Muskelzerrung

Die Muskelzerrung ist eine sehr häufige Verletzung bei Sportlern, kann aber alle betreffen, auch Personen, die sich wenig bewegen.

Physiologisch gesehen ist die Zerrung des Muskels die Dehnung der Muskelfasern über das Limit hinaus.

Es gleicht dem Ziehen an einer Sprungfeder, bis sie ihre Elastizität verliert und nicht mehr in ihre Ausgangsposition zurückkehren kann.

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Symptome der Muskelzerrung

Die Symptome dieser Erkrankung sind:

  1. Schwellung;
  2. Entzündung mit Flüssigkeitsaustritt;
  3. Muskelschmerzen;
  4. Hämatom aufgrund von Kapillarrupturen; es ist meist sehr klein und gleicht einem blauen Fleck, während beim Muskelriss seine Ausbreitung größer ist;
  5. Bewegungseinschränkungen;
  6. Kraftverlust;
  7. Schmerzausstrahlung in die umgebenden Muskeln und Gelenke;
  8. Muskelsteifigkeit und Gewebeverhärtung.

Fieber ist kein Symptom einer Muskelzerrung.

Muskeln befinden sich in jedem Körperteil. Somit kann sich eine Muskelzerrung überall ereignen. Manche Körperbereiche sind mehr davon betroffen:

  1. Rücken im Lendenbereich,
  2. Brust,
  3. Oberschenkel und Wade.

Selten stellt sich ein Kind mit einer Muskelzerrung oder einem Muskelriss beim Arzt vor. Meist ereignet sich eine solche Verletzung erst nach dem 15. Lebensjahr.

 

Muskelzerrung im Lendenbereich oder oberen Rücken

Symptome einer Muskelzerrung am Rücken sind:

  1. Muskelsteifheit,
  2. Schwellung,
  3. Spasmen oder unwillkürliche Kontraktionen der Muskeln,
  4. Stechende Schmerzen im betroffenen Bereich,
  5. Brennen,
  6. Wärme.

Symptome einer Muskelzerrung in der Brust:
Ein gezerrter Muskel in der Brust zeigt in den ersten 24 Stunden folgende Symptome:

  1. Geschwollene Sehnen
  2. Entzündung des Muskels
  3. Plötzlicher Schmerz oder Manifestation des Schmerzes in den ersten 6-8 Stunden
  4. Bewegungsbeschwerden

 

Muskelzerrung in Schenkel und Bein

Der Oberschenkel hat viele Muskeln, die beim Laufen und bei körperlicher Anstrengung zusammenarbeiten. Das begünstigt Muskelzerrungen in dieser Region.
Fußballer können eine Muskelzerrung der Adduktoren (Innenseite des Oberschenkels) erleiden, doch in der Regel sind die am meisten betroffenen Muskeln der Quadrizeps femoris (vor allem nahe der Leiste) und der Bizeps femoris (hinterer Oberschenkel).
Der Bizeps femoris gehört zu der ischiocruralen Gruppe, das sind die Kniebeuger, die sich im hinteren Oberschenkelbereich befinden.
Er kann bei energischem Fußballspiel gezerrt werden, besonders wenn der Sportler sich nicht richtig aufgewärmt hat.

Symptome:

  1. Schwellung
  2. Muskelschmerzen
  3. Muskelkraftverlust
  4. Blaue Flecke
  5. Starre Muskelstruktur

Die Wadenmuskulatur versteift und schmerzt beim Gehen und Treppensteigen.
Werden die Beschwerden ignoriert, verschlimmern sie sich.
Patienten mit starken Waden neigen zu Zerrungen und Muskelrissen. In der Praxis sieht man Personen, die diese Verletzungen während eines einfachen Spaziergangs erlitten haben.

 

Muskelzerrung an Nacken und Schultern

Zerrungen am Trapezius
Der Trapezius ist ein großer Muskel, der Nacken, Schultern und die oberen Rückenpartien miteinander verbindet.
Der Muskel erstreckt sich von der Nackenbasis über den Rücken bis zu den Schultern. Der Trapezius wird von zwei dreieckförmigen Muskelfaszien gebildet, die einem Diamanten (oder einem Trapez) ähneln.


