Therapie der Hypothyreose

INDEX


Die Hypothyreose ist eine Erkrankung, die durch eine unzureichende Produktion von Schilddrüsenhormonen (Trijodthyronin und Thyroxin) gekennzeichnet ist.

Welches sind mögliche Komplikationen einer Hypothyreose?

Wird die Hypothyreose nicht behandelt, kann das Folgen haben:
Das Risiko, Herzkrankheiten zu entwickeln, erhöht sich, weil ein erniedrigter Thyroxinspiegel eine Erhöhung der Blutfette verursacht (zum Beispiel Cholesterin).

Therapie der Hypothyreose
Therapie der Hypothyreose

In der Schwangerschaft besteht ein größeres Risiko, Komplikationen zu entwickeln wie: Präeklampsie, Anämie, Frühgeburt, niedriges Geburtsgewicht, Todgeburt des Kindes und schwere Blutungen nach der Geburt.

Die Anzeichen und Symptome einer unbehandelten Hypothyreose werden zunehmend schwerwiegender.
Die fortgesetzte Stimulation der Schilddrüse, mehr Hormone freizusetzen, kann zur Vergrößerung der Schilddrüse (Kropf) führen. Außerdem kann man vergesslicher werden, manche Gehirnfunktionen können verlangsamen, darunter das Denken, oder man kann in eine Depression fallen.
Die fortgeschrittene Hypothyreose (bekannt als Myxödem) ist selten, doch wenn sie auftritt, kann sie gefährlich sein.
Zeichen und Symptome sind erniedrigter Blutdruck, erniedrigte Atemfrequenz und Körpertemperatur, Apathie und schließlich Koma. In außergewöhnlichen Fällen kann das Myxödem fatal enden.


Das hypothyreote oder myxödematöse Koma (Myxödemkoma) ist eine sehr seltene Komplikation.
Jedoch sind die Aussichten bei richtiger Behandlung hervorragend.
Mit der Therapie vergehen die Symptome in der Regel und es entwickeln sich sehr selten Komplikationen.

Hypothyreose in der Schwangerschaft

Während der Schwangerschaft wird die Hypothyreose gewöhnlich durch die Hashimoto-Thyreoiditis hervorgerufen und tritt bei 3-5 von 1.000 Frauen auf.

Die unbehandelte Hypothyreose kann zu einem Spontanabort, einer vorzeitigen Geburt und zu Präeklampsie führen, also zu einer gefährlichen Blutdruckerhöhung mit Ödembildung und Proteinurie in der Schwangerschaft.
Eine unbehandelte Hypothyreose während der Schwangerschaft kann sich auch auf das Wachstum und die Gehirnentwicklung des Kindes auswirken. Schilddrüsenmedikamente helfen, diesen Problemen vorzubeugen und können während der Schwangerschaft ohne Gefahr eingenommen werden.
Frauen mit einer Hypothyreose sollten vor einer Schwangerschaft über ihre Erkrankung mit dem Arzt sprechen.

Postpartale Thyreoiditis
Diese Entzündung der Schilddrüse betrifft etwa 4-9 % der Frauen im ersten Jahr nach einer Geburt.
Man geht davon aus, dass es sich dabei um eine Autoimmunerkrankung handelt, die die Hyperthyreose für die Dauer von 1 bis 2 Monaten provoziert.
Frauen mit einer postpartalen Thyreoiditis entwickeln oft eine Hypothyreose, ehe die Schilddrüse komplett ausgeheilt ist. Es ist möglich, dass sich die Erkrankung in weiteren Schwangerschaften wiederholt.
Die postpartale Thyreoiditis wird manchmal nicht diagnostiziert, weil die Symptome mit einer postpartalen Depression verwechselt werden, wie Müdigkeit und Gemütsschwankungen, die manchmal der Geburt eines Kindes folgen.
Wenn die Müdigkeitserscheinungen nicht innerhalb weniger Monate vergehen oder wenn die Frau eine postpartale Depression entwickelt, sollte sie mit dem Arzt sprechen.
Verursachen die Symptome einer Hypothyreose große Beschwerden, kann der Arzt Medikamente für die Schilddrüse verschreiben.

