Therapie bei Meniskusriss

Was ist die richtige Therapie bei Meniskusriss?
Bevor die Ergebnisse von Magnetresonanz und klinischer Untersuchung vorliegen, ist zur Linderung von Schmerzen und Schwellung das RICE-Protokoll einzuhalten (rest, ice, compression, elevation, also: Schonung, Eisbeutel, Kompression, Hochlage).
Der Eisbeutel wird 3-mal täglich für 20 Minuten aufgelegt, wird die Kältebehandlung kontinuierlich über mehrere Stunden durchgeführt, wird sie kontraproduktiv.
Zur Entlastung des verletzten Meniskus empfiehlt sich die Verwendung von Gehhilfen.
Bei einer Meniskusläsion sind physiotherapeutische Behandlungen ratsam, um Schmerzen und Schwellung zu lindern und die Gelenkfunktionen des Knies wiederzuerlangen.

 
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Passive Mobilisation und Stretching des Knies

Verschwinden die Symptome durch physikalische Therapien (Magnettherapie, Tecar– oder Lasertherapie) und Bewegungsübungen in der Turnhalle, kann von einer Operation abgesehen werden.

Ein Meniskusschaden kann konservativ oder chirurgisch behandelt werden.
Liegt die Läsion im Außenbereich, können physikalische Therapieformen und Bewegungsübungen ausreichend sein, um zum normalen Leben zurückzukehren; bringen diese Therapien nicht den gewünschten Erfolg, muss ein Orthopäde aufgesucht werden, der die verschiedenen chirurgischen Möglichkeiten erörtern wird.
Ein Sportler wird nur schwerlich mit einem Meniskusriss laufen können; in diesem Fall wird eine Operation unvermeidlich sein.


Die Menisken eines erwachsenen Menschen bestehen aus faserknorpeligem Gewebe, das abgesehen vom äußeren Rand nicht durchblutet wird; das erklärt, warum eine Regeneration unmöglich ist. Bei Kindern dagegen nährt das Blut den Meniskus und in der Tat können Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren aufgrund der körpereigenen Heilungsprozesse genesen.
Möchte oder kann sich ein Patient nicht operieren lassen, kann eine nichtchirurgische Behandlung erfolgen. Es gibt keine Studien, die deren Wirksamkeit bestätigen, aber wenn die Läsion nicht gravierend ist und das Knie nicht blockiert, können die Symptome abgeschwächt und die volle Funktionsfähigkeit des Knies wiedererlangt werden.
Einige Sportler tragen eine Kniebandage, wenn sie ihre sportlichen Aktivitäten wieder aufnehmen oder bringen zur Stützung ein Kinesio-Tape unter die Kniescheibe an.
Diese Hilfsmittel haben ihre Berechtigung, weil sie ein Gefühl der Sicherheit geben, aber sie müssen so bald wie möglich wieder aufgegeben werden, um keine psychologische Abhängigkeit entstehen zu lassen.
Es gibt Patienten, die Jahre nach der Läsion immer noch Verband und Kniebandagen tragen.

 

Chirurgischer Eingriff

In den meisten Fällen erfolgt ein chirurgischer Eingriff, damit das normale Leben wieder aufgenommen werden kann. Die Operation wird heutzutage als Arthroskopie ausgeführt, ist also weniger invasiv als die Eingriffe, bei denen mit Skalpell geschnitten wurde.

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Erläuternde Darstellung einer Meniskusoperation
alila/ bigstockphoto.com

Früher hat der Chirurg den gesamten Meniskus entfernt, also eine totale Meniskektomie vorgenommen.
Das führte zu verfrühter Arthrosebildung, weil das Körpergewicht nicht mehr auf beide Menisken, die die gesamte Gelenkoberfläche des Schienbeins abdecken, verteilt wurde.

Muss ein Meniskus allein das gesamte Gewicht tragen, wird er schneller aufgerieben.
Heutzutage wird eine partielle Meniskektomie vorgenommen, d.h. der gesunde Teil des Meniskus bleibt erhalten, damit ein frühzeitiger Gelenkverfall vermieden werden kann.