Ursachen und Symptome
Dieser Muskel kann gezerrt werden, wenn Sehnen und Bänder aufgrund eines Unfalls oder einer Verletzung „irritiert“ werden. Der Muskel wird geschädigt, wenn er wiederholten Belastungen ausgesetzt ist, die zu Mikroverletzungen der Ligamente führen.
Dieser Muskel zeigt häufig Verspannungen, besonders auf der linken Seite.

Die Zerrung des Trapezius kann die Folge einer schlechten Körperhaltung über längere Zeit sein.
Menschen, die über Stunden vor einem Computer arbeiten, leiden häufig unter diesen Beschwerden.
Bei einem Schleudertrauma bewegt sich der Kopf sehr schnell nach vorn und nach hinten: diese Bewegung kann zu einer Zerrung führen; auch das Aufheben und Transportieren von schweren Gegenständen (z.B. Rucksack oder Tasche) kann dieses Problem verursachen.
Man sollte auf die Haltung im Schlaf achten.
Viele Menschen schlafen in einer falschen Position oder liegen auf zu weichen Kopfkissen.
Diese Angewohnheiten verursachen Schmerzzustände in den Muskeln von Nacken und Schultern.

 

Muskelzerrung in der Brust

Eine Muskelzerrung im großen Brustmuskel kann große Beschwerden bereiten und zu Bewegungseinschränkungen führen.
Die Thoraxmuskeln sind unter den Körpermuskeln die stärksten und können gezerrt werden, wenn sie zu stark beansprucht werden. Um solche Beschwerden zu vermeiden, sollten gewisse Vorkehrungen getroffen werden, wie zwischen Ruhe und körperlichen Aktivitäten abwechseln und Übungen vermeiden, die diese Strukturen unter Stress setzen. Eine lange Überbeanspruchung oder eine Verletzung der Brustmuskulatur führt zu Lazeration (Riss) dieser Muskelstrukturen.

Sportler, die Bodybuilding betreiben und Anabolika einnehmen, haben ein höheres Risiko für eine Zerrung oder einen Riss der Brustmuskeln.

 

Muskelzerrung im Arm

Die einzige Muskelzerrung im Arm, die man bei Patienten sehen kann, betrifft den Bizeps brachialis.
Sie kann nach Anstrengung auftreten, besonders aber nach einer heftigen Bewegung, zum Beispiel nach einem Faustschlag bei einem Boxkampf.
Der Trizeps und die Unterarmmuskeln neigen in der Regel nicht zu dieser Verletzung.

 

Muskelzerrung in der Bauchmuskulatur

Die Bauchwand wird von vielen Muskeln gebildet. Die Bauchmuskelstrukturen führen einige sehr wichtige Körperfunktionen aus:

  • Unterstützung des Körperstamms
  • Stabilisierung des Beckens
  • Stabilisierung des Oberkörpers beim Stehen und Gehen
  • Ausführen von Rumpfdrehungen

Ursachen
Hauptursache einer Bauchmuskelzerrung ist die Überbeanspruchung, die in gewissen Situationen erfolgt.
Das geschieht bei plötzlichen und heftigen Bewegungen des Körperstamms oder der Beine.
Häufig treten solche Beschwerden auf, wenn schwere Gegenstände angehoben, gestoßen oder gezogen werden oder bei Leistungssport wie Brustschwimmen, Schlittschuhlaufen, Hockey. Fußball usw. Ein übergewichtiger Mensch, der nach einer langen Phase der Inaktivität Sport macht, kann eine Zerrung davontragen.
Bei ihnen können auch kleine Kontraktionen, die während eines Hustenstoßes, beim Niesen oder Lachen entstehen, zu Bauchmuskelzerrungen führen.

