Fersensporn

Der Fersensporn oder Hackensporn (medizinisch Kalkaneussporn) ist ein gutartiger, durch Knochenneubildung entstehender Knochenauswuchs (Exostose) im unteren Bereich der Ferse oder hinten am Fersenbein.
In der Regel bildet er sich im Innenbereich des Fersenbeins, am Ursprung der Sehnenplatte, oder man findet ihn im hinteren oberen Fersenbereich, am Ansatz der Achillessehne.

Ein Fersensporn ist nicht schmerzhaft, genauso wenig wie die arthrosebedingten Knochenauswüchse (Osteophyten) in den Gelenken; außerdem entwickelt er sich sehr langsam: wenn ein Fersensporn auf dem Röntgenbild zu sehen ist,  hat sein Wachstum bereits 10 Jahre zuvor begonnen.

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Dehnung der Fußsohle

Die Ursache für diesen Knochenauswuchs ist eine Entzündung der Fußsohlensehnenplatte auf Höhe ihres Ansatzes an der Ferse (Sehnenansatzentzündung oder Ethesiopathie) und die daraus folgende Kalziumsalzablagerung.
Auf Dauer führt die Anhäufung von Kalzium im Fersenbereich zur Bildung eines Hackensporns.

Die Patienten mit diagnostiziertem Fersensporn, die zur Physiotherapie erscheinen, sind Erwachsene, häufig müssen sie bei der Arbeit Sicherheitsschuhe tragen; das Schuhwerk ist in der Tat ein Faktor, der die Entwicklung eines Fersensporns begünstigt.
Nicht alle meine Patienten mit Fersensporn sind übergewichtig, laut Statistik nur 40%, aber fast alle arbeiten hauptsächlich im Stehen.

Normalerweise ist nur ein Fuß betroffen, aber ein Fersensporn kann durchaus beidseitig auftreten. Dazu lässt sich keine verlässliche Statistik erstellen, denn in der Regel wird nur vom schmerzenden Fuß eine Röntgenaufnahme angefertigt, obwohl auch der andere Fuß betroffen sein könnte.

Viele Sportler leiden unter Fersenschmerz, also einem diffusen Schmerz unter dem Fersenbein, besonders Leichtathleten, Fußball-, Basketball- und Tennisspieler.
Diese beiden Beschwerdebilder dürfen nicht miteinander verwechselt werden, weil sie unterschiedlich behandelt werden müssen.

 

Ursachen für einen Fersensporn
Ein Kalkaneussporn entsteht, wenn sich Kalzium im unteren Bereich des Fersenbeins ablagert; das ist in der Regel ein langwieriger Prozess, der viele Monate in Anspruch nimmt. Der Fersensporn wird oft durch Verletzungen an Muskeln und Bändern des Fußes, Zerrungen der Sehnenplatte und wiederhole Risse der das Fersenbein umgebenden Membran verursacht. Er tritt besonders häufig bei Sportlern auf, die lange Laufeinheiten und viele Sprünge absolvieren.

Zu den Risikofaktoren bei der Entwicklung eines Fersensporns gehören:

  •  eine unnatürliche Gangart, bei der Fersenbein, Bänder und an der Ferse liegende Nerven einer erhöhten Druckbelastung ausgesetzt sind;
  •  Laufsport und Jogging, besonders auf hartem Untergrund;
  •  unzweckmäßiges Schuhwerk, vor allem wenn die Fußwölbung nicht ausreichend gestützt wird;
  •  Übergewicht und Fettleibigkeit.

Außerdem lassen sich folgende Aspekte mit der Fasciitis plantaris in Verbindung bringen:

  •  das Alter: mit dem Alter nimmt die Flexibilität der Fußsohlensehnenplatte ab und das die Ferse schützende Unterhautfettgewebe wird dünner;
  •  Diabetes;
  •  ein Großteil des Tages wird im Stehen verbracht;
  •  viele kurze Trainingseinheiten oder Wettkämpfe;
  •  Platt- oder Hohlfuß.

 

Welche Symptome treten auf?

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Anatomie des Fußes
© Andreas Meyer – Fotolia.com

Viele Ärzte machen den Fehler, dem Fersensporn die Ursache für alle Fußprobleme zuzuschreiben. Sie sind überzeugt, dass die Schmerzen nur durch eine anatomische Deformation bedingt sein können, aber das ist häufig nicht der Fall, es kann sich ebenso gut um eine Schleimbeutelentzündung der Ferse oder Plantar fasciitis handeln.
Der Fersensporn ist ein Knochenauswuchs, dessen Spitze zu den Zehen zeigt; er befindet sich meistens im unteren-inneren Bereich des Fersenbeins und die Schmerzen treten stechend genau an dieser Stelle auf.
Den Patienten zufolge sind die schmerzhaftesten Momente des Tages das morgendliche Aufstehen, das Aufstehen nach längerem Sitzen und der Abend, nachdem tagsüber viel Zeit im Stehen verbracht wurde.
Wer morgens aus dem Bett steigt, nachdem er die ganze Nacht geschlafen hat, verspürt intensive Schmerzen, weil sich die Sehnenplatte plötzlich ausstreckt und am Fersenbein zieht.
Der Schmerz wird als intensiver Stich wahrgenommen, der zum Hinken führt, aber nach etwa einer halben Stunde wieder verschwindet; am Ende des Arbeitstages macht er sich erneut bemerkbar, besonders bei Menschen, die viel gelaufen sind.

