Muskelschmerzen

Muskelschmerzen an Beinen, Rücken und Nacken können durch eine übermäßige Belastung wie einen Krampf in der Wade oder eine Kontraktur am Quadrizeps verursacht sein, doch auch durch verschiedene Erkrankungen, die die Muskeln oder Nerven des Körpers betreffen. Hier sind einige davon aufgezeigt.

Jeder Muskel kann von verschiedene Krankheiten und Störungen betroffen sein, dazu gehören: Zerrungen, Krämpfe, Kontrakturen, Infektionen, Traumen, Autoimmunkrankheiten, neurologische und muskuläre Störungen, maligne Tumoren (zum Beispiel Leukämie) und durch Medikamente verursachte Störungen.

Muskelschmerzen
Muskelschmerzen

Muskelschmerzen können in einer Körperregion auftreten, wie im Nacken oder Rücken, können aber auch überall Beschwerden bereiten, wie bei einer Grippeerkrankung.

Muskelschmerzen können auch durch Infektionen oder durch schwerwiegende Autoimmunerkrankungen oder allgemeine Störungen verursacht sein, wie Fibromyalgie, Menopause oder Dermatomyositis, eine entzündliche Muskelerkrankung.

Eine Meningitis kann starke Muskelschmerzen im Nacken verursachen. Ebenso verursacht ein Herzinfarkt vom Herzmuskel projizierte Brustschmerzen.

Muskelschmerzen können auch ein Zeichen von Krankheiten sein, die den ganzen Körper betreffen, wie manche Infektionen (Influenza inbegriffen) und Beschwerden, die das Bindegewebe des gesamten Körpers betreffen (wie Lupus).

Eine häufige Ursache von Muskelleiden ist die Fibromyalgie. Das ist eine Erkrankung, die zu Steifheit der Muskeln und des umgebenden Weichgewebes, Schlaflosigkeit, Müdigkeit, Gelenkschmerzen und Kopfschmerzen führt.

Schmerzen an den Muskeln der unteren Extremitäten (Wade und Oberschenkel) können durch einen Krampf, eine Kontraktur, Läsionen oder Traumen verursacht sein. Die häufigsten traumatischen und durch Sport hervorgerufenen Ursachen für Muskelschmerzen sind im Folgenden aufgelistet.

 

Muskelkrampf

Muskelkrämpfe sind plötzliche, ungewollte Kontraktionen oder Spasmen in einem oder mehreren Muskeln. Am meisten betroffen sind Waden und Fußmuskeln.
Meist treten sie nach körperlichen Übungen (nach Training oder Wettkampf) oder während der Nacht auf und dauern von wenigen Sekunden bis zu einigen Minuten. Das ist ein sehr häufiges Muskelproblem.
Wer schon einmal Spasmen oder Muskelkrämpfe hatte weiß, dass diese extrem schmerzhaft sein können.
Ein schwerer Muskelspasmus vergeht nicht von selbst und man muss die Muskelspannung manuell lösen, um zu einer Entspannung zu verhelfen.

Ursachen
Die genaue Ursache für einen Muskelkrampf ist noch unbekannt, doch die zuverlässigsten Theorien sind:

  • Veränderte neuromuskuläre Kontrolle
  • Dehydratation (besonders im Sommer)
  • Elektrolytverlust (vor allem von Kalium)
  • Schlechte Kondition
  • Muskelermüdung
  • Beginn neuer körperlicher oder sportlicher Aktivitäten

Therapie bei Muskelkrämpfen
Normalerweise vergeht der Schmerz ohne Behandlung, doch man kann einige Tipps befolgen, um den Heilungsprozess und weitere Episoden zu verhindern:

  • Stretching oder leichte Massagen können den Schmerz lindern.
  • Die Aktivität unterbrechen, die den Krampf verursacht hat.
  • Die Gelenke in verkürzter Position halten, bis der Krampf aufhört.
    Entgegen der allgemeinen Meinung ist es tatsächlich so, dass wenn ein Muskel während eines Krampfes gedehnt wird, der Körper ein Signal sendet, den Muskel wie als Abwehrmechanismus zusammenzuziehen.
    Löst man hingegen die Muskelspannung, indem man die Muskelenden einander annähert (Entspannung), empfindet der Körper keine Gefahr und beendet sofort das Signal der Muskelkontraktion.

