Nasenpolypen

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Nasenpolypen sind häufige und gutartige (nicht tumorale) Gebilde: Es sind tropfenförmige Auswüchse der Nasenschleimhaut, die sich in der Nase oder den Nasennebenhöhlen bilden.
Nasenpolypen sind vor allem nahe der Öffnung zu den Nasennebenhöhlen zu sehen (Nasenwege), vor dem Bereich, in dem sie in die Nasenhöhlen gelangen. Sie können sich jedoch in jedem Teil der Nasenschleimhaut entwickeln.
Gewöhnlich kommen diese Gebilde beidseits vor, sind sie einseitig oder unilateral, muss untersucht werden, ob es sich um maligne Bildungen handelt.

Sind Nasenpolypen klein, verursachen sie keine Symptome bei dem Patienten. In so einem Fall ist keine Therapie erforderlich.

Werden sie größer, blockieren sie den normalen Sekretfluss aus den Nasennebenhöhlen: Die vermehrte Stauung von Schleim in den Nebenhöhlen führt zur Infektion, was die zähflüssigen und hellen Sekrete in Nase und Hals bei vielen Menschen mit Nasenpolypen erklärt.

Nasenpolypen dürfen nicht mit Polypen verwechselt werden, die sich in Harnblase, Uterus oder Kolon bilden: Im Gegensatz zu diesen Polypenarten sind Nasenpolypen selten bösartig. Ursache für die Bildung von Nasenpolypen ist eine chronische Entzündung oder eine familiäre Veranlagung.
Oft treten Nasenpolypen zusammen mit anderen Störungen auf, zum Beispiel mit einer Allergie oder Asthma, was auch Husten verursachet.

Was sind Risikofaktoren für Nasenpolypen?

Jeder Mensch, der unter einer chronischen Entzündung der Nasenschleimhaut, einer chronischen Sinusitis oder einer Allergie leidet, hat ein deutlich höheres Risiko, Nasenpolypen zu entwickeln.

Zu weiteren Risikofaktoren gehören:

  • Überempfindlichkeit auf Aspirin – Patienten mit einer allergischen Reaktion auf Aspirin oder auf andere NSAR (nichtsteroidale Antirheumatika) haben eine größere Wahrscheinlichkeit, Nasenpolypen zu entwickeln.
  • Asthma – wer unter Asthma leidet, neigt dazu, Nasenpolypen zu entwickeln.
  • Allergische Pilz-Sinusitis – eine Allergie auf in der Luft befindliche Pilze.
  • Rhinitis (Schnupfen) – dazu zählt auch Heuschnupfen.
  • Zystische Fibrose – eine chronische Krankheit, die Organe wie Leber, Lungen, Bauchspeicheldrüse und Darm betrifft. Sie verändert das Wasser-Salz-Gleichgewicht im Organismus, wobei zu wenig Salz und Wasser außerhalb der Zellen verbleibt und die dünne Schleimschicht, die normalerweise die Lunge vor Keimen schützt, also die sogenannte grenzflächenaktive Substanz (Surfactant) verdickt und verklebt. Dieser Schleim ist schwer auszuscheiden: Er verursacht Behinderungen und Läsionen an Lungen und Atemwegen und erhöht außerdem das Infektionsrisiko.
  • Churg-Strauss-Syndrom – eine Erkrankung, die eine Entzündung der Blutgefäße oder eine Vaskulitis
  • Alter – Nasenpolypen kommen häufiger bei Erwachsenen im Alter von über 40 Jahren vor.
  • Genetisch – Forschungen zeigen, dass die Wahrscheinlichkeit, Nasenpolypen zu entwickeln, größer ist, wenn bereits die Eltern unter dieser Störung gelitten haben.

Was sind die Ursachen für Nasenpolypen?

Nasenpolypen werden durch eine Entzündung der Nase oder der Nasennebenhöhlen verursacht: Diese Entzündung führt zur Ansammlung von Flüssigkeiten in den Zellen der Nasenschleimhaut, die durch die Schwerkraft nach unten verlagert werden mit der Folge, dass sich Nasenpolypen bilden. Trotzdem ist die genaue Pathogenese von Nasenpolypen unbekannt; man kennt die genaue Kette von Ereignissen nicht, die zu dieser Erkrankung führen.

