Symptome der Hyperthyreose

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Die Hyperthyreose (oder Überaktivität der Schilddrüse) ist eine Erkrankung, bei der die Schilddrüse zu viele Schilddrüsenhormone bildet: Trijodthyronin (T3) und Thyroxin (T4).
Die Hormonwerte von T3 und T4 im Blut werden durch das TSH (Thyreotropin) beeinflusst, ein Hormon, das in der Hypophyse (oder Hirnanhangsdrüse) produziert wird.

Die normalen Werte (Referenzwerte) dieser Hormone sind:

  • TSH: zwischen 0,3 und 5,5 mIU/l
  • Gesamt-Trijodthyronin (T3) 80 – 220 ng/dl
  • Freies Trijodthyronin (FT3) bei Erwachsenen 260-480 pg/dl
  • Freies Thyroxin (FT4) 0,7 – 1,8 ng/dl
  • Gesamt-Thyroxin (T4) 4 – 12,3 μg/dl

Die Hyperthyreose kann den Stoffwechsel im Körper merklich steigern und damit einige Symptome verursachen, wie plötzlichen Gewichtsverlust, schnellen oder unregelmäßigen Herzschlag, Schwitzen, Nervosität oder Reizbarkeit.

Was ist die Schilddrüse?

Die Schilddrüse ist eine Drüse mit der Form eines Schmetterlings. Sie ist 5 cm lang und wiegt weniger als 30 Gramm.
Sie befindet sich am vorderen Hals unter dem Kehlkopf und hat zwei Lappen, jeweils einen seitlich neben der Luftröhre.
Die Schilddrüse ist eine Drüse, die zum endokrinen System gehört. Die Drüsen des endokrinen Systems erzeugen, speichern und setzen Hormone in den Blutkreislauf frei.
Die Hormone verteilen sich im gesamten Körper und steuern die Aktivität der Körperzellen.
Die Schilddrüse erzeugt zwei Schilddrüsenhormone, Trijodthyronin (T3) und Thyroxin (T4).
Das T3 stammt vom T4 und ist die aktivere Form, weil es das Gewebe direkt beeinflusst.
Die Schilddrüsenhormone beeinflussen Stoffwechsel, Gehirnentwicklung, Atmung, Herz, Nervensystem, Körpertemperatur, Muskelkraft, Hauttrockenheit, Menstruationszyklus, Körpergewicht und Cholesterinspiegel.

Die Produktion der Schilddrüsenhormone T3 und T4 wird durch das Hormon TSH gesteuert, das in der Hirnanhangsdrüse gebildet wird. Sind die Schilddrüsenhormonspiegel im Blut erniedrigt, setzt die Hypophyse mehr TSH frei. Sind die Schilddrüsenhormone erhöht, antwortet die Hypophyse mit einer verminderten TSH-Produktion.

Klassifikation der Hyperthyreose

  1. Man spricht von primärer Hyperthyreose, wenn die Krankheit in der Schilddrüse entsteht.
  2. Eine sekundäre Hyperthyreose bedeutet, dass die Schilddrüse durch einen Überschuss an Thyreotropin (TSH) im Blutkreislauf hervorgerufen wird.

Die Hyperthyreose ist:

  1. evident, wenn sie vollständig entwickelt ist und die Symptome typisch für die Erkrankung sind;
  2. subklinisch, wenn die Symptome leicht oder unspezifisch sind und nicht auf eine Schilddrüsenfunktionsstörung schließen lassen.

Risikofaktoren der Hyperthyreose

Die Hyperthyreose, speziell der Morbus Basedow, ist erblich bedingt und kommt bei Frauen häufiger als bei Männern vor.
Hat ein weiteres Familienmitglied eine Schilddrüsenerkrankung, sollte man mit dem Arzt sprechen, um herauszufinden, was es für die Gesundheit bedeuten kann und ob er eine Empfehlung hat, wie die Schilddrüsenfunktion unter Kontrolle gehalten werden kann.

Was sind die Ursachen der Hyperthyreose?

