Morbus Menière – Behandlung, Heilung und Ernährung

Derzeit gibt es keine endgültige Heilung, aber bei 85 % der Patienten mit Morbus Menière lassen sich die Symptome vermindern durch:

  • Veränderung der Lebensweise,
  • Therapien, wie die intratympanale Infiltration von Kortison oder Gentamicin,
  • minimalinvasive Operationen, wie die Druckentlastung (Dekompression) des endolymphatischen Sacks.
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Die Durchtrennung des Gleichgewichtsnervs (Nervus vestibularis) hat eine hohe Erfolgsquote bei der Minderung des Schwindels und kann bei Patienten mit gutem Gehör durchgeführt werden, wenn die anderen Behandlungsmethoden nicht den gewünschten Erfolg gebracht haben.

Eine Labyrinthektomie ist die letzte therapeutische Option und wird bei Patienten mit einseitiger Störung und Schwerhörigkeit in Betracht gezogen (Sajjadi H – Department of Otolaryngology Head and Neck Surgery, Stanford University Medical Center, San Jose, CA 95124, USA).

Was ist zu tun? Wie ist die Therapie beim Morbus Menière?

Für die Menière-Krankheit gibt es noch keine Behandlung, doch kann der Arzt die folgenden Therapien vorschlagen:

Medikamente – Das unangenehmste Symptom beim Morbus Menière ist der Schwindel. Die medikamentöse Behandlung kann die Schwindelanfälle lindern und den Anfall verkürzen.
Der Arzt kann verschreiben:

  1. Antihistaminika, wie Meclozin,
  2. Benzodiazepine, wie Diazepam (in der Schwangerschaft zu vermeiden) und Lorazepam,
  3. Mittel gegen Schwindel, beispielsweise Betahistin (Betavert).

Kognitive Verhaltenstherapie – Die kognitive Therapie ist eine Art Psychotherapie, die der Person hilft, die verschiedenen Lebenserfahrungen zu interpretieren und auf sie zu reagieren. Diese kognitive Therapie hilft manchen Menschen, der unerwarteten Natur der Anfälle der Menière-Krankheit zu begegnen und die Angst vor zukünftigen Krisen zu verringern.

Injektionen – Zu den Behandlungen der Menière-Krankheit zählen Injektionen mit dem Antibiotikum Gentamicin ins Mittelohr gegen den Schwindel, doch das erhöht auf signifikante Weise das Risiko eines Hörverlustes, weil Gentamicin die Haarzellen des Innenohrs schädigen kann, die der Wahrnehmung von Schallwellen dienen.

Einige Ärzte (zum Beispiel Dr. La Torre) injizieren hingegen Kortikosteroide statt Gentamicin ins Mittelohr: oftmals verringert sich der Schwindel und es besteht kein Risiko, das Gehör zu verlieren.
Der Arzt kann osmotische Diuretika (zum Beispiel Glyzerin oder Mannit) direkt in die Vene injizieren, um die Flüssigkeit aus dem Labyrinth zu drainieren.

Hilfsmittel – Hörgeräte können helfen, besser zu hören.
In schwereren Fällen kann der Arzt ein Cochlea-Implantat verschreiben.

Therapie mit Druckimpulsen (Meniett) – Die Food and Drug Administration (FDA) hat kürzlich ein Gerät zur Behandlung des Menière-Syndroms zugelassen, das ins äußere Ohr eingebracht wird und intermittierende Luftdruckimpulse ins Mittelohr sendet. Diese Druckimpulse scheinen auf die Endolymphe zu wirken, um Schwindel vorzubeugen.

Chirurgie – wird in seltenen Fällen empfohlen, wenn alle anderen Therapien die Schwindelzustände nach 6 Monaten Behandlung nicht heilen konnten. Einige chirurgische Verfahren bestehen in der Druckentlastung des Saccus endolymphaticus, ein anderer möglicher chirurgischer Eingriff ist die Durchtrennung des Vestibularisnervs, obwohl letzterer weniger häufig durchgeführt wird.

Druckentlastung des endolymphatischen Sacks
Dieser Eingriff kann den endolymphatischen Druck vermindern, n der Schädelknochen (Felsenbein) um den endolymphatischen Sack entfernt wird.
Auf diese Weise kann sich der Sack ausdehnen und der Druck wird vermindert.
Außerdem führen einige Chirurgen ein Ventil ein zwischen endolymphatischem und Mastoid- oder Subarachnoidalraum ein, um den Druck zusätzlich zu mindern.

