Geburtsschmerz

INDEX

Möglichkeiten zur Linderung des Geburtsschmerzes

Rückenlage – Liegt die Frau auf dem Rücken, drückt das ganze Gewicht des Kindes und der Gebärmutter auf den Rücken und das ist nicht günstig, weil es die Durchblutung reduziert.


 

Zudem zieht sich die Gebärmutter zusammen, um vorne zu bleiben und arbeitet somit gegen die Schwerkraft.
Während der Geburtswehen sollte daher die Rückenlage vermieden und eine aufrechtere Position eingenommen werden.

Geburtseinleitung durch Verabreichung von Oxytocin
Manchmal ist die Einleitung wichtig, um die Gesundheit von Mutter und Kind zu schützen, wenn jedoch keine Eile besteht, kann man darauf verzichten, da der Körper in der Lage ist, auf die Geburtsreize zu antworten. In manchen Fällen ist das Medikament zur Geburtseinleitung sehr schmerzhaft.
Der Schmerz wird auf einer subjektiven Skala, der VAS, auf einer Skala von 1 bis 10 gemessen.

Wie lindert man den Schmerz – die besten Lösungen, schmerzlos zu gebären, sind natürlich und einige davon besonders wirksam.
Manche Frauen sagen, dass sich die Symptome verringern, wenn sie den Arzt atmen hören. Die Geburt in einem Wasserbecken kann den Schmerz lindern und die Frau entspannen, was die Geburtswehen verkürzt.

Wenn diese natürlichen Optionen zur Linderung der Schmerzen nicht ausreichen, kann der Arzt Medikamente empfehlen, doch bestehen Nebenwirkungen, die man bedenken muss.
Einige Medikamente betäuben den Körper und in manchen Fällen provozieren sie Schmerzen und andere Komplikationen.
Die Epiduralanästhesie stellt die Frau im Bett ruhig, sie ist also nicht in der Lage, während der Geburt eine aktive Rolle zu übernehmen, kann jedoch helfen, das Kind herauszudrücken.
In manchen Fällen wird die Geburt behindert und der Arzt muss eine Zange benutzen oder einen Kaiserschnitt durchführen.
Der Schmerz ist bei einem Dammriss in der Austreibungsphase am stärksten.

Es gibt viele natürliche Methoden, um der Frau zu helfen, die Geburt einzuleiten, doch oftmals sind die Möglichkeiten nicht bekannt.
Befindet sich das Kind in der hinteren Hinterhauptslage (der Rücken des Kindes liegt zum Rücken der Mutter), ist die Geburt sehr schwierig.
Es gibt verschiedene Methoden, um das Kind in die vordere Hinterhauptslage zu drehen: die Frau muss auf einige Bewegungen achten, zum Beispiel darf sie beim Sitzen das Gesäß nicht höher als die Knie halten, anderenfalls tritt eine Verschiebung des kindlichen Beckens auf.


Einige Krankenhäuser praktizieren Injektionen von sterilem Wasser in den Rücken, was helfen soll, den physiologischen Schmerz zu erleichtern. Leider wirkt dieses natürliche Mittel nicht gleichermaßen bei allen Frauen.
Wenn das Krankenhaus es ermöglicht, dann ist auch Akupunktur während der Wehentätigkeit möglich, um die starken Schmerzen im Rücken etwas zu lindern.

Während der Schwangerschaft sollte die Frau sich regelmäßig bewegen, 30 Minuten am Tag Spazierengehen sind bereits ausreichend und helfen Körper und Geist.
Körperliche Aktivität ist auch während der Wehen sinnvoll, weil das dem Kind hilft, seine Position zu verändern und sich zu bewegen, bis es für die Geburt bereit ist.
Akupunktur wird auch für die richtige Positionierung des Kindes und die Vorbereitung zur Geburt angewendet.
Empfohlen ist ein Besuch beim Osteopathen, um die Haltung der Wirbelsäule bei der Frau zu verbessern, damit sie vor der Geburt gut ausgerichtet ist.
Es wird empfohlen, den Mund geöffnet zu halten, tief zu atmen und eventuell zu sprechen oder zu schreien, denn wenn die Frau die Zähne zusammenbeißt, wird die Geburt viel schwieriger.

Geburtswehen

Welche Funktion haben die Kontraktionen?
Mit den Muskelkontraktionen der Gebärmutter (Wehen) bereitet sich der Körper der Frau darauf vor, das Kind aus dem Geburtskanal zu drücken. Sie sind schmerzhaft, doch notwendig.

Wie werden die Kontraktionen hervorgerufen?
Eine ganze Reihe von Faktoren verursacht die Kontraktionen.
Das Phänomen beginnt mit einer Serie chemischer Botschaften, die das Gehirn des Kindes an die Mutter sendet, um zu signalisieren, dass es bereit ist, geboren zu werden.
Diese Botschaften stimulieren eine Serie hormoneller Reaktionen im Körper der Frau, wobei Prostaglandine und Oxytocin freigesetzt werden, die die Kontraktionen anregen.

Wie erkennt man eine Wehe?
Es gibt zwei Arten von Wehen: falsche und echte.

Falsche Wehen (auch Braxton-Hicks-Kontraktionen oder Übungswehen genannt) können zu jeder Zeit ab der Hälfte der Schwangerschaft oder aber auch überhaupt nicht auftreten.
Einige Anzeichen falscher Wehen können jedoch zur Geburt führen und die echten Kontraktionen helfen, den Gebärmutterhals bereit zu halten, doch tatsächlich erfolgt keine Zervixdilatation.
Falsche Wehen sind oftmals unregelmäßig und werden meist unterbrochen, wenn die Frau ihre Position ändert.

