Symptome der Labyrinthitis

Die Labyrinthitis ist eine Infektion des Innenohrs. Bei dieser Erkrankung entsteht eine Entzündung des Labyrinths (empfindliche Struktur des Innenohrs) und verursacht Hörverlust und Gleichgewichtsverlust.

Gewöhnlich sind Erwachsene betroffen, selten entwickeln auch Kinder diese Erkrankung.
Die Labyrinthitis wird nicht übertragen (ist nicht ansteckend).

Anatomie des Labyrinths

Das Labyrinth ist der innerste Teil des Ohres.

Es ist in zwei Bereiche unterteilt:

  • Schnecke (Cochlea): verantwortlich für das Hören,
  • Vestibularissystem: verantwortlich für das Gleichgewicht.

 

Ursachen der Labyrinthitis

Ursachen der Labyrinthitis können sein:

Infektiöse Labyrinthitis. Virale und bakterielle Infektionen der oberen Atemwege verursachen die Labyrinthitis.

Viren, die am häufigsten eine Labyrinthitis verursachen, sind:

  • Erkältungsvirus
  • Herpes zoster (virale Labyrinthitis)
  • Mumps
  • Masern
  • Röteln

Die bakterielle Labyrinthitis kann folgende Formen aufweisen:

1) Toxisch, wenn sie durch bakterielle Toxine verursacht ist.
2) Eitrig (suppurativ), in diesem Falle kommt es zu einer schwerwiegenden Entzündung, die sich in 4 Stadien entwickeln kann:

  • serös, verursacht eine Entzündung und bildet Flüssigkeit;
  • eitrig (purulent), mit einer Ansammlung von Eiter;
  • fibrös, durch die Bildung von Granulationsgewebe charakterisiert;
  • ossifizierend, hier kommt es zur Bildung von Knochengewebe im Labyrinth.

Autoimmunerkrankungen. Das Immunsystem produziert weiße Blutkörperchen und Antikörper zur Bekämpfung von Infektionen. Bei einer Autoimmunerkrankung greift das Immunsystem gesundes Körpergewebe an und verursacht Läsionen und Entzündungen.
Eine Migräne, ein Schlaganfall oder eine transitorisch ischämische Attacke (TIA) können einige Symptome der Labyrinthitis, wie Schwindel, verursachen.

Zu den Ursachen zählen:

  • Flugreisen oder Autofahrten auf kurvenreichen Bergstraßen
  • hoher Blutdruck
  • Diabetes

 

Symptome der Labyrinthitis

Die drei häufigsten Symptome der Labyrinthitis sind Schwindel (Vertigo), Schwerhöhrigkeit (Hypakusis) und Pseudoschwindel (die Person hat das Empfinden, sich zu „drehen“, während das Zimmer steht oder die Person steht und das Zimmer „dreht“ sich im Kreis).
Die Labyrinthitis kann leicht (leichtgradig) oder schwer sein.
Manche Menschen fühlen sich nur geringgradig benommen und ohne Gleichgewicht; andere wiederum können sich nicht auf den Beinen halten.
Der Hörverlust kann in einem oder in beiden Ohren auftreten.
Die virale Labyrinthitis verursacht keine bleibenden Schäden, während die bakterielle zu Taubheit führen kann.

Andere Symptome der akuten Labyrinthitis sind:

  • Druckgefühl
  • Tinnitus (Brummen und Pfeifen im Ohr), kann bilateral oder unilateral (in beiden oder einem Ohr) auftreten
  • Eiteraustritt
  • Ohrenschmerzen
  • Gefühl des Unwohlseins (Übelkeit)
  • Fieber bis 38 ºC oder darüber
  • Verschwommensehen
  • Doppelbilder
  • Angst und Stress
  • Depression
  • Panikattacken

Es gibt viele Tätigkeiten, die die Symptome verschlimmern, darunter:

  • Kopfbewegungen
  • Erkältung
  • viele Stunden vor dem Computer verbringen
  • Dunkelheit
  • enge Räume
  • große Menschenansammlungen
  • Müdigkeit
  • Menstruation
  • lange Konzentrationsphasen
  • langes Sitzen
  • lange Strecken gehen

Chronische Labyrinthitis
In seltenen Fällen leiden die Personen über viele Monate, auch Jahre, unter Drehschwindel und Schwindel. Diese Störung wird als chronische Labyrinthitis bezeichnet.
Die Symptome der chronischen Labyrinthitis sind nicht sehr schwerwiegend, auch wenn leichtgradige Schwindelzustände nicht zu unterschätzende Störungen sind.

 

Differentialdiagnose


Der Arzt, an den man sich wendet, ist der Ohrenarzt.
Um die Diagnose zu bestätigen, müssen andere Erkrankungen ausgeschlossen werden, darunter:

  • benigner paroxysmaler Lagerungsschwindel
  • Menière-Krankheit
  • vestibuläre Migräne
  • Läsionen der Halsarterie
  • Entzündung
  • Infektionen
  • TIA (transiente ischämische Attacke)
  • Blutung im Labyrinth
  • Hirnblutung
  • zervikaler Schwindel (weniger schwerwiegend) oder psychosomatisch verursachter Schwindel

Schlechte Angewohnheiten, die eine Blutung hervorrufen können, sind:

  • Rauchen
  • hohes Cholesterin
  • Übergewicht
  • Herzkrankheiten (arterielle Hypertension)
  • genetische Prädisposition für Herzkrankheiten und Schlaganfall

Magnetresonanztomographie, CT und Blutuntersuchungen sind die vom Arzt vorgegebenen Untersuchungen, um Probleme am Labyrinth zu diagnostizieren.

