Gehörgangsentzündung oder Otitis externa

„Otitis externa“ bedeutet eine Entzündung des Ohrs im Bereich des äußeren Gehörgangs, die sich nicht über das Trommelfell hinaus erstreckt.

Normalerweise wird diese Entzündung durch eine Infektion verursacht.
Die Otitis media ist eine andere Form der Ohrenentzündung, die den anatomischen Bereich des Mittelohres betrifft.

Am meisten sind Kinder und Säuglinge betroffen, aber auch Erwachsenen können daran erkranken.
Selten tritt die Erkrankung beidseitig auf.

Klassifizierung
Die Otitis externa kann verschiedene Formen annehmen:

  • Furunkulös, wenn sie lokalisiert auftritt;
  • Generalisiert, wenn sie diffus verläuft und sich im gesamten Gehörgang ausbreitet.

In manchen Fällen breitet sich die Gehörgangsentzündung bis in die äußere Ohrmuschel und in das umliegende Gewebe aus, wie Kiefer- und Gesichtsbereich.
Diese Infektion wird als Otitis externa maligna bezeichnet.
Obwohl die Otitis externa maligna manche Charakteristika mit dem Taucherohr teilt, einer anderen Art der Otitis externa, wird diese Erkrankung nicht durch eine Flüssigkeit im Gehörgang verursacht. Die Otitis externa maligna wird durch Bakterien wie Pseudomonas aeruginosa verursacht. Das ist eine aggressive Infektion, die Bezeichnung „maligne“ bezieht sich also nicht auf eine tumoröse Erkrankung. Ein anderer Name für die Otitis externa maligna ist „Otitis externa necroticans“.
Wird diese Infektion des Ohres nicht behandelt, kann sie zu einer gefährlichen Erkrankung werden.

Eine besondere Art der Otitis externa ist die bullöse hämorrhagische Grippeotitis (Otitis externa bullosa haemorrhagica), die durch eine Infektion des Trommelfells mit Bildung von Bläschen, die eine entzündliche Flüssigkeit und Blut enthalten, gekennzeichnet ist.
Die Otitis externa ist nicht ansteckend.

 

Ursachen der Außenohrentzündung

Es gibt verschiedene Ursachen der Otitis externa, wie auch verschiedene Faktoren, die die Wahrscheinlichkeit für ihr Auftreten erhöhen.

Häufigste Ursachen

  • Bakterielle Infektion – am häufigsten durch die Erreger Pseudomonas aeruginosa oder Staphylokokkus aureus.
  • Seborrhoische Dermatitis – eine häufige Hauterkrankung, bei der vor allem die fetteren Hautbereiche gereizt und entzündet sind und die manchmal auch die Ohren betreffen kann.
  • Infektion des Mittelohrs oder Otitis media – die Sekretionen der tiefer im Ohr sitzenden Infektion können zur Otitis externa führen.
  • Pilz- oder Hefeinfektion – Pilzinfektionen kommen häufiger vor, wenn Tropfen von Antibiotika oder Kortikosteroiden über längere Zeit im Ohr angewendet werden. Sie werden durch verschiedene Spezies von Aspergillus oder Candida albicans verursacht.
  • Reizung oder allergische Reaktion – die Otitis externa entsteht aufgrund einer Entzündungsreaktion auf Dinge, die ins Ohr gelangen, wie Arzneimittel, Medikationen, Ohrstöpsel, Shampoo oder Schweiß.

Die Otitis externa kann auch nach einer vorausgegangenen Therapie rezidivieren, wenn die Behandlung nicht vollständig und wirksam zu Ende geführt wurde.

Mögliche auslösende Faktoren
Die folgenden Faktoren sind keine direkten Ursachen für eine Otitis externa, können aber die Wahrscheinlichkeit, diese Erkrankung zu entwickeln, erhöhen:
Sehr hohe Luftfeuchtigkeit – Das Risiko einer Otitis externa kann sich beim Schwimmen (vor allem in schmutzigen oder verunreinigten Gewässern), aufgrund übermäßigen Schwitzens oder in feuchter Umgebung erhöhen, weil die Flüssigkeit im Gehörgang ideal für Bakterien und Pilze ist.
Wind und Kälte können die Entwicklung einer Otitis externa begünstigen.
Läsionen im Ohr – Der Gehörgang ist sehr empfindlich und durch Kratzen, heftiges Reinigen und Einführen von Wattestäbchen leicht verletzbar.
Chemische Produkte – Das Risiko, eine Otitis externa auszulösen, ist größer, wenn in oder am Ohr Produkte wie Haarspray oder Haarfärbemittel benutzt werden oder das Ohr durch einen Ohrenschmalzpfropf verschlossen ist.
Zugrunde liegende Hauterkrankungen – Psoriasis, ein Ekzem oder Akne können die Wahrscheinlichkeit, eine solche Erkrankung zu entwickeln, erhöhen.
Allergie – Siehe allergische Rhinitis oder Asthma
Geschwächtes Immunsystem – Konditionen, die das Immunsystem schwächen, wie Diabetes, HIV oder AIDS, und chemotherapeutische Behandlungen erhöhen das Risiko für eine Otitis externa.