Die Hyperthyreose hat verschiedene Ursachen, darunter:

  • Morbus Basedow
  • Schilddrüsenknoten
  • Thyreoiditis oder Schilddrüsenentzündung
  • Aufnahme von zu viel Jod
  • Einnahme zu vieler synthetischer Schilddrüsenhormone, wie sie gewöhnlich zur Behandlung von Hypothyreose eingenommen werden, zum Beispiel Medikamente wie Euthyrox

Selten wird eine Hyperthyreose durch ein Hypophysenadenom verursacht, einen nicht kanzerösen Tumor der Hirnanhangdrüse. In diesem Fall entsteht die Hyperthyreose durch zu viel TSH.

 

Morbus Basedow

Der Morbus Basedow ist auch bekannt als toxisch diffuse Struma (Kropf) und ist die häufigste Ursache für Hyperthyreose bei Erwachsenen, Jugendlichen und Kindern.
Morbus Basedow ist eine Autoimmunerkrankung.
Normalerweise schützt das Immunsystem den Körper vor Infektionen, indem es Bakterien, Viren und andere schädigende Fremdsubstanzen ermittelt und zerstört.
Doch bei Autoimmunerkrankungen attackiert das Immunsystem die Zellen des Körpers und der Organe.
Bei Morbus Basedow produziert das Immunsystem Autoantikörper, sogenannte Thyreoidea-stimulierdende Immunglobuline (TSI), die sich an der äußeren Membran der Schilddrüsenzellen anheften. Das TSI agiert wie das TSH und stimuliert die Schilddrüse zur Schilddrüsenhormonproduktion.

 

Schilddrüsenknoten

Schilddrüsenknoten, auch Adenome genannt, sind Gewebemassen, die sich in der Schilddrüse bilden.
Schilddrüsenknoten treten häufig auf und sind gewöhnlich nicht tumorös. Sie treten bei etwa 5 % der Bevölkerung der Vereinigten Staaten auf.
Diese Knoten können überaktiv werden und zu viel Schilddrüsenhormon produzieren.
Ein einziger hyperaktiver Knoten wird toxisches Adenom genannt. Viele hyperaktive Knoten werden als multinodulärer toxischer Kropf bezeichnet.
Oftmals trifft man diesen bei älteren Menschen an.
Maligne Schilddrüsenknoten können zu Veränderungen der Stimme und vergrößerten Lymphknoten führen und in den schwerwiegenderen Fällen verursachen sie Schluckstörungen.

 

Thyreoiditis

Die Thyreoiditis ist eine Schilddrüsenentzündung, die zur Freisetzung von Schilddrüsenhormonen aus der Schilddrüse führt. Zunächst führt die Abgabe zu hohen Hormonspiegeln im Blut, die für 1-2 Monate eine Hyperthyreose verursachen.
Die meisten Menschen entwickeln danach eine Hypothyreose, das heißt, dass die Schilddrüsenhormonspiegel zu niedrig werden, ehe die Schilddrüse wieder vollständig ausgeheilt ist.

Verschiedene Arten von Thyreoiditis können eine Hyperthyreose verursachen, der eine Hypothyreose folgt:

  1. Subakute Thyreoiditis. Diese Erkrankung provoziert eine schmerzhafte Entzündung und Vergrößerung der Schilddrüse.
    Experten sind sich nicht über die Ursache der subakuten Thyreoiditis sicher, sie kann mit einer viralen oder bakteriellen Infektion verbunden sein. Die Krankheit vergeht in der Regel nach einigen Monaten von selbst wieder.
  2. Postpartale Thyreoiditis. Diese Art der Thyreoiditis entwickelt sich bei einer Frau nach einer Entbindung.
  3. Stille Thyreoiditis. Diese Thyreoiditis wird als „still“ bezeichnet, denn sie ist schmerzlos wie die postpartale Thyreoiditis, auch wenn die Schilddrüse vergrößert sein kann. Wie die postpartale Thyreoiditis ist die stille vermutlich eine Autoimmunerkrankung und entwickelt manchmal den Zustand einer permanenten Hypothyreose.