Nasenpolypen können verursacht sein durch:

  • eine Allergie,
  • eine entzündliche Antwort auf einen Pilz oder eine bakterielle oder virale Infektion,
  • weniger häufig durch eine Erkrankung wie die zystische Fibrose,
  • eine ansehnliche Anzahl von Fällen ist mit nicht allergischem Asthma verbunden, während andere Male kein respiratorischer oder allergischer „Triggerfaktor“ gefunden wurde.

 

Symptome der Nasenpolypen

Nasenpolypen sind zarte und weiche Wucherungen der Nasenschleimhaut. Sind sie klein, hat der Patient keine Kenntnis davon, sind sie hingegen groß oder multipel, können sie die Atemwege und Nasengänge behindern und sind Ursache für eine entsprechende Symptomatologie.

Nasenpolypen treten oftmals zusammen mit einer Entzündung der Schleimhaut auf, die die Nasenhöhle und die Nasennebenhöhlen auskleidet und länger als 12 Wochen anhält, und zwar mit der Rhino-Sinusitis oder chronischen Sinusitis. Es ist jedoch möglich und auch wahrscheinlich, eine chronische Sinusitis ohne Nasenpolypen zu haben.


Die häufigsten Anzeichen und Symptome einer chronischen Sinusitis mit Nasenpolypen sind:

  • Nasensekretion
  • Fortbestehender Nasenverschluss aufgrund einer Entzündung der Nasenschleimhaut und des Polypen
  • Verminderter oder fehlender Geruchssinn, d.h. die Wahrnehmung von Gerüchen ändert sich
  • Geschmacksverlust
  • Gesichtsschmerz oder Kopfschmerzen
  • Schmerzen am oberen Zahnbogen
  • Nächtliches Schnarchen
  • Juckreiz um die Augen

Wie erkennt man Nasenpolypen? Diagnose

Befinden sich die Nasenpolypen nahe den Nasenlöchern, sieht man sie deutlich, wenn man mit einem einfachen Licht in die Nase leuchtet.
Jedoch sind weiterführende Untersuchungen erforderlich, um die tiefer im Innern der Nasenhöhlen oder Nasennebenhöhlen liegenden Polypen zu finden.

Die diagnostischen bildgebenden Untersuchungen erfolgen mit einem Endoskop in einer klinischen Hals-Nasen-Ohren-Abteilung.
Mit der vorderen Rhinoskopie werden sichtbare Nasenpolypen festgestellt, für die tieferliegenden Polypen ist ein CT erforderlich.
Bei dieser Untersuchung werden die Nasenpolypen als undurchsichtiger oder nichttransparenter Bereich zwischen den Wänden der Nasennebenhöhlen und der Nasenwege abgebildet.
Der Prick-Test dient der Aufdeckung einer möglichen Allergie, die die Symptome des Patienten erklären könnte: Man sticht in die Haut kleine Mengen von Substanzen ein, die für die häufigsten Allergien bekannt sind. Der Test ist positiv, wenn die Haut des Patienten auf eine oder mehrere dieser Substanzen reagiert.

Nasenpolypen kommen gewöhnlich nicht bei Kindern vor, außer bei Kindern, die unter zystischer Fibrose leiden, bei denen also die Lungen oder das Verdauungssystem durch verdickten und klebrigen Schleim verstopfen. Werden daher bei einem Kind Nasenpolypen diagnostiziert, sollte man einen Test für Mukoviszidose durchführen.

Was sollte man tun? Wie werden Nasenpolypen behandelt?

Medikamente sind die bevorzugte therapeutische Wahl.
Eine chronische Sinusitis mit oder ohne Polypen heilt nur sehr schwierig aus. Der Arzt behandelt die Risikofaktoren (wie Allergien), die zur chronischen Entzündung führen.
Die Therapie der Nasenpolypen beginnt mit Medikamenten, die auch große Polypen schrumpfen lassen oder beseitigen.
Der Arzt kann folgende Mittel verschreiben:


Kortison-Spray – Die Anwendung in Form eines Sprays verringert die Entzündung und Größe der Polypen und beseitigt sie manchmal vollständig. Zu den nasalen Kortikosteroiden gehören Fluticason (Flutide und Avamys), Budesonid (Aquacort), Flunisolid, Mometason (Nasonex), Triamcinolon (Nasacort) und Beclometason (Beconase).

Orale und parenterale Kortikosteroide – Ist das nasale Kortikosteroid unwirksam, wird ein orales Kortikosteroid angewendet wie Prednison, entweder allein oder in Kombination mit einem Nasenspray. Da orale Kortikosteroide schwere Nebenwirkungen auslösen können, werden sie nur kurzfristig angewendet, während parenteral verabreichte Kortikosteroide angewendet werden, wenn es sich um schwerwiegende Fälle von Nasenpolypen handelt.

