Schulterschmerzen

Schulterschmerzen können durch Entzündungen oder Verletzungen der Muskeln, Sehnen, Knochen, Bänder und Nerven, aber auch durch innere Organe in der Brust- und Bauchregion verursacht werden.
Die meisten Menschen denken, dass die Schulter zwischen Hals und Oberarm liegt, die von der Schulter kommenden Schmerzen spürt man jedoch in der oberen Armregion und können bis in den Arm ausstrahlen.
Vom Hals herrührende Schmerzen spürt man in der Regel zwischen Schulter und Halswirbelsäule.

 Schulter,Schmerzen,Läsion,Verletzung,Entzündung
Rehabilitationsübung für die Schulter.

Schmerzen hinter dem Schulterblatt können durch die Brustwirbelsäule oder das Schulterblatt bedingt sein.

 

Auftreten der Schmerzen:

Konstanter Schmerz

Die meisten Schulterprobleme nehmen während der Bewegung zu.
Risse und Sehnenentzündungen der Rotatorenmanschette (dazu gehören der Musculus supraspinatus (Obergrätenmuskel), der Musculus infraspinatus (Untergrätenmuskel), der Musculus teres minor (kleiner runder Armmuskel) und der Musculus subscapularis (Unterschulterblattmuskel)) verursachen bei Aktivität größere Schmerzen, z.B. beim Heben des Armes oder Werfen eines Balls.
Konstanter Schmerz ist bei diesen Problematiken eigentlich selten.
Die Frozen Shoulder oder Schultersteife kann konstante Schmerzen verursachen, aber in der Regel werden sie stärker, wenn der Arm hinter den Rücken oder über den Kopf geführt wird.
Es gibt jedoch einige Erkrankungen, die einen konstanten, bewegungsunabhängigen Schmerz verursachen: die Entzündung der Nackennerven, Arthritis und das Engpasssyndrom der oberen Thoraxapertur.

 

Nachtschmerz

Nachtschmerz ist typisch für Verletzungen der Rotatorenmanschette.
Wenn hier eine Läsion oder Sehnenentzündung vorliegt, wachen die Betroffenen oft nachts auf oder haben Probleme einzuschlafen, weil die Schulter schmerzt.

Nachts auftretende Schulterschmerzen sind ein weit verbreitetes Problem, das jedes Jahr Millionen von Menschen betrifft. Bei einer Tendinitis der Rotatorenmanschette treten in den ersten Stunden nach dem Einschlafen Schmerzen auf und der Schlaf wird gestört.
Für die Betroffenen sind nächtliche Schmerzen sehr belastend, weil sie die Nachtruhe stören und einen erholsamen Schlaf unmöglich machen.
Normalerweise werden nachts die Reparatur- und Heilungsprozesse des Körpers aktiviert, aber wenn Probleme an der Rotatorenmanschette bestehen, erhöht sich der Schaden an der Supraspinatussehne.
Tagsüber treten häufig gar keine Beschwerden auf, weil die Schulter im Stehen und Sitzen senkrecht steht.
Der Rumpf befindet sich in vertikaler Position und das Eigengewicht des Arms übt eine Zugspannung auf die Schulter aus, wodurch der Raum zwischen Akromion und Kopf des Oberarmknochen (Humerus) vergrößert wird.
Auf diese Weise nimmt im Gelenk der Druck auf Schleimbeutel und Sehnen ab und das Blut kann ohne Hindernisse bis zu den Sehnen zirkulieren.
Nachts liegt der Körper in der Horizontalen  und die Schwerkraft übt keine Zugkraft aus; Schmerzen treten auf, weil der Oberarm die Supraspinatussehne bedrängt und den Blutfluss behindert.
Der so entstehende Mangel an Sauerstoff und arteriellem Blut verursacht eine Entzündung der Supraspinatussehne, was nächtliche Schulterschmerzen zur Folge hat.
Auf diese Weise entsteht ein Teufelskreis, weil der Mensch nun einmal in horizontaler Stellung schläft.
Wer beim Schlafen den Ellbogen unter das Kopfkissen schiebt, kann die Situation verschlimmern, weil der große Humerushöcker den Supraspinatus noch weiter gegen das korakoakromiale Band drückt.

 

Bewegungseinschränkung

Einschränkung,Bewegung,Heben,Beugen,Flexion,Schulter
Bewegungseinschränkung beim Heben des Armes.

Die Schulterbewegung kann aufgrund verschiedener Erkrankungen, aber auf unterschiedliche Art und Weise eingeschränkt sein.
Es gibt einen aktiven und passiven Bewegungsumfang; die aktive Bewegungsweite ist die, die der Patient allein erreichen kann, die passive wird mit Hilfe des Physiotherapeuten erlangt.
Ist die aktive Bewegungsfähigkeit eingeschränkt, ist die Ursache normalerweise  in der Rotatorenmanschette zu finden.
In diesem Fall arbeitet der Muskel nicht wie gewohnt, die Schulter fühlt sich steif an, aber wenn jemand den Arm des Patienten anhebt, kann die Schulter normal bewegt werden.
Einbußen der passiven Bewegungsweite treten bei Schultersteife (Frozen Shoulder) und Arthritis auf.
Die Frozen Shoulder charakterisiert sich durch eine Ansammlung von Narbengewebe rund um die Schulter, was zu einer eingeschränkten Bewegungsfähigkeit führt, auch wenn jemand anders versucht, die Bewegung auszuführen.
Arthritis in der Schulter kann Kalkablagerungen und Knorpelabrieb verursachen, was den Bewegungsumfang einschränken kann.