 

Hyperthyreose,Anatomie der Schilddrüse,Lappen,Isthmus,Trachea,LarynxZu viel Jod in der Nahrung

Die Schilddrüse benötigt Jod für die Produktion der Hormone, somit beeinflusst die Menge des verzehrten Jods die Menge der Schilddrüsenhormone.
Manche Personen, die eine große Menge Jod verzehren, können eine überschüssige Sekretion von Schilddrüsenhormon haben.
In manchen Medikamenten sind deutliche Mengen von Jod vorhanden, zum Beispiel in Amiodaron, das zur Behandlung von Herzerkrankungen verwendet wird oder in Nahrungsergänzungsmitteln, die Algen enthalten.
Manche Hustensäfte enthalten eine große Jodmenge.
Welches Speisesalz sollte man essen? Empfohlen ist Speisesalz mit niedrigem Jodgehalt, in jedem Fall ist es besser, dieses Nahrungsmittel in der Ernährung so weit wie möglich zu reduzieren.

Viele Leute denken, man dürfe nicht ans Meer gehen, wenn man unter einer Hyperthyreose leidet, weil man Jod einatmen kann. Tatsächlich jedoch ist nur wichtig, wenig Jod mit der Nahrung aufzunehmen.

 

Zu viele Medikamente mit synthetischen Schilddrüsenhormonen

Manche Menschen, die als Behandlung einer Hypothyreose synthetische Schilddrüsenhormone einnehmen, können es damit übertreiben. Personen, die solche Hormone einnehmen, sollten den Arzt wenigstens einmal im Jahr aufsuchen, um die Schilddrüsenhormonspiegel zu kontrollieren, und die Dosisempfehlungen des Arztes befolgen.
Einige andere Medikamente können mit synthetischen Schilddrüsenhormonen interagieren und die Hormonspiegel im Blut anheben.
Wer synthetische Schilddrüsenhormone einnimmt, sollte den Arzt nach möglichen Wechselwirkungen befragen, wenn sie mit der Einnahme neuer Medikamente beginnen.

Was sind die Symptome bei Hyperthyreose?

  • Unruhiges, nervöses, emotionales, reizbares und launisches Verhalten
  • Stress und Angst
  • Ständiger Bewegungsdrang
  • Schlaflosigkeit
  • Händezittern
  • Gewichtsverlust trotz gesteigerten Appetits
  • Herzklopfen (Palpitationen)
  • Schweißausbrüche, Hitzeaversion und vermehrter Durst. Manche Patienten frieren im Winter nicht und können auch bei 10° Außentemperatur kurzärmlig herumlaufen.
  • Durchfall oder häufigerer Stuhlgang als gewöhnlich
  • Probleme wie Haarausfall oder Juckreiz
  • Zerbrechliche Nägel
  • Veränderungen des Menstruationszyklus – Menstruationen können sehr schwach werden oder weniger häufig auftreten, in manchen Fällen können sie sogar ganz aussetzen (Amenorrhoe), auch wenn die Frau noch nicht in der Menopause ist.
  • Müdigkeit und Muskelschwäche werden oft von Patienten beklagt
  • Konzentrationsschwierigkeiten
  • Gedächtnisverlust
  • Es kann eine Schwellung der Schilddrüse (ein Kropf) am Hals auftreten
  • Sehstörungen bei Morbus Basedow
  • Hervortretende Augen
  • Verminderung der weiblichen und männlichen Fruchtbarkeit sowie Verringerung der Libido (sexuelle Lust)
  • Hyperthyreose kann zu Gewichtsverlust führen, denn der Stoffwechsel ist beschleunigt.
  • Die Schilddrüsenhormone können den Blutzucker erhöhen, denn die Glykolyse wird begünstigt, wodurch das Risiko für Diabetes steigt.
  • Hyperkalzämie (Erhöhung der Calciumwerte im Blut)

Die meisten Menschen mit Hyperthyreose leiden nicht an allen Symptome, doch eine Kombination von wenigstens zwei davon kommt häufig vor.
Die Symptome entwickeln sich langsam, gewöhnlich über einige Wochen, wenn die Hyperthyreose moderat oder gravierend ist.
Alle Symptome können auch durch andere Krankheiten hervorgerufen werden, die Diagnose könnte also anfangs noch nicht klar sein.
Die Symptome können in der ersten Phase leicht sein, sie verschlimmern sich jedoch, wenn der Thyroxinspiegel im Blut schrittweise zunimmt.

