Operation bei Bandscheibenvorfall

Die Operation bei Bandscheibenvorfall (Diskushernie) wird immer seltener, denn sie hilft in der Regel nicht, die Ischialgie oder die Cervicobrachialgie zu beseitigen.

Wird die Hernie ausgestoßen, tritt das Material aus ihrem Innern heraus und gerät in Kontakt mit den Blutgefäßen.

Die Folge ist eine Entzündung und eine Schwellung, die auf die Nervenwurzel drückt und eine Ischialgie verursacht.

Operation bei Bandscheibenvorfall
Operation bei Bandscheibenvorfall

Wenn sich der durch die Hernie verursachte Beinschmerz mit nicht-chirurgischen Behandlungen sofort bessert, kann der Patient in 6-12 Wochen geheilt werden.

Wenn eine konservative Therapie der Diskushernie (Medikamente, Physiotherapie nach McKenzie, Ozonbehandlung usw.) keinen Erfolg zeigt, dann kann der Arzt zu einer Operation raten.
Man muss das Für und Wider des Eingriffs abwägen. Die Indikationen sind:

  1. Starke und plötzlich einsetzende Ischialgie mit anderen Symptomen wie Lähmungen und Inkontinenz.
  2. Ischialgie oder Lumbocruralgie, die trotz 3-6 Monate dauernder Therapie und Medikamenten nicht vergeht.
  3. Unfähigkeit zum Hackengang (Gehen, ohne mit den Fußspitzen den Boden zu berühren) aufgrund der Ischiasnerventzündung.

Die Diskektomie ist ein operatives Verfahren, das zur Entfernung eines Teils der Zwischenwirbelscheibe und des ausgetretenen Gewebes dient.
Die Operation erfolgt, wenn sich ein gesundes Diskusfragment verschiebt und auf den Spinalkanal oder einen Nerv drückt.
Der behandelnde Arzt ist der Neurochirurg, der das chirurgische Verfahren und die Nachbehandlung erklärt.
Die Anästhesie hängt von der Art der Operation und von der Entscheidung des Anästhesisten ab. Sie kann spinal oder allgemein sein.

Symptome der Diskushernie bei L4-L5 und L5-S1

Die meisten Diskushernien ereignen sich im lumbalen Teil der Wirbelsäule (L4-L5) oder lumbosakral (L5-S1).
Selten treten sie in Höhe der Halswirbelsäule auf. In diesem Falle sind die Bandscheiben C5-C6 und C6-C7 häufiger betroffen.
Außer den Symptomen einer Ischialgie kann der Druck auf den Nerv Folgendes verursachen:

  • Die Kompression des Nervs L5 (in Höhe von L4-L5) kann zur Kraftminderung beim Strecken der Großzehe und bei Flexion des Sprunggelenks in Richtung Fußrücken führen (Herabhängen der Fußspitze).
  • Am Fußrücken können sich Symptome wie Taubheitsgefühl und Schmerzen entwickeln.
  • Die Beschwerden können auch zum Gesäß ausstrahlen.

Die Nervenkompression bei S1 (in Höhe L5-S1) kann zu Reflexverlust führen und eine Schwäche im Fußgelenk verursachen. Die Beschwerden können sich in die Fußaußenseite ausweiten.

 

Optionen für die Operation bei Bandscheibenvorfall

Die chirurgische Behandlung der Hernie umfasst folgende Optionen:

 

Offene Operation

Die herkömmliche Behandlung der Diskushernie ist die offene Operation. Mit dieser Technik gelangt der Chirurg durch einen Schnitt durch Haut, Muskeln und die umgebenden Strukturen zur geschädigten Bandscheibe.

 

Endoskopische oder laparoskopische Chirurgie

Die endoskopische Chirurgie der Wirbelsäule ist die zweite Option und nutzt Endoskope und chirurgische Spezialinstrumente. Diese Methode verursacht nur einen kleinen Einschnitt.
Das kürzt die Zeit von Operation und Genesung ab.

Endoskopische Diskektomie
Die endoskopische Diskektomie ist eine moderne Technik, die zur Entfernung geschädigten Bandscheibenmaterials angewendet wird.
Folgende Konsequenzen sind nicht zu erwarten:

  • Entfernung von Knochenfragmenten,
  • Hautschnitte,
  • Muskelläsionen.

Die endoskopische Diskektomie erfolgt mit Hilfe einer Kamera, die mit Bildschirm (mit Zoom) verbunden ist, und Röntgenbildern, um die Endoskopsonde in den Bandscheibenspalt zu führen.

Endoskopische Foraminotomie
Eine andere Art minimalinvasiver Chirurgie ist die Foraminotomie.
Dieses Verfahren behandelt den Druck auf die Bandscheibe, der durch die folgenden Erkrankungen verursacht wird:

  • Kompression der Bandscheibe (Diskushernie),
  • Knochensporne (Osteophyten),
  • Narbengewebe,
  • übermäßige Entwicklung des Ligaments.

Die Genesungszeiten bei endoskopischer Foraminotomie sind aufgrund des minimalinvasiven Eingriffs kurz. Der Patient kann seine gewohnten Tätigkeiten in kurzer Zeit wieder aufnehmen.