Es gibt verschiedene Operationsverfahren, die je nach Art der Läsion, Alter des Patienten und Belastungsansprüchen (Beruf und Sport) ausgewählt werden.

  • Die Naht wird nur bei kleineren Läsionen vorgenommen und betrifft ausschließlich den Randbezirk des Meniskus. Der Meniskusrand ist mit Blutgefäßen versehen und somit reparabel; der nicht vaskularisierte Innenbereich kann sich dagegen nicht wieder erholen.
    Damit Operation und Rehabilitation erfolgreich durchgeführt werden können, müssen folgende Voraussetzungen erfüllt sein: Alter von maximal 40 Jahren, hohe Patientenmotivation, keine bestehende Arthrose, stabiles Knie und keine Fehlbildung der unteren Extremitäten  (beispielsweise X- Beine, O-Beine).
  • Die partielle Meniskektomie ist das heutzutage am Häufigsten  durchgeführte Verfahren; dabei werden alle Meniskusfragmente aus dem Knie entfernt und der verbleibende Teil reguliert. Die Operation modifiziert Kniegelenk und Haltungskontrolle. Nach dem Eingriff ist ein Programm zur Rehabilitation,  Muskelstärkung und propriozeptiven Umerziehung zu befolgen.


Grundsätzlich ist wichtig, so viel wie möglich unbeschädigtes Meniskusgewebe zu erhalten, damit keine vorzeitige Arthrose entsteht, eine totale Meniskektomie wird also versucht zu vermeiden.

  • Die totale Meniskektomie sieht die vollständige Entfernung des Meniskus vor; auch dieser Eingriff erfolgt als Arthroskopie.
  • Die Transplantation eines Spendermeniskus wird nur bei einer totalen Meniskektomie in Betracht gezogen; die Patienten müssen jedoch jünger sein als 40 Jahre, eine hohe Motivation  mitbringen, arthrosefrei sein und ein stabiles Knie haben. Solche Transplantationen kommen nicht sehr häufig vor, weil wenige Spendermenisken zur Verfügung stehen. Der positive Aspekt besteht darin, dass der Meniskus nicht abgestoßen wird, aber die Genesungszeiten sind sehr viel länger als bei einer Meniskusentfernung.

 

Welche Komplikationen können auftreten?

Kurzfristig sind Infektion und Bluterguss möglich; außerdem können alle Komplikationen auftreten, die durch die Immobilität bedingt sind.
Mittelfristig können auftreten: Nekrose von Oberschenkelknorren (Femur-Condyle) oder Schienbeinplateau, keine vollständige Wiedererlangung des normalen Bewegungsumfangs (range of motion) und neue Distorsionen.

 

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Rehabilitationsübung des Knies nach einer Meniskusoperation.

Wie erfolgt die Rehabilitation?

Normalerweise sieht die erste Phase der Nachbehandlung nach einer Meniskusoperation Eisbeutel  (3-mal täglich für 20 Minuten), Entlastung des Beins und Gehstützen vor.
Nach 2 Tagen kann ein Physiotherapie-Programm beginnen, um die vollständige Funktionsfähigkeit des Knies zurückzugewinnen.
Ziel der Rehabilitation ist das Wiedererlangen von Muskelkraft, Knieelastizität, Koordination und Gleichgewicht.

Es gibt kein allgemeingültiges Protokoll zur Rehabilitation; diese wird je nach Alter des Patienten, den zuvor ausgeübten Aktivitäten und angewandter Operationsmethode unterschiedlich ausfallen.

In jedem Fall sieht die Anfangsphase isometrische Übungen für Quadrizeps und ischiocrurale Muskulatur vor, sowie die Mobilisation und Stärkung der anderen Gelenke der unteren Extremität, d.h. Knöchel und Hüfte, und – soweit erlaubt – Kniemobilisation mit Kinetec.

Bei totaler Meniskektomie beginnt danach die passive Mobilisation der Kniescheibe, die Massage und ggf. Elektrostimulation des Quadrizeps.
Sobald wie möglich sollte das Knie dann aktiv bewegt werden; dabei auf der Liege sitzen oder im Sitzen ein Skateboard hin- und herrollen.
Dazu das Fahren auf dem Heimtrainer mit allmählich gesteigertem Widerstand und die Ausführung von Übungen in geschlossener kinetischer Kette; zum Abschluss Stretching des Quadrizeps und der ischiocruralen Muskulatur.
Nach 30 Minuten auf dem Heimtrainer wird bereits eine beträchtliche Verbesserung des Bewegungsausmaßes erkennbar sein.

