Zungenentzündung

Eine Zungenentzündung (Glossitis) charakterisiert sich durch das Anschwellen und die Vergrößerung der Zunge, eine dunkelrote Färbung und eine glatte Zungenoberfläche.
Die Zunge ist ein kleines, muskulöses Organ, das am Kauen und Schlucken der Nahrung teilnimmt und die Sprechfunktion unterstützt.

Diese Erkrankung kann zum Verschwinden der Geschmackspapillen führen, das sind kleine Unebenheiten auf der Zungenoberfläche.

Die Papillen sind sehr wichtig beim Essen, sie enthalten Tausende von winzigen Sensoren, die als Geschmacksknospen bezeichnet werden.
Schwere Entzündungen verursachen Schwellung, Rötung, Schmerzen und kann die Art zu essen oder zu sprechen verändern.

 

Arten der Zungenentzündung

Es gibt verschiedene Arten von Glossitis.

Akute Glossitis
Eine Entzündung der Zunge, die plötzlich und mit schweren Symptomen auftritt, wird als akute Glossitis bezeichnet.
Diese Art der Zungenentzündung entsteht während einer allergischen Reaktion.

Chronische Glossitis
Die chronische Glossitis ist eine relativ häufig vorkommende Entzündungskrankheit der Zunge.
Sie kann als Symptom einer anderen Erkrankung beginnen.
Dazu gehört die Glossitis gummosa, die sich durch die Bildung von interstitiellen Infiltrationen charakterisiert und infolge einer tertiären Syphilis auftritt.

Idiopathische Glossitis
Die Ursache der idiopathischen Glossitis ist nicht bekannt. Die Erkrankung wirkt sich auf die Zungenmuskeln aus und kann den Verlust von mehr als 50 % der Geschmackspapillen bewirken.

Atrophische Glossitis
Die atrophische Glossitis tritt auf, wenn viele Geschmackspapillen verloren gehen, die Folge ist eine Farb- und Strukturveränderung der Zunge.
Diese Art der Zungenentzündung führt zu einer dunkelroten Zungenfärbung.


Landkartenzunge
Die Landkartenzunge (Glossitis areata ecsudativa) ist eine gutartige entzündliche Veränderung der Zungenoberfläche.
Sie charakterisiert sich durch Areale mit Abschuppung der fadenförmigen Papillen auf der Zungenoberfläche. In der Mitte finden sich rote oder rosafarbene Flecken mit dünnen, gelblichen Linien.
Art und Ort der Flecken wechseln nach wenigen Tagen.
Frauen leiden am häufigsten an einer Landkartenzunge, aber auch Männer und Kinder können betroffen sein.

Hunter-Glossitis
Die Hunter-Glossitis (auch als atrophische Glossitis bezeichnet) macht sich durch Schmerzen und heftiges Zungenbrennen bemerkbar.
Die Symptome können sich auch auf andere Bereiche der Mundschleimhaut ausweiten.
Die Zunge wird schließlich atrophisch oder glatt und dunkelrot glänzend.
Zuweilen sind kleine Geschwüre auf der Oberfläche verteilt.

Glossitis rhombica mediana
Die Glossitis rhombica mediana ist eine angeborene Störung, die sich durch einen rötlichen, glatten und glänzenden Fleck in der Zungenmitte charakterisiert.
Der Fleck hat die Form eines Rhombus, nachdem die Krankheit benannt wurde.

Glossitis sphilitica sklerosa
Die Glossitis sphilitica sklerosa charakterisiert sich durch eine harte Knotenbildung auf der Zunge, die durch Syphilis hervorgerufen wird.

 

Ursachen für eine Zungenentzündung

  • Reizstoffe, wie Alkohol, heiße Speisen, Tabak oder Gewürze.
  • Bakterien-, Virus- oder Pilzinfektion (beispielsweise durch Candida).
  • Mechanische Reizung, wie scharfkantige Zähne, Verbrennungen, Gebiss.
  • Allergische Reaktionen auf Zahnpasta, Farbstoffe in atemerfrischenden Bonbons, Gurgellösung, Kunststoffprothesen, bestimmte Blutdruckmedikamente.
  • Störungen, wie perniziöse Anämie.
  • Erkrankungen, wie oraler Lichen planus, Mundfäule, Zöliakie, Syphilis und Erythema multiforme.
  • Alkohol in der Schwangerschaft kann zu zahlreichen Schädigungen des Kindes führen, wie das fetale Alkoholsyndrom.
  • Plummer-Vinson-Syndrom – verursacht werden Defekte an Nägeln, Schluckbeschwerden (Dysphagie) und Anämie durch Eisenmangel.
  • Schuppenflechte (Psoriasis) – eine chronische Hautkrankheit, die eine Entzündung und dicke, rote oder weißliche Flecken hervorruft.
  • Blasensucht (Pemphigus vulgaris) ist eine seltene Autoimmunkrankheit, die zu Blasenbildung an den Schleimhäuten führt, beispielsweise im Mund.
  • Eisenmangel: wenig Eisen im Blut ist eine der Hauptursachen für Glossitis.
  • Vitaminmangel: Die Glossitis kann durch den Mangel an bestimmten Vitaminen im Blut entstehen, wie Vitamin B oder B12.
  • Veranlagung: Eine Zungenentzündung kann gehäuft unter den Mitgliedern derselben Familie auftreten; in diesem Fall geht man davon aus, dass es sich um eine Veranlagung handelt und die Glossitis nicht durch andere Störungen hervorgerufen wird.