 

 

Muskelschwäche

Da die Schulter von 17 Muskeln umgeben ist, sind viele Faktoren möglich, die die Muskelkraft beeinträchtigen können.
Die vier Muskeln der Rotatorenmanschette sind grundlegend für die Bewegung des Schultergelenks.
Das sind nicht die großen Muskeln, die zum Heben schwerer Lasten verwendet werden, aber sie spielen bei der normalen Schultertätigkeit eine wichtige Rolle; Probleme an der Rotatorenmanschette schränken die Kraft der Schulter erheblich ein.
Der Arzt kann jeden Muskel der Rotatorenmanschette mit Hilfe spezieller Tests isolieren, um herauszufinden, wo die Ursache liegt.
Es kann eine Entzündung vorliegen oder die Muskeln können verletzt oder gerissen sein.

 

Instabilität

Eine instabile Schulter fühlt sich so an, als würde sich der Arm vom Gelenk lösen.
Bei einer Schulterverrenkung könnten die Bänder, die den Humeruskopf in der Gelenkpfanne halten, beschädigt worden sein; häufig hält dieses Gefühl des Ablösens viele Monate an.

Andere Patienten haben lockere Bänder, was eine chronisch instabile Schulter zur Folge hat.
Man nennt dieses Phänomen Subluxation und trifft junge, sportlich aktive Frauen, die die Schulterposition als nicht stabil empfinden.

 

Gelenkknacken oder Knirschen

Die Ursachen für Geräusche in der Schulter sind vielfältig:
Verletzungen der Pfannenlippe des Schulterblatts (Labrum glenoidale) oder der Bizepssehne können das Gefühl geben, dass die Schulter „herausspringt“.
Eine instabile Bizepssehne kann aus ihrer natürlichen Position verrutschen und ein Schnappgeräusch verursachen.
Die Pfannenlippe des Schulterblatts ist ein Knorpelrand, der für eine  Vertiefung der Gelenkpfanne sorgt, in der der Oberarmknochen liegt.
Verletzungen der Knorpellippe können eine instabile Schulter hervorrufen, während der Bewegung kann ein Klicken vernommen werden.
Arthritis kann zu Knorpelverschleiß im Schultergelenk führen.
Ist der Knorpel auf den Gelenkflächen abgenutzt, reiben die Knochen gegeneinander und erzeugen Knack- und Reibegeräusche.

 

Stechende Schmerzen in der Schulter

Wenn man an die Alltagsaktivitäten denkt, wird einem bewusst, dass viele davon die Schultermuskeln und das Schultergelenk direkt oder indirekt einbeziehen.
Durch eine übermäßige Beanspruchung kann somit ein starker Schmerz entstehen, aber es gibt auch andere Ursachen.

Muskelzerrung oder Muskelriss
Die Muskeln der Schulter können infolge eines besonders harten Trainingsprogramms verletzt werden.
Ein Muskelriss kann durch eine heftige Bewegung entstehen, die auf einen empfindlichen Teil des Muskels starken Druck ausübt.
Eine Muskelzerrung verursacht beim Versuch einer Bewegung stechende Schmerzen.
Um diesen Schmerzen vorzubeugen, sollte jedem Training eine intensive Aufwärmphase vorangehen.

Verletzung der Rotatorenmanschette
Schulterschmerzen können durch eine Verletzung der Rotatorenmanschette entstehen. Die Rotatorenmanschette ist eine Struktur aus Muskeln und Sehnen, die dazu beitragen, die Schulter in ihrer Position zu stabilisieren.
Eine Verletzung kann durch übertriebenes Trainingsverhalten, eine falsche, wiederholt ausgeführte Bewegung oder durch Gewalteinwirkung auf die Schulter, wie bei einem Sturz oder Unfall, entstehen.
Risikosportarten für die Schulter sind: Tennis, Volleyball, American Football, Judo, Kugelstoßen und Speerwerfen.

 

Kinesio,Taping,Schmerzen,Kontraktur,Schwellung
Kinesio-Taping bei Kontrakturen und Schwellung.

Kinesio-Taping bei  Verspannungen, Entzündungen, Prellungen und Ödemen an der Schulter

Wirkung: spannungslösend-drainierend. Form: zwei fächerförmige Streifen. Länge: 25 cm. Den vorderen Fächer anbringen, während der Arm nach hinten gestreckt wird, den hinteren Fächer bei nach vorn geführtem Arm. Knochenvorsprünge, wie das Akromion des Schulterblatts, auslassen.

Postoperative Schmerzen
Postoperative Schmerzen variieren ja nachdem, welcher Eingriff vorgenommen wurde.
Bei einer Akromionplastik, Instabilität der Schulter und Rekonstruktion der Rotatorenmanschette klingen die Schmerzen  innerhalb von circa 6 Monaten nach und nach ab, in bestimmten Situationen können jedoch auch nach dieser Zeit noch Beschwerden auftreten.

Schmerzen beim tiefen Atmen
Wenn beim tiefen Atmen, Husten oder Niesen Schmerzen in der Schulter auftreten, liegt die Ursache vermutlich im Rücken.

Weitere Artikel: Ursachen für Schulterschmerzen Schmerzbereiche der Schulter  –  Tests und Diagnose für die Schulter