Appetitlosigkeit oder Appetitverlust bei Kindern

Appetitlosigkeit oder Appetitverlust tritt ein, wenn das Verlangen nach Essen abnimmt.
Bei Appetitverlust kann man auch korrelierende Symptome beobachten, wie:

  • Gewichtsverlust,
  • Unterernährung.

Diese können unbehandelt schwerwiegende Folgen haben. Deshalb ist es wichtig, den Grund für die Appetitabnahme zu finden und sie zu behandeln.

Appetitverlust aus psychologischen Gründen kann für die Gesundheit gefährliche Folgen haben, vor allem bei jugendlichen Mädchen und Jungen.
Wenn ein Jugendlicher die Nahrung verweigert, sollte umgehend ein Arzt aufgesucht werden.

 

Appetitverlust bei Kindern

Es gibt Situationen, bei denen Kinder den Appetit verlieren können oder momentan keine Lust auf die Mahlzeit haben, vor allem am Abend.
Das kann die Eltern entmutigen und beunruhigen.
Es gibt einfache Möglichkeiten, um die Mahlzeiten für Mutter, Kind und die ganze Familie angenehm zu machen.

Schlechte Essensgewohnheiten sind schwer zu ändern
In einer positiven Atmosphäre zu speisen, hilft Kindern, eine gesunde Einstellung:

  • zum Essen
  • und zu sich selbst aufzubauen.

Gemeinsames Essen ist eine Möglichkeit, dem Kind zu helfen, eine gesunde Einstellung zum Essen zu entwickeln.

Ursachen kindlicher Appetitlosigkeit

  • Krankheit führt manchmal zu Appetitverlust. Hat das Kind Halsschmerzen, Ausschläge, Fieber oder andere Symptome, kann es den Appetit verlieren.
    Der Arzt sollte benachrichtigt oder aufgesucht werden, wenn es dem Kind schlecht geht und keine Besserung eintritt.
  • Es gibt bei Kindern noch eine andere Ursache von Appetitmangel: die Rückkehr aus den Ferien.
    Da Kinder Gewohnheitstiere sind, ist es durchaus möglich, dass die Rückkehr nach Hause nach einem Monat Ferienaufenthalt Symptome zeigt, wie:

    • Nervosität,
    • Appetitverlust,
    • Kopfschmerzen,
    • Müdigkeit.
  • Das einjährige Kind muss einen hexavalenten Impfstoff verarbeiten, der diesen Namen trägt, weil er gegen sechs Krankheiten schützt:
    – Keuchhusten,
    – Diphtherie,
    – Tetanus,
    – Kinderlähmung,
    – Hepatitis B,
    -Haemophilus influenzae Typ B.Bis zu zwei Tagen nach der Impfung kann das Kind unter Appetitverlust leiden.


Weitere Ursachen für Appetitlosigkeit bei Kindern

Ist keine Krankheit die Ursache eines Appetitmangels, kann es verschiedene andere Gründe geben, weshalb das Kind nicht essen kann.
Gründe können sein:

  • Das Kind isst zwischen den Mahlzeiten.
  • Das Kind trinkt Fruchtsaft oder andere Getränke (außer Wasser) während der Mahlzeiten.
  • Das Kind hat weniger Energie als sonst.

Bei Kindern, die mindestens ein Jahr alt sind, besteht eine Appetitzunahme oder -abnahme abhängig von:

  • Alter,
  • Energiepegel,
  • Wachstumsphase,
  • Jahreszeit.

Erscheint das Kind gesund und glücklich, gibt es wohl keinen Grund zur Sorge wegen einer vorübergehenden Abnahme des Appetits.

 

Wie den Appetit bei Kindern steigern

Kind,Kleinkinder,ohne Appetit,HeilmittelEs gibt einige Möglichkeiten, um das Kind zum Essen zu ermutigen:

