Lumbalkanalstenose

Die Lumbalkanalstenose (oder Spinalkanalstenose) ist eine Verengung des Wirbelkanals, der das Rückenmark und die Nervenwurzeln enthält.

Die Stenose kann auf Rückenmark und die durch die Wirbelsäule verlaufenden Nerven drücken.

Diese Störungen treten am häufigsten an Hals und Lendenwirbelsäule auf.

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Eine Spinalstenose ist die Verengung von mindestens einem der beiden Bereiche der Wirbelsäule, in denen die Nerven verlaufen:

  1. Der Kanal in der Mitte der Wirbelsäule, der Rückenmark und Nervenwurzeln enthält.
  2. Die Öffnungen zwischen den Wirbeln (Knochen des Rückens), durch die die Nerven aus der Wirbelsäule austreten und in die anderen Bereiche des Körpers führen.

Es gibt zwei Arten der Spinalstenose: zervikale Stenose und lumbale Stenose. Während die Lumbalstenose viel häufiger auftritt, ist die Zervikalstenose viel gefährlicher, denn sie komprimiert das Rückenmark schon im obersten Bereich.


Wer leidet an Spinalstenose?

Diese Erkrankung ist am häufigsten bei Männern und Frauen ab dem 50. Lebensjahr. Sie kann aber auch bei jüngeren Menschen auftreten, die bereits mit einem verengten Spinalkanal geboren wurden oder eine Verletzung der Wirbelsäule erlitten haben.

 

Was verursacht eine Lumbalkanalstenose?

Die häufigsten Ursachen der Spinalkanalstenose sind Arthrose oder Degeneration der Zwischenwirbelscheibe.
Wie bei anderen Körpergelenken, tritt die Arthrose häufig in der Wirbelsäule als Teil eines normalen Alterungsprozesses auf.
Arthrose kann zum Verlust des Knorpels zwischen den korrespondierenden Knochen der Gelenke, zur Ausbildung eines Knochensporns (Osteophyt), zur Höhenminderung der Bandscheibe zwischen den Wirbeln der Wirbelsäule (degenerative Diskuserkrankung, auch als Spondylose bekannt) und zu vermehrtem Wachstum (Hypertrophie) der Bandstrukturen führen.

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Röntgen und Resonanztomographie der Spondylolisthesis

Die Degeneration der lumbalen Bandscheiben kann Spondylolisthesis verursachen: die Verschiebung eines Wirbels über den darunter liegenden Wirbel kann im schlimmsten Fall zu Instabilität und neurologischen Symptomen führen.
Diese Beschwerden können den normalerweise vorhandenen Platz für die Nerven im Spinalkanal verringern. Die Folge ist eine direkte Kompression auf das Nervengewebe, was die Symptome der Lumbalkanalstenose verursacht.

Die Wirbelkanalstenose kann auch von anderen Erkrankungen, die den Raum im Spinalkanal oder im Wirbelloch verringern, verursacht sein.
Diese Erkrankungen sind:

  • Rheumatoide Arthritis. Die rheumatoide Arthritis betrifft gewöhnlich Menschen unter 60 Jahren und verursacht Entzündungen der Weichgewebe und der Synovialmembran der Gelenke (Synovitis). Auch wenn das keine häufige Ursache für die Spinalkanalstenose ist, beginnen die Schäden an den Bändern, Knochen und Gelenken mit der Synovitis. Die Abschnitte der Wirbelsäule mit der größten Beweglichkeit (zum Beispiel die HWS) sind am häufigsten von rheumatoider Arthritis betroffenen.
  • Tumoren (abnorme Gewebsbildungen in den Strukturen, die den Spinalkanal bilden).
  • Infektion.
  • Störungen des Knochenstoffwechsels verschiedener Art verursachen Knochenwachstum, wie beispielsweise die Paget-Krankheit.

Diese Ursachen sind jedoch viel seltener als die Arthrose.

