Knorpelschaden am Knie

Ein Knorpelschaden am Knie bedeutet, dass ein Teil des Gelenkknorpels beschädigt ist.
Das Knorpelgewebe besteht aus Zellen (Chondrozyten), die von einer weißlichen, glänzenden und zähflüssigen Substanz umhüllt werden.
Knorpel hat den Nachteil, dass er nicht mit Blutgefäßen versorgt wird, die Arterien durchströmen die Außenmembran des Gewebes und der Austausch erfolgt durch die extrazelluläre Substanz mittels Osmose.
Der hyaline Gelenkknorpel überzieht die Gelenkoberflächen und hat die Funktion eines Schmiermittels, damit die Bewegung reibungsfrei und geschmeidig erfolgen kann.

 
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Beurteilung der Quadrizepslänge

Der Substanzverlust des Knorpelgewebes wird als Chondropathie bezeichnet, also eine Erkrankung des Knorpels, die nicht heilen wird, weil Knorpel sich nicht regenerieren kann;  das Krankheitsbild kann sich im Gegenteil so weit verschlechtern, dass ein Teil des Knochens schließlich ohne Knorpelschicht ganz freiliegt.
Heutzutage ist die Therapie bei Knorpelverletzungen Gegenstand zahlreicher wissenschaftlicher Untersuchungen und wird in nationalen und internationalen Kongressen gern und häufig diskutiert.
Im verletzten Bereich bildet sich ein faseriges Knorpelersatzgewebe, das aber nicht dieselbe Elastizität aufweist wie der hyaline Gelenkknorpel, auch nicht so glatt ist und mit der Zeit zu Degeneration neigt.
Jetzt besteht die Gefahr, dass die Gelenke laufen wie ein Getriebe ohne Öl, wobei eine große Reibung entstehen würde, die eine Gelenkentzündung verursachen kann.

 

Was sind die Ursachen und Risikofaktoren?

Die Erkrankung kann durch ein Trauma oder infolge von Abnutzungserscheinungen entstehen. Knorpelverletzungen können in jedem Alter auftreten, bei jungen Menschen werden sie in der Regel durch einen Unfall oder einen Sturz verursacht. Bei Sportlern können Läsionen in Folge einer Verstauchung auftreten und auch eine übermäßige Belastung kann zu einer frühzeitigen Abnutzung des Knorpelgewebes führen.

Zu den prädisponierenden Faktoren einer Chondropathie des Knies können auch Fehlstellungen der Knochen (Achsabweichungen des Skeletts) gehören, wie eine Varus- (O-Beine) und Valgus-Stellung (X-Beine) oder das patellofemorale Schmerzsyndrom, außerdem Übergewicht, Alter, Autoimmunkrankheiten wie rheumatoide Arthritis, Meniskektomie, Schlaffheit der Kreuzbänder, Auswirkungen von Kniegelenkfrakturen, Osteonekrose oder die Zugehörigkeit zu bestimmten Berufsgruppen.
Körperlich anstrengende Tätigkeiten oder solche mit einem hohen Sitzanteil beschleunigen den Degenerationsprozess des Knorpels.
Wer viele Stunden am Tag Lasten heben muss, verschleißt den Knorpel durch Überbelastung; Personen dagegen, die den ganzen Tag sitzen und sich nicht bewegen, haben eine geringe Durchblutung des Gewebes und werden durch den Mangel an Reizen atrophische Tendenzen entwickeln.
Leichtathleten (Kurzstrecken-, Langstrecken-, Marathonläufer, Sprinter) können nach vielen Jahren sportlicher Aktivität durchlöcherte Knorpelregionen aufweisen.

 

Was sind die Symptome?

Die Symptome einer Knorpelverletzung sind nicht proportional zu ihrem Ausmaß, eine kleine Verletzung kann große Schmerzen verursachen und umgekehrt.

Die Schmerzen treten bei der Bewegung auf, besonders beim Beugen des Knies wie beim Hinhocken, in Ruhephasen müssten sie verschwinden.
Die Symptome sind nicht so deutlich wie bei einem Meniskus- oder Bänderriss.

