmtätigkeit, vor allem  morgens vor dem Frühstück.
  • Frauen können Nahrungsergänzungsmittel einnehmen, um dem prämenstruellen Syndrom vorzubeugen und somit die für den Monatszyklus typische Schwellung  zu mindern.
  • Die Ballaststoffzufuhr stufenweise bis auf 25-30 g pro Tag steigern. Ballaststoffe verringern Verdauungsbeschwerden, auch Blähbauch und Völlegefühl.
  • Als vorbeugende Therapie kann eine regelmäßige Dickdarmreinigung in Betracht gezogen werden.

Diese Änderungen sollten nicht alle auf einmal, sondern schrittweise eingeführt werden. Studien zeigen, dass die Menschen ihr Verhalten auf diese Weise leichter umstellen können. Fortschritte sollten notiert werden, das gibt die notwendige Motivation, das Leben zu ändern und zu verbessern.

Aktivkohle
Aktivkohle oder medizinische Kohle ist ein sehr wirksames, natürliches Heilmittel bei andauernder Bauchschwellung. Sie sind in der Apotheke in Form von Kompretten oder Kapseln erhältlich.
Kohle hilft bei Bauchkrämpfen, Kolitis, Aerophagie, Meteorismus, Maldigestion und Verstopfung.