Ursachen für Rückenschmerzen

Mit Kreuzschmerzen (also Rückenschmerzen im unteren Rücken) macht fast jeder im Leben Bekanntschaft, bis zu 90% der Bevölkerung trifft es mindestens einmal.

Bei etwa 50% kommen diese schmerzhaften Episoden häufiger vor.
Kreuzschmerzen sind in erster Linie ein Beschwerdebild, das die verschiedenen Schmerzursachen zusammenfasst, und keine Erkrankung als solche.

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Übung nach McKenzie bei Lumbalgie

In den meisten Fällen ist trotz einer gründlichen Untersuchung keine bestimmte Ursache erkennbar.

Rückenschmerzen können aus den verschiedensten Gründen entstehen, doch häufig zeigen Magnetresonanz und andere Untersuchungsverfahren keine Ergebnisse und die stechenden Schmerzen verschwinden von allein. In diesem Artikel werden viele Ursachen für Rückenschmerzen und die richtige Beurteilung angeführt. Es ist wichtig, mit dem Arzt ausführlich über Beschwerden und Symptome zu sprechen; er wird daraufhin gezielte Untersuchungen veranlassen, um die zahllosen, infrage kommenden Ursachen einzugrenzen und die Diagnose zu stellen. Danach richtet sich auch die individuelle Therapie.


Rückenschmerzen sind nach der einfachen Erkältung die zweithäufigste Ursache für eine Krankmeldung am Arbeitsplatz. Sie sind auch die häufigste Ursache für einen Besuch beim Arzt oder in der Notaufnahme im Krankenhaus. Auf der Liste der neurologischen Erkrankungen stehen die Rückenschmerzen an zweiter Stelle, auf Platz eins liegen die Kopfschmerzen.
Bei 90% der Betroffenen klingen die Symptome, unabhängig von der Behandlung, innerhalb von 2 Monaten ab, auch wenn eine Nervenwurzelreizung vorliegt.
Man spricht von akutem Schmerz, wenn er weniger als einen Monat anhält, von chronischem Schmerz, wenn er länger bestehen bleibt.

 

Die Ursachen für Rückenschmerzen

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Lendenwirbelsäule

Kreuzschmerz ist ein Symptom. Zu den häufigsten Ursachen für Rückenschmerzen zählen Muskelkontrakturen oder Knochen- und Nervenerkrankungen der Wirbelsäule. Schmerzen, die durch Störungen an Unterleibsorganen, Becken oder Brustkorb entstehen, können auch hinten am Rumpf spürbar werden, man spricht hier von übertragenen Schmerzen. Viele Unterleibsbeschwerden, wie Blindarmentzündung, Aneurysmen, Nierenerkrankungen, Probleme an den Eierstöcken, sowie Nieren-, Blasen-, Beckenbodeninfektionen können Rückenschmerzen verursachen.
Eine ganz normale Schwangerschaft kann auf verschiedene Art für Rückenschmerzen sorgen, dazu gehören überdehnte Bänder im Becken, Reizung der Nerven und Überbeanspruchung des unteren Rückenbereichs. Der Arzt muss diese Faktoren berücksichtigen, wenn er den Schmerz untersucht.
Nervenwurzel-Syndrome (wie Lumboischialgie oder Lumbocruralgie) verursachen die Symptome einer Nervenkompression (direkte Reizung eines Nervs).
Oftmals werden sie durch einen Bandscheibenvorfall (Protrusion) in der Lendenwirbelsäule verursacht. Die Ischialgie ist ein Beispiel für die Kompression einer Nervenwurzel.
Ein eingeklemmter Nerv verursacht einen stechenden Schmerz, ist auf eine bestimmte Region begrenzt und es tritt ein Taubheitsgefühl in dem Bein auf, das durch diesen Nerv innerviert wird.

