Wadenschmerzen

Wadenschmerzen werden durch eine Muskelläsion, Nervenerkrankungen oder Gefäßprobleme im unteren Teil des Beines verursacht.

Der Schmerz kann sich in der rechten oder linken Wade gleichermaßen äußern.

Anatomie
Die Wade beginnt unter der Kniekehle und endet auf der Rückseite des Beines am Beginn der Achillessehne, die unter dem Knöchel zur Ferse führt.


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Sie besteht aus drei Muskeln, dem sog. Trizeps surae.
Dieser besteht aus dem zweiköpfigen Wadenmuskel (Musculus gastrocnemius mediale (innerer Kopf) und laterale (seitlicher Kopf)) und dem Schollenmuskel (Musculus soleus).
Der Musculus gastrocnemius hat zwei Ursprünge, die auf beiden Seiten des unteren Teils des Oberschenkelknochens oberhalb des Knies ansetzen.
Der Gastrocnemius ist ein oberflächlicher Muskel, der direkt unter der Haut verläuft.
Der Soleus liegt tiefer, unter dem Gastrocnemius.
Er entspringt am oberen Teil des Schienbeins (Tibia), unmittelbar unterhalb des Knies.
Die beiden Muskeln vereinen sich in der Tibiamitte und bilden die Achillessehne, die am rückwärtigen Teil der Ferse ansetzt.

 

Ursachen von Wadenschmerzen

Muskelverletzungen an der Wade
Ein Muskelriss in der Wade ist die häufigste Ursache für den Schmerz. Ein solcher Unfall ereignet sich oft bei sportlichen Aktivitäten. Häufigste Symptome einer Muskelzerrung an der Wade sind:

  • stechender Schmerz,
  • Schwellung,
  • Blutergüsse oder Hämatome.

Zerrung des medialen Wadenmuskels
Der mediale oder innere Gastrocnemius ist der Teil des Wadenmuskels, der am ehesten einer Zerrung ausgesetzt ist.
Der Schmerz ist im betroffenen Bereich lokalisiert und wird vor allem in den ersten 2-3 Tagen auch beim Gehen verspürt.
An den folgenden Tagen zeigen sich die Symptome bei Kontraktion oder Streckung des Muskels.


Zerrung des Fußsohlenmuskels (Musculus plantaris)
Der Musculus plantaris ist eine zarte, empfindliche und kleine Struktur. Dieser Muskel ist bei 10-20% der Bevölkerung nicht vorhanden.
Der Plantarmuskel verläuft entlang dem Gastrocnemius.
Der Muskel kann reißen und plötzliche Schmerzen verursachen.

Ruptur der Achillessehne
Die Achillessehne verbindet die Wadenmuskeln mit der Ferse.
Bei einer Ruptur der Achillessehne wird der Wadenschmerz am unteren Teil des Beins und an der Rückseite der Ferse verspürt.

Bakerzyste
Die Bakerzyste ist keine echte Zyste, sondern eine Flüssigkeitsansammlung im Bereich der Kniekehle.
Sammelt sich eine große Flüssigkeitsmenge an, kann das zu Schmerzen an der Rückseite des Beines führen.
Ursachen für Schwellungen in der Kniekehle sind Meniskusschäden, Schäden des vorderen Kreuzbandes (LCA, Ligamentum cruciatum anterius) und Kniegelenksarthrose.
Selten kann eine Bakerzyste platzen und zu Eintritt der Flüssigkeit ins Gewebe der Wade führen.

Gefäßerkrankungen
Ein Blutgerinnsel ist häufig Ursache für Wadenschmerzen, vor allem wenn die Beschwerden nicht von einem Unfall herrühren.
Blutgerinnsel führen zu einer tiefen Venenthrombose im Bein und verursachen eine Blockierung des Kreislaufs.
Das kann Schwellung und Wadenschmerzen verursachen.
Blutgerinnsel treten oftmals nach Unfällen und chirurgischen Eingriffen auf.
Zirkulationsstörungen entstehen auch durch eine Phlebitis, das ist eine Entzündung der Venen, die vor allem in Wadenhöhe auftritt.
Ursachen sind Gefäßverengungen, ein Trauma, Verletzungen oder chirurgische Eingriffe, durch die die Person nicht in der Lage ist, ihr Körpergewicht auf das betroffene Bein zu verlagern usw.
Symptome sind starke Schmerzen in der Wade, Steifigkeit und Verhärtungen beim Tasten.