Durchtrennung des Gleichgewichtsnervs
Die Durchtrennung des Gleichgewichtsnervs kann eine definitive Lösung für Patienten sein, die das Gehör im betroffenen Ohr nicht verloren haben.
Nach dem Eingriff ist ein Krankenhausaufenthalt von circa 3-5 Tagen vorgesehen.
Die Anpassung an den Nervenverlust bedarf in der Regel Wochen oder Monate.
Während dieser Zeit, kann eine Gleichgewichtsrehabilitation hilfreich sein.

Labyrinthektomie
Die Labyrinthektomie hat eine hohe Heilungsquote (> 95 %) und hilft Patienten mit auf dem betreffenden Ohr taub sind.
Die Labyrinthektomie bedeutet Entfernung der Organe des kranken Innenohrs, aber man muss dabei nicht durch die Schädelhöhle eindringen; der Eingriff ist somit weniger komplex als die Durchtrennung des Gleichgewichtsnervs.

Alternativmedizin und Naturheilmittel bei Morbus Menière

Obwohl einige Wissenschaftler die Wirksamkeit mancher alternativmedizinischer Therapien beim leichten Menière-Syndrom untersucht haben, gibt es noch immer keinen Beweis, der die Wirksamkeit dieser Therapien bestätigt, wie:

  • Akupunktur,
  • Akupressur,
  • Tai Chi,
  • Nahrungsergänzungsmittel wie Ginkgo biloba,
  • Niacin,
  • Ingwerwurzel.

Wichtig ist, den Arzt darüber zu informieren, wenn man alternative Therapien bei dieser Erkrankung vornimmt, denn diese beeinflussen die Wirksamkeit oder Sicherheit konventioneller Medikamente.

Physiotherapie kann förderlich sein, um:

  • das Gleichgewicht wiederherzustellen,
  • die häusliche Umgebung den Problemen des Patienten anzupassen.

 

Diät und Ernährung beim Morbus Menière

Ziel der Diät ist eine Begrenzung der Aufnahme von Lebensmitteln, die den Flüssigkeitsspiegel im Ohr beeinflussen.
Es gibt einige Lebensmittel, die eine große Menge von Salz und Zucker enthalten, die den Flüssigkeitsspiegel im Ohr erhöhen.
Einige Studien haben gezeigt, dass eine salzarme Diät zur Verringerung der Schwere der Symptome in bedeutender Weise beiträgt.

Hier ist eine Liste zu meidender Lebensmittel für Personen, die von der Menière-Krankheit betroffen sind:

  • Salzhaltige Lebensmittel wie Kartoffelchips usw.
  • Verarbeitete Lebensmittel, die reich an Konservierungsstoffen sind, oder Dosenkost.
  • Eingelegtes Gemüse, Sojasauce und Lebensmittel, die Natriumglutamat enthalten.
  • Konserviertes Fleisch.
  • Speisen mit hohem Zuckergehalt wie Süßwaren, Eis, Schokolade usw.
  • Koffein und Schokolade lösen die Symptome dieser Erkrankung aus und können Migräne hervorrufen.

Die Ernährung beim Morbus Menière sollte aus frischem Obst und Gemüse, Kartoffeln, Nüssen und anderen gesunden und frischen Lebensmitteln bestehen. Hilfreich sind auch grüner Tee, Kräutertee und frische Fruchtsäfte.

Richtet sich eine Person wegen des Morbus Menière nach einer Diät, ist es dabei wichtig, täglich zur selben Tageszeit die gleiche Menge an Nahrung zu essen.

Es sollte wie immer ein Arzt konsultiert werden, ehe die tägliche Ernährung geändert wird. Vor allem ist es wichtig, mit dem Rauchen und mit dem Trinken von Alkohol aufzuhören, um die Wirksamkeit der Therapie bei dieser Krankheit zu verbessern.

Wie lange dauert der Morbus Menière?

Es ist sehr schwierig, Dauer und Verlauf dieser Krankheit vorherzusehen.
Das Hörvermögen nimmt schrittweise ab und kann bis zu kompletter Taubheit absinken.
Der Schwindel kann viele Jahre anhalten.
60 % der betroffenen Personen erfahren eine spontane Verbesserung oder eine Verbesserung infolge einer Behandlung; ein chirurgischer Eingriff wird nur bei einem geringen Prozentsatz der Patienten durchgeführt.