 


Diagnose, Untersuchungen und Tests bei Hypothyreose

Der Arzt führt eine körperliche Untersuchung durch und stellt fest, ob die Schilddrüse vergrößert ist. Mitunter hat die Schilddrüse eine normale Größe oder ist kleiner als gewöhnlich. Die Untersuchung zeigt möglicherweise:

  • brüchige Nägel,
  • gröbere Gesichtszüge,
  • blasse oder trockene Haut, die sich kalt anfühlt,
  • Arm- und Beinschwellungen,
  • feine und brüchige Haare.

Blutuntersuchungen werden auch veranlasst, um die Schilddrüsenhormone TSH und T4 zu messen.
Es können auch Untersuchungen durchgeführt werden für:

  • Cholesterinspiegel,
  • großes Blutbild,
  • Leberenzyme,
  • Prolaktin,
  • Natrium.

 

Was ist die Therapie bei Hypothyreose?

Die Behandlung besteht in der täglichen Verabreichung von Levothyroxin (Thyroxin) in Form von Tabletten, zu den häufigsten verschriebenen Medikamenten zählt Euthyrox.
Dieses ersetzt das Thyroxin, das die Schilddrüse nicht produziert. Viele Menschen fühlen sich schon bei Beginn der Behandlung viel besser. Am besten ist, die Tablette auf nüchternen Magen zu nehmen (vor dem Frühstück), denn einige calcium- oder eisenreiche Lebensmittel können mit der Absorption des Levothyroxins im Darm interferieren.
Aus demselben Grund darf man die Levothyroxintablette nicht zur selben Zeit einnehmen, in der Nahrungsergänzungsmittel mit Calcium und Eisen eingenommen werden.

Wann sollte man mit der Behandlung beginnen?
Die Ärzte empfehlen, die Therapie so früh wie möglich nach der Diagnose zu beginnen, doch nur nach ärztlicher Vorgabe.

Therapie der Hypothyreose,Stoffwechsel,langsam,zunehmen,Schilddrüse,DrüseWas ist die richtige Dosis von Levothyroxin?
Die meisten Erwachsenen benötigen eine Dosis zwischen 50 und 150 Mikrogramm pro Tag.
Manchmal wird zunächst eine niedrige Dosis verschrieben, vor allem für Menschen über 60 Jahre oder für Personen mit Herzproblemen, doch mit der Zeit wird die Dosis schrittweise erhöht.
Die Blutuntersuchungen werden in der Regel alle 2-3 Monate durchgeführt und dann kann die Dosis entsprechend angeglichen werden.
Die Blutanalysen messen das TSH (Thyreoidea-stimulierendes Hormon).

Wenn der TSH-Spiegel im Blut einmal normal ist, bedeutet das, dass die richtige Dosierung von Levothyroxin erreicht wurde.
Es genügt dann, den TSH-Spiegel einmal im Jahr zu kontrollieren. Die Dosis muss in den ersten Phasen einer Schwangerschaft angeglichen werden. Auch ältere Menschen können eine niedrigere Dosis von Levothyroxin benötigen.

Was tun, wenn eine Tablette vergessen wurde?
Hin und wieder vergisst jeder einmal, die Tablette zu nehmen. Man muss sich darüber nicht beunruhigen, denn es ist nicht gefährlich, einmal eine Tablette auszulassen.
Hat man die Einnahme einer Dosis vergessen, sollte man sie nehmen, wenn man feststellt, dass nur 2 oder 3 Stunden seit der gewöhnlichen Einnahmezeit vergangen sind.
Nach Ablauf dieses Zeitraums sollte man die Tablette ganz weglassen und die nächste Dosis zur üblichen Stunde einnehmen.
Man sollte keine zwei Dosen zusammen einnehmen, um die vergessene Tablette zu ersetzen. Jedoch sollte man versuchen, Levothyroxin regelmäßig jeden Morgen einzunehmen, um einen größtmöglichen Nutzen davon zu erhalten.