 

Symptome einer Zungenentzündung

Eine Glossitis kann schmerzfrei auftreten oder Beschwerden an Zunge und Mund verursachen.
In manchen Fällen macht sich eine starke Schwellung der Zunge bemerkbar, die die Atemwege versperrt.

Zu den Symptomen und Zeichen einer Zungenentzündung zählen:

  1. Schmerzen oder Brennen im Mund
  2. Mundgeschwür
  3. Schmerzen oder Taubheitsgefühl an der Zunge
  4. rote Zunge
  5. Zungenschwellung
  6. Haarzunge, verursacht durch das Anschwellen der Geschmackspapillen
  7. Wunden und weiße Flecken auf der Zunge
  8. Geschmacksstörungen
  9. Mundtrockenheit
  10. Halsschmerzen
  11. Durst
  12. Geschmacksverlust

 


Die Symptome einer Zungenentzündung sind unterschiedlich und können individuell verschieden ausfallen.
Die Schmerzen können täglich oder nur einmal in der Woche auftreten.
Zuweilen kann der Betroffene von den Schmerzen aufwachen.
Welche Symptome auch auftreten, diese Erkrankung kann viele Jahre andauern, bevor eine korrekte Diagnose gestellt wird.

 

 

Mögliche Komplikationen

  • Blockierung der Luftwege
  • Kau- und Schluckbeschwerden

 

Wie wird eine Zungenentzündung diagnostiziert?

Der Zustand kann von einem Zahnarzt oder anderem Arzt beurteilt werden.
Der Arzt führt eine Untersuchung des Mundbereichs durch und achtet auf ungewöhnliche Unebenheiten und Bläschen auf der Zunge, dem Zahnfleisch und den Weichteilen des Mundes.

Er kann Speichel- und Blutproben entnehmen, die im Labor analysiert werden.

 

Zungenentzündung,geschwollen,rotWelche Therapie hilft bei einer Zungenentzündung?

Die Behandlung hängt ganz von der Ursache der Zungenentzündung ab.
Ziel der Behandlung ist es, die Entzündung unter Kontrolle zu bringen, unabhängig von der Ursache.
Heiße Flüssigkeiten sollten grundsätzlich vermieden werden; am häufigsten werden folgende Behandlungen angewendet:

  1. Mundspülungen mit lokalen Betäubungsmitteln, wie Lidocain.
  2. Antihistaminische Mundspülungen wie Diphenhydramin (Benadryl).
  3. Antimikrobielle Mundspülungen zur Bekämpfung der auslösenden Infektion.
  4. Kortisonhaltige Mundspülungen wie Dexamethason (Fortecortin).
  5. Ernährungsumstellung und Nahrungsergänzungsmittel zur Behandlung der Anämie und Nährstoffmängel.
  6. Mundspülung mit kombinierten Inhaltsstoffen, wie beispielsweise säureneutralisierende Mittel (Antazida), Anästhetika, Antihistaminika, antimikrobielle Substanzen und kortisonhaltige Mittel. Das genaue Rezept bestimmt der Arzt.
  7. Entzündungshemmer (nichtsteroidale Antirheumatika, kurz NSAR), wie Ibuprofen (Dolormin), Indometacin (Indoclir) und Naproxen (Proxen).

 

 

Natürliche Heilmittel bei Zungenentzündung

Zur eigenständigen, häuslichen Behandlung einer Zungenentzündungen gehören folgende Maßnahmen:

Mundhygiene
Ist die Erkrankung infolge einer mangelhaften Mundpflege entstanden, müssen die Zähne nun regelmäßig, mehrmals täglich geputzt und mit Zahnseide gereinigt werden.

Ernährungsumstellung
Die Umstellung der Ernährung hilft, wenn die Erkrankung durch Anämie oder Mangel an Vitaminen und wichtigen Mineralstoffen, wie Eisen, entstanden ist.
Reizstoffe, wie heißes, scharfes Essen und Alkohol sind zu meiden, damit die Zungenentzündung heilen kann und die Schmerzen auf ein Minimum reduziert werden.

Nicht rauchen
Zuweilen entsteht die Zungenentzündung durch Zigarettenrauchen.
Die Betroffenen sollten auf den Tabakgenuss verzichten, um sich möglichst schnell von der Krankheit zu erholen.

Bikarbonat
Mundspülungen mit Wasser und Natron gehören zu den wirkungsvollsten natürlichen Behandlungsmaßnahmen.

 

Heilungszeiten (Prognose)

Eine Zungenentzündung lässt sich in der Regel erfolgreich behandeln, wenn die Entzündungsursache beseitigt bzw. kuriert wurde.