Symptome einer Spinalkanalstenose

  • Rückenschmerzen. Menschen mit Spinalkanalstenose haben nicht immer Rückenschmerzen. Das hängt von dem Grad der Arthrose ab.
  • Brennende Schmerzen im Gesäß und in den Beinen (Ischialgie). Der Druck auf die Spinalnerven kann Schmerzen in den Bereichen verursachen, zu denen die Nerven gelangen.
    Die Beschwerden werden als Schmerz oder brennendes Gefühl beschrieben. In der Regel beginnen sie im Gesäß und strahlen in die Beine aus.
    Der an den Beinen entlangziehende Schmerz wird „Ischialgie“ genannt.
    Im weiteren Verlauf kann der Schmerz auch im Fuß auftreten.
  • Taubheitsgefühl oder Ameisenkribbeln in Gesäß und Bein. Mit zunehmendem Druck auf den Nerv werden Taubheitsgefühl und Kribbeln oft von brennendem Schmerz begleitet. Nicht alle Patienten werden alle Symptome gleichzeitig aufweisen.
  • Schwäche in den Beinen oder „Stolperbeine“. Hat der Druck einmal einen kritischen Punkt erreicht, kann man Schwäche in einer oder beiden unteren Extremitäten verspüren. Manche Patienten stolpern über einen Fuß oder haben das Gefühl, dass der Fuß beim Gehen auf dem Boden schleift.

Der Schmerz nimmt ab, wenn man sich nach vorn beugt oder sitzt.

Studien über die Wirbelsäule zeigen, dass das Vorwärtsbeugen den für die Nerven erforderlichen Raum erweitert.
Patienten empfinden im Liegen oder Sitzen Erleichterung.
Der Schmerz verschlimmert sich im Stehen oder Gehen.

Manche Patienten können mit dem Fahrrad fahren oder auf einen Gehwagen abgestützt gehen. Schon ein Spaziergang um 1 oder 2 Häuserblocks kann zu starken Ischiasschmerzen führen.

Schwerwiegende Fälle einer Spinalstenose können zu Inkontinenz und Lähmungen führen.

 

Diagnose der Spinalkanalstenose

Die körperliche Untersuchung besteht in der Prüfung des Bewegungsumfangs des Rückens und im Tastbefund, um die tauben Bereiche herauszufinden.

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Lasegue-Test für den Ischiasnerv

Die Beine können untersucht und ihr Bewegungsumfang, ihre Kraft, ihre Sensibilität und ihr Reflexverhalten getestet werden.
Flanken und Knie sollten begutachtet werden, weil Probleme dieser Gelenke ähnliche Symptome zeigen können, wie sie bei Lumbalstenose auftreten.
Nach der Untersuchung kann der Arzt technische Untersuchungen anordnen, um anatomische Anzeichen einer Lumbalkanalstenose zu verifizieren.
Die erste Untersuchung ist eine einfache Röntgenaufnahme des Rückens.
Die Ärzte können auch eine Röntgenuntersuchung des Beckens des Patienten anordnen, je nachdem, was bei der körperlichen Untersuchung suspekt gewesen ist.
Die Röntgenaufnahme kann dem Arzt verschiedene Anzeichen liefern, die mit einer Spinalstenose zusammenhängen, einschließlich des Höhenverlustes der Bandscheibe, das Vorliegen von Knochenspornen (Osteophyten) und eine spinale Instabilität (abnorme Bewegung zwischen den Wirbelkörpern).
Die endgültige Diagnose einer Lumbalkanalstenose wird durch ein MRT (Magnetresonanztomographie) oder ein CT erstellt.
Diese fortschrittlichen Untersuchungsmethoden machen die Nerven des Rückens sichtbar und können aufzeigen, ob diese durch eine Lumbalstenose eingeengt sind.
In einigen Fällen erfolgen spezielle Nervenuntersuchungen: Elektromyographie (EMG) oder eine Studie der Nervenleitgeschwindigkeit.
Diese Untersuchungen können Schäden oder Reizungen der Nerven als Folge der Kompression der Lumbalkanalstenose aufzeigen.