Altersabhängige Behandlung der Hypothyreose für Kinder und schwangere Frauen
Für die meisten Menschen dauert die Behandlung ein ganzes Leben an. Selten vergeht eine Hypothyreose von selbst, mit Ausnahme der folgenden Fälle:

  1. Manchmal ist die Hypothyreose bei Kindern und Jugendlichen ein vorübergehender Zustand (das gilt nicht für Kinder, die mit einer Hypothyreose geboren werden).
  2. Manche Frauen entwickeln nach der Geburt des Kindes ein Ungleichgewicht der Schilddrüse.
    Wenn dies eintritt, geschieht das gewöhnlich drei bis sechs Monate nach der Geburt. Oft hält dieser Zustand nur wenige Monate an und vergeht dann wieder.
    Eine Therapie ist nur in wenigen Fällen erforderlich. Jedoch ist eine jährliche Blutuntersuchung angezeigt, weil ein größeres Risiko besteht, in Zukunft eine Autoimmunthyreoiditis und eine langfristige Hypothyreose zu entwickeln.

Das Meer
Meeresluft hat eine höhere Jodkonzentration, doch um die Schilddrüse zu beeinflussen, muss man es schlucken. Die Meeresluft begünstigt die Schilddrüse also nicht.

Gibt es Nebenwirkungen oder Probleme bei der Therapie?

In der Regel nicht.
Die Levothyroxin-Tabletten ersetzen ein natürliches Hormon des Körpers, Nebenwirkungen sind daher selten. Jedoch können sich bei bestehender Angina pectoris zu Beginn der Behandlung mit Levothyroxin anginöse Schmerzen verschlimmern.

Wenn zu viel Levothyroxin genommen wird, können Symptome und Probleme einer überaktiven Schilddrüse auftreten, zum Beispiel Herzklopfen (Palpitationen), Durchfall, Reizbarkeit, Schweißausbrüche und ein erhöhtes Risiko, eine Osteoporose zu entwickeln.
Die Blutuntersuchungen dienen der Feststellung, ob die eingenommene Dosis korrekt ist.

Andere Medikamente können mit der Wirkung von Levothyroxin interferieren, zum Beispiel: Eisenpräparate, Carbamazepin, Phenytoin und Rifampicin.
Wenn man mit der Einnahme eines dieser Medikamente beginnt oder die Dosis eines Medikamentes verändert, könnte es erforderlich sein, auch die Dosis von Levothyroxin zu verändern.
Der Arzt empfiehlt die richtige Dosis.
Wird Warfarin eingenommen, muss man unter Umständen die Dosis ändern, wenn die Menge von Levothyroxin verändert wird.

Naturheilmittel bei Hypothyreose

Es gibt keine Naturheilmittel, um eine Hypothyreose zu behandeln, doch können Lebensmittel in gewissen Fällen helfen.

Was sollte man essen? Diät und Ernährung bei Hypothyreose
Experten empfehlen den Menschen eine ausgewogene (und eventuell die Gewichtsabnahme fördernde) Ernährung, um die meisten Nährstoffe aufzunehmen.

Nahrungsergänzungsmittel
Jod ist ein essentielles Mineral für die Schilddrüse. Jedoch können Menschen mit einer Autoimmunerkrankung der Schilddrüse auf die schädigenden Nebenwirkungen von Jod empfindlich reagieren.
Das Einnehmen von Jodtropfen oder Lebensmitteln, die einen hohen Jodgehalt haben, wie zum Beispiel Algen, kann Hypothyreose oder Hyperthyreose verschlimmern oder verursachen.

Schwangere Frauen benötigen mehr Jod, etwa 250 Mikrogramm am Tag, da das Kind Jod aus der Nahrung der Mutter entzieht.
In den Vereinigten Staaten absorbieren etwa 7 Prozent der schwangeren Frauen kein Jod aus der Nahrung oder über zusätzliche Vitaminpräparate.
Um den Jodbedarf zu decken, sollte man jodiertes Speisesalz, also mit Jod angereichertes Salz, und jodhaltige pränatale Vitamine verwenden.

Zu vermeidende Lebensmittel
Man sollte alle Lebensmittel vermeiden, die die Funktion der Schilddrüse verlangsamen: Sojabohnen, Kohl, Blumenkohl, Brokkoli, Fleisch, frittierte Lebensmittel, Zucker, Milch und Milchprodukte.

Langfristige Erwartungen (Prognose) bei Hypothyreose

In den meisten Fällen kehren bei einer geeigneten Behandlung die Schilddrüsenhormonspiegel wieder zur Normalität zurück.
Wahrscheinlich muss man für den Rest seines Lebens Schilddrüsenhormone einnehmen.