Krämpfe in den Beinen
Krämpfe in den Beinen sind häufig die Ursache von Wadenschmerzen.
Die Symptome sind:

  • intermittierende Schmerzen vor allem nachts,
  • Sprunggelenksteifigkeit,
  • verhärteter Muskel.


Wärme lindert die Symptome.
Alle meinen, dass die Ansammlung von Milchsäure zu Muskelschmerzen führt, aber diese Auffassung ist nicht korrekt.
Während sportlicher Aktivitäten wird im Körper Milchsäure gebildet.
Die Anwesenheit von Milchsäure verursacht Brennen.
Milchsäure wird jedoch innerhalb einer Stunde resorbiert. Muskelkater dauert etwa 24-30 Stunden.
Ärzte haben festgestellt, dass übermäßige Beanspruchung zu Muskelschmerzen führt.
Jeder kann Wadenkrämpfe bekommen, besonders nach dem Laufen oder Radtraining.

Knochenfraktur, Kniedistorsion, Knöcheldistorsion
Der Bruch von Schienbein (Tibiafraktur) und Wadenbein (Fibulafraktur) oder eine Knöcheldistorsion (Ligamentverletzung) verursachen Schmerzen im Bein.
Bei leichtgradigen Verstauchungen wird die PECH-Behandlung empfohlen: Pause, Eis, Compression und Hochlagern.
Bei einer hochgradigen Verstauchung oder Fraktur sollte mit Eis gekühlt und ein Arzt aufgesucht werden. Der Arzt kann das Tragen einer Orthese empfehlen.
Die physikalische Behandlung verbessert die Durchblutung und fördert den Heilungsprozess.

Eingeklemmter Nerv
Druck auf die Nerven des Beines kann brennende Schmerzen, Taubheitsgefühl in der Wade und Kribbeln im Fuß hervorrufen.
Der komprimierte Nerv kann der Ischiasnerv (Ischiadikus), der am Rücken entspringt, der Schienbeinnerv (Tibialis) oder der gemeinsame Wadenbeinnerv (Peroneus communis) sein.
Die Ischialgie erzeugt nach dem Erwachen am Morgen einen stärkeren Schmerz, wenn der Rücken nach vorn gebeugt wird.

Venen und Arterien
Im Folgenden werden die häufigsten Ursachen für Durchblutungsstörungen wiedergegeben:
Blutgerinnsel. Ein Thrombus, der sich in einer Vene befindet, ist eine Erkrankung: tiefe Venenthrombose (TVT). Die meisten Blutgerinnsel treten im Oberschenkel oder in der Wade auf. Die Wahrscheinlichkeit für Blutgerinnsel ist höher, wenn der Betreffende:

  • für lange Zeit bettlägerig ist,
  • Übergewicht hat,
  • raucht,
  • gerinnungsfördernde Medikamente einnimmt.

Wenn man vermutet, eine Thrombose zu haben, muss unverzüglich der Arzt oder eine Notaufnahme aufgesucht werden. Die Emboli (Teile des Gerinnsels, die sich ablösen) gelangen in den Blutkreislauf und können eine Lungenembolie oder einen Schlaganfall verursachen.
Medikamente, Stützstrümpfe und eine Gewichtsreduktion sind die Behandlungen zur Vorbeugung gegen Blutgerinnsel.

Krampfadern
Sind Venenklappen und Venenwände geschwächt, kann es zu einer bläulichen Verfärbung der Venen nahe der Hautoberfläche kommen. Krampfadern können vor allem nach längerem Stehen Schmerzen bereiten. Das Tragen von Stützstrümpfen wird empfohlen. Verursachen Krampfadern starke Schmerzen, muss der Arzt bezüglich anderer Behandlungen konsultiert werden.