Echte Wehen sind leicht erkennbar durch:

  • ihre Intensität,
  • ihre Regelmäßigkeit, sie treten etwa alle 5 Minuten auf und dauern 40 bis 60 Sekunden,
  • Schmerzen im Bauch oder am Rücken (oder beides), sie können auch Schmerzen an den Bereichen oberhalb des Oberschenkels auslösen,
  • Magenschmerzen, Krämpfe oder Durchfall,
  • rötlichen Blutverlust,
  • Reißen der Fruchtblase, allgemein auch „Wassersturz“ genannt; dies kann auch vor Beginn der Wehen oder bis zum Eingreifen des Arztes gar nicht eintreten.


Was tun, wenn die Wehen einsetzen?

Wenn man glaubt, für die Geburt bereit zu sein, sollte man sofort den Arzt verständigen (zum Beispiel wenn die Kontraktionen alle 5-7 Minuten auftreten), auch wenn sich die Frau nicht sicher ist, dass es sich um Geburtswehen handelt.
Treten die Kontraktionen regelmäßig auf, sollte man den Arzt auf jeden Fall verständigen.
Man muss sich nicht beunruhigen, wenn man während der Nacht eine Nothilfestation aufsucht, das ist nicht der erste und nicht der letzte Fall.
Empfohlen ist, sich an den behandelnden Arzt zu wenden, wenn:

  • die Kontraktionen immer stärker werden, doch der eigentliche Geburtstermin noch weit entfernt ist (Frühgeburt);
  • die Fruchtblase reißt, doch noch keine Wehen eingesetzt haben;
  • der Abgang (von Fruchtwasser) eine grünliche oder bräunliche Farbe hat;
  • man bemerkt, dass die Nabelschnur aus dem Gebärmutterhals oder dem Vaginalkanal gerutscht ist.

Womit sind Wehen vergleichbar?

Geburtswehen sind von Frau zu Frau verschieden, einige empfinden mehr Schmerzen, andere weniger.
Auch die Reaktionen auf eine Epiduralanästhesie sind unterschiedlich.
Es müssen auch psychologische Aspekte berücksichtigt werden, denn als Frauen noch zu Hause entbunden haben, wurde dieses Ereignis als ein natürlicher Vorgang verstanden und die Atmosphäre war eine andere.
Heute erzeugen die schnelle Fahrt ins Krankenhaus und die Angst vor der bevorstehenden Geburt Sorge, die Folge ist eine niedrige Schmerzschwelle.
Auch kommen heute oftmals Frauen aufgrund der Schwangerschaft bereits mit Schmerzen in den Beinen und im Unterleib an.

Den Geburtsschmerz vergisst man nicht. Hier werden einige Beispiele von Erfahrungen mancher Frauen wiedergegeben:
– Der Schmerz war irritierend, doch nicht unerträglich.
– Ich habe einen scheußlichen Schmerz verspürt.
– Die Kontraktionen waren wie Muskelkrämpfe und waren gar nicht so schmerzhaft.
– Anfangs dachte ich nicht, dass es Wehen seien, ich dachte, ich hätte Kontraktionen im Darm. Als wir im Krankenhaus ankamen, betrug die Öffnung des Muttermundes schon 10 Zentimeter. Es war schmerzhaft, aber nicht allzu sehr.
– Ich habe meinen Mann gebeten, das Auto auf der Straße zum Krankenhaus anzuhalten, weil die Schmerzen unerträglich waren.
– Dank der Vorbereitung zur Geburt habe ich fast keinen Schmerz verspürt.
– Die Geburt wurde eingeleitet und ich bekam sofort eine Epiduralanästhesie. Ich spürte also nur leichte Kontraktionen, es ging alles ziemlich einfach.
– Die Epiduralanästhesie brachte nicht die Wirkung, die ich erwartet hatte. Ich habe alle Kontraktionen gespürt.
– Bis zu dem Moment, in dem die Epiduralanästhesie gespritzt wurde, empfand ich Krämpfe.

Bei einer Zwillingsgeburt kommt das zweite Kind viel leichter auf die Welt, somit ändert sich der Schmerz gegenüber einer normalen Entbindung nicht sonderlich.

Gefühl von Krämpfen
Wehen werden unterschiedlich beschrieben, sie können verglichen werden mit einer extremen Version von Menstruationsschmerzen, mit den Schmerzen bei Colitis oder Nierenkoliken.

  • “Meine Kontraktionen waren den Menstruationsschmerzen ähnlich.”
  • “Die Krämpfe gingen vom Magen aus und wanderten bis in die Schambeinregion.”
  • “Es war wie bei Bauchkrämpfen einer Colitis, aber sehr viel schmerzhafter.”
  • “Sehr schmerzhafte Krämpfe, die von der Gebärmutter ausgingen und sich nach unten und bis zum Rücken ausbreiteten.”
  • “Ein sehr starker Schmerz, der vom Rücken ausging und zum Magen ausstrahlte.”
  • “Sehr schmerzhafte Menstruationskrämpfe, die kommen und gehen, die nach unten ziehen und in Bauch und Rücken ausstrahlen.”
  • “Während der Wehen empfindet man Krämpfe im Unterleib.”

Druckgefühl
Einige Frauen haben den Schmerz als Druck statt als Krämpfe beschrieben:

  • “Es schien, als wäre mein Magen in einer kleine schmerzende Kugel eingeschlossen, doch die Kontraktionen waren erträglich.”
  • “Es war, als würde sich mein ganzer Körper zusammenziehen.”
  • “Es schien, als würde jemand die Haut am Rücken fassen und etwa eine Minute lang sehr langsam daran ziehen.”
  • “Es war, als ob sich mein Bauch zusammenziehen und der Schmerz zum Rücken und bis zum unteren Mastdarm ausstrahlen würde.”
  • “Es schien, als würde jemand von innen quetschen.”