Bandscheibenvorfall: Bandscheiben degenerieren im Laufe der Zeit und flachen ab. Der zentrale Teil der Scheibe besteht aus einer Gallertmasse, die beim Austreten aus ihrem Sitz gegen eine Nervenwurzel drücken kann. Die Bandscheiben beginnen ab der dritten Lebensdekade zu degenerieren. Bandscheibenvorfälle werden bei einem Drittel aller Erwachsenen über 20 Jahren verzeichnet. Aber nur 3% davon klagen über die Symptome eines eingeklemmten Nervs.


Eine Spondylose tritt mit zunehmendem Alter auf, weil die Bandscheiben mit der Zeit an Flüssigkeit und Volumen verlieren. Die Höhe der Bandscheibe nimmt ab und die Wirbel nähern sich auf dieser Weise einander an. Nun können selbst kleine Traumata zu Entzündung und Quetschung der Nervenwurzel führen.
In dieser Situation kann eine klassische Ischialgie ohne Bandscheiben-Ruptur entstehen.

Die Degeneration der Bandscheibe kann zusammen mit einer Arthrose der Wirbelgelenke zu einer Verengung des Spinalkanals führen: die Spinalstenose. Diese Veränderungen an Bandscheibe und Gelenken können gravierende Beschwerden verursachen und sind auf einer Röntgenaufnahme gut erkennbar. Wer an Spinalstenose leidet, kann Schmerzen beklagen, die bei langem Stehen oder kurzen Spaziergängen bis in die unteren Extremitäten ausstrahlen.


Das Cauda-equina-Syndrom kann als medizinischer Notfall bezeichnet werden, bei dem das Rückenmark gequetscht wird. Das Bandscheibenmaterial dehnt sich bis in den Wirbelkanal aus und komprimiert die Nerven. Die Betroffenen verspüren schmerzhafte Stiche, außerdem sind Sensibilitätsverlust und Dysfunktion von Darm und Blase möglich. Auch die Harnkontrolle kann wegen Inkontinenz oder Problemen beim Harnlassen beeinträchtigt werden.

Die Rückenschmerzen verursachenden Skelett-Muskel-Schmerzsyndrome sind Fibromyalgie und myofasziale Schmerzsyndrome.

Die Fibromyalgie erzeugt diffusen Schmerz und Steifigkeit im ganzen Körper. Zu den Symptomen zählen ein allgemeines Steifheitsgefühl, Müdigkeit und Muskelschmerzen.


Myofasziale Schmerzen charakterisieren sich durch Beschwerden und Steifheit in bestimmten Körperzonen (Triggerpunkte), Bewegungseinschränkung der betroffenen Muskelgruppen und Schmerzen mit spezifischer Ausstrahlung, die aber auf einen bestimmten peripheren Nerv begrenzt bleiben. Gewöhnlich lässt der Schmerz bei Dehnung der betroffenen Muskelgruppe nach. Faser-Muskel-Schmerzen werden oft von Muskelkontrakturen begleitet.

Knochenmarksinfektionen (Osteomyelitis) der Wirbelsäule sind eine seltene Ursache für akute Rückenschmerzen.

Wirbelsäulen-Arthritis: Die Spondylitis ankylosans (auch rheumatoide Spondylitis oder Morbus Bechterew genannt) kann Schmerzen und eine Versteifung der Wirbelsäule verursachen, besonders morgens. Normalerweise tritt die Erkrankung erstmalig im jungen Erwachsenenalter auf.

Tumore, insbesondere bösartige Tumore, können die Ursache für eine starke Lumbalgie darstellen.


Eine akute Nervenentzündung der Wirbelsäule kann durch eine Herpes-Zoster-Virusinfektion erzeugt werden. Diese Erkrankung kann im Bereich des Brustkorbs auftreten und Schmerzen im oberen Rückenbereich verursachen, oder aber im Lendenbereich auftreten, wodurch Schmerzen im unteren Rückenbereich entstehen.

Wie sich aus der langen, aber keineswegs vollständigen Liste der möglichen Ursachen für Rückenschmerzen ergibt, ist eine gründliche ärztliche Einschätzung wichtig, um die richtigen Diagnoseverfahren durchzuführen.

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