Nervenschmerzen im Fuß

Es gibt verschiedene Nervenstörungen, die Nervenschmerzen im Fuß verursachen können, dazu gehören beispielsweise: die Morton-Neuralgie, das Tarsaltunnelsyndrom, die diabetische Neuropathie usw.
Der Mensch macht durchschnittlich etwa 5.000-7.000 Schritte am Tag, somit ist es nicht verwunderlich, dass Fußschmerzen zu den häufigsten Symptomen gehören.
Da die Füße großem Stress ausgesetzt sind, ist es praktisch unvermeidlich, dass Sehnen, Gelenke und Bänder Schmerzen verursachen.
Die Nerven sind ein seltener Grund für Fußschmerzen.

Die Beschwerden können durch die direkte Reizung eines Nervs entstehen oder durch Erkrankungen bedingt sein, die Nervenschäden verursachen. Wenn Nerven gereizt oder verletzt sind, entstehen stechende oder brennende Schmerzen.
Der Schmerz tritt plötzlich auf und ist auch in Ruhephasen präsent. Das Versorgungsgebiet des gereizten Nervs kann sehr berührungsempfindlich sein.

 

Nervenerkrankungen, die Fußschmerzen verursachen

  1. Morton-Neuralgie: Das Morton-Neurom ist eine gutartige Verdickung des Nervs, der zwischen dem dritten und vierten Zeh verläuft.
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Morton-Neurom
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Typisches Symptom ist ein Brennen oder stechender Schmerz zwischen dem dritten und vierten Zeh, der beim Gehen, besonders auf Zehenspitzen, zunimmt.
Die Beschwerden sind ununterbrochen präsent, 24 Stunden am Tag. Ein anderes, häufig auftretendes Symptom ist ein Druckgefühl unter den Zehen, wie eine faltenwerfende Socke oder ein Steinchen im Schuh.
Das Morton-Neurom tritt vorwiegend bei Frauen auf, möglicherweise wegen der engen Schuhe oder der hohen Absätze, die sie tragen.
Die MRT (Magnetresonanztomographie) ist ein sinnvolles Untersuchungsverfahren bei einer Morton-Neuralgie, weil sie die genaue Stelle und Größe des Neuroms anzeigt.
Die Differenzialdiagnose erfolgt durch Ausschluss einer Metatarsalgie. Die Behandlung umfasst:

Bei dieser Erkrankung macht eine physiotherapeutische Behandlung mit Stoßwellen-, Tecar– oder Lasertherapie wenig Sinn, weil sie die Neubildung nicht reduzieren kann. Führen die Behandlungsmaßnahmen nicht zum gewünschten Erfolg, kann der Arzt einen chirurgischen Eingriff zur Entfernung des Morton-Neuroms empfehlen, der bei örtlicher Betäubung durchgeführt wird.
Der Patient darf bereits am Tag der OP mit einem Spezialschuh wieder anfangen zu laufen; zwischen den Zehen verbleibt lediglich eine Narbe von etwa 1 cm Länge oberhalb der Köpfe der Mittelfußknochen.
Heutzutage lässt sich ein Neurom auch mit Hilfe endoskopischer Operationstechniken durch zwei kleine Löcher statt einem Hautschnitt entfernen.
Die Genesungszeit beträgt maximal zwei bis drei Tage; der Fuß darf belastet werden, sobald die Wirkung der Betäubung nachlässt.

2.  Nervenirritation oder Kompression: Sie kann in verschiedenen Regionen des Fußes auftreten.

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Operationsnarbe nach Freilegung des Tarsaltunnels.