 

Wie manifestiert sie sich? Anzeichen und Symptome einer Otitis externa

Bakterielle oder virale Form

  • Erhebliche Schwellung des äußeren Gehörgangs
  • Die Beschwerden sind so stark, dass orale Schmerzmittel benötigt werden
  • Fieber
  • Lymphknotenvergrößerung in der Umgebung des Ohrs
  • Gewöhnlich sind Sekretionen gering, schleimig und weiß, können aber auch eitrig (voller Eiter) sein
  • Bei vorhandenem Granulationsgewebe bei chronischer Infektion sind die Absonderungen blutig
  • Vorübergehender Hörverlust oder Hypakusis

Mykotische Form (Pilzbefall)
Oft gibt es keine Symptome, außer der Absonderung von weißlichem oder flaumigem Sekret, das auch schwarz, grau, bläulich-grün oder gelb sein kann.
Zu den häufigsten Symptomen gehören Juckreiz und das Gefühl von verstopften Ohren. Der Juckreiz kann sehr intensiv sein, weshalb sich der Patient kratzt und Hautverletzungen verursacht.
Tinnitus oder ein Klingeln in den Ohren.

Form in Verbindung mit atopischer Dermatitis
Typischerweise kommt es zu einer umfassenden Hautbeteiligung, meist sind äußeres Ohr, Gesicht und Hals betroffen.
Ein intensiver Juckreiz kann zu starkem Kratzen verleiten und Hautrötung, Verdickung und zahlreiche Verkrustungen verursachen.


Psoriatische Form
Häufig ist auch die Kopfhaut mit einbezogen, seltener das Gesicht.
Es erscheint eine derbe und rot erhabene Läsion mit silbrig-weißen Rändern.
Oft jucken die Verletzungen.

Form in Verbindung mit allergischer Kontaktdermatitis
Sie tritt plötzlich auf.
Es erscheinen rote, geschwollene, nässende und juckende Läsionen.
Der äußere Gehörgang kann auf die Allergene reagieren, auch wenn sie an anderer Stelle keine allergische Reaktion
hervorrufen.
Außenohr und Ohrläppchen können betroffen sein.

Form in Verbindung mit Kontaktdermatitis
Der Entwicklung ist langsamer als bei der allergischen Kontaktdermatitis.
Die Läsionen sind in der Regel dicke, verhärtete Hautflecken.
Auch Außenohr und Ohrläppchen können betroffen sein.

Die Otitis media kann Kopfschmerzen, Schwindel und das Gefühl eines verstopften Ohrs verursachen, bei einer Otitis externa treten diese Symptome jedoch nicht auf.

 

Gehörgangsentzündung oder Otitis externa
Gehörgangsentzündung oder Otitis externa

Diagnose der Otitis externa

Der Arzt untersucht das Ohr nach einer äußeren Ohrenentzündung. Die Haut um und hinter dem Ohr kann bei Berührung schmerzen, zudem kann eine gründliche Untersuchung des Nervensystems ein Problem der Hirnnerven zeigen.
Besteht eine Sekretion, kann der Arzt das Labor beauftragen, eine Kultur anzusetzen. Ziel der Kultur ist, nach Bakterien oder Pilzen zu suchen, meist findet man Pseudomonas.

Im Einzelnen kann der Arzt bei einer Otitis externa maligna weitere Untersuchungen anordnen, um zu sehen, ob sich die Infektion diffus verbreitet hat. Zum Beispiel kann man, um Anzeichen einer Knocheninfektion in Nähe des Gehörgangs aufzudecken, folgende Untersuchungen veranlassen:

  • CT von Kopf/Hals
  • MRT von Kopf/Hals
  • Weiterführende nuklearmedizinische Untersuchungen

 

Therapie der Otitis externa

Ziel der Behandlung ist, die Infektion aufzuhalten und so die Heilung des Gehörganges zu ermöglichen.

Reinigung
Die Reinigung des äußeren Ohres ist erforderlich, damit die Ohrentropfen in alle infizierten Bereiche gelangen können. Der Arzt benutzt dazu ein Aspirationsgerät oder eine Kürette zum Entfernen von Sekretionen, Ohrenschmalz, Hautschuppungen und anderen Verunreinigungen.