 

Muskelzerrung,Rücken,SchulterMuskelzerrung im Rücken

Manche Leute glauben, dass die Muskelzerrung eine der häufigsten Ursachen für Rückenschmerzen ist. Tatsächlich kommt eine Muskelverspannung sehr viel häufiger vor.
Eine Zerrung von Muskelstrukturen im Rücken wird als sehr heftiger Schmerz und als ein Gefühl von Muskelspannung beschrieben. Oftmals ist diese Phase sehr schmerzhaft und engt den Bewegungsbereich der Wirbelsäule ein.
Entsteht eine Muskelzerrung in der linken Flanke, kann der Patient die Wirbelsäule nicht zur rechten Seite beugen.
Bei einer Verletzung der rechten Flanke kann sich der Betreffende nicht nach links beugen.
Selten erleidet der Patient eine Zerrung der Gesäßmuskeln.
In den meisten Fällen führt der Patient tägliche Aktivitäten durch; ist die Zerrung sehr schwerwiegend, kann der Mensch auch bei den einfachsten Tätigkeiten, wie aus dem Bett steigen, Schwierigkeiten haben.

Ursachen

Es gibt viele Ursachen, die zu einer Rückenmuskelzerrung führen können. Befinden sich die Muskeln über längere Zeit starr in einer bestimmten Position, ermüden sie und beginnen zu schmerzen. Dies geschieht, weil die Muskeln das gesamte Körpergewicht über einen langen Zeitraum tragen. Eine falsche Körperhaltung zwingt die Rückenmuskeln zu mehr Arbeit, die Muskulatur ist damit stark überfordert.
Ein übermäßiger Gebrauch der Rückenmuskeln zur Ausführung wiederholter Bewegungen kann sie überdehnen. Werden Übungen durchgeführt, die die Lendenwirbelsäule stressen, kann dies zu einer Muskelzerrung führen.
Das geschieht auch bei zu schnellem Positionswechsel.
Oftmals werden beim Anheben schwerer Gewichte oder beim Transport zu schwerer Gegenstände die Muskeln überlastet, wenn dabei die falsche Technik angewendet wird.
Ein Sturz oder eine seltsame Verdrehung des Rumpfes verursacht Zerrungen im lumbalen und dorsalen Rückenbereich.

Symptome
Das Hauptsymptom ist ein starker Schmerz im Rücken dort, wo Muskeln verletzt sind.
In manchen Fällen halten die Beschwerden an, während sie in anderen Fällen nur bei einer bestimmten Rückenposition auftreten.
Bei einer Muskelstörung entwickelt sich eine Entzündung und man verspürt eine Überwärmung und ein Brennen. Der betroffene Bereich fühlt sich heiß an.
Dies ist die Folge einer vermehrten Durchblutung in dem gezerrten Bereich.

 

Wie erkennt man eine Muskelzerrung? Diagnose

Das Untersuchungsverfahren, das eine Zerrung von einem Muskelriss und einer Kontraktur unterscheiden kann, ist die Echographie des Skelettmuskels.

 

Was tun? Die Behandlung der Muskelzerrung

Arzneimittel
Bei starken Schwellungen und Schmerzen kann man Medikamente aus der Gruppe der nichtsteroidalen Entzündungshemmer (NSAR) wie Aspirin (Acetylsalicylsäure) und Ibuprofen (Aktren) einnehmen. Viele dieser Wirkstoffe verursachen Nebenwirkungen wie Magenschmerzen und Magengeschwür.
Vor der Einnahme eines Medikaments sollte man den Arzt konsultieren.
Alternativ dazu kann man eine Salbe wie Dolormin Schmerzgel (Ketoprofen) und Voltaren® (Diclofenac) auftragen.
Zur Entspannung der Muskulatur kann Methocarbamol (Ortoton) genommen werden, auch wenn manche Menschen darauf Durchfall bekommen.