 

Symptome der Hyperthyreose
Symptome der Hyperthyreose

Mögliche Komplikationen oder Folgen der Hyperthyreose

Eine unbehandelte Hyperthyreose kann zu folgenden Konsequenzen führen:

  • Ein höheres Risiko für Herzerkrankungen wie Arrhythmie, Vorhofflimmern, schwaches Herz (Kardiomyopathie), Angina pectoris oder Herzinsuffizienz.
  • Schwangere haben ein höheres Risiko, in der Schwangerschaft eine Komplikation zu entwickeln.
  • Es besteht ein erhöhtes Risiko für brüchige Knochen (Osteoporose).
  • Unter Behandlung sind die Aussichten gut. Mit erfolgreicher Behandlung vergehen die meisten Symptome, Risiken und Komplikationen.


Hyperthyreose in der Schwangerschaft

Während der Schwangerschaft wird die Hyperthyreose in der Regel durch Morbus Basedow verursacht und tritt bei Frauen bei einer von 500 Schwangerschaften auf.
Die unkontrollierte Hyperthyreose erhöht die Möglichkeit einer Fehlgeburt, vorzeitiger Wehentätigkeit und Präeklampsie, also eines gefährlichen Anstiegs des Blutdrucks in der späten Schwangerschaft.
Die Hyperthyreose kann bei einem Neugeborenen Folgen haben:

  • Beschleunigung der Herzfrequenz (Tachykardie), die zur Herzinsuffizienz führen kann;
  • vorzeitige Schließung der Schädelnähte (Fugen zwischen den Schädelknochen);
  • unzureichende Gewichtszunahme;
  • Reizbarkeit;
  • manchmal kann eine Vergrößerung der Schilddrüse auf die Luftröhre drücken und die Atmung beeinträchtigen.

Frauen mit Morbus Basedow und ihre Neugeborenen müssen ärztlich betreut werden.
Frauen mit Hyperthyreose sollten über ihre Erkrankung mit ihrem Arzt sprechen, ehe sie schwanger werden.
Die Symptome der Schilddrüsenüberfunktion können während der Schwangerschaft schwierig zu beurteilen sein.
Normalerweise wird die Schilddrüse bei gesunden Frauen, die schwanger werden, größer.
Einige Anzeichen einer Hyperthyreose sind:

  • schneller und unregelmäßiger Herzschlag,
  • leichtes Zittern,
  • unerklärlicher Gewichtsverlust,
  • keine normale Gewichtszunahme.

 

Postpartale Thyreoiditis

Diese Infektion der Schilddrüse betrifft etwa 5-10 Prozent der Frauen im ersten Jahr nach einer Geburt.
Die postpartale Thyreoiditis führt zur Hyperthyreose, die allgemein 1 bis 2 Monate andauert und es wird angenommen, dass es sich dabei um eine Autoimmunkrankheit handelt.
Diese Erkrankung wiederholt sich vermutlich bei weiteren Schwangerschaften.
Die postpartale Thyreoiditis wird manchmal nicht diagnostiziert, weil die Symptome mit denen einer postpartalen Depression verwechselt werden, wie Müdigkeit und Gemütsschwankungen, die zuweilen nach der Geburt eines Kindes auftreten.

Wenn die Ermüdungserscheinungen nicht innerhalb weniger Monate wieder vergehen oder eine Frau eine postpartale Depression entwickelt, sollte sie mit ihrem Arzt darüber sprechen.
Die Frau könnte eine bleibende Schilddrüsenerkrankung entwickelt haben und Medikamente benötigen.