Sicherheitsschuhe, elegante Schuhe oder Schuhe mit Absätzen können die Symptome verstärken.
Der Fersensporn ist häufig asymptomatisch, man schätzt in etwa 30% der Fälle.
Fersenschmerz dagegen verursacht einen diffusen Schmerz unter der gesamten Ferse, bei manchen Patienten nicht genau in der Mitte, sondern eher seitlich.
Die Beschwerden treten morgens auf und verschlimmern sich, wenn der Betroffene lange geht oder steht; manchmal ist er gezwungen, sich wegen der starken Schmerzen hinzusetzen und auszuruhen.
In den meisten Fällen weist die Fußsohle Schwielen auf, weil der Patient den Fuß auf unnatürliche Weise aufsetzt, es besteht ein Ungleichgewicht zur Innenseite.
Man sollte wissen, dass ein falsches Aufsetzten des Fußes außerdem die gesamte Körperhaltung verschlechtern und Rückenschmerzen oder Nackenschmerzen verursachen kann.

 

Wie erfolgt die Diagnose?

Für eine korrekte Diagnose ist ein Arzt aufzusuchen, der sich nach der Krankheitsvorgeschichte erkundigt und eine klinische Untersuchung durchführt, um die Zeichen und Symptome zu beurteilen. Der Arzt kann außerdem technische Untersuchungen anordnen; das wird in der Regel eine Röntgenaufnahme unter Belastung sein, weil hier ein Fersensporn deutlich zu sehen ist. Magnetresonanz oder Ultraschall geben außerdem Auskunft über Blutergüsse, Entzündungen, Verdickungen der Sehnenplatte oder Läsionen.
Röntgenaufnahme eines Fußes mit Osteoporose und sichtbarem Fersensporn.

Für eine korrekte Diagnose ist ein Arzt aufzusuchen, der sich nach der Krankheitsvorgeschichte erkundigt und eine klinische Untersuchung durchführt, um die Zeichen und Symptome zu beurteilen.
Der Arzt kann außerdem technische Untersuchungen anordnen; das wird in der Regel eine Röntgenaufnahme unter Belastung sein, weil hier ein Fersensporn deutlich zu sehen ist.
Magnetresonanz oder Ultraschall geben außerdem Auskunft über Blutergüsse, Entzündungen, Verdickungen der Sehnenplatte oder Läsionen.

 

Was kann man tun? Therapiemöglichkeiten bei einem Fersensporn

Dehnübung für die Wade.© dimis - Fotolia.com
Dehnübung für die Wade.© dimis – Fotolia.com

 

Medizinische und pharmakologische Behandlung eines Fersensporns

Bei Fersensporn oder Fasciitis plantaris klingen die Schmerzen an der Ferse nicht zwangsläufig durch Schonung ab, aber Lauftraining und Sportarten, die die Symptome verschlimmern, sind auf jeden Fall zu vermeiden.

Normalerweise lässt der Schmerz bei den ersten Schritten allmählich nach. Die Stiche können nach einer längeren Ruhepause oder nach langem Stehen erneut auftreten.

Dauert der Schmerz an der Ferse länger als einen Monat an, sollte ein Arzt aufgesucht werden. Er oder sie kann die folgenden natürlichen Heilmittel empfehlen, wie:

  •  Dehn- und Gymnastikübungen für den Knöchel und die Zehen;
  •  zweckmäßiges Schuhwerk;
  •  Kinesio-Taping zur Entlastung der gedehnten Muskeln und Sehnen;
  •  orthopädische Einlagen.

Zur Schmerzlinderung hilft die Physiotherapie: ein Behandlungszyklus Laser Co2/Yag-Therapie oder Ultraschalltherapie mit 1 MHz-Frequenz, weil die Schallwellen tiefer vordringen als die von 3 MHz, dazu Dehnübungen.
Die Magnettherapie ist in diesem Fall nicht geeignet.
Einige Ärzte empfehlen die Durchführung der Ultraschalltherapie unter Wasser, auch wenn diese eher am Spann wirkt, wo sie eigentlich nicht benötigt wird.
In der Regel sind die Symptome nach Abschluss eines Behandlungszyklus verschwunden, in hartnäckigen Fällen können noch einige Sitzungen Stoßtherapie notwendig sein. Die Stoßwelle zerstört den Fersensporn nicht, sondern fördert die Entstehung neuer Blutgefäße und erzeugt Mikroblutungen, die die Entzündung abklingen lassen oder sehr verbessern.
Die Physiotherapie kann den Fersensporn nicht entfernen,das sollte klar sein, das kann nur der Chirurg, aber der Dorn würde sich in kurzer Zeit erneut bilden. In der Regel lässt sich der Patient nicht operieren, weil die Beschwerden mit Hilfe der Physiotherapie vollständig behoben oder zumindest sehr verbessert werden können.