Andere Medikamente – Der Arzt verschreibt auch Medikamente zur Behandlung der Erkrankung, die die chronische Entzündung in der Nase oder den Nasennebenhöhlen verursacht, zum Beispiel Antihistaminika bei Allergien oder Antibiotika zur Behandlung einer chronischen oder rezidivierenden Infektion.

Frauen in der Schwangerschaft sollten mit dem Arzt sprechen, ehe sie Medikamente einnehmen.

Die ständige Behandlung mit Nasenspray oder oralen Kortikosteroiden setzt die Widerstandsfähigkeit gegen Infektionen in der Nasenschleimhaut herab.

 

Nasenpolypen
Nasenpolypen

Wann sollte man operieren?
Wenn die medikamentöse Therapie die Nasenpolypen nicht verringert oder beseitigt, ist ein Eingriff mittels chirurgischer Endoskopie erforderlich: Die chirurgische Therapie entfernt die Polypen und korrigiert die Erkrankungen, die den Patienten zu Entzündungen und Nasenpolypen prädisponieren.
Die Operation ist keine dauerhafte Lösung, da oftmals Rezidive auftreten.

Chirurgischer Eingriff
Der Chirurg führt einen Schlauch mit einer Vergrößerungslinse oder einer kleinen Videokamera durch die Nasenlöcher ein und führt ihn bis in die Nasennebenhöhlen, wo mit entsprechenden Instrumenten die Polypen und andere Hindernisse entfernt werden, die den Abfluss von Flüssigkeiten nach außen blockieren.
Diese Operation wird in Lokal- oder Vollnarkose durchgeführt.
In der Regel wird die Operation ambulant durchgeführt.
Um die Polypen zu beseitigen, führt der Chirurg eine laserassistierte endonasale Polypektomie durch, bei der eine selektive Entfernung der Polypen mit einem speziellen Lasergerät erfolgt.
Diese Operation wird in Lokalanästhesie mit Sedierung durchgeführt.
Alternativ kann der Chirurg die Öffnungen vergrößern, die aus den Nasennebenhöhlen in die Nasenhöhle des Patienten führen.

Naturheilmittel

Zu den natürlichen Behandlungen zählt die Akupunktur als sinnvolle Behandlung, da sie die Nasenverstopfung und Luftzirkulation verbessern kann.


Wie ist die Prognose bei Nasenpolypen?

Die Genesungszeiten bei chirurgischer Therapie betragen zwischen 1 und 3 Wochen.
Die meisten Symptome bessern sich erheblich, jedoch kann es gelegentlich zu einem teilweisen Verlust des Geruchssinns kommen.

Die Patienten können in den ersten 2-3 Tagen nach der Operation über eine verstopfte Nase und Nasenbluten klagen.

Der Arzt kann Schmerzmittel und Antibiotika verordnen, um postoperative Schmerzen zu lindern und das Risiko einer Infektion zu verringern.
Die Wirkung der Anästhetika bleibt für etwa einen Tag bestehen, daher sollte man bestimmte Vorsichtsmaßnahmen beachten:

  • Für 24-48 Stunden nach der Operation nicht mit dem Auto fahren
  • Nicht die Nase schnäuzen
  • Nicht rauchen
  • Keinen Alkohol trinken

Nach dem chirurgischen Eingriff werden die blutenden Nasenhöhlen mit Mullbinden und Watte tamponiert. Diese Medikation sollte regelmäßig gewechselt werden.

Nachdem der Verband abgenommen wurde, werden die Nasenhöhlen mit einer physiologischen Lösung gespült: Das hilft, Blutreste oder Koagel zu entfernen, die sich auf der Schleimhautoberfläche angesammelt haben, verringert das Risiko einer Infektion und fördert die Heilung der chirurgischen Wunden.

Die inneren Nasengewebe sind in den ersten Wochen geschwollen, doch das ist nicht besorgniserregend, denn es handelt sich um eine normale Reaktion des Körpers.
Eine Blutung ist eine der ernsteren Komplikationen bei diesem chirurgischen Verfahren: Wenn sie auftritt, sollte unverzüglich ein Arzt aufgesucht werden.

Nasenpolypen können bei 10 % der Patienten mit chronischer Nasenerkrankung trotz der chirurgischen Therapie erneut wachsen.