Die erste Nachsorgeuntersuchung beim Arzt erfolgt 7 Tage nach der Operation; der Orthopäde entscheidet, wie lange das Bein unbelastet bleiben soll.
Kann das Bein noch nicht das gesamte Körpergewicht tragen, werden einige Übungen zur propriozeptiven Umerziehung durchgeführt, bei denen man auf instabilen Brettern sitzt; sobald wie möglich wird im Stehen gearbeitet, auch auf weichen Kissen.

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Heimtrainer zum Wiedererlangen der Beweglichkeit

Nach frühestens 20 Tagen dürfen wieder leichte sportliche Tätigkeiten ausgeübt werden, Mountainbike-Fahren auf der Straße, vorsichtige Wiederaufnahme der sportlichen Bewegung; nach und nach wird auf diese Weise wieder eine intensive sportliche Belastung möglich sein.
Bei der Rehabilitation ist ein besonderes Augenmerk auf Schmerzen und Ödem am Knie zu richten; verschlechtert sich die Situation, müssen die Belastungen verringert werden und nach der Sitzung Eisanwendungen erfolgen.

Nach einer Meniskusnaht dauert die Rehabilitation länger und eine Vollbelastung ist erst einen Monat nach dem Eingriff möglich. Der Vorteil bei dieser Operationsmethode liegt darin, dass praktisch der gesamte Meniskus erhalten bleibt und somit eine verfrühte Gelenkdegeneration vermieden werden kann.
Nicht empfehlenswert sind Bewegungsbäder, weil sie die Genesungszeiten unnötig in die Länge ziehen würden; es braucht ca. 10 Sitzungen in der Turnhalle und bei weiteren 10 Sitzungen im Schwimmbad würde sich die Rückkehr zum Sport um 2 Wochen verzögern.

 

Wann können berufliche und sportliche Aktivitäten wieder aufgenommen werden?

Wie lange die Rückkehr zu Arbeit und Leistungssport dauert, hängt primär davon ab, welche Art der Operation durchgeführt wurde und welcher Meniskus betroffen ist.
Die Genesung nach einer Meniskusteilentfernung erfolgt wesentlich schneller als nach totaler Ektomie, Meniskusnaht oder Transplantation.
Wurde am medialen Meniskus (Innenmeniskus) eine partielle Meniskusektomie vorgenommen, kann die sportliche Aktivität bereits nach 2-3 Wochen wieder aufgenommen werden.

Wurde dieselbe Operation am lateralen Meniskus (Außenmeniskus) durchgeführt, sind die Genesungszeiten wesentlich länger (bis zu 3 Monate). Eine beschleunigte Rehabilitation kann Knorpelschäden verursachen.
Bei totaler Ektomie oder Naht des Innenmeniskus muss ca. ein Monat abgewartet werden, bis das Gewicht vollständig ohne Gehhilfen auf das Bein verlagert werden kann; mindestens 2 Wochen müssen verstreichen, bis wieder eine sitzende berufliche Tätigkeit aufgenommen werden kann. Wird der Beruf hauptsächlich im Stehen ausgeübt, werden 1 ½ Monate notwendig sein.
Dieselben Zeiten gelten für die Rückkehr zu sportlichen Aktivitäten.
Bestehen neben dem Meniskusschaden auch Bänderverletzungen (z.B. Unhappy Triad, d.h. der Riss des Meniskus, eines Kollateralbandes und des vorderen Kreuzbandes) oder Knorpelläsionen, könnten die zuvor genannten Zeiten nicht ausreichend sein und eine längere Rehabilitation notwendig werden.

Weitere Artikel:   Meniskusriss – worum handelt es sich, welche Verletzungsarten kommen vor

Weitere Artikel:   Meniskusriss – Symptome

 

Dr. Massimo Defilippo Fisioterapista Tel 0522/260654 Defilippo.massimo@gmail.com
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