  • Häufigist das einzige Symptom ein unregelmäßig auftretender Erguss (Schwellung). Die abgebrochenen Knorpelfragmente schwirren im Knie umher und können ein Ödem verursachen.
  • Das Knie kann im vorderen und hinteren Bereich eine Schwellung aufweisen, in diesem Fall vergrößert die Baker-Zyste ihr Volumen.
  • Die Schmerzen treten im inneren oder hinteren Bereich des Knies nach einer Belastung auf, wie ein langer Spaziergang oder Treppensteigen.
  • Das Knie kann unter dem Gewicht des Körpers wegsacken.
  • Umherirrende Knorpelfragmente oder Fremdkörper können das Kniegelenk beim Beugen blockieren und eine Kniesperre verursachen.
  • Das Knie kann bei der Bewegung Geräusche verursachen (Knirschen), besonders wenn der Knorpel an der Kniescheibenrückseite beschädigt ist.

Bei symptomatischen Patienten erlauben die Knorpelschäden keine sportlichen Aktivitäten.

 

Wie erfolgt die Diagnose?

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Magnetresonanz eines Knies mit Knorpelschaden, man sieht den weißen Fleck rechts am Knochen.

Durch eine klinische Untersuchung ist es nahezu unmöglich, einen Knorpelschaden festzustellen, es gibt keine speziellen Bewegungstests.
Eine gründliche Anamneseuntersuchung, Symptome und Anzeichen können den Verdacht auf eine Chondropathie lenken, aber eine endgültige Bestätigung gibt die Magnetresonanz, die eine Höhenminderung des Knorpelgewebes bzw. – bei vollständiger Läsion – den freiliegenden Knochen abbildet.
Eine Sonographie ist nicht in der Lage, tiefe Knorpelschäden anzuzeigen und ist somit ungeeignet.
Eine Röntgenaufnahme kann die Verschmälerung des Gelenkspaltes (also Knorpelverschleiß) anzeigen, aber kleine Risse werden nicht sichtbar.

 

Wie lassen sich Knorpelschäden am Knie behandeln?

In der Vergangenheit kam es selten vor, dass in so kurzer Zeit so viele chirurgische, biotechnologische und pharmakologische Behandlungsmethoden mit zahlreichen Rehabilitationsprotollen aufeinander folgten und weiterentwickelt wurden.
Das problematische am Knorpelgewebe ist, dass es nicht repariert werden kann, wie dagegen der Knochen.
Ziel der Therapie ist es, das Fortschreiten des Knorpelschadens zu stoppen, denn die Aussichten wären gänzlich fehlender Gelenkknorpel (4. Grad) und ein Aneinanderreiben der Knochen bei der Bewegung.
Entzündungshemmende Medikamente können die Schmerzen kurzfristig lindern, wie beispielsweise Ibuprofen (Dolormin) oder Ketoprofen (Alrheumun).
Eine pharmakologische Behandlung durch Gelenkinfiltrationen von Hyaluronsäure, die ein körpereigener Bestandteil des Knorpels ist, könnte helfen, eine Operation hinauszuzögern, die in diesen Fällen die einzig dauerhafte Therapieform darstellt.
Der Orthopäde kann vor Durchführung der Injektion Flüssigkeit aus dem entzündeten Kniegelenk absaugen.

 