Infektionen
Bei einer Infektion ist die Haut:

  • gerötet,
  • druckschmerzhaft,
  • geschwollen,
  • überwärmt.

Wärme lindert den Schmerz. Der Arzt kann Antibiotika verschreiben. Verschlimmern sich die Symptome oder entwickelt sich Fieber, muss ein Arzt gerufen werden.

Periphere arterielle Verschlusskrankheit
Die Auskleidung der Beinarterien kann geschädigt oder verhärtet sein (Atherosklerose). Wenn sich Arterien verengen oder verschließen, verringert sich die Blutzirkulation.
Das führt zu Schmerzen oder Krämpfen in den Beinen beim Gehen, Auf- oder Absteigen von Treppen oder anderen Aktivitäten.

„Wachstumsschmerzen“ bei Kindern
Kinder haben während des Wachstums oft Schmerzen an den Beinen, besonders am Knie, an den Waden, Oberschenkeln und in der Leiste.
Die Symptome treten vor allem nachts auf und der Schmerz ist intermittierend und nur zu manchen Zeiten zu verspüren.

Tumor
Ein Osteosarkom (Knochentumor) kann sich in Kniehöhe und am Schienbein entwickeln, wie Knochenmetastasen.
In diesem Fall ist der Schmerz anhaltend (auch im Ruhezustand) und in den letzten Stadien der Erkrankung von ernsten Symptomen begleitet.

 

Was tun? Therapie bei Wadenschmerzen

Die Behandlungsmöglichkeiten umfassen:

Schonung
Der Muskel benötigt zur Genesung Zeit.
Keine Aktivitäten verrichten, die Schmerzen bereiten (Laufen, Springen und Gewichtheben).
Wenn das Gehen Schmerzen bereitet, werden kleine Schritte empfohlen.
Vor der Wiederaufnahme von sportlichen Aktivitäten den Arzt konsultieren, besonders wenn beim Sport gelaufen oder gesprungen wird (Fußball, Volleyball, Tennis usw.).

Kälte
Für einige Tage nach dem Trauma jeweils für 15-20 Minuten Eis auf das Bein auflegen. Das Eis nicht direkt auf die Haut legen, sondern zuvor in ein Handtuch wickeln.

Kompression
Kompression verhindert weitere Schwellungen. Der Arzt kann einen elastischen Druckverband um die Wade anlegen. Darauf achten, dass der Verband nicht zu eng angelegt wird.

Hochlagern
Ein Hochlagern der Extremität verhindert Schwellungen.

Schmerzmittel
Zur Schmerzbehandlung kann der Arzt empfehlen:

  • Rezeptfreie Medikamente wie Aspirin, Ibuprofen oder Paracetamol
  • Cremes oder Schmerzpflaster, die auf der Haut aufgetragen werden

Physiotherapie und Rehabilitation
Die Rehabilitation bei einer Wadenmuskelzerrung hängt von der Schwere der Verletzung ab.
Eine Rehabilitation umfasst:

  1. Schonung des Muskels. Unterlassen von sportlichen Aktivitäten (Fußball, Basketball, Tennis, Leichtathletik, Gewichtheben). Trainingspause, bis die Schmerzen komplett vergangen sind.
  1. Anwendung von kinesiologischen Tapes an der Wade. Manche Athleten glauben, dass ein Kinesio-Tape die Schmerzen verringert und vor weiteren Verletzungen schützt.

Massagetherapie,Fuß,Bein,WadeElektrotherapie und Ultraschall
Tecar-Therapie und Ultraschall verringern die Kontraktur und die Schwellung und stimulieren die Heilung der Muskelverletzung.

In der nachfolgenden Rehabilitation kann eine Massagetherapie die Muskeldurchblutung erhöhen.
Nach der Initialphase müssen sportmedizinische Massagetechniken für die Wadenmuskulatur angewandt werden. Sportmedizinische Massagen erhöhen die Blutzirkulation und lösen die Kontraktur.