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Physiotherapie
Die wirksamste und schnellste Therapie ist sicherlich die Tecartherapie, eine Behandlung, die auf elektrischen Mikroströmen basiert und die Absorption von Entzündungsflüssigkeit sowie die Entspannung der Muskelfasern stimuliert.
Vor der Erfindung von Tecar behandelte man mit Lasertherapie zusammen mit Ultraschall, was ausgezeichnete Ergebnisse hervorbringt.
Eine Massagetherapie kann dieselben Ergebnisse wie die Apparatetherapie bringen, aber der manuelle Druck des Physiotherapeuten kann dem Patienten starke Schmerzen bereiten.
Dehnung ist solange kontraindiziert, solange der Patient Muskelbeschwerden hat. Sie kann die Zerrung eher noch verschlimmern.

 

Naturheilmittel

Homöopathische Mittel wie Arnikasalbe sind eine der Möglichkeiten mit weniger Nebenwirkungen.

Kräuterkompressen
Man legt therapeutische Kräuter auf den Muskel. Alternativ kann man Salben mit ätherischen Ölen auf die betreffenden Bereiche auftragen, um die Durchblutung und den Heilungsprozess zu beschleunigen. In der asiatischen Kultur ist dieses Mittel bei leichten Zerrungen seit Jahrhunderten bekannt.

Ruhe
Ruhe ist die entscheidende Phase dieser Behandlung. Man sollte unverzüglich die Aktivität beenden, die Schmerzen verursacht. Man sollte Übungen unterlassen und den schmerzenden Bereich in den folgenden 2 oder 3 Tagen schonen. Dann erst kann man langsam alle Aktivitäten wieder aufnehmen.


Hochlagern, die betroffene Gliedmaße entlasten
Man sollte die betroffene Extremität in dieser Zeit hochlagern. Das Hochlagern von Arm oder Bein hilft, die übermäßige Flüssigkeitsansammlung abfließen zu lassen.
Die Wirkung der Schwerkraft hilft bei der Besserung von Schwellungen und Muskelschmerzen.
Man kann die Gliedmaße auf ein paar Kissen lagern.
Bei Beschwerden eines Muskels in Rücken oder Hals ist die Bauchlage die beste Position.

Kompression
Die betroffene Gliedmaße mit einer elastischen Binde zu umwickeln, dient der Verringerung von Schwellungen. Das erhöht den elastischen Widerstand, begünstigt die Absorption der Flüssigkeit und schränkt die Bewegung ein. Dadurch wird der Muskel ruhiggestellt, der keiner unnötigen Anstrengung unterzogen werden sollte.

 

Eis oder Wärme?

Wann sollte man Eis auflegen

Eis sollte so bald wie möglich aufgelegt werden. Die niedrige Temperatur des Eises verlangsamt den Blutfluss in der verletzten Zone. Diese Behandlung beugt einer Schwellung vor, denn sie führt zu einer Gefäßverengung.
Eis „betäubt“ die Nerven und dämpft das Schmerzgefühl. Man darf Eis nicht direkt auf die Haut auflegen, denn das kann zu einer Verbrennung führen, die über einige Tage anhält.
Eis sollte für 20 Minuten mit 2 Stunden Pause aufgelegt werden. Diese Behandlung erfolgt am ersten Tag.

Wann sollte man Wärme auflegen

Nach dem ersten Tag muss eine Wärmequelle auf den Muskel aufgelegt werden.
In den Anfangsphasen verlangsamt die Eisauflage den Blutfluss, in der Folge verursacht Wärme eine Erhöhung der Durchblutung im betroffenen Muskel.
Dieser Mechanismus verhindert Muskelspasmen und begünstigt die Muskelentspannung und den zellulären Stoffwechsel.
Wärme sollte wenigstens einmal am Tag über 20 Minuten aufgelegt werden.
Wer noch 24 Stunden nach der Verletzung Eispackungen auflegt, verlangsamt den Heilungsprozess, da Kälte die zelluläre Aktivität blockiert.

 

Wie lange dauert eine Muskelzerrung?

Die Dauer ist unterschiedlich. Bei einer geeigneten Therapie beträgt die Heilungszeit etwa eine Woche, doch ohne eine Behandlung kann der Schmerz noch über einen Monat lang anhalten.