 

Laser-Diskektomie

Dieser Eingriff ist im Falle einer Bandscheibenvorwölbung (Protrusion) ohne kompletten Vorfall angezeigt.
Der Chirurg richtet einen Laserstrahl mit hoher Potenz auf den Hernienbereich. Die Energie wird innerhalb von 3-4 mm vom Emissionsbereich fast völlig von der Bandscheibe absorbiert, ohne Schäden am umgebenden Gewebe zu verursachen.
Der Laser bewirkt eine Verdampfung und ein Zurückziehen des ausgetretenen Bandscheibengewebes, wodurch der Druck auf die Nervenwurzel verringert wird.
Der Eingriff dauert rund 30 Minuten.

 

Mikrodiskektomie eines lumbalen Bandscheibenvorfalls

Eine Mikrodiskektomie wird durchgeführt, um Teile der Zwischenwirbelscheibe zu entfernen und die Nervenwurzel zu entlasten. Das fördert die Genesung des Nervs.
Der Arzt entfernt nur einen kleinen Teil des Diskus: der größte Teil der Bandscheibe bleibt intakt.

Bei einer Mikrodiskektomie oder Mikrodekompression der Wirbelsäule entfernt der Chirurg den Teil des Knochens über der Nervenwurzel und einen Teil der Zwischenwirbelscheibe, um den Druck auf den Nerv zu mindern.
Hat der Nerv mehr Platz zur Verfügung, regeneriert er leichter.
Eine Mikrodiskektomie wird bei einer Diskushernie durchgeführt und ist wirksam bei Schmerzen im Bein (Radikulopathie) lumbalen Ursprungs.

Druck auf eine Nervenwurzel kann Schmerzen in den Beinen verursachen.
Normalerweise benötigt man zur vollständigen Heilung der Beschwerden an der Nervenwurzel Wochen oder Monate.
Die mikrochirurgische Operation verschafft dem Patienten sofortige Erleichterung.

Wie wird die Mikrodiskektomie durchgeführt?
Eine Mikrodiskektomie erfolgt mittels eines kleinen Einschnittes (von 2,5 cm bis 3,5 cm) in der Mitte des unteren Rückens.
Zunächst werden die Rückenmuskeln (Rückenstrecker) von der Wirbelsäule (Lamina) abgehoben.
Da diese Muskeln vertikal verlaufen, kann der Chirurg den Ort des Einschnitts verwechseln.
Der Chirurg arbeitet im Innern der Wirbelsäule und entfernt das Gewebe, das sich über den Nervenwurzeln befindet (gelbes Band). Um letzteres zu sehen, verwendet man Mikroskope oder spezielle Brillen (Linsen).
Oftmals entfernt der Arzt einen kleinen Teil der Innenseite der Facettengelenke, um den Zugang zu der Nervenwurzel zu erleichtern und den Druck vom Nerv zu nehmen.
Der Arzt schiebt die Nervenwurzel zur Seite und entfernt einen Teil der Bandscheibe.
Da nahezu alle Gelenke, Bänder und Muskeln nie verletzt werden, verändert die Mikrodiskektomie die mechanische Struktur der unteren Wirbelsäule (Lendenwirbelsäule) nicht.
Der Eingriff dauert etwa 40-45 Minuten.

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Indikationen für eine Mikrodiskektomie
Der Betreffende führt seine normalen täglichen Aktivitäten durch, solange die Beschwerden erträglich sind.
Es wird empfohlen, die Operation zu verschieben um zu sehen, ob die Beschwerden vergehen.
Verbessert sich der Beinschmerz nicht unter konservativen Therapien, ist die Operation mittels Mikrodiskektomie eine vernünftige Wahl zur Verminderung des Drucks auf die Nervenwurzel und zur Beschleunigung der Heilung.

Die sofortige Operation ist nur in folgenden Fällen notwendig:

  • Inkontinenz von Stuhl und Harn (Cauda-Equina-Syndrom).
  • Zunehmender Verlust von Kraft, Sensibilität und Reflexen.
  • Die Operation ist auch dann angeraten, wenn der Schmerz im Bein sehr stark ist.

Die Mikrodiskektomie kann bei Patienten indiziert sein, die folgende Anzeichen haben:

  • Beinschmerzen seit mindestens sechs Wochen.
  • Dauerhafte Symptome nach konservativer Behandlung (wie orale Kortikosteroide, nichtsteroidale Entzündungshemmer und Physiotherapie),
  • Wenn nach drei Monaten konservativer Behandlung keine Besserung eintritt, kann eine Operation mittels Mikrodiskektomie in den folgenden drei bis sechs Monaten in Erwägung gezogen werden.

 

Ist die Bandscheibenoperation gefährlich?