 

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Krampf: Der Nerv sendet einen konstanten Impuls zur Muskelkontraktion Alila/bigstockphoto.com

Muskelzerrung

Eine Zerrung des Muskels ist unangenehm und wird durch anstrengende Tätigkeiten verursacht.
Jeder kann während der normalen täglichen Alltagstätigkeiten eine übermäßige Beanspruchung auf seine Muskeln ausüben, zum Beispiel durch das plötzliche Anheben eines schweren Gegenstands, beim Sport oder bei der beruflichen Tätigkeit.

Eine Muskelzerrung tritt meisten im Oberschenkel oder in der Wade auf. Eine übermäßige Muskelspannung kann zu Muskelverletzungen führen. Das Zerreißen von Muskelfasern kann auch kleine Gefäße schädigen und so lokale Blutungen (Ekchymosen) und Schmerzen (verursacht durch Reizungen der Nervenenden in diesem Bereich) verursachen.

Die Symptome der muskulären Überdehnung oder Zerrung sind:

  • Schwellung, blaue Flecke, Rötung oder durch das Trauma verursachte offene Wunden;
  • Ruheschmerzen;
  • Muskelschmerzen bei Nutzung des betreffenden Muskels oder des Gelenkes, an dem der Muskel ansetzt;
  • Muskelschwäche;
  • Unfähigkeit, den Muskel wie zuvor zu benutzen.

Behandlung
Was man in der akuten Phase in den ersten 72 Stunden tun sollte:
Wenn ein Muskel verletzt ist, muss man ihn schonen.
Man sollte sofort mit einer Behandlung beginnen und sich an den Arzt wenden, um eine präzise Diagnose über die Schwere des Schadens zu erhalten.


Den Muskel weiterhin zu bewegen, verstärkt die Blutung (Hämorrhagie) und den Schaden, außerdem dauert die Wiederherstellung länger und ist schwieriger. Je eher man ruht, umso geringer sind Druck und Blutung um den Verletzungsbereich.
Zuerst sollte Eis 20 Minuten lang auf den verletzten Bereich gelegt werden. Dieses Heilmittel verlangsamt den Blutfluss im geschädigten Muskel.
Keine Wärmeauflagen oder Muskelmassagen. Wärme erhöht die Durchblutung in der geschädigten Zone (Gefäßerweiterung). Eine Massage verursacht eine vermehrte Blutung und stört den Heilungsprozess.
Der verletzte Bereich muss mit einer Bandage umwickelt werden, die komprimiert. Die betroffene Gliedmaße über Herzhöhe hochlagern. Empfohlen wird, mit einem Kissen unter der verletzten Gliedmaße zu schlafen.
Die Wunde verheilt unter Narbenbildung, die nicht so flexibel ist wie der Muskel und nicht gut gedehnt werden kann. Das Narbengewebe im Zentrum des Muskels kann neue Verletzungen begünstigen und macht den Muskel möglicherweise schwächer, als vor dem Zwischenfall.

 

Kontusion

Die Prellung oder Kontusion ist ein Schaden oder eine Reihe von Schäden, die durch den Zusammenstoß eines stumpfen Gegenstands mit dem Körper entsteht.
Das betreffende Objekt ist nicht scharf, es schneidet also nicht und dringt nicht in das Körpergewebe ein.

Ursache
Eine Kontusion entsteht durch einen Schlag oder wiederholte Schläge eines stumpfen Gegenstands direkt auf den Körper, das Bindegewebe und die Muskelfasern, werden ohne Verletzung der Haut gequetscht. Eine Kontusion kann durch einen Sturz, einen Zusammenstoß des Körpers mit einer harten Oberfläche oder ein Schleudertrauma bei einem Verkehrsunfall entstehen.

Symptome
Der Aufprall verursacht die Ruptur der Kapillaren und eine Einblutung in das geschädigte Gewebe. Somit bildet sich ein Hämatom an der Verletzungsstelle.
In schwersten Fällen können Schwellung und Einblutung unter der Haut einen Schock verursachen.
Ist die Gewebeschädigung umfangreich, kann sich auch eine Fraktur, die Luxation eines Gelenkes, eine Distorsion, eine Muskel- oder Sehnenzerrung oder eine andere Läsionen ereignen.
Kontusionen verursachen Schwellungen, anhaltende Schmerzen und Bewegungseinschränkungen in den benachbarten Gelenken.
Verletzte Blutgefäße können bläuliche Flecke verursachen, wie Hämatome. Der verletzte Muskel fühlt sich schwach und steif an.