 

Komplikationen der Labyrinthitis

Die Labyrinthitis tritt oft ohne Komplikationen auf. Gelegentlich kann diese Erkrankung zu einem permanenten Hörverlust führen und Schäden am Gleichgewichtsorgan hinterlassen.
Das Gehirn kompensiert den Schaden, doch die Person fühlt sich unsicher.

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Behandlung der Labyrinthitis

Ein Patient mit akuter Labyrinthitis kann oft nicht aufrecht stehen und sucht den Bereitschaftsarzt auf, um die Ursache des Problems zu erfahren.

Arzneimittel
Wenn Schwindel, Pseudoschwindel und Gleichgewichtsverlust stark ausgeprägt sind, kann der Arzt Medikamente wie Benzodiazepine oder Antiemetika (vestibuläre Sedativa) verschreiben.

Benzodiazepine
Benzodiazepine verringern die Aktivität innerhalb des Zentralnervensystems. Das bedeutet, dass das Gehirn weniger abnorme Signale, die aus dem vestibulären System kommen, wahrnimmt.
Von einem längeren Gebrauch der Benzodiazepine wird abgeraten, da sie Probleme am Zentralnervensystem verursachen.

Antiemetika
Ein Antiemetikum wird verordnet, wenn Übelkeit und Erbrechen auftreten.
Prochlorperazin 5 mg als Tablette ist ein antiemetisches Medikament, das zur Behandlung von Schwindel und Drehschwindel angewendet wird.
Die meisten Menschen tolerieren Prochlorperazin und Nebenwirkungen treten selten auf, doch dieser Wirkstoffe kann verursachen:

  • Tremor (Zittern)
  • Unwillkürliche Körperbewegungen
  • Gesichtsbewegungen
  • Schläfrigkeit

Empfohlen wird stets, den Beipackzettel zu lesen, um die ganze Liste der Nebenwirkungen zu erfahren.

Kortison
Kortikosteroide sind angeraten, wenn sich die Symptome verschlimmern. Diese Wirkstoffe sind ausgezeichnete Entzündungshemmer.
Nebenwirkungen von Prednisolon (Kortikosteroid) sind:

  • Appetitzunahme
  • Gewichtszunahme
  • Schlaflosigkeit
  • Flüssigkeitsretention
  • Stimmungsschwankungen
  • Angstzustände

Antibiotika
Ist die Labyrinthitis durch eine bakterielle Infektion verursacht, verordnet der Arzt ein Antibiotikum.
Diese Medikamente sind auf dem Markt als Tabletten (orale Antibiotika) oder Injektionen (intravenöse Antibiotika) erhältlich.
Es gibt auch antivirale Medikamente, doch diese Wirkstoffe sind weniger wirksam als Antibiotika. Der Hausarzt weiß, welches Pharmakon zur Behandlung der Labyrinthitis am besten geeignet ist.

Medikamente zur Verringerung von Schwindel
Metoclopramid (Paspertin) ist ein Pharmakon aus der Familie der Dopaminantagonisten und wird bei Schwindel, Übelkeit und Erbrechen verschrieben.
Dieses Medikament kann auch während der Schwangerschaft genommen werden.
Ein anderes Pharmakon bei Schwindel ist Betahistin (Betavert und Vasomotal).

Folgende Aktionen verringern Schwindel:

  • Ruhe
  • Vermeiden rascher Bewegungen
  • Vermeiden von Positionswechsel
  • Aktivitäten langsam beginnen
  • Spazierstock benutzen
  • Blendendes Licht meiden
  • Vermeiden von TV und Lesen
  • Autofahren vermeiden
  • Pharmakologische Therapie gegen Übelkeit und Erbrechen


In den Woche nach der Genesung sollte man folgende Aktivitäten unterlassen:

  • Autofahren
  • Klettern
  • Arbeiten mit schweren Maschinen

Plötzliche Schwindelzustände während dieser Aktivitäten können gefährlich sein.

 

Vestibuläre Rehabilitationstherapie (VRT)

Die vestibuläre Rehabilitationstherapie (VRT) ist eine wirksame Behandlung bei Menschen mit chronischer Labyrinthitis. Die VRT versucht, Gehirn und Nervensystem „neu auszubalancieren“ und „Interferenzen“ durch abnorme Signale aus dem Vestibularissystem zu kompensieren.
Die VRT läuft unter der Aufsicht eines Physiotherapeuten und besteht aus einer Reihe von Übungen mit dem Ziel:

  • die Bewegung der Hand und des Auges zu koordinieren,
  • Schwindelgefühle zu ignorieren,
  • das Gleichgewicht und das Gehen zu verbessern,
  • die Muskelkraft zu verbessern.

 

Naturheilmittel

Eine gesunde und basische Ernährung ist das beste Hausmittel zur Stärkung des Immunsystems, zur Senkung hohen Blutdrucks und zur Begünstigung eines korrekten Ablaufs der Körperfunktionen.

 

Wie lange dauert eine Labyrinthitis? Langzeitprognose

In den meisten Fällen dauert eine Labyrinthitis 1 bis 3 Wochen.

Gewöhnlich dauern die Zeiten für eine vollständige Heilung wenige Monate.
Wenn sich die Symptome nach vielen Monaten nicht bessern, ordnet der Arzt andere Untersuchungen an, um neurologische Erkrankungen auszuschließen.
In der Regel erleiden die Patienten nur eine einmalige Episode einer Labyrinthitis; selten tritt ein Rezidiv auf oder wird die Erkrankung chronisch.