Medikamente gegen die Infektion
In den meisten Fällen des Schwimmer-Ohrs verordnet der Arzt Ohrentropfen mit einer bestimmten Zusammensetzung der folgenden Inhaltsstoffe, je nach Typ und Schwere der Infektion:

  • Saure Lösung, um eine normale antibakterielle Umgebung im Ohr herzustellen;
  • Kortikosteroide zur Verringerung der Entzündung;
  • Antibiotika zur Bekämpfung der Bakterien;
  • Antimykotische Medikamente, um durch Pilze hervorgerufene Infektionen zu bekämpfen.


Lokale Therapie
Man sollte den Arzt fragen, wie man die Ohrentropfen bestmöglich anwendet. Hier ein paar wichtige Tricks:

  • Beschwerden durch zu kalte Tropfen verringern, indem das Fläschchen für wenige Minuten in der Hand gehalten wird, damit es sich erwärmt.
  • Der Patient legt sich auf die Seite, mit dem infizierten Ohr nach oben, damit die Tropfen in den gesamten Gehörgang gelangen können.

Ist der Gehörgang völlig durch Schwellung, Entzündung oder durch die Sekretion verschlossen, kann der Arzt ein Wattestäbchen oder Gaze verwenden, um einen Abfluss zu begünstigen und dem Medikament dazu zu verhelfen, in den Gehörgang einzudringen.
Befindet sich die infizierte Otitis in einer fortgeschrittenen Phase und gibt es keinen Therapieerfolg auf die Ohrentropfen, kann der Arzt oral einzunehmende Antibiotika verschreiben.
In der Regel verschreibt der Arzt bei Otitis Amoxicillin in Tablettenform (Augmentan).

Medikamente gegen Schmerzen
Der Arzt kann dazu raten, die durch das Schwimmer-Ohr hervorgerufenen Beschwerden und Schmerzen mit freiverkäuflichen Schmerzmitteln wie Ibuprofen (Aktren, Dolormin), Ketoprofen (Gabrilen) oder Paracetamol (ben-u-ron) zu lindern.
Ist der Schmerz stark oder befindet sich das Schwimmer-Ohr in einer fortgeschrittenen Infektionsphase, kann der Arzt ein stärkeres Medikament verschreiben.

 

Wie lange dauert das Schwimmer-Ohr? Prognose

Das Schwimmer-Ohr ist eine heilbare Erkrankung, die bei einer entsprechenden Therapie schnell abheilt. In der Regel gibt es keine schwerwiegenden oder lang anhaltenden Komplikationen.

Gewöhnlich wird das Schwimmer-Ohr mit antibiotikahaltigen Ohrentropfen behandelt, auch wenn bei der chronischen Form eine intensivere Behandlungsform erforderlich ist.
Eine akute Otitis dauert wenige Tage, weniger als eine Woche.
Bei einer chronischen oder wiederkehrenden Otitis externa sind die Genesungszeiten lang.

 

Naturheilmittel zur Verhinderung einer Gehörgangsentzündung

Nicht kratzen oder das Innere des Ohres mit Wattestäbchen, Haarnadeln, Nägeln oder anderen Objekten reinigen.
Zu lange Verwendung von Ohrstöpseln oder Kopfhörern vermeiden.
Wattestäbchen können reizen oder Jucken verursachen und können das Ohr mit Ohrenschmalz verstopfen.
Seife, Badeschaum und Shampoo vom äußeren Gehörgang fernhalten. Diese Produkte können Juckreiz und Irritationen verursachen.


Ohren trocken halten
Nach dem Bad im Meer oder im Schwimmbad und auch nach der Dusche den Kopf auf die Seite legen, um das Wasser aus dem Gehörgang abfließen zu lassen.
Vorsichtig die Ohren mit der Ecke eines Tuches oder Handtuches trocknen oder einen Föhn mit niedriger Heizstufe benutzen und mindestens 20-30 Zentimeter vom Ohr entfernt halten.
Ist der Patient geheilt, sollten die Ohren regelmäßig gereinigt werden.
Es bestehen keine Gegenanzeigen für eine Reise mit dem Flugzeug.


Naturheilmittel
Zur Bekämpfung der Infektion einige Tropfen Olivenöl oder Knoblauchsaft ins Ohr geben.
Um den Gehörgang und die Atemwege zu befreien, sollte man eine Inhalation mit einer Tasse heißem Wasser und ein paar Tropfen ätherischen Ölen, wie Eukalyptus und Minze, durchzuführen.
Diese Behandlungen sind auch während einer Schwangerschaft ungefährlich.