Behandlung
Die Ruhigstellung der Gliedmaße mit Pause, Eis, Compression und Hochlagern (PECH-Regel) sollte in den ersten 24-48 Stunden von Patienten, die eine Kontusion erlitten haben, eingehalten werden.
Die allgemeine Empfehlung ist, in den ersten 48 Stunden Wärme zu vermeiden, um Blutung und Ödembildung nicht zu verstärken.
Hat sich die Verletzung stabilisiert, kann Wärme helfen, das Hämatom aufzulösen und zu absorbieren; jedoch hat dieses einfache Mittel in der wissenschaftlichen Literatur keine wesentlichen Vorteile gezeigt.

Wie lange hält die Verletzung an? Prognose
Die Wiederherstellung nach einer Kontusion dauert 7-10 Tage in Bezug auf den Schmerz und etwa 3 Wochen zur Reabsorbtion des Hämatoms.

 

Muskelverspannung

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Taping bei Verspannung des Musculus vastus medialis

Muskeln kontrahieren sich, wenn sie benutzt werden, während sie sich entspannen oder dehnen, wenn sie nicht gebraucht werden.
Trotzdem kann manchmal ein Muskel kontrahiert bleiben oder es kann sich unverhofft eine unwillkürliche Kontraktion ergeben.
Spasmen können auftreten, wenn ein Muskel überlastet ist. Sie kündigen sich wie eine Muskelermüdung an, besonders wenn die Muskeln überdehnt oder über einen längeren Zeitraum in der gleichen Position gehalten wurden.
Nach einer Anstrengung sammelt sich Milchsäure in den Zellen an. Das verursacht „Muskelkater“, der in wenigen Tagen von selbst wieder vergeht, wohingegen eine Kontraktur dazu viel mehr Zeit oder eine Therapie benötigt.

Kälte und Klimaanlagen können Verspannungen des Trapezmuskels im Nackenbereich verursachen.
Viele Menschen haben eine Muskelverspannung am Ileopsoas (ein Muskel, der sich zwischen Flanke und Hüfte befindet), vor allem auf der rechten Seite.
Diese kann Schmerzen an der Vorderseite des Oberschenkels oder im Rücken verursachen.

Schwangere Frauen leiden aufgrund des erhöhten Körpergewichtes besonders an Beinen und im Rücken unter muskulären Schmerzen.
Während der Stillperiode sind Muskelschmerzen an Armen und Nacken wegen der Anstrengung, das Kind dabei in Position zu halten, normal. Empfohlen wird, ein Kissen auf den Schoß zu legen und das Kind darauf abzustützen.

Symptome
Das Einsetzen des Schmerzes erfolgt plötzlich, wenn sich die Muskeln zusammenziehen. Ein Anschwellen des Muskels und eine härtere Konsistenz kann man unter der Haut in Höhe des Muskels beobachten oder spüren.

Behandlung
Um die Verspannung zu lösen, muss man den betroffenen Muskel langsam dehnen ohne dabei zu federn.
Um den Schmerz zu lindern, kann man Eiskompressen auflegen. Das verringert die Entzündung und ermöglicht dem Muskel, sich zu entspannen.
Die ideale Therapie ist die Kombination von Dehnung zusammen mit anderen natürlichen Heilmitteln.
Der Arzt kann ein Schmerzmittel wie Paracetamol, Entzündungshemmer wie Ketoprofen (Alrheumun) oder Diclofenac (Voltaren) verschreiben.

Kinesio-Taping wird folgendermaßen angewandt. Form: ein „Y“-Streifen. Länge: über die ganze Länge des Muskelbauches.
Den Streifen ohne Spannung aufbringen, der Y-Stamm liegt unten.
Den Quadrizeps dehnen und mit den Y-Zweigen dem Muskelbauch des M. vastus medialis folgen. Eine Massage des schmerzenden Bereichs ist nützlich, um die Verspannung zu verringern.
Wärmeauflagen halten den Muskel geschmeidiger und dienen der Entspannung der Muskelfasern.