Chirurgischer Eingriff

Ausgelassen werden an dieser Stelle Techniken wie Knorpelabrasion, weil die Studien keine zufriedenstellenden Ergebnisse zeigen konnten. Derzeit werden Verfahren wie Mikrofrakturierung, Mosaikplastik und Autologe Chondrozyten Transplantation (ACT) angewendet.
Die Technik der Mikrofrakturierung wurde von Steadman entwickelt, er “bohrte” den knorpellosen Knochen an der Gelenkoberfläche an. Dadurch wurden die mesenchymalen Stammzellen stimuliert, die anstelle des abgetragenen Knorpels ein Faserknorpelgewebe entstehen ließen. Dieses neugebildete Gewebe ist nicht so elastisch und glatt wie Knorpelgewebe, deshalb schmiert es das Gelenk nicht genauso gut.
Das Verfahren der Mosaikplastik wurde von dem Ungarn Hangody erfunden, der einen Teil des mit Knorpelgewebe bedeckten Knochens von einer weniger belasteten Stelle im Knie entnommen hat, um es im Bereich der Schädigung einzusetzen.
Die Ergebnisse sind gut, aber der Patient muss sich einer langen physiotherapeutischen Nachbehandlung unterziehen, damit sich das eingesetzte Gewebe vollständig festsetzen kann.
Eine Forschergruppe um den Schweden Peterson hat die Autologe Chondrozyten Transplantation entwickelt; bei diesem Verfahren wird ein Stück des gesunden Knorpels entnommen und einem Speziallabor zugeleitet; dort wird es einer Behandlung unterzogen, um die Knorpelzellen (Chondrozyten) zu isolieren und zu vermehren, so dass eine sehr viel größere Anzahl zur Verfügung steht.
1-2 Monate nach der ersten Operation setzt der Chirurg in einem zweiten Eingriff die Chondrozyten an der Stelle des verletzten Knorpels ein, damit dieser sich regeneriert.
Diese Transplantation lässt sich nur bei bestimmten Personen vornehmen, die gewisse Kriterien erfüllen.
5 Jahre nach der Operation zeigen die Untersuchungen gute Ergebnisse, dieses Verfahren kann als zuverlässig angesehen werden.
Diese Technik wurde verschiedenen Verbesserungen unterzogen, wie z.B. das Material, das verwendet wird, um die Chondrozyten am Transplantationsort zu halten, aber das Prinzip ist dasselbe geblieben.

Die Kandidaten für eine autologe Chondrozyten-Transplantation müssen folgende Kriterien erfüllen:

  • Alter < 40 Jahre.
  • Der verletzte Knorpel muss sich an den Oberschenkelgelenkknorren befinden.
  • Der Knorpelschaden muss durch ein Trauma oder durch eine Osteoarthritis dissecans bedingt sein.
  • Die Menisken des Patienten müssen intakt sein.
  • Das Knie darf  keine Achsabweichungen aufweisen.
  • Ausgeschlossen sind übergewichtige Patienten, solche die an Arthrose, oder rheumatischen, metabolischen oder infektiven  Pathologien leiden.

 

Was tun? Die Rehabilitation

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Übungen für das Knie

Die Rehabilitation ist sehr langwierig; die ersten 30-40 Tage darf das operierte Bein nicht durch das Körpergewicht belastet werden, an eine Rückkehr zum Sport ist in den ersten 10 Monaten nach dem Eingriff nicht zu denken.
Das Ziel ist die Muskelstärkung  und die vollständige Wiedergewinnung der Gelenkfunktionen des verletzten Beins.
In der ersten Phase müssen für das Kniegelenk aktive und aktiv begleitete Mobilisationsübungen ohne Belastung durchgeführt werden, wie das Fahren auf dem Hometrainer ohne Widerstand; bei Bedarf können physikalische Therapien gegen die Schmerzen und Schwellung eingesetzt werden.
Hüfte und Knöchel müssen frühzeitig mit dem Muskelaufbau beginnen.
Sobald der Chirurg einverstanden ist, wird die Muskelstärkung des Quadrizeps in der Fitnesshalle oder  ggf. im Wasser in Angriff genommen.
In dieser Phase darf der Patient Fahrrad fahren.
In den ersten beiden Monaten der Muskelstärkung müssen die Übungen in geschlossener kinetischer Kette erfolgen (d.h. die Füße sind fest aufgestellt, wie bei Beinpresse und Kniebeugen), danach können sie in offener kinetischer Kette ausgeführt werden, d.h. die Füße können sich während der Übung bewegen, wie bei der Beinstreckung (Leg-Extension).
Die Magnettherapie kann wirkungsvoll eingesetzt werden, um die Schwellung und Schmerzen  am Knie zu lindern.

 

Natürliche Heilmittel

Zu den natürlichen Heilmitteln gehört Haifischknorpel, der als Nahrungsergänzungsmittel erhältlich ist. Mindestens 2 Monate lang eine Tablette pro Tag einnehmen.

 

 

Dr. Massimo Defilippo Fisioterapista Tel 0522/260654 Defilippo.massimo@gmail.com
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