    • Die Mahlzeit soll ein Freude sein. Mahlzeiten sind wichtige gesellige Augenblicke beim Heranwachsen des Kindes. Man muss versuchen, diesen Moment des Tages für das Kind erfreulich zu gestalten.
      Man kann dem Kind verschiedene Speisen anbieten und ihm gestatten, dass es die Speise, die es bevorzugt, selbst auswählt.
      Man sollte sich nicht auf das konzentrieren, was das Kind nicht isst, sondern auf das, wovon sich das Kind ernährt.
      Man kann durch Beispiele aufzeigen, dass essen lustig und angenehm ist.
    • Aufteilung der Verantwortung. Ernährungsberater ermutigen die Eltern zu einer Theorie, die sich „Aufteilung der Verantwortung“ nennt. Nach dieser Theorie sind die Eltern für die Bereitstellung der Nahrung verantwortlich und das Kind dafür, wie viel es isst.
      Die Eltern bemühen sich, dem Kind die Nahrung anzubieten und verhelfen ihm zu einem ausgewogenen Angebot.
      Wenn das Kind heranwächst, wählen die Eltern die Speisen und bereiten sie zu, bieten Snacks und regelmäßige Mahlzeiten an, gestalten diesen Moment angenehm und geben dem Kind ein gutes Modell dafür, wie während der Mahlzeiten das Essen zu genießen ist.
  • Die Eltern sollten dem Kind verbieten, zwischen den Mahlzeiten zu naschen und sollten es anhalten, stattdessen nur Wasser zu trinken. Diese Theorie sichert dem Kind die notwendigen Nährstoffe aus der Nahrung, die es wählt.
  • Öfter kleine Portionen servieren. Kinder haben gegenüber Erwachsenen einen kleineren Magen. Sie essen nicht viel während der Mahlzeiten.
    Fünf oder sechs kleine Mahlzeiten oder Zwischenmahlzeiten können den Energiebedarf des Kindes am besten decken. Das kann Probleme während der Mahlzeiten verringern.
  • Den Speisezettel des Kindes variieren. Bei der Vorbereitung der Mahlzeiten für das Kind sollten laut Ernährungsberatern die Lebensmittel aus jeder der vier grundsätzlichen Nahrungsmittelgruppen genommen werden.
    • Vollkornprodukte wie Brot, Nudeln, Reis, Getreide und andere Getreideprodukte angereichert mit Eisen, Folsäure und anderen Vitaminen der B-Gruppe, darunter Niacin, Thiamin und Riboflavin.
    • Man kann dem Kind viel in Stücke geschnittenes Obst und Gemüse anbieten.
    • Milch, Joghurt, Käse und andere Milchprodukte schaffen ein Gleichgewicht an Proteinen, Kohlenhydraten und Fetten, Calcium und Vitamin D.
      Beim Verzehr dieser Lebensmittel nicht übertreiben.
    • Mageres Fleisch, Geflügel und Fisch, wie auch Tofu (Sojabohnenquark), Bohnen und Linsen geben dem kindlichen Körper Proteine, Fette, Vitamine und Mineralien wie Eisen.
  • Ein Kind kann seine Lieblingsspeisen haben, doch neue Lebensmittel müssen Schritt für Schritt hinzugebracht werden. Man muss damit rechnen, dass das Kind die neuen Nahrungsmittel im ersten Moment ablehnt.
  • Das Kind darf zum Essen nicht gezwungen werden. Die Mahlzeiten sollten für die ganze Familie ein angenehmer Zeitpunkt sein.
    Das Kind gegen seinen Willen zum Essen zu zwingen, ist nicht sinnvoll. Es kann das Kind davon abhalten, auch in Zukunft bestimmte Lebensmittel zu essen.
    Dem Kind befehlen, den ganzen Teller leer zu essen, kann dieselbe Wirkung haben.
    Nahrungsverweigerung kann eine Art des Kindes sein, seine Unabhängigkeit zu behaupten. Ernährungsberater meinen, dass die meisten Kinder das essen, was sie brauchen.
  • Ablenkungen vermeiden. Fernsehen sollte während des Essens vermieden werden. Andere Ablenkungen wie Spielzeug oder Bücher sollten beim Essen nicht auf den Tisch gebracht werden.
  • Das Trinken vor dem Essen vermeiden, denn wenn der Magen mit Wasser gefüllt wird, erreicht das Kind zu schnell ein Sättigungsgefühl.

 

Weitere hilfreiche Tipps, die Mahlzeiten angenehmer zu gestalten

Das Kind für die Mahlzeiten vorbereiten. Wichtig ist, es 10 oder 15 Minuten vor dem Servieren wissen zu lassen, dass man gleich essen wird.

  • Das Kind dazu ermutigen, bei der Essensvorbereitung zu helfen. Es kann das Gemüse waschen oder die Zutaten miteinander vermischen.
  • Getränke erst nach dem Hauptgericht servieren, so dass sich das Kind damit nicht den Magen füllen kann.

Gesunde Essgewohnheiten für das Kind:

  • Das Kind sollte nahrhafte Speisen langsam essen.
  • Speisen niemals als Belohnung oder Strafe benutzen.

Nur bei Vitaminmangel oder Unterernährung kann man Vitaminpräparate wie Haliborange einnehmen.

Ein wirksames homöopathisches Mittel ist Natrium muriaticum, das indiziert ist im Falle von:

  • Appetitmangel,
  • Gewichtsverlust und Dehydratation,
  • bei der Rekonvaleszenz nach einer Krankheit.

Schlüsselpunkte

  1. Erscheint das Kind gesund und glücklich, gibt es sicherlich keinen Grund zur Beunruhigung bei vorübergehendem Appetitmangel.
  2. Mahlzeiten zum Vergnügen machen.
  3. Häufig kleine Portionen anbieten.
  4. Den Speisezettel des Kindes variieren.
  5. Nicht zum Essen zwingen oder die Nahrung als Belohnung oder Bestrafung verwenden.
  6. Ablenkungen während der Mahlzeiten vermeiden.

 

Ursachen für Appetitmangel bei Säuglingen

Appetitverlust bei Säuglingen versetzt Eltern immer in Sorge, doch oft wird erwartet, dass das Neugeborene mehr isst als es essen sollte.
Ursachen für Appetitlosigkeit beim Neugeborenen sind:

Säurereflux


Der Säurereflux ist ein Rückfluss der Magensäure in die Speiseröhre.
Sodbrennen kann zu:

  • Reizbarkeit,
  • Schmerzen
  • und Appetitverlust führen.

Allergie gegen Milchzucker
Eine Allergie auf Kuhmilchproteine (nicht zu verwechseln mit Laktoseintoleranz) ist eine Krankheit, bei der das Immunsystem des Neugeborenen gegen Casein und Molke, das in der Milch vorhandene Eiweiß, reagiert.
Das kann jedes Mal, wenn das Kind Milchprodukte zu sich nimmt, Symptome hervorrufen, wie:

  • Magenschmerzen,
  • Schwellungen,
  • Juckreiz,
  • Atemnot.

Infektionen
Neugeborene haben kein ausgereiftes Immunsystem und sind daher anfälliger für Infektionen. Virale und bakterielle Infektionen können bei einem Säugling zu Appetitverlust führen.

Zahnen
Die Mehrheit der Kinder bekommt die ersten Zähne zwischen dem 4. und 8. Lebensmonat.
Symptome beim Durchbruch der Zähne sind:

  • Zahnfleischschwellung;
  • Reizbarkeit;
  • Nahrungsverweigerung;
  • Schlaflosigkeit.