Der Schmerz an der Ferse kann auf rezeptfreie Medikamente ansprechen, wie Paracetamol (Ben-u-ron) oder Ibuprofen. In vielen Fällen ist eine orthopädische Einlage hilfreich, um einen Platt- oder Hohlfuß und die Pronation/Supination des Sprunggelenks zu korrigieren.

Der Arzt kann als entzündungshemmende Maßnahme Kortisoninjektionen in den betroffenen Bereich spritzen; das kann jedoch erwünschte Nebenwirkungen mit sich bringen, wie eine Schwächung der Weichteilgewebe unter dem Fersenbein.

 

Chirurgie

Ein chirurgischer Eingriff kommt als letzte Maßnahme für den Patienten infrage.
Er wird in der Regel erst dann in Erwägung gezogen, wenn die konservative Behandlung erfolglos bleibt.
Die starken Schmerzen, die durch einen Fersensporn verursacht werden, können unerträglich werden, jede Bewegung wird zur Qual.
In den meisten Fällen ist die Chirurgie ein wirksames Mittel gegen den Schmerz, aber es können bestimmte Nebenwirkungen auftreten, die der Patient kennen muss, bevor er sich operieren lässt.

Beim Fersensporn bieten sich zwei unterschiedliche Operationsverfahren an.

Die endoskopisch durchgeführte, plantare Fasziotomie ist die erste Möglichkeit zur Schmerzbeseitigung. Bei diesem Verfahren werden zwei Löcher in die Ferse einbracht; auf einer Seite wird durch eine dieser Öffnungen eine Minikamera eingeführt, die dem Chirurg die verletzte Stelle anzeigt.
Mit Hilfe eines kleinen Skalpells schneidet der Chirurg die Sehnenplatte ein oder löst sie vom  Fersenbein, wodurch Spannung und Schmerzen reduziert werden; das neue Fasziengewebe kann sich in dem geschaffenen Freiraum entwickeln. Bei dieser Prozedur wird die Spannung, durch die sich der Fersensporn oder die Fasciitis plantaris gebildet hat, gelöst.

Es gibt auch eine andere operative Vorgehensweise für den Fersensporn, die sich etwas anders gestaltet. Hier wird nicht die gesamte Sehnenplatte durchtrennt, sondern nur ein Teil der Sehne.
Einige Chirurgen sind der Meinung, dass diese Methode nicht so wirkungsvoll ist, wie die endoskopisch durchgführte, plantare Fasziotomie, andere wiederum sind vom Gegenteil überzeugt und schreiben ihr bessere Ergebnisse zu. Unabhängig davon sollte der Patient mit dem Chirurg besprechen, welche  Operationsverfahren in seinem Fall möglich sind, um daraufhin die für ihn sinnvollste Lösung auszuwählen.

Während der Operation kann der Chirurg außerdem den Hackensporn entfernen.
In dem Fall beseitigt der Chirurg – unterstützt durch eine kleine Kamera – den Fersensporn vollständig. Auf diese Weise kann die Schmerzfrequenz verringert werden, weil der Kalkaneussporn das ihn umgebende Gewebe nicht länger beschädigen kann.

 

Wie lange dauert die Heilung? Wie kann vermieden werden, dass erneut Fersenschmerzen auftreten?

Ohne Behandlung halten die durch Fersensporn hervorgerufenen Schmerzen sehr lange an, manche Patienten suchen die Praxis ein oder zwei Jahre nach Auftreten der Symptome auf.

Nach der erfolgreichen Behandlung muss zweckmäßiges Schuhwerk getragen werden, damit die Symptome des Fersensporns nicht erneut auftreten.
Viele Patienten verwenden Einlagen in den Schuhen, die an der schmerzempfindlichen Stelle für Druckentlastung sorgen.
Individuell angefertigte Einlagen können bei mechanischen Strukturproblemen des Fußes verwendet werden.
Es ist wichtig, die Dehnübungen weiterhin auszuführen.
Mit diesen einfachen Übungen wird der Fuß geschmeidig gehalten und eine Rückkehr der Schmerzen verhindert.

 

 

Dr. Massimo Defilippo Fisioterapista Tel 0522/260654 Defilippo.massimo@gmail.com
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