Geschwollene Knöchel und Füße

Geschwollene Knöchel und Füße kommen häufig vor und sind in der Regel kein Grund zur Sorge, besonders nach langem Stehen und Gehen.
Werden geschwollene Füße und Knöchel jedoch von anderen Symptomen begleitet, können sie auf ein erstes Gesundheitsproblem hinweisen.

Ein Fuß kann anschwellen, ohne dass ein Trauma oder Sturz stattgefunden hat.

Der Knöchel kann plötzlich oder langsam anschwellen.

 
Eine verletzungsbedingte Schwellung (beispielsweise ein Achillessehnenriss) beschränkt sich auf den verletzten Fuß, sind organische Erkrankungen die Ursache, schwellen beide Seiten an.

Der Fuß schwillt vor allem am Fußrücken und an den Seiten an, selten findet sich eine Ansammlung von Flüssigkeit unter der Fußsohle.

Am häufigsten sind ältere Menschen und Frauen in den Wechseljahren betroffen.
Bei Kindern kommen geschwollene Füße sehr selten vor; wenn die Haut gerötet ist, könnte ein Trauma, eine Verstauchung oder ein Insektenstich die Ursache darstellen.

 

Was sind die Ursachen für geschwollene Füße?

Warum schwellen die Füße während der Schwangerschaft an?
Viele Schwangere nehmen schnell an Gewicht zu, was einen erhöhten Druck auf Beine, Knöchel und Füße bedeutet und eine Schwellung hervorruft.

Ist die Schwellung während der Schwangerschaft stark ausgeprägt, könnte dies ein Zeichen von Präeklampsie sein, was weitere Komplikationen mit sich bringen könnte. Ein geschwollener Fuß kann auf ein Herz-, Leber- oder Nierenleiden hinweisen.

Komplikationen während der Schwangerschaft
Das Anschwellen der Knöchel und Füße während der Schwangerschaft  ist ganz normal, vor allem im achten und neunten Monat.
Eine übermäßige oder plötzlich auftretende Schwellung kann jedoch auf Präeklampsie hinweisen, das ist eine schwere Erkrankung, bei der sich nach der 20. Schwangerschaftswoche Bluthochdruck und Eiweißausscheidung im Harn bemerkbar machen.
Wenn eine starke Schwellung auftritt oder diese von anderen Symptomen begleitet wird, wie Bauchschmerzen, Kopfschmerzen, seltenes Wasserlassen,  Übelkeit, Erbrechen oder Sehstörungen, sollte unverzüglich ein Arzt benachrichtigt werden.

Geschwollene Füße und Knöchel nach der Entbindung
Nach der Entbindung ist eine Schwellung völlig normal. Nach einer natürlichen Geburt und einem Kaiserschnitt „presst“ die Gebärmutter das Blut in den Körper.
Außerdem hat der Arzt während der Geburtswehen vermutlich Flüssigkeiten verabreicht.
Blut und Flüssikgeiten müssen irgendwo hin, also laufen sie in Füße und Hände.
Die Schwellung sollte innerhalb einer Woche oder 10 Tagen von selbst nachlassen

 

 

Durchblutungsstörungen

Lymphödem
Ein Lymphödem ist eine Ansammlung von lymphatischer Flüssigkeit im Gewebe, die aufgrund von Störungen der Lymphbahnen oder wegen Entfernung der Lymphknoten entstehen.
Die Lymphe ist eine proteinreiche Flüssigkeit, die normalerweise in einem weitläufigen Netz aus Gefäßen und Kapillaren fließt. Sie wird durch die Lymphknoten gefiltert, wo unerwünschte Substanzen wie Bakterien erkannt und vernichtet werden. Eine Störung der Gefäße oder Lymphknoten kann den Abfluss der Lymphe jedoch behindern. Wird das nicht behandelt, kann die Lymphansammlung die Heilung einer Wunde gefährden und zu Infektionen und Unförmigkeiten führen.
Neben der Schwellung können Schmerzen im Knöchel oder ein Hautbrennen unter dem Knie auftreten.
Ein Lymphödem entsteht häufig nach der Strahlentherapie oder nach Entfernen der Lymphknoten bei Krebspatienten. Wird nach einer Krebstherapie eine Schwellung beobachtet, sollte sofort ein Arzt zu Rate gezogen werden.

Mangeldurchblutung
Menschen mit Durchblutungsstörungen haben eine höhere Wahrscheinlichkeit für geschwollene Knöchel und Füße.
Der Grund dafür ist, dass sich das Blut in den unteren Gliedmaßen anstaut.
Wer den ganzen Tag auf den Beinen ist, überansprucht das Herz, das daraufhin größere Schwierigkeiten hat, das Blut von den unteren Gliedmaßen gegen die Schwerkraft den Körper hinaufzupumpen.
Es ist wichtig, die Füße jede Nacht eine Stunde lang oberhalb des Herzes zu lagern, damit das Herz das Blut zirkulieren lassen kann.
Die tägliche Einnahme eines indischen Heilkrauts auf Ginkgo-Biloba-Basis (ein Nahrungsergänzungsmittel, das die Durchblutung fördert) kann bei Durchblutungsstörungen überraschende Ergebnisse erzielen und hilft bei geschwollenen Füßen und Knöcheln.
Es gibt auch Spezialschuhe für geschwollene Füße und Knöchel.
Mit normalen Schuhen schmerzt der Fuß; die eigens für geschwollene Füße konzipierten Spezialschuhe dagegen sind sehr viel dünner und bequemer.

Wasserretension an den Knöcheln

geschwollener,Fuß,Fraktur,Trauma,Knöchel,FlüssigkeitStudien zeigen, dass Personen mit einem geringen Prozentanteil an Körperfett geschwollene oder vergrößert Knöchel aufweisen können, weil sich in diesem Bereich Wasser angesammelt hat.
Ein natürliches Heilmittel gegen Wassereinlagerungen ist das Trinken von natürlich harntreibenden Mitteln: täglich 2-3 Tassen grünen Tee und 2-3 EL Zitronensaft mit heißem Wasser trinken.
Auf diese Weise lassen sich die Wassereinlagerungen auflösen.

Venenschwäche
Der Schwellung von Knöcheln und Füßen ist häufig ein Symptom von venöser Insuffizienz, eine Erkrankung, bei der das Blut in den Bein- und Fußvenen nicht korrekt bis zum Herz fließt.
Normalerweise wird der Blutfluss zurück nach oben zum Herz mit Hilfe einseitig gerichteter Venenklappen ermöglicht.
Sind diese Venenklappen defekt oder schwach, fließt das Blut durch die Venen wieder zurück nach unten und die Körperflüssigkeiten bleiben im Weichteilgewebe der Beine, vor allem dem der Knöchel und Füße.
Die chronische Veneninsuffizienz kann Hautveränderungen, Geschwüre und Infektionen verursachen, die Knöchel erscheinen zuweilen schwarz. Machen sich Anzeichen für eine Venenschwäche bemerkbar, muss ein Arzt aufgesucht werden.

Blutgerinnsel
Blutgerinnsel, die sich in den Venen der Beine bilden, können den Rückfluss des Blutes von den Beinen zum Herz unterbrechen und ein Anschwellen der Knöchel und Füße verursachen. Blutgerinnsel können in den oberflächlichen oder tief liegenden Venen vorkommen, letzteres wird als tiefe Venenthrombose bezeichnet.
Tiefe Blutgerinnsel können eine oder mehrere Hauptvenen der Beine blockieren. Diese Thromben können tödlich sein, wenn sie sich lösen und zu Herz und Lungen wandern.
Tritt die Schwellung mit Schmerzen, Fieber und eventuell einer Farbveränderung des betreffenden Beins auf, muss unverzüglich ein Arzt verständigt werden. Geschwollene Füße müssen wohlmöglich mit Blutverdünnern behandelt werden.

 

Skelett-Muskel-Störungen und Traumen

Baenderriss,Riss von Kreuzbaendern am Fuss
Baenderriss, Riss von Kreuzbaendern am Fuss

Fuß- und Knöchelverletzungen
Eine Verletzung von Fuß und Knöchel kann eine Schwellung (oder einen Erguss) hervorrufen. Die häufigste Verletzung ist ein verstauchter Knöchel, der durch direkte Gewalteinwirkung oder falsches Auftreten entstehen kann.
Bei einer Verstauchung  (Distorsion) wird eines der den Knöchel stabilisierenden Bänder stark überdehnt.
Eine verletzungsbedingte Schwellung des Fußes bzw. Knöchels lässt sich durch folgende natürliche Maßnahmen lindern:

  • Schonung,
  • nicht durch Gehen belasten,
  • Druckverband (Kinesio-Taping)  für Knöchel oder Fuß,
  • Eiskühlung,
  • Fuß hochlegen (Fußbank oder Kissen).

Sind Schwellung und Schmerzen stark und werden auch durch die Selbstbehandlung nicht besser, sollte ein Arzt konsultiert werden.

Bei einem Knochenbruch muss der Orthopäde den Fuß eventuell eingipsen. Der Gips darf nicht zu eng anliegen, denn wenn die Flüssigkeit zu sehr zusammengedrückt wird, können Blutgefäße und Nerven bedrängt werden und Schäden entstehen.

Sehnenentzündung
Eine Tendinitis an Knöchel oder Fuß kann eine Schwellung rund um die Sehne hervorrufen, besonders im Fuß am hinteren Schienbeinmuskel und hinten an der Achillessehne.

 

Organische Erkrankungen

Herz-, Leber- und Nierenleiden
Zuweilen ist ein geschwollener Fuß ein Symptom für Probleme an Herz, Leber oder Nieren.
Wenn die Knöchel abends anschwellen, könnte dies auf einen Rückstau von Wasser und Salz hindeuten, bedingt durch eine Rechtsherzinsuffizienz.
Auch eine Nierenerkrankung kann eine Schwellung der Füße und Knöchel verursachen.
Wenn die Nieren nicht korrekt funktionieren, kann sich Flüssigkeit im Körper ansammeln.

Eine Leberkrankheit kann die Albumin-Produktion (ein Protein) durch die Leber beeinflussen.
Albumin sorgt für den Rückhalt des Blutes und verhindert dessen Austreten aus den Blutgefäßen in die umliegenden Gewebe.
Eine unangemessene Menge von Albumin kann zu Flüssigkeitsverlust führen.
Durch die Schwerkraft sammelt sich in den Füßen und Knöcheln vermehrt Flüssigkeit an, aber auch im Bauchraum und Brustkorb kann sich Flüssigkeit einlagern.
Wird die Schwellung durch andere Symptome begleitet, wie Ermüdungserscheinungen, Appetitlosigkeit und Gewichtszunahme, ist unverzüglich ein Arzt aufzusuchen.

Infektion
Geschwollene Füße und Knöchel können auf eine Infektion hindeuten.
Wer an diabetischer Neuropathie leidet oder andere Nervenstörungen der Fußnerven vorliegen, hat ein erhöhtes Risiko für Fußinfektionen.
Diabetiker sollten ihre Füße jeden Tag auf Blasen und wunde Stellen untersuchen, denn der Nervenschaden kann die Schmerzempfindlichkeit erheblich beeinträchtigen und Fußprobleme können rasch fortschreiten.
Wird ein geschwollener Fuß oder eine Blase bemerkt und scheint eine Infektion vorzuliegen, ist sofort ein Arzt zu kontaktieren.

 

Nebenwirkungen von Medikamenten

Zahlreiche Medikamente können als Nebenwirkung geschwollene Füße und Knöchel verursachen.
Dazu gehören:

  • Hormone, wie Testosteron und Östrogen (Antibabypille und Hormonersatztherapie).
  • Kalziumantagonisten, bestimmte Bluthochdruckmittel, wie Nifedipin (Adalat, Nifedicor, Nifecor), Verapamil (Isoptin, Isoptin R) Diltiazem (Diltiazem rk, Tildiem).
  • Steroide, dazu gehören Androgene, anabole Steroide und kortisonhaltige Mittel, wie Prednison.
  • Antidepressiva, darunter: Trizyklika, wie Nortriptylin (Nortrilen), Desipramin (Pertofran) und Amitriptylin (Saroten, Laroxyl, Tryptizol); Monoaminooxidase-Hemmer (MAO-Hemmer), wie Phenelzin (Nardil).
  • Entzündungshemmende Schmerzmittel (nichtsteroidale Antirheumatika, kurz NSAR).
  • Diabetes-Medikamente.

Wer vermutet, dass die Schwellung mit der Einnahme eines Medikaments in Zusammenhang steht, sollte das mit seinem Arzt besprechen.
Auch wenn die Vorteile des Arzneimittels die Umstände einer kleinen Schwellung wert sind, muss bei Verschlechterung der Lage das Medikament  bzw. die Dosierung geändert werden.

 

Sonstige Ursachen

Fettleibigkeit oder übermäßige Fettpolster
Fettleibigkeit kann durch die Messung des Body-Mass-Index bewertet werden. Die Berechnung erfolgt, indem das Körpergewicht (in kg) durch das Quadrat der Körpergröße (in m) geteilt wird. Übersteigt der BMI die Normalwerte, muss die Diättabelle, die den Tagesbedarf an Kalorien festlegt, genauestens eingehalten werden. Sicherlich wird sich überschüssiges Fett auch im Fettgewebe der Füße und Knöchel ablagern. Die Diät sollte gesunde  Lebensmittel für das Herz enthalten, wie Vollkornprodukte und gesunde Fette, und bei etwa 1800 Kalorien pro Tag liegen.
Außerdem sollte die Ernährung zur Unterstützung des Muskelaufbaus reich an Eiweiß sein.
Gezielte Gymnastikübungen für die Muskeln verbessern außerdem den Muskeltonus und sorgen für einen schlanken Knöchel.

Es gibt verschiedene Ursachen für eine periphere Schwellung, dazu gehören:

  • Verletzungen oder Traumen, wie Verstauchung, Knochenbruch oder Prellung,
  • Alter (auch bei Männern).
  • Schwangerschaft.
  • Übermäßiger Salzkonsum.
  • Alkoholmissbrauch.
  • Menstruation und/oder prämenstruelles Syndrom.
  • langes Sitzen oder Stehen in derselben Position, beispielsweise auf Flugreisen.
  • Es ist ganz normal, dass die Füße bei sommerlicher Wärme anschwellen, besonders abends; auch Schmerzen und Juckreiz können dazukommen.
  • Höhe.

Sonstige Störungen
Sonstige Störungen, die geschwollene Füße verursachen können:

  • Arthritis: bei Gicht tritt die Schwellung vor allem unten am großen Zeh auf, bei Psoriasisarthritis oder rheumatoider Arthritis ist dagegen der Knöchel geschwollen.
  • Schilddrüsenerkrankungen.
  • Krampfadern.
  • Insektenstiche.
  • Mangelernährung.
  • Verbrennung, einschließlich Sonnenbrand.
  • Operation an Hüfte, Knie, Fuß oder Zehen (z.B. wegen Hallux valgus).
  • Allergische Reaktion.
  • Missbrauch von Abführmitteln.
  • Missbrauch von Diuretika.
  • Drogenmissbrauch.
  • Natriumretension.