Dehnübungen
Ist der anfängliche Schmerz vergangen, beginnt die Dehnung des Muskels mit zunehmenden Dehnübungen bis zum Erreichen der Bewegungsamplitude.
Man beginnt im Sitzen auf dem Boden, dann erfasst man die Fußzehen mit der Hand.
Vorsichtig wird an Fuß und Zehen gezogen, während das Knie gestreckt bleibt, um den Trizeps surae zu dehnen.
Diese Position 10 Sekunden halten und 5- bis 10-mal wiederholen.
Nach der Genesung muss der untere Teil des Beines gestärkt werden, um die Möglichkeit einer erneuten Muskelzerrung zu verringern.

Stärkung
Die Muskelstärkung mit besonderen Übungen beginnen.
Im ersten Teil der Rehabilitation wird das Fahren mit dem Rennrad oder Mountainbike in der Ebene empfohlen.
Für die Übungen sollte der Rat eines Physiotherapeuten eingeholt werden, der ein Übungsprogramm für das Fitnessstudio zusammenstellen kann.

 

Naturheilmittel gegen Wadenschmerzen

Wärme
Vor Trainingsbeginn Wärme anwenden. Empfohlen ist eine Wärmesalbe vor der sportlichen Betätigung.

Absätze
Schuhe können Schmerzen an der Wadenmuskulatur verursachen. Falsches Schuhwerk hindert den Muskel an der Heilung.
Hohe Absätze oder zu flache Schuhe vermeiden.
Wenn möglich, Turnschuhe tragen, bei denen die Ferse gegenüber der Fußspitze leicht erhöht ist.
Wer diese Schuhe nicht besitzt, kann Einlegesohlen unter die Fersen legen.

Arnikasalbe
Den schmerzenden Muskel mit Arnikasalbe massieren. Die Massage erwärmt die Haut und verringert den Schmerz.
Diese Heilpflanze ist für ihre schmerzlindernde und entzündungshemmende Wirkung bekannt.
Nach dem Auftragen der Salbe die Hände unbedingt waschen und den Kontakt mit den Augen vermeiden, um diese nicht zu reizen.
Cremes und Salben auf der Basis von Arnika erhält man in der Drogerie oder Apotheke.

 

Wie lange dauert die Genesung? Prognose

Die Genesungszeit hängt von der Art der Verletzung ab.
Mit der richtigen Behandlung löst sich eine Kontraktur in 4-5 Tagen wieder, während eine Zerrung Schmerzen für den Zeitraum von mehr als einen Monat verursachen kann (je nach Ausmaß).
Im Fall einer tiefen Venenthrombose benötigen die Patienten für die Genesung mindestens 2-3 Monate.
Vergeht der Schmerz trotz einer Therapie nicht, sollte der Arzt aufgesucht werden, der zusätzliche Untersuchungen anordnen kann.

 

Schmerzen in der Wadenmuskulatur während der Schwangerschaft

Ursachen von Wadenschmerzen während der Schwangerschaft

Muskelschmerzen an der Wade haben viele Ursachen: die häufigste ist das zunehmende Körpergewicht.
Die werdende Mutter erhöht ihr Körpergewicht im zweiten Trimester. Dehnt sich der Uterus aus, entsteht damit Druck auf Blutgefäße und Nerven in den Beinen.

Der Schmerz im Wadenmuskel wird auch verursacht durch:

  • Vitaminmangel
  • Mangel an Mineralsalzen
  • Dehydratation
  • Kreislaufprobleme
  • Bewegungsmangel

 

Wadenschmerzen beim Laufen

Ursachen für Wadenschmerzen beim Laufen:

  • Intensives Training
  • Muskelzerrung
  • Durchblutungsstörungen
  • Unzureichendes Aufwärmen
  • Dehydratation
  • Mangel an Mineralsalzen
  • Hyperpronation
  • Muskelschwäche

 

Wadenschmerzen beim Gehen

  • Krämpfe
  • Muskelverspannung
  • Falsches Schuhwerk
  • Entzündung der Achillessehne
  • Ernährungsmangel
  • Durchblutungsstörungen