 

Ursachen für Muskelschmerzen, vollständige Auflistung

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Überanstrengung beim Sport, Radfahrer beim Zeitfahren RazvanPhotography/bigstockphoto.com

Die meisten mechanischen oder durch Sport erfolgten Ursachen sind:

  • Verletzungen oder Traumen, darunter Überdehnungen und Zerrungen
  • Überbelastung: der Muskel wird zu stark, zu oft oder ohne vorhergehendes Aufwärmen benutzt
  • Spannungen oder Stress

Muskelschmerz kann auch durch Arzneimittel ausgelöst werden, darunter:

  • ACE-Hemmer, um eine arterielle Hypertonie (Bluthochdruck) zu senken
  • Kokain
  • Statine zur Senkung des Cholesterinspiegels

Systemische, autoimmune, infektiöse, nervöse oder vaskuläre Erkrankungen, die zu Muskelbeschwerden führen können, sind:

  • Amyotrophe Lateralsklerose (ALS, auch als Morbus Gehrig bekannt, eine schwerwiegende neuromuskuläre Erkrankung, die zu Körperbehinderung und Muskelschwäche führt);
  • Multiple Sklerose (Krankheit, die Gehirn und Rückenmark betrifft, sie verursacht Schwäche, Koordinationsverlust, Gleichgewichtsstörungen und andere Beschwerden);
  • Hirn- oder Rückenmarkschäden;
  • Lyme-Krankheit (durch Zecken verbreitete bakterielle entzündliche Erkrankung);
  • Muskelinfektion, wie ein Abszess;
  • Polymylagia rheumatica (Krankheit, die durch Steifigkeit und Schmerzen der Muskeln gekennzeichnet ist);
  • systemischer Lupus erythematodes (Krankheit, bei der der Körper eigene gesunde Zellen angreift);
  • Defizit an Vitamin B12 oder D (besonders bei Vegetariern);
  • Schlaganfall oder Herzinfarkt.

Andere, seltenere Ursachen für Muskelschmerzen

  • Krebs
  • Hypothyreose (Schilddrüsenunterfunktion)
  • Niereninsuffizienz

 

Fibromyalgie

Die Fibromyalgie provoziert chronische und diffuse Muskelschmerzen, doch verursacht dieses Syndrom auch noch viele andere Symptome.
Selten können Laboruntersuchungen die Pathologie bestätigen und die Resultate hinterlassen für den Patienten meist den Eindruck, er sei ein Hypochonder. Beim Drücken auf die Tenderpoints kann man eine Fibromyalgie diagnostizieren, doch die Untersuchung erklärt nicht alle Symptome.
Menschen mit Fibromyalgie beschreiben oftmals ihre Symptome wie einen Infekt, ähnlich einer Influenza, die nicht wieder vergeht. Diese Beschwerden erschöpfen ihn und machen ihn unfähig, zu rationalisieren oder die richtigen Worte zu finden.
Patienten mit Fibromyalgie haben Schlafschwierigkeiten und wachen mit Steifigkeit, Schmerzen und leichtem Fieber sowie Kribbeln in den Fingern auf.

Ursachen
Die Ursache ist unbekannt, doch es gibt manchen Verdacht: ein physisches oder emotives Trauma, eine anormale Antwort auf Schmerzen seitens des Gehirns, Bewegungsmangel oder ein Virus.

Symptome
Fibromyalgie kann viele Symptome hervorrufen, darunter:

  • Schmerzen im ganzen Körper,
  • Ermüdungserscheinungen,
  • Schlaflosigkeit,
  • getrübte Sinne,
  • morgendliche Steifigkeit,
  • Muskelverspannungen, Krämpfe und Schwäche,
  • Verdauungsbeschwerden,
  • Kopfschmerzen/Migräne,
  • Gleichgewichtsstörungen,
  • Juckreiz und Brennen.

Fibromyalgie und Tenderpoints
Routine-Laboruntersuchungen decken diffuse Schmerzen bei Fibromyalgie nicht auf.

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Kinesio-Taping der Tenderpoints

Die Diagnose erfolgt nach körperlicher Untersuchung, bei der der Arzt auf bestimmte Punkte drückt, die „Tenderpoints“ genannt werden. Diese Untersuchung dauert etwa 5 Minuten. Wenn am ganzen Körper ein sanfter Druck auf die Oberfläche der Muskeln ausgeübt wird, verspürt der Fibromyalgiepatient Schmerzen, vor allem an den für die Diagnose benutzten Tenderpoints.

Therapie
Die wirksamsten therapeutischen Möglichkeiten bei Symptomen der Fibromyalgie ist eine Kombination von Medikamenten, nicht-medikamentöser Therapien und Strategien der Selbstbehandlung.

Die Therapie der ersten Wahl kann beinhalten:

  • Physiotherapie,
  • Trainings- und Fitnessprogramm,
  • Methoden zum Stressabbau, eingeschlossen leichte Massagen und Entspannungstechniken.

Viele Medikamente werden zur Behandlung angewendet, darunter:

  • antikonvulsive Medikamente,
  • Antidepressiva,
  • Muskelrelaxantien.