Komplikationen und Risiken der Mikrodiskektomie
Wie bei jeder Wirbelsäulenoperation gibt es viele Gefahren und Komplikationen, darunter:


Läsion der Dura mater (Verlust von Liquor).
Diese Komplikation tritt in 1-2 % der Fälle auf.
Das hat keine Auswirkungen auf die chirurgischen Ergebnisse, doch nach der Operation wird der Patient gebeten, für ein oder zwei Tage im Bett liegen zu bleiben, um die Heilung folgender Symptome zu ermöglichen:

  • Verletzung der Nervenwurzel
  • Stuhl- und Harninkontinenz
  • Hämorrhagie
  • Infektion

Die oben erwähnten Komplikationen sind jedoch sehr selten.

 

Erfolgsquote bei Mikrodiskektomie

Die Erfolgsquote der Wirbelsäulenoperation beträgt 90-95 %. In 5-10 % entwickeln die Patienten einen weiteren Bandscheibenvorfall.

Ein Rezidiv der Diskushernie kann unmittelbar nach dem Eingriff oder viele Jahre später auftreten, obwohl es häufiger in den ersten drei Monaten nach der Operation erfolgt.
Kommt es erneut zu einem Bandscheibenvorfall, wird eine Wiederholung der Operation empfohlen.

Nach einem Rezidiv hat der Patient ein höheres Risiko einer Hernie (15-20 % Wahrscheinlichkeit).
Für Patienten mit multiplen Diskushernien wird eine Wirbelfusion empfohlen, um weiteren Rezidiven vorzubeugen.
Das Entfernen des gesamten Zwischenwirbelraums und Verschmelzen der beiden Wirbel ist die häufigste Art, um weitere Bandscheibenprobleme zu verhindern.
Wenn die hinteren Facettengelenke nicht beeinträchtigt sind, kann man einen künstlichen Bandscheibenersatz in Erwägung ziehen.
Diskushernien sind nicht direkt mit den Aktivitäten des Patienten verbunden, sondern werden durch Degeneration der Bandscheibe verursacht. Nach der Operation können sich daher weitere Hernien in den oberen oder unteren Ebenen ausbilden

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Wie lange dauert die Genesung? Länge des Krankenhausaufenthalts und postoperative Rekonvaleszenz

Nach der Operation sollte der Patient zur schnelleren Wiederherstellung den Anweisungen des Arztes folgen (Medikamente, Kleidung usw.).
Der Erfolg der Operation ist sehr gut und die Patienten sind schon nach 2-3 Tagen in der Lage, ihren normalen Aktivitäten nachzugehen.
Trotzdem sollte man postoperativ einige Vorsichtsmaßnahmen beachten, um das Risiko eines Rezidivs zu minimieren.
In den ersten 3 Monaten sollte man keine Gewichte über 15 kg heben.
Für einen Monat lang sollte man nicht Autofahren und keinen Sport betreiben. Danach kann man schrittweise damit beginnen.

 

Postoperative Übungen zur Rehabilitation

Normalerweise sollten die Übungen zur Haltungsgymnastik bei einer Ischialgie in den ersten Tagen nach der Operation in Angriff genommen werden.

Kräftigungsübungen
Viele Übungen können zur Kräftigung der Wirbelsäule, Muskeln, Bänder und Sehnen beitragen. Die meisten dieser Bewegungen konzentrieren sich auf den unteren Rücken, die Bauchmuskeln, das Gesäß und die Beckenmuskeln.
Wenn diese Muskelgruppen korrekt trainiert werden, verschaffen sie Linderung, denn sie stützen die Wirbelsäule, halten sie stabil und erleichtern Streck- und Beugebewegungen.

Streckposition
Oberkörper auf die Ellenbogen aufstützen, während das Becken auf dem Boden bleibt.
Einige Sekunden in dieser Position verbleiben, bis sich der Rücken entspannt.
Den Oberkörper langsam anheben, dabei mit den Händen abstützen.
10 Wiederholungen durchführen.

Isometrische Bauchmuskelübungen
Diese Übung kann im Sitzen, Stehen oder Liegen ausgeführt werden.
Einatmen und die Bauchmuskeln anspannen.
Diese Position so lange wie möglich halten.
Wenn man auf dem Boden liegt, den Rücken ohne Hilfe der Bauchmuskeln und der Beine auf die Oberfläche drücken.
10-12 Wiederholungen pro Tag durchführen.

Rücken und Gesäß strecken

Man beginnt im Liegen mit dem Bauch nach oben (Rückenlage) mit gebeugten Knien, die Arme entspannt an der Seite ausgestreckt.
Langsam lässt man die Knie nach einer Seite fallen. Diese Position einige Sekunden halten und in die Ausgangsposition zurückkehren.
Die Übung zur anderen Seite wiederholen.
10 Wiederholungen für jede Seite durchführen.

Streckung in Bauchlage

Die Ausgangsposition ist die Bauchlage, die Beine sind leicht gespreizt und die Handflächen in Schulterhöhe auf dem Boden.
Die Schultern durch Drücken der Arme anheben, das Becken dabei im Kontakt mit dem Boden halten.
10 Wiederholungen in wenigstens 3 Serien durchführen.
Nachdem die Fäden gezogen sind, kann der Arzt Schwimmen empfehlen, während Laufen nicht angezeigt ist, da das eine übermäßige Belastung der Wirbelsäule bedeuten würde.