Häufig wird die Kompression eines Nervs durch eine Zerrung, den Druck eines Blutergusses (Schwellung), zu enge Schuhe oder eine Prellung verursacht.
Um herauszufinden, welcher Nerv bedrängt wird, muss die Anatomie des Fußes beachtet werden (vor allem der Verlauf des Nervus tibialis, Nervus suralis und der Plantarnerven). Ein eingeklemmter Nerv kann brennende, stechende Schmerzen oder einen Sensibilitätsverlust im oberen Teil des Fußes verursachen.
Ein Nervenschaden im oberen Fußbereich kann durch übermäßigen Druck entstehen, wie beim Tragen enger Schuhe.
Eine weitere häufige Ursache für eine Nervenkompression ist das hintere oder mediale Tarsaltunnelsyndrom. Dabei handelt es sich um die Einengung des Nervus tibialis im Tarsaltunnel am Fußinnenrand der Fußsohle.
Das Beschwerdebild umfasst: Brennen, Kribbeln oder stechende Schmerzen, die von Fußspann und Ferse bis zur Fußsohle ausstrahlen können. Möglich sind auch Taubheit und Krämpfe unter dem Fuß, die abends bei Ruhe und nachts stärker werden.
Die Behandlung des Tarsaltunnelsyndroms beginnt mit der  Erkennung und Beseitigung der Störungsursache; es gibt zahlreiche Gründe: vom Plattfuß bis zu einem geschwollenen Knöchel.
Die Behandlung des medialen Tarsaltunnelsyndroms und anderer  Nervenengpasssyndrome sieht Kortisoninjektionen und die Einnahme von entzündungshemmenden Medikamenten (nichtsteroidale Antirheumatika, kurz NSAR) vor.
Weitere mögliche Behandlungsmaßnahmen:  Auspolsterung des Schuhs, wo der Fuß zusammengedrückt wird (meist in der oberen Schuhregion) oder Einlagen zur Korrektur von nervenreizenden Fußfehlstellungen.
Bleiben die konservativen Behandlungsmaßnahmen erfolglos, kann der Nerv operativ freigelegt werden.

3. Diabetische Neuropathie: Ein durch Diabetes bedingter chronisch erhöhter Blutzuckerspiegel (Hyperglykämie) kann eine periphere Neuropathie auslösen, das bedeutet eine Schädigung der Körpernerven, ausgenommen Hirn und Rückenmark.
In der Regel sind die unteren Gliedmaßen durch die diabetische Neuropathie betroffen, insbesondere Knöchel und Fuß. Man schätzt, dass jeder vierte Diabetiker mit der Zeit unter neuropathischen Schmerzen leidet.
Wie bei anderen Nervenschäden sind auch die Symptome einer diabetischen Neuropathie brennende oder stechenden Fußschmerzen.
Sie treten oft nachts beim Schlafen auf. Der durch Neuropathie verursachte Schmerz kann kommen und gehen und durch einen graduellen Sensibilitätsverlust in den Füßen begleitet werden, der von den Zehen ausgeht  und in Richtung Fußspann fortschreitet.
Die Behandlung einer diabetischen Neuropathie umfasst die Kontrolle des Blutzuckerspiegels, Medikamente (beispielsweise Mittel zur Behandlung von Depressionen oder Epilepsie), Vitamin-B- oder Alpha-Liponsäure-Präparate.

4. Weitere Ursachen für schmerzhafte Neuropathien: Es gibt weitere Erkrankungen, die Nervenschäden und neurologische Symptome verursachen können. Dazu einige Beispiele:

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Die vorgefallene Bandscheibe komprimiert einen Nerv.
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  • Bandscheibenvorfall der Lendenwirbelsäule, wodurch eine Kompression des Ischiasnervs verursacht wird.
  • Neuropathie des tiefen Wadenbeinnervs, ein Endausläufer des Ischiasnervs, der dem Knie entspringt.
    Die Betroffenen verspüren einen starken Schmerz außen am Knie bis zu den äußeren Zehen. Bei einer Kompression des tiefen Wadenbeinnervs kann eine Lähmung der vorderen, äußeren Unterschenkelmuskulatur entstehen, der Fuß lässt sich nicht nach außen drehen, die Fußspitze nicht anheben.
  • Physische Traumata; sie können infolge einer Operation, eines Verkehrsunfalls oder einer Prellung entstehen.
  • Medikamente; verschiedene antitumorale und antivirale Präparate oder Antibiotika.
  • Das komplexe, regionale Schmerzsyndrom (CRPS), auch bekannt als: sympathische Reflexdystrophie (SRD), Sudeck- Dystrophie, Algodystrophie; diese Krankheit tritt nach einem Trauma auf, betrifft die Gliedmaßen und erzeugt chronische Schmerzen.
  • Tumoren, die einen Nerv einklemmen.
  • Leber- oder Nierenkrankheiten
  • Vitaminmangel
  • Infektionskrankheiten, wie Komplikationen bei der Lyme-Krankheit.
  • Virus-Infektionen.

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