 

Dermatomyositis

Die Dermatomyositis ist eine Muskelerkrankung, die durch Entzündung und Hautausschlag gekennzeichnet ist. Sie ist eine typische Autoimmunmyopathie.

Die Ursache der Dermatomyositis ist unbekannt. Experten meinen, dass sie durch eine virale Infektion der Muskeln oder eine Störung des Immunsystems des Körpers hervorgerufen wird.
Außerdem kann sie bei Patienten auftreten, die Tumoren im Bauch, in der Lunge oder in anderen Körperbereichen haben.

Symptome

  • Schluckstörungen
  • Muskelschwäche, Steifigkeit oder Schmerzen
  • Obere Augenlider lila oder violett verfärbt
  • Purpurrote Hautausschläge
  • Atemnot

Behandlung
Die Erkrankung wird mit Entzündungshemmern auf Kortisonbasis und mit Medikamenten, die das Immunsystem unterdrücken, behandelt.

 

Polymyositis

Die Polymyositis ist eine relativ seltene entzündliche Erkrankung, die zu Muskelschwäche, Schwellung (Entzündung), Steifigkeit und Läsionen führt. Sie gehört der großen Gruppe der Krankheiten an, die als Myositis bezeichnet werden.

Ursachen
Die Polymyositis ist eine Skelettmuskelerkrankung und auch als idiopathisch entzündliche Myopathie bekannt.
Die Ursache ist unbekannt. Eine Autoimmunreaktion oder eine Muskelinfektion kann auslösend sein.

Symptome
Polymyositis ist eine Systemkrankheit, sie betrifft also den ganzen Körper.
Zu den Symptomen gehören:

  • Schluckstörungen,
  • Muskelschmerzen,
  • Schwäche der proximalen Muskeln (Schultern, Hüften usw.), die es erschweren, den Arm über den Kopf zu heben, sich aus sitzender Position zu erheben oder Treppen zu steigen.
  • Stimmstörungen (verursacht durch Halsmuskelschwäche),
  • Atemnot.

Behandlung
Die wichtigste Behandlung erfolgt mit kortisonhaltigen Medikamenten. Bessert sich die Muskelkraft, in der Regel innerhalb von 4-6 Wochen, wird die Dosis des Medikaments langsam reduziert.

Die Erhaltungsdosis von Prednison kann auf unbestimmte Zeit fortgesetzt werden. Personen, die auf die entzündungshemmende Wirkung des Kortisons nicht reagieren, können immunsupprimierende Medikamente wie Methotrexat und Azathioprin einnehmen.

 

Rhabdomyolyse

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Muskelstruktur hkannn:bigstockphoto.com

Rhabdomyolyse ist eine Erkrankung, die zur Zerstörungen der Muskelfasern führt und ihre Inhaltsstoffe (Myoglobin) in das Blut freisetzt. Myoglobin ist schädigend für die Nieren und verursacht oftmals Schäden.
Ist der Muskel geschädigt, wird ein Protein, genannt Myoglobin, in den Blutkreislauf freigesetzt. Diese Substanz wird über die Nieren gefiltert und aus dem Körper ausgeschieden. Myoglobin gliedert sich in Substanzen auf, die die Nierenzellen schädigen können.

Ursachen
Rhabdomyolyse kann durch jede Erkrankung verursacht sein, die die Skelettmuskulatur schädigt, vor allem Verletzungen.

Symptome

  • Unnormale Harnfarbe (dunkel, rot oder colafarben)
  • Verringerung der Harnproduktion
  • Allgemeine Schwäche
  • Steifigkeit der Muskeln oder Schmerzen (Myalgie)
  • Schwäche der betroffenen Muskeln

Behandlung
Ein bikarbonathaltiges Getränk kann Nierenschäden vorbeugen. Wenn der Körper bikarbonathaltige Flüssigkeiten erhält, können Nierenschäden durch die renale Ausscheidung von Myoglobin verhindert werden.

Es kann erforderlich sein, die Flüssigkeit über die Vene zu verabreichen.
Manche Patienten könnten eine Dialyse benötigen.
Medikamente, die verschrieben werden können, sind Diuretika und Bikarbonat (wenn eine ausreichende Urinproduktion besteht).

Diagnose
Durchzuführende Geräteuntersuchungen sind:

  • komplettes Blutbild,
  • Ultraschall,
  • andere Blutuntersuchungen zur Bewertung der Muskelenzyme (Creatinkinase) und eventuell ein Test auf Lyme-Krankheit oder